liebevolle Waldgruppe gegen schicken neuen Kindergarten

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von erdbeerschnee 06.10.10 - 12:16 Uhr

Hallo,

eigentlich kenn ich meine Antwort schon :-p aber trotzdem brauche ich mal ein paar Meinungen.

Meine Tochter (3) war ein Jahr lang in einer wundervollen und liebevollen Krippe in der sehr viel auf Wertschätzung und die eigene Persönlichkeit geachtet wurde. Dann musste sie in einen normalen Kindergarten.

Es ist ein I-Kindergarten mit 10 Regelkindern und 5 I-Kindern was ich eine gute Sache finde.
Sie fühlt sich dort wohl aber mir fehlt völlig die Wertschätzung der Kinder, die Leiterin hat beim Elternabend mehrfach erwähnt "wie schwer und umständlich doch dieses Jahr die betroffenen Kinder seien" Hallo - das ist nunmal so bei I- und schwerstmehrfach behinderten Kindern #augen

Dazu kommt, dass Theresa zwar eine nette Erzieherin hat aber die Anderen echt furchtbar sind. Da schimpft die Eine mit einem Kind und sobald sie mich sah, war sie plötzlich ganz freundlich zu ihm - das geht doch gar nicht, entweder ich habe einen Grund zum schimpfen und stehe dazu oder nicht.

naja... Punkt ist, ich persönlich finde den Kindergarten irgendwie nicht das gelbe vom Ei... aber sie machen tolle Projekte, es gibt viele Materialien und im Januar wird der Neubau mit vielen schicken neuen Dingen fertig.

So... nun sind einige Eltern aus Theresa´s alter Krippengruppe unglücklich und wir haben uns wieder an diese gewendet .... und *hurra* sie machen eine Waldgruppe auf mit 10 Kindern, davon 5 aus der alten Gruppe #huepf

Nun kommen aber natürlich auch Zweifel:
Aber ist das wirklich besser? Das war eine prima Krippe, aber ist es auch ein guter Elementar Kindergarten #kratz Das ist ein "Pilotprojekt" und einfach noch gar nicht eingefahren ... ABER dafür werden die Erzieher auf Herz und Nieren geprüft und sowohl Eltern als auch Kollegen stimmen ab, ob sie diese Erziehrin haben wollen.

Nun ist die Frage -> Waldkindergarten wo sicher anfangs alles drunter und drüber geht und sie keinen wirklich eigenen Raum haben wenn sie dann doch mal drin bleiben dafür wird aber mit den Kindern gern gearbeitet, auch nach Montessouri oder schicker, Projektorientierter Neubau wo die Kinder halt die "Arbeit" sind.

Was würdet ihr machen ???

Beitrag von anela- 06.10.10 - 12:51 Uhr

Mir ging es in gewisser Weise ähnlich.

Unsere Tochter ist zur Zeit in einer Nachmittagsgruppe (14-18 Uhr). Das ist eine kleine Gruppe in der sich viel um jedes einzelne Kind gekümmert wird und alles ganz liebevoll etc. Also wie man es sich wünscht.

Jetzt haben wir im Nachbarort ein Haus gekauft und ich möchte, daß sie mit den Kindern, mit denen sie später zu Schule kommt,auch in einen Kiga geht. Da standen dann zwei zu Auswahl: Der eine ganz toll, modern, riesen Räume,, Bewegungsraum, ganz viele Angebote, super toller Spielplatz. Der andere altes Gebäude, kleine Räume, normaler Spielplatz. Sofort wohl gefühlt habe ich mich beim zweiten. Die im anderen waren auch nett, aber irgendwie anders. Unsere Tochter wird jetzt in den 2., augenscheinlich nicht so "tollen" Kiga gehen.

Beitrag von inhara 06.10.10 - 12:52 Uhr

Hallo,

du schreibst selbst , dass du deine Antwort eigentlich schon kennst ;-).

Du bist mit dem jetzigen Kiga deiner Tochter nicht zufrieden. Auch wenn er theoretisch super ist scheint es in der Praxis gerade nicht zu funktionieren. Vielleicht ist er auch wirklich gut aber er passt für euch einfach nicht.

Was nützen euch tolle Projekte, schöne Materialien und ein schicker Neubau wenn du das Gefühl hast deine Tochter ist dort nicht gut aufgehoben.
Dann besser eine liebevolle Betreuung ohne schnick schnack.

Also auf in chaos...#huepf.

Lg
Inhara

Beitrag von sohnemann_max 06.10.10 - 12:59 Uhr

Nur Mut!

Hi erst einmal,

ich würde mich für das Projekt entscheiden! Warum?! Weil wir uns jetzt bei Max auch für ein Projekt entschieden haben, dass es so bisher in unserer Stadt nicht gab.

Dabei geht es allerdings um eine Grundschule: Es ist eine Schule für Förderkinder. Dieses Jahr gibt es erstmals eine Integrativklasse für 15 Regelkinder und 8 Förderkinder zusammen. D. h. die Regelkinder kommen in die Förderschule. Einige Fächer werden zusammen unterrichtet, ansonsten wird das Zimmer durch eine Trennwand getrennt und dann unterrichtet. Dazu kommen eine Grundschullehrerin, eine Sonderschullehrerin und eine Heilerziehungspflegerin pro Klasse.

Das Projekt wird mit Argusaugen - sogar vom Innenministerium - überwacht, es werden Studien von Unis gemacht usw.. Die Eltern dürfen sich sehr, sehr viel mit integrieren.

Wir haben es die ersten 4 Wochen nicht bereut. Im Gegenteil Max profitiert wahnsinnig davon. Zwar lernt er viel dort aber auf eine andere Art und Weise. Eben auch nach Montessouri. Es gibt keinen Frontalunterricht, mehr Freilernzeit und viel Anschauungsmaterial und Experimente.

Ich würde mich in Deinem Fall wohl mehr dem Projektorientierten Neubau entscheiden.

LG
Caro mit Max 6 Jahre und Lara 16 Monate

Beitrag von kati543 06.10.10 - 13:03 Uhr

Ich habe ganz am Anfang, als ich noch nicht wußte, dass unsere Kids besondere Kinder sind, auch überlegt, ob Waldkiga oder normaler Kiga. Mir gefiel das Konzept des Waldkiga. Mein Großer ist super gern draußen. Aber er braucht die festen Regeln und starren Abfolgen, die nur in einem "normalen" Kiga möglich sind ... und seit 2 Jahren wissen wir auch, dass er noch zusätzliche Hilfe braucht, in Form einer I-Kraft. Er ist DAS I-Kind in seiner Gruppe. Er ist in seinem Kiga super angekommen, wird voll von allen akzeptiert und macht riesen Fortschritte. Mittlerweile kommen wir unserem Ziel, ihn in eine Regelschule einschulen zu lassen, immer näher. Aber es wird noch 2 Jahre harte Arbeit vor uns liegen - in einem Waldkiga wäre das alles nie möglich gewesen. Wäre er damals dorthin gegangen, würde er mit 6 Jahren in eine Sonderschule gehen. Das ist die Geschichte unseres Großen. Das heißt aber nicht, dass dein Kind im Waldkiga nicht besser aufgehoben wäre als im bisherigen Kiga. Es zählt nicht die Einrichtung, sondern die Menschen. Dein Kind fühlt sich dort nicht wohl - und du auch nicht? Dann ist es das verkehrte für euch. Dann schicke dein Kind wieder in ihre "alte" Krippe mit neuen Konzept.

Beitrag von ratpanat75 06.10.10 - 15:45 Uhr

Hallo,

bei uns im Waldkindergarten gibt es feste Regeln und Abläufe, ich denke auch, dass das in den meisten Waldkindergärten so ist.
Es gibt auch I-Plätze und eine I-Kraft und die Erzieherinnen haben Zusatzqualifikationen im Bereich Entwicklungsstörungen und Behinderungen.
Ausserdem wird ganz eng mit der Frühförderung zusammengearbeitet.


LG

Beitrag von erdbeerschnee 06.10.10 - 21:44 Uhr

Wir brauchen ja keinen I-Platz !!! Sie geht nur in einen I-Kindergarten als "normales" Regelkind :-p

Strukturen und Tagesabläufe haben die im Waldkindergarten auch !!!

Beitrag von leonie110 06.10.10 - 14:22 Uhr

Mach, was dein Bauch dir sagt! Haben wir gegen einige Widerstände auch getan. Nun fahren wir eben ins Nachbardorf, aber der Kindergarten ist einladend, die Erzieherinnen liebevoll und mütterlich trotz Respekt den die Kinder haben.
Es ist dort bunt, mit vielen Bildern und Projekten der Kinder, der Spielplatz ist klein aber fein.
Wir nehmen die tägliche Fahrerei gern in Kauf. Anfangs haben wir auch lange überlegt, da er ja dann nicht mit den Kindern aus der Nachbarschaft zusammen ist und sie nicht kennen lernt, aber ich denke, das ergibt sich ab einem gewissen Alter auch so oder vielleicht über den Sportverein.
Für mich hört sich der Waldkindergarten toll an! Und "drunter und drüber" ist ja kein muss...klar kann am Anfang mal was nicht perfekt laufen, aber improvisieren macht doch Spaß! Solange die Sicherheit der Kinder gewährleistet ist, kann man den Rest doch basteln.

Beitrag von eisbaer.baby 06.10.10 - 20:59 Uhr

hmm, also ich bin allgemein nicht der waldkindergarten- oder kindergarten-nach-irgendeinem-system- fan aber das tut ja nix zur sache

ein kindergarten steht und fällt mit seinen erzieherinnen, egal ob es montessori-, wald-, waldorf-, kirchlich oder wir-ziehen-uns-aus-und-spielen-mit-unseren-sachen- konzipiert ist.

als wir hierher gezogen sind, hatten wir die auswahl zwischen zwei kindergärten, einer bei uns im ort, einer im nachbarort - einer schlimmer als der andere vom baulichen zustand her. beides uralte gebäude, bei deren anblick ich schon zustände bekam. der kiga in unserem ort besteht nur aus einem einzigen raum, der ins rathaus integriert ist. alles uralt.
unterschieden haben sie sich nur mit den betreuungszeiten.

ich hab mich dann für den kiga hier im ort entschieden, weil ich die langen betreuungszeiten im nachbarort nicht brauchte und wollte, dass die maus mit kindern aus der nachbarschaft in die gruppe geht.

unsere erzieherinnen sind toll! beide älter und wie omas für die kinder! in dem kiga im nachbarort sind auch jüngere kolleginnen dabei, die aber den schwung einer schlaftablette haben. ich habe jetzt nur schlechtes über diesen kiga gehört und bin froh, dass ich meine maus nicht dorthin gegeben habe. ich hoffe sehr, dass unsere erzieherinnen im geplanten neubau auch noch sind, so dass ich meine kleine tochter noch zu ihnen geben kann!

was ich damit sagen will: sieh dir die erzieherinnen genau an! wenn dein kind mit ihnen klar kommt, wird sie sich wohlfühlen, wenn nicht, findet sie es einfach schrechlich! ich weiß das selber, weil es mir selbst als kind so ging. ich musste vor dem letzten jahr wechseln, wegen umzug und die erzieherinnen in meinem neuen kiga waren einfach furchtbar. ich habe sehr gelitten in dem letzten kiga-jahr! heute erinnere ich mich gar nicht mehr daran, nur noch an den kiga, den ich in den ersten beiden jahren besucht habe, da hab ich noch viele details im kopf...

lg bianca

Beitrag von zahnweh 06.10.10 - 21:39 Uhr

Hallo,

ich würde mir die Waldgruppe näher anschauen und mein Kind fragen!!

Meine hatte ich bei den Kiga-Besichtigungen dabei.
Neubau, richtig chic, viele Projekte, Gebäude sehr modern, Spielsachen gut ausgewählt.... Mein Kind klammerte sich (Fremdelphase schon vorbei) nur an mein Bein, wollte gar nicht wirklich schauen. Nur mit Mama und besser gar nicht.

Waldkindergarten. Super Konzept, gefällt mir sehr gut. Blöder Anfahrtsweg.
Mein Kind ist sehr gerne draußen, hat alles mal mitgemacht was geboten wurde. Sie ist sehr hilfsbereit und braucht auch viel Soziales. Aber Waldkindergarten wäre nichts für sie. Wenn sie keine Lust mehr hat, will sie rein. Oder wenn es ihr zu kalt wird, sagt sie das und will dann auch rein. Schmutzig machen sehr gerne!! Aber bitte auch sofort wieder saubermachen ;-)

Sie hat sich dann für einen sehr tollen entschieden, wo das Soziale auch sehr wichtig ist. Viel rausgegangen wird. Fast keine Projekte (was meiner und mir durchausgefällt. Ich unternehme selbst viel mit ihr und sie braucht die Nähe zu anderen Kindern mehr, als Projekte), alle Erzieherinnen sind super.
Trotz totaler Fremdelphase löste sie sich von mir und ging auf Erkundungstour.

Wenn sie sich draußen wohl fühlt und Freude dran hat, draußen zu spielen, würde ich das mit dem Waldkiga machen.
Drunter und drüber geht es fast überall. Braucht bloß was verändert werden und schon bricht die Organisation teilweise zusammen ;-)

Hör auf Dein Kind und auf dein Herz :-)