Frage an Mamas mit Kinder die eine Sehschwäche haben

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von artemis1981 06.10.10 - 13:29 Uhr

Hallo

letzte Woche hatten wir die U8

Beim Sehtest wurde dann bemerkt das Jan auf dem rechten Auge sehr schlecht sieht....
Mussten dann am Montag zur Kontrolle zum Augenarzt und heute hatten wir dann einen Termin in der Sehschule....

Jan ist rechts stark weitsichtig hat nur auf dem Auge 10 % sehkraft (was man vorher echt nicht gemerkt hat )
Jetzt soll Jan erstmal eine Brille tragen (wird es wohl auch ein leben lang behalten müssen) für 6 Wochen und dann wird erstmal geschaut ob sie das Auge wieder was tut (sind aber sehr zuversichtlich da das auge eigentlich völlig ok ist) und dann soll das gesunde Auge noch abgeklebt werden stunden bzw Tage weise muss man dann mal sehen....

Hat hier jemand eine ähnliche Geschichte?
Wie ging es weiter?
Wie waren die Erfolge?

LG

Steffi mit Jan (der beim Anprobieren der Brille garnicht happy war)und Rea

Beitrag von kati543 06.10.10 - 13:41 Uhr

Daniel hat auf dem linken Auge einen nicht richtig entwickelten Sehnerv. Er muß auch abkleben. Eine Brille hat er nicht. Aber durch das Abkleben kann das Auge wieder besser werden - solange die Kinder das regelmäßig machen und noch jung sind. Mein Daniel mag das Abkleben gar nicht und ich muß ihm immer die Hände festhalten, sonst ist das Pflaster schneller ab, als dran. Ihm ist das tolle Bildchen auf dem Pflaster völlig egal und sein großer Bruder will auch immer ein Piratenpflaster (der braucht es aber gar nicht). Und da die Pflaster so rasend teuer sind...muß ich den einen dazu zwingen und den anderen trösten, dass er es nicht darf.

Beitrag von lepidoptera 06.10.10 - 16:18 Uhr

Hallo Steffi,

meine Tochter war bei der Geburt durch eine Hornhauttrübung auf beiden Augen blind.
Irgendwann hat sich die Trübung dann gelegt und sie konnte langsam besser sehen. Leider benutzte sie hauptsächlich das stärkere Auge und hat dadurch extrem geschielt.

Wir hatten ebenfalls die Diagnose Weitsichtigkeit und eine Sehkraft beidseits von unter 10%. Ich habe es meiner Tochter auch nie angemerkt.

Unter 10% hört sich erst mal extrem viel an, aber meine Augenärztin hat mir dann gesagt, dass ich ohne Kontaktlinsen auch um die 10% Sehkraft hatte (Kurzsichtig mit -5 Dioptrien). Ich konnte mich ohne Brille und Kontaktlinsen normal in der Wohnung bewegen, habe aber z.B. aus der Entfernung schon mal einen kleinen Wäschehaufen mit der Katze verwechselt.
Da die Kinder aber daran gewöhnt sind, nehmen sie die Welt ganz anders war und es fällt uns Eltern halt erst spät oder gar nicht auf.

Ich habe bei meiner Tochter auch das stärkere Auge abkleben müssen damit sie das andere wieder lernt zu benutzen. Inzwischen kleben wir nicht mehr ab, aber es hat auf jeden Fall etwas gebracht. Meine Tochter schielt nicht mehr so doll, was ein Zeichen dafür ist, dass sie wieder beide Augen benutzt.

Es ist wichtig, dass Dein Sohn beide Augen wieder nutzt. Kleinkinder haben nämlich noch die Fähigkeit, die Bilder des schwächeren Auges komplett auszublenden. Wird das nicht rechtzeitig behandelt, lernt das Gehirn nicht, in 3D zu sehen.

Es kann sein, dass Dein Sohn in der Anfangszeit mit der Brille oder dem Pflaster häufiger stolpert oder irgendwo vorbeigreift. Lass Dich davon nicht irritieren, dass ist völlig normal, weil er erst einmal wieder lernen muss, damit umzugehen.

Viele Grüße
Lepidoptera

Beitrag von antares01 06.10.10 - 20:51 Uhr

Hallo,

bei mir wurde die Sehschwäche leider viel zu spät erkannt, ich war fast 8 Jahre alt, hatte rechts nur knappe 20% Sehkraft. Es wurde geschult auf 50%, mit Übungen und Pflaster.

Heute trage ich nur eine Brille beim Lesen und selbst die bräuchte ich nicht wirklich.

Es gibt natürlich zig verschiedene Augenprobleme, aber ich möchte Dir nur damit sagen, dass es sicher gute Chancen gibt, dass er ohne größere Einschränkungen leben kann.

Ich kann nur nicht räumlich sehen, was mich nicht stört, da ich es ja gar nicht anders kenne. Auto fahren darf ich auch.

Alles Gute und sucht Euch eine gute Sehschule aus, die wirklich lieb zu den Kindern ist. Dann macht er auch alles prima mit.

Viele Grüsse

Beitrag von tapirschnautze 07.10.10 - 13:01 Uhr

Hallo,

uns ist mir 2,5 Jahren schon aufgefallen, dass unser Sohn beim sehen oft 1 Auge zukneift. Er ist Weitsichtig, damals 2,5 und 2,75 Dioptrin und das linke Auge hatte eine Sehkraft von 80 %. Wir mußten auch kleben. Haben das auch konsequent gemacht (erst 3 Stunden dann 5 STunden). Nach einem halben Jahr hatte sich nichts gebessert und wir mußten in die Augenklinik. Die haben dann die Gläser angepasst (Zylinder rein) und nach ca. 3 Wochen hatten beide Augen 100 %.

Unsere Augenärztin sagt, dass die Weitsichtigkeit bis zum ca. 8 Lebensjahr schlechter wird, dann stagniert und in der Pubertät wieder besser wird. (Wir haben jetzt 4,00 und 4,25 Dioptrin) Alle 3 Monate wird ein Sehtest gemacht, 1 x im Jahr getropft und bisher hat er jedemal neue Gläser bekommen.

Liebe Grüße

Susanne

Beitrag von schokaholik 07.10.10 - 21:59 Uhr

Hallo Steffi,

mein Sohn war 18 Monate, als er seine Brille bekam und ein Pflaster für das linke Auge, 2 mal 1 Stunde am Tag mußten wir abkleben. Er hat rechts immer wieder geschielt (latentes schielen) . Er hat es gehaßt, ich habe es gehaßt aber wir mußten beide da durch.

Jetzt 4 Monate später braucht er nur noch die Brille. Mal sehen was im Januar dann ist, da haben wir nämlich den nexten Termin.

Bei so kleinen wie meinem entwickelt sich ja meist alles schneller zum besseren.

Kann nur jedem empfehlen mit den Kleinen zur Sehschule zu gehen, können die selbst bei ganz Kleinen testen. Fand ich ganz faszinieren.

Viel Glück für euch und eine Brille ist nicht das schlimmste, ich trage auch eine. Gehört einfach zu mir.

LG Anita

Beitrag von any1978 09.10.10 - 17:56 Uhr

Hallo,
meine Große hat das am linken auge ,hatte damals gerade mal 2 % sehkraft.
Bei ihr wird auch jeden Tag fleißig abgeklebt ,mittlerweile hat sie fast 30% sehkraft ,vielmehr wird sie wohl nicht mehr bekommen weil wir nur noch 1 Jahr haben danach wird sich nichts mehr tun sagt unser Doc.
Das einzig blöde ist das sie durch das abkleben angefangen hat zu schielen#aerger aber das kann man später durch eine OP wieder hin bekommen.

Beitrag von schneutzerfrau 10.10.10 - 19:57 Uhr

Huhu

Julie trägt seid 1,5 Jahren eine Brille. Genau die gleiche Geschichte , nur das sich ihr auge sofort so toll erholt und angepasst hat das man ihr anderes garnicht zu klebte. Sollte erst gemacht werden. ich habe (selbst brillenträger ) ihr von anfang an eingeredet (obwohl es mir schwer viel denn ich hätte erst weinen können).... wie toll eine solche brille ist und wie wunderschön sie damit aussehen wird............... und habe ihr immer von der ersten sekunde gesagt eine brille darf nie ausgezogen werden. damit sie sich daran gewöhnt.... mittlerweile darf sie beim toben und trampolin abgenommen werden :-)

sie kommt sehr gut damit zurecht und fand es von anfang an ok, weil sie damit viel besser sieht.

Ich drücke dir die daumen das es bei euch auch gut geht

lg sabrina

Beitrag von idefix703 10.11.10 - 23:09 Uhr

Mein Sohn (Frühchen 26+1) hat auf beiden Augen eine Kugellinse (angeblich nicht von der Frühgeburtlichkeit) und hat lt. Sehschule -18 und -19 Dioptrien. Wir bekamen mit ca. 1 3/4 Jahren eine Brille verschrieben, die er nicht auf ließ, dann bekamen wir eine neue Brille verschrieben, die er nichtg aufließ (er schrie jedesmal wie am Spieß und ließ sie mich nicht mal aufsetzen).
Dann bekamen wir Kontaktlinsen verschrieben, die ich ihmm rein und raus gebn musste. Leider verliert er diese laufend und die Dinger sind exorbitant teuer! Nachdem er sie letztens wieder mal verloren und wir sie nicht gefunden) hatte, hab ich es mal wieder mit der Brille (zuerst mit der schwächeren) versucht. Natürlich musste ihch ihn zuerst mal dazu zwingen, doch als er endlich mal zu schauen versucht hatte, hat er sie akzeptiert.
Am Abend hat er schon protestiert, als ich ihm die Brille zwecks Schlafen abnehmen wollte: "Nein, nein, Brille, Aufsetzen" ( Er ist jetzt 2,5 Jahre an Geburt)
Zwei Tage später hab ich es dann mit der stärkeren Brille versucht und er hat auch diese akzeptiert. Nun versuchen wir es mit Brille statt mit Linsen (ist viel nervenschonender und die Tagesmutter freut sich auch, wenn sie nicht immer suchen muss).
Mit der starken Brille schielt er auch weniger als mit der schwächeren und mit den Linsen.
Im Februar haben wir wieder einen neuen Termin und wir werden zwecks Abkleben noch fragen.
Aber: Was sein muss muss sein!
Wenn unser Sonnenschein groß ist, kann er operiert werden, wenns dann noch sein muss und er das will.

LG
idefix 703