Trisomie 21 / Down-Syndrom

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Forum: Kinderwunsch

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Beitrag von annibremen 06.10.10 - 14:44 Uhr

Hallo ihr,

heute mal eine etwas haarige Frage ...

Einer Freundin von mir wurde vor Jahren gesagt, dass sie wg. Endometriose wahrscheinlich keine Kinder bekommen kann. Nun, vier Jahre später, ist sie doch überraschend schwanger geworden, da war die Freude natürlich groß.

Bei der Fruchtwasseruntersuchung (17. SW) ist festgestellt worden, dass das Baby Trisomie 21 hat.

Nach langen Überlegungen haben sie und ihr Freund sich entschieden, das Baby trotzdem zu bekommen.

Jetzt meine zugegebenermaßen ziemlich heikle Frage an euch:

Was denkt ihr, wie ihr euch entschieden hättet?

LG Anni

Beitrag von mamimona 06.10.10 - 14:47 Uhr

das ist eine ganz heikle frage.die kann man nicht beantworten,wenn man die situation nicht hatte.
ich musste auch eine FU machen lassen und hatte das glück,dass mein sohn gesund war und ist.
wenn die diagnose aber anders gewesen wäre,wüsste ich nicht,wie wir entschieden hätten.
man kann ja auch nie sagen,wie stark die behinderung ist.
naja,auf alle fälle kann man sich da nie reinversetzen.
ich hab grossen respekt vor den beiden.

Beitrag von cucina3 06.10.10 - 14:47 Uhr

Ich könnte es wirklich und ehrlich nicht sagen.
Erst wenn ich selbst persönlich in dieser Situation wäre könnte ich Dir jetzt eine Antwort geben.

Beitrag von firunja 06.10.10 - 14:51 Uhr

Also ich hätte das Kind bekommen, denn ich denke Abtreibung ist einfach ein ganz heikles Thema, die Ärzte können nun ja auch nicht von außen sehen, wie stark das Kind betroffen ist, egal welche Behinderung es hat und dann die Aussage von manchen Ärzten das Kind ist nicht überlebensfähig, das können die in den meisten Fällen gar nicht wissen, weil sie nicht wissen wie sich das Kind entwickelt.

Beitrag von annibremen 06.10.10 - 14:50 Uhr

Heftig, oder?

Also sie sagt, sie hätte sich zum einen für das Kind entschieden, weil sie nicht weiß, ob sie noch mal schwanger werden kann und zum anderen, weil sie das Kind auf natürlichem Wege hätte gebären müssen im Falle eines Abbruchs.

Ich weiß auch nicht so genau, was ich tun würde ... Stelle mir nur dauernd die Frage, ob das ein lebenswertes Leben fürs Kind ist, wenn es Pech hat und schwer betroffen ist statt nur leicht ... Hm. Also spontan würde ich eher an Abbruch denken, muss ich zugeben.

Beitrag von ceres86 06.10.10 - 14:53 Uhr

Ich habe auch schon über so etwas nachgedacht und würde das Kind auch behalten. "Nur" weil man jetzt vorher erkennen kann, ob das Kind behindert sein wird, würde ich es nicht abtreiben..... man muss nur einmal dran denken wie weit das Kind in der Woche schon ist.....
Ich habe auch einen Verwandten mit Trisomie21 und er kann zwar nicht leben wie andere, aber man sieht trotzdem, dass er glücklich ist und er kann jetzt sogar in einer speziellen Firma arbeiten.
Ich habe mir die Frage so gestellt, was wäre wenn das Kind schon da ist und etwas passiert?? Dann würde man sich doch auch nicht dagegen entscheiden....
Aber letzten Endes ist das jedem selbst überlassen....

Beitrag von crazywoman-23 06.10.10 - 14:51 Uhr

hi

die frage ist schon heikel aber sollte das mal bei uns so sein würden wir es auch aufjedefall bekommen da haben wir uns nach der ersten fg für entschieden mittler hatte ich noch 2 deswegen würden wir es aufjedenfall dazu ja sagen und es bekommen.

Lg jessy

Beitrag von wartemama 06.10.10 - 14:52 Uhr

Hallo Anni,

da ich mich im Vorfeld schon wegen gesundheitlichen Problemen mit dieser Frage beschäftigen mußte, kann ich folgendes antworten:

Derzeit denke ich, daß ich nicht bewußt ein behindertes Kind in die Welt setzen würde.

Aber ob ich immer noch so denke, wenn ich mal in solch einer Situation wäre? Ich weiß es nicht... hoffentlich muß ich diese Situation nie erleben!

LG Birgit #blume

Beitrag von kasia88 06.10.10 - 14:58 Uhr

Eindeutig DAFÜR!!!!

Ich würde mich niemals gegen das Kind entscheiden, durch die Diagnose Trisumie 21 wird es dem Kind ja nivht schlechter ergehen. Ganz anders sogar, es sind sooooooooooooooo dankbare Menschen, die man nur Lieben kann.

Und so ein Kind/Mensch kennt es ja nicht anders, und ich finde,wenn man sich dafür entscheidet schwanger zu werden, dann muss man jedes Kind so akzeptieren,wie es kommt,ob behindert oder nicht. Wenn ein Kind nicht lebensfähig ist, dann wird es schon während der SS zu den sternchen ziehen oder halt nach der geburt!!

Und Abtreibung nach (und auch vor) der 12 SSW, NUR aufgrund solch einer diagnose ist es für mich Mord!!

Beitrag von carochrist 06.10.10 - 14:59 Uhr

Ich persönlich denke (ohne jemals in der Situation gewesen zu sein und hoffentlich dies auch nie erleben zu müssen) das ich mich für das Kind entscheiden würde.

In meiner Familie leben mehrere Behinderte (mein kleiner Cousin und meine Großeltern). Ich weiß wie schwierig das ist, aber auch dass diese Menschen trotzdem glücklich leben.

Vor kurzen habe ich mit meinem Mann über dieses Thema gesprochen und er meinte auch das er sich für das Kind entscheiden würde. Er hat seinen Zivi in einer Behindertenwerkstatt gemacht. Seit dem weiß er das besonders solche Menschen sehr viel Liebe brauchen, aber einem selber bedingungslos Liebe geben #herzlich

Ich hoffe nicht jemals in diese Situation kommen zu müssen, aber ich werde bestimmt auch keine Fruchtwasseruntersuchung o. ä. machen lassen, sodass ich mich vor der Entbindung nicht entscheiden muss. Wenn das Kind da ist, dann ist es da und wird vom ersten Moment an geliebt.

Beitrag von annibremen 06.10.10 - 15:04 Uhr

Hm, also wie gesagt, sicher bin ich mir auch nicht und dass Menschen mit Trisomie 21 meistens ziemlich fröhliche Leute sind (ich selbst kenne nur zwei, aber sowas kann man ja auch googeln ...), weiß ich auch.

Aber wenn man sich vorstellt, man bringt einen körperlich und geistig schwerstbehinderten Zwerg zur Welt? Freunde von uns haben mal ein schwer behindertes Kind gehabt, das hat nicht mal eine Reaktion gezeigt, wenn man den Arm gestreichelt oder mit ihm gesprochen hat und mit acht ist es dann gestorben :(

Ich weiß nicht, ob das ein schönes Leben ist? Die Entscheidung hat sicherlich in beide Richtungen mit sehr sehr viel Verantwortung zu tun. Also ich bin der Meinung, man darf sich da nicht allein von der Bindung zum ungeborenen Kind leiten lassen, so hart das auch klingen mag ...

Beitrag von carochrist 06.10.10 - 15:11 Uhr

Nur weil das Kind Trisomie 21 heißt das noch nicht das es schwerstbehindert sein wird! Es gibt schwache und starke Formen. Und genau das kann einen vorher niemand sagen.

Ich sehe es immer so: Man kann auch ein kerngesundes Kind zur Welt bringen. Aber bei der Geburt bekommt es zu wenig Sauerstoff und wirb behindert. Man kann Jahrelang ein gesundes Kind haben und dann hat meinen unverschuldeten Autounfall und das Kind wird behindert. ...

Dieses Kind würde man doch auch behalten, obwohl es behindert ist!

Beitrag von kasia88 06.10.10 - 15:13 Uhr

Ich bin ganz deiner Meinung!

Ich muss jetzt los, zur Arbeit, in ein Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung,(davon 5 mit Down-Syndrom) heute stehen wieder tolle Sachen an!!!!

Beitrag von annibremen 06.10.10 - 15:20 Uhr

Schon klar, ich sprach ja auch von dem Fall, dass man vorher schon weiß, dass das Kind schwerstbehindert zur Welt kommen wird. DANN würde ich wahrscheinlich nicht lange überlegen. Dass man das bei Trisomie 21 vorher nicht weiß, ist mir bekannt.

Das Beispiel mit der Behinderung durch einen Unfall finde ich übrigens nicht so passend, weil kein Mensch hingeht und sein Kind umbringt, nur weil es durch einen Unfall behindert geworden ist. Das ist doch sowas von weit hergeholt ... Naja ;-)

Beitrag von wartemama 06.10.10 - 15:29 Uhr

Es ging der TE darum, ob wir bewußt ein behindertes Kind in die Welt setzen würden - ein Verkehrsunfall ist eine ganz andere Geschichte und das kann man m.E. auf keinen Fall miteinander vergleichen.

Beitrag von carochrist 06.10.10 - 15:34 Uhr

Nein, man kann es nicht direkt miteinander vergleichen. Aber was ich sagen wollte ist, dass man auch ein kerngesundes Kind bekommen kann und dieses trotzdem behindert werden kann. Welchen Unterschied macht es, ob ich dies während oder nach der Schwangerschaft erfahre? Für mich beginnt Leben ab dem Zeitpunkt wo Samen und Eizelle verschmelzen und ich habe kein Recht mein Kind zu töten, egal wann und egal aus welchen Grund!

Beitrag von annibremen 06.10.10 - 15:39 Uhr

Grundsätzlich hast du Recht, jetzt kann man natürlich eine stundenlange und auch nicht mehr ganz neue Diskussion darüber anfangen, ob ein Fötus schon ein Kind ist oder eben "nur" ein Fötus und ob man grundsätzlich abtreiben darf oder nicht.

Lass mich auch mal ein krasseres Beispiel ins Feld führen:

Stell dir vor, du hättest eine Tochter, die auf brutalste Weise vergewaltigt worden und nun schwanger wäre von diesem Verbrecher. Würdest du deine Tochter zwingen, das Kind zu bekommen? Würde mich mal interessieren, ob du so gnadenlos konsequent wärst?

Beitrag von carochrist 06.10.10 - 15:44 Uhr

Ich würde meine Tochter weder zu dem einen noch zu dem anderen zwingen! Ich würde diese Entscheidung meiner Tochter überlassen und ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Sollte sie sich für eine Abtreibung entscheiden, dann müsste und würde ich dies akzeptieren. Es wäre ihre Entscheidung und ich würde ihr dabei helfen das erlebte zu verarbeiten.

Und wenn sie sich für das Kind entscheiden würde, dann würde ich sie genauso unterstützen.

Grundsätzlich denke ich aber, dass das Kind nix für seinen Erzeuger kann.

Beitrag von wartemama 06.10.10 - 15:45 Uhr

Für mich macht es einen sehr großen Unterschied - und es gibt für mich auch Gründe, die eine Abtreibung rechtfertigen und in denen ich nicht von einer "Tötung" sprechen würde.

Aber jedem seine Meinung. #blume

Beitrag von annibremen 06.10.10 - 16:44 Uhr

Das sehe ich genauso ...

Letzten Endes zeigt Caros Reaktion ja deutlich, dass sie - sofern sie emotional eingebunden wäre - auch abwägen und nicht mehr unbedingt pauschal die Abtreibung-ist-Mord-Einstellung durchdrücken würde.

Das finde ich erfreulich - es gibt nämlich immer wieder Fälle, in denen man feststellen und auch akzeptieren muss, dass es auch mal grau gibt und nicht nur schwarz und weiß.

LG Anni

Beitrag von crazywoman-23 06.10.10 - 15:13 Uhr

also soweit ich das weiß von meinem gyn sind diese kinder nicht schwerst behindert die sind halt anders als gesunde.
mein gyn meinte mal das man hier in deutschland mit solchen kindern noch immer auf ne aussenseiterschiene geschoben wird .
Nimmt man aber mal holland da werden die ganz normal behandelt sprich kiga oder schule das ist meiner meinung nach in deutschland immer noch ein no go

sorry nicht persönlich nehmen ich kenne viele kinder die das haben und das sind so lebensfrohe kinder die es einem danken in dieser welt einen platz haben zu dürfen und geliebt werden.
Trisomie 21 ist in meinen augen keine schwerbehinderrung das ist eine Chromsomenstörung

Ich sag nur ich kann deine freundin verstehen das sich dafür entschieden hat

Lg jessy

Beitrag von bergius 06.10.10 - 15:12 Uhr

Hallo Anni,

wir haben früh erfahren (12. Woche), dass unsere Nurija, ein ganz besonderes Kind wird. Bei uns stand von Anfang an fest, dass wir dieses Kind bekommen werden. Es sind so liebenswerte Menschen. Warum sollen diese Kinder nicht leben dürfen?? Leider hatte Nurija einen so großen Herzfehler, dass ihr Herz in der 17. Woche aufgehört hat zuschlagen. :-( Ich denke, dass Schicksal hat es so gewollt, denn wir sehen nun viele Sachen und Dinge anders, als noch vor ein paar Monaten.


Liebe Grüße
Sandra mit 3 #stern und Aylin(17), Luan Ammar(3) und Sumeja(1)

Beitrag von annibremen 06.10.10 - 15:25 Uhr

Hallo liebe Sandra,

das ist ja eine traurige Geschichte ...

Ich hoffe, du hast meinen Beitrag nicht falsch verstanden, natürlich sollen auch besondere Kinder leben dürfen. Ich hab mich nur gefragt, ob man Kindern, die von Anfang an schwerstbehindert sind (also nicht zwingend Trisomie, was ja durchaus "harmlos" sein kann), einen Gefallen tun würde mit einem Leben voller Einschränkungen oder womöglich sogar ohne in der Lage zu sein, irgendetwas zu empfinden.

Ich hoffe, dass du einigermaßen damit zurechtkommst, dass deine Kleine jetzt nicht mehr bei euch ist.

Ganz liebe Grüße
Anni

Beitrag von muttiator 06.10.10 - 17:13 Uhr

Ob und wie stark das Baby evtl eingeschränkt ist durch den Gendefekt kann man nicht durch eine Fruchtwasseruntersuchung sagen.
Das Baby könnte vollkommen gesund sein!
Ich würde NIE das Fruchtwasser untersuchen lassen, eine Abtreibung ist für mich nicht in Frage gekommen und würde auch in Zukunft keine Option für mich sein und darum auch keine Fruchtwasseruntersuchung.

Nur weil gesunde Menschen meinen festlegen zu müssen, welches Leben lebenswert ist und welches nicht, bedeutet es nicht das Kinder und später Erwachsene nicht ein glückliches Leben haben können und das mit einer Behinderung.

Beitrag von carochrist 06.10.10 - 17:15 Uhr

#pro

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