In die Hose machen mit 6???

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von cinderella0682 06.10.10 - 17:12 Uhr

Mein Sohn ist im Juni 6 Jahre alt geworden.Er geht seit September in die 1.Klasse. Er ist gut in der Schule, wird von Lehrerinen und Schulkamarden gemocht und gelobt! Er hat noch einen kleineren Bruder( 4 Jahre alt), wie bei Geschwistern üblich streiten sie sich ab und zu, jedoch vertragen sie sich die meiste Zeit recht gut und spielen oft schön miteinander. Mein Mann und ich sind glücklich verheiratet und leben den Kinder ein Harmonisches Miteinander vor!
Also kurz gesagt wir sind eine normale, glückliche Familie.
(Ich will hier nicht blöd rumerzählen, wenn es Probleme in unserer Familie gäbe würde ich das hier ofen sagen!!!)

Nun haben wir das Problem das unser großer fast täglich sein "großes Geschäft" in die Hose macht, an manchen Tagen ne kleine Bremsspur, dann mal was mehr und wie heute zum Beispiel ein ganzer Haufen!!!!!!!!

Wir sind verzweifelt! Was ist mit ihm los? Meine Mutter sagt das wäre ein stiller Hilfeschrei, aber warum und weshalb?! Es scheint alles perfekt zu laufen. Das hat er auch schon im Kindergarten gemacht, es ist also kein Problem erst seit kurzem sondern schon immer!!! Nur dachte ich es würde sich legen wenn er größer wird!!!

Bitte helft mir.....wir wissen nicht mehr weiter! Danke

Beitrag von dore1977 06.10.10 - 17:18 Uhr

Hallo,

also das mit den Bremsspuren kenne ich von meiner Tochter 7 leider auch. Bei ihr war einfach der Grund das sie viel zu spät los ist zur Toilette. Irgendwann habe ich sie nur noch angeblubbert das ich das total eklig finde und mich weigere die Unterhosen in dem Zustand zu waschen. Ich werde sie in Zukunft nur noch wegwerfen und keine neuen kaufen das kann sie von ihrem Taschengeld machen.
Seit ich zwei Unterhosen weggeworfen habe ist es viel besser geworden. Allerdings waren es nie ganze Haufen sondern nur Bremsspuren.

Was sagt den Dein Sohn dazu ? Ich bin mir sicher Du hast ihn gefragt.

LG dore

Beitrag von cinderella0682 06.10.10 - 17:27 Uhr

Ja natürlich haben wir schon oft mit ihm gesprochen, ganz am Anfang haben wir es ganz ruihg auf die "Super Nanny" Art versucht, so pädagogisch wertvoll...Bla bla...
Aber nach 10 weg geworfenen Unterhosen und tausend Disskusionen bin ich an einem Punkt wo ich darüber nicht mehr so tolerant hinweg sehen kann. Ich kann fast nie spontan nach der Schule mit Ihnen einkaufen fahren oder uns mit anderen Kids aufm Spielplatz treffen, den oft müssen wir erst zum waschen und umziehen Nachhause und das nervt nur noch tierisch.

Er meint es wäre immer so spannend in der Schule usw. und er ginge dann immer zu spät aufs Klo, also quasi wenn es schon fast zu spät ist!
Aber ich hab ihm schon so oft erklärt das es nachher auch noch spannend ist und er dadurch auch nen wunden Po kriegen kann usw. aber nix hilft!
Die Idee mit den Unterhosen vom Taschengeld zahlen probiere ich jetzt mal aus! Hoffe es hilft....#aerger

Beitrag von suny123 06.10.10 - 17:33 Uhr

Vielleicht hat es ja auch eine organische Ursache, dass er seinen Stuhlgang nicht richtig halten kann. So etwas gibt es, vielleicht mußt du mal über google suchen und gegebenfalls zum Kinderarzt. Wenn es etwas Organisches ist, kannst du reden, wie du willst, dann wird sich nichts ändern.

Beitrag von happy1520 06.10.10 - 17:35 Uhr

Hi, das Problem kennen wir auch von unser jüngsten Tochter. Sie ist jetzt 8 1/2 und leider ist das Thema noch immer nicht vom Tisch. Wir haben seit sie 5 ist unzählige Dinge versucht. Sogar zwei Krankenhausaufenthalte und zwei Therapien waren dabei. Sie wurde untersucht auf alles was sein kann. Seelisch hat sie keine Probleme. Das kam bei ihrer Spieltherapie raus. Wir wissen bis heute nicht woran es liegt. Sie ist ein glückliches Kind und wir Alle eine Familie ohne Probleme und Streit. Sie hat nix auszustehn, alles völlig normal. Und trotzdem hält der Zustand des einkotens bis heute an. Lies da mal nach http://de.wikipedia.org/wiki/Enkopresis

Falls du noch Fragen hast meld dich einfach über VK. Ich kann dir dann vielleicht noch den einen oder anderen Tip geben.

LG Olivia

Beitrag von jazzbassist 06.10.10 - 19:21 Uhr

Wenn ein Kind selbst sagt, dass er das durchaus merkt, dass er eigentlich „müsste“, er aber gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist, die ihm wichtiger sind; ist das eigentlich ein gutes Zeichen dafür, dass man organische Ursachen ausschließen kann. Trotzdem würde ich das sicherheitshalber mal von einem Fachmann abklären lassen (sofern nicht schon geschehen); da Kinder sich gerade über organische Sachen in dem Alter eigentlich nur sehr schlecht und unbeholfen artikulieren können.

Ihr Beitrag lässt aber irgendwie vermuten, dass es ihrem Sohn eher egal ist, wenn das mal passiert. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, wie man meinen mag; dass liegt einfach daran, dass Scham und Ekel nicht angeboren, sondern gesellschaftlich anerzogen ist. Bei Kindern fängt das durchschnittlich etwa erst ab dem 5. Lebensjahr an. Bei den meisten Kindern liegen die Motive des „sauberwerdens“ eher darin, dass die sich darüber als „großer Junge“ identifizieren; da große Jungens bsw. keine Windeln tragen, sondern nur Babies.

Ein Kind braucht dafür also keine besonderen Zwischenfälle (i.S.v. stiller Hilfeschrei); es kann einem Kind in diesem Alter wirklich noch sehr egal sein, ob das passiert oder, ob das nicht passiert. Hätten Sie denn das Gefühl, dass er das ab und auch schon mal macht, um die Mama ein wenig zu provozieren oder, ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen? Das wäre m.E. noch eines der naheliegendsten kindlichen Motive - denn - ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man da als Elternteil schnell auf 180 ist, wenn das häufiger vorkommt und man weiß, dass ein Kind das eigentlich könnte.

Also bei einem Kind, dass sich in diesem Alter noch „absichtlich“ einnässt, wäre meine Konsequenz eigentlich, dass das Kind den Schaden dann selbstständig wieder geradebiegen müsste - also Hose und Unterwäsche - soweit es das kann - selbst waschen. Beim „großen Geschäft“ fände ich das zu unhygienisch; haben Sie es hier schon mal mit eine Art von Belohnungssystem versucht? Um für Ihren Sohn andere Anreize zu schaffen, dann doch den spannenden Unterricht zu verlassen? Fände ich einen schöneren Ansatz, als ein Kind da mit Taschengeld zu bestrafen; denn argumentum e contrario heißt das ja eigentlich, dass sie ihm dann fürs "in die Hose machen" bezahlen.

Aber - sobald da Scham und Ekel hinzukommen, hört das eigentlich von alleine auf, wenn es für dieses Verhalten keine anderen Gründe gibt. Leider sind das dann meistens Situationen, wo Kinder dann von anderen Kindern (o.ä.) dann plötzlich in der Schulklasse aufgezogen werden; dass will man seinen eigenen Kindern ja eigentlich ersparen. Es gibt hier in der Buchhandlung auch Buch zu diesem Thema (die richten sich zwar i.d.R. eher an jüngere Kinder) - aber - soooo groß ist ihr Sohn ja auch noch nicht :-p