Problematischer Esser lässt mich verzweifeln!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von cajun 06.10.10 - 18:06 Uhr


Hallo alle,

Um es kurz zu halten: meine Tochter (5) ist ein unheimlich wählerischer, vernörgelter Esser. Und es wird mit den Jahren immer nur schlimmer statt besser. Sie isst, ohne zu motzen, Pizza, Pommes, Fischstäbchen. Bei Nudeln mit Soße und ähnlichem wird genörgelt, aber gegessen.

Alles andere wird komplett verweigert. Ich esse gern und viel Gemüse, versuche das also vorzuleben. Wenn man sie mal dazu bekommt, Gemüse - oder allgemein Neues - zu probieren, dann nimmt sie sich ein mikroskopisch kleines Teilchen und fängt an zu würgen. Sie hat sogar schon mal quer über ihren Teller gekotzt vor lauter Gewürge!
Außerdem ist sie absolut konsequent beim verweigern, sie isst dann gar nichts und läuft solange mit laut knurrendem Magen rum oder geht so ins Bett, bis ich einknicke.

Es gibt jetzt abends immer einen Smoothie / Saft aus dem Mixer, damit sie überhaupt irgendwelche Vitamine zu sich nimmt, aber dafür ist auch jedemal eine lange Diskussion nötig.

Mir gehen so langsam sowohl Ideen als auch Nerven aus (Reden, erklären, schimpfen, Belohnung versprechen wird ignoriert).
Das Schlimmste ist, daß sie mit ihrem Gemäkel mittlerweile schon den kleinen Allesfresser-Bruder angesteckt hat und ich mich in Gedanken schon mit 2 blassen, dicken, dauerkranken Pizzajunkies sehe :-(

Also: wie habt ihr eure Nörgler überzeugt? Was essen eure Kinder gern?
Was ist DER ultimative Trick Kinder zu guten Essern zu machen?


Ich danke schon jetzt für alle Ideen!

Beitrag von anyca 06.10.10 - 18:36 Uhr

Solang Deine Tochter nicht untergewichtig ist, laß sie. Buchtipp: "Jedes Kind kann richtig essen".

Kurzfassung:

DU bestimmst, was wann auf den Tisch kommt, SIE bestimmt, was sie davon ißt. Sie kriegt nichts anderes, Du verzichtest auf Druck und Tricksereien.

Ißt sie denn im Kindergarten?

Schau Dir Dein Kind mal an - ist sie denn WIRKLICH zu dünn? Und gleichzeitig zu dick? Dauernd krank? Oder sind das nur Deine Befürchtungen?

Beitrag von cajun 06.10.10 - 18:48 Uhr

Hallo,

Sie ist weder zu dünn noch zu dick. Das blasse Pizzakind ist natürlich eher eine Befürchtung :-)

Vom Prinzip her finde ich deine Idee gut! Hier muss kein Teller leer gegessen werden und das, was nicht schmeckt darf auch stehen bleiben.
Das Problem ist nur, wenn ich bestimme und sie das nicht probieren mag, dann isst sie nichts und geht dann durchaus auch hungrig und knurrendem Magen ins Bett - sie ist sehr ... charakterstark - und irgendwann hört man sie dann leise vor lauter Hunger weinen. Lasse ich sie dann nochmal aufstehen, damit sie doch was isst und setze ihr nochmal das Gleiche vor, dann isst sie auch dann NICHTS.

Das ist die Sache, die mich echt verzweifeln lässt.

Beitrag von mirja 06.10.10 - 19:45 Uhr

Hallo cajun,

ich würde ganz einfach noch länger durchhalten. Irgendwann ist der Hunger schon groß genug, dass sie isst. Die weiß, dass du irgendwann einknickst, spätestens zum Bett gehen (warum, meinst du, heult sie "vor Hunger" so, dass du es hören kannst?.....

Ich wäre da echt hart, das ist jetzt natürlich schwerer, da sich das ganze Verhalten schon sehr verfestigt hat und das loszuwerden ist nicht leicht. Der Geschmack deiner Tochter hat sich schon an ihre bewährten Lebensmittel gewöhnt und davon musst du sie jetzt entwöhnen - sprich: Das gibt es jetzt halt mal eine Weile nicht mehr. Ich würd auch die Smoothies weglassen, sie weiß, dass die kommen und das Zeug macht ziemlich satt...

Lass sie mitkochen, damit sie einen Bezug zum Essen bekommt, melde sie als Mittagskind im Kiga an. Kinder essen in Gemeinschaft von anderen viel besser, weil der Gruppenzwang sie motiviert. Dann hast du zumindest Mittags etwas weniger Stress. Besprich zuvor aber mit den Erzieherinnen das Problem, damit die wissen, wo sie ansetzen sollen.

Von heute auf morgen wird sich das Problem nicht lösen, aber ich kann dir garantieren, ich hatte schon viele "Nörgelkinder" und nach einigen schwierigen Wochen wurden aus denen recht entspannte Esser. Aber am Anfang musst du hart sein, sonst wird es nix.

Viel Erfolg!

Beitrag von cajun 06.10.10 - 20:28 Uhr

Hallo,

sie weint ganz leise, das hätte ich erwähnen sollen.
Im Kindergarten hab ich sie irgendwann vom Mittagessen abgemeldet, weil sie monatelang auch da nichts gegessen hat, trotz Gruppenzwang, und die 3€ pro unangetastetem Essen mir ein bißchen zu viel wurden.


Neue Taktik: Mittags wird gekocht und zwar das was ich sage. Abends lass ich die Experimente weg und es gibt Brot.
(Heute wurde Gemüsebrühe mit Körnerbrötchen anstandslos gegessen, ich glaube fast, sie liest hier mit :-D)

Dann versuch ich mal konsequent und entspannt zu bleiben, danke!

Beitrag von cajun 06.10.10 - 20:40 Uhr

Ach so: den Smoothie gibt es nach dem Essen, ab morgen aber mittags!
Ein bißchen Obst möchte ich schon in sie reinbekommen :-)

Beitrag von anyca 06.10.10 - 19:46 Uhr

Tja - entweder einige Male knallhart durchziehen ("im Schlafanzug in den Kindergarten müssen" machen die Kinder in der Regel auch nur einmal ;-)), oder für diese Situation eine sättigende, aber langweilige Alternative (Scheibe Brot o.ä.) anbieten ...

Beitrag von cajun 06.10.10 - 20:38 Uhr

Wie schon geschrieben, versuche ich jetzt mal: Mittags gibt es was ich sage (mit Auswahlmöglichkeit), einmal die Woche Kindertag (oder pro Kind einen), abends essen wir Brot.
Mal sehen ob das klappt :-)

Beitrag von anarchie 06.10.10 - 20:14 Uhr

hallo!

ich sehe das wie Anyca...

das Buch ist toll!

Hier läuft das auch so..ich biete eine recht gute Auswahl an, die Kinder bestimmen, was sie essen.

wenn das Kind abends weinend im bett liegt, würde ich keinesfalls einknicken, sondern einen netten Obst-/Gemüseteller richten mit einigen sorten, wenn jemand WIRKLICH Hunger hat, dann ist er auch.

Dazu würde ich einen "Kindertag einführen" wo sie dann das Essen bestimmen kann..

Meine Kinder sind im Großen und ganzen unkomplizierte Esser, ok, phasenweise essen sie mal nur das eine oder andere, aber das ist ja normal...
mein Kleiner brüllt dann auch schonmal, weil ich einafch nicht erlaube, dass er anstelle des gemüse(das er auch gerne roh haben kann oder alternativ auch Obst) lieber Milchscnitte isst;-)
Aber da muss er durch...
Und mein kleinster stillt noch voll...

lg

melanie und die 4

Beitrag von cajun 06.10.10 - 20:34 Uhr

Hallo,

Buch ist quasi schon bestellt :-)

Kindertag hört sich gut an, vielleicht ist das ein Anreiz!
Ich denke, ich hab mir eine Taktik zurechtgelegt. Mittags sind die 'Experimente' dran, Abends gibt es Brot. Ist ja auch ein bißchen dämlich, daß ich mir den Essensstreß auf den Abend ziehe, dann muss mein lieber Mann sich halt was warm machen.

Danke!

Beitrag von lisasimpson 06.10.10 - 20:23 Uhr

ich sehe da mehrere Möglichkeiten

1. es ist tatsächlich so, daß deine tochter lieber verhungern würde als ein brot zu essen- dann seid ihr schon richtig heftig drin in einer Esstörung

2. das spiel: ich esse nicht, weine dann im bett bis ich wieder raus darf und dann das essen bekomme, das ich möchte wird bei euch öfter gespielt: dann seid ihr auf dem guten weg in eine Verhaltensstörung

3. Du denkst im ernst, daß ein gesundes kind in Mitteleuropa schaden nehmen könnte, wenn es nur ganz stink normales essen vorgesetzt bekäme ohne druck, lob, schimpfe und ohne "smoothies" dann muß ich an deinem Geisteszustand zweifeln

falls ihr aber alle den bizarren weg verlassen wollt und die wirklich guen ratschläge, die bisher kamen nicht umsetztn könnt würde ich euch dringend eine Beratungsstelle empfehlen, um die bereits vorhandenen auffälligkeiten nicht noch weiter zu verhärten.

lisasimpson

Beitrag von cajun 06.10.10 - 20:30 Uhr

Ich glaube, ich antworte dann lieber mal auf die Beiträge mit guten Vorschlägen ;-)

Beitrag von lisasimpson 06.10.10 - 21:02 Uhr

ja- und mach sie dir zu eigen.
dann klappt das auch mit dem essen:)

lisasimpson

Beitrag von mucki288 06.10.10 - 21:59 Uhr

??????????????

Ich muss mich manchmal wirklich seeehr wundern, wenn ich die Kommentare auf eine Frage lese...

In einer Antwort das Wort "Esstörung", "Verhaltensstörung" und "Verhaltensauffälligkeiten" zu nennen...das finde ich wirlich sehr gewagt...

Wir reden hier von einem Kleinkind, da haben oben genannte Wörter insbesondere Esstörung NICHTS verloren !

Du hast doch selbst 2 Kinder, du müsstest doch wissen, dass das normal ist bei kleinen Kindern!!

Wenn du schon nicht mit konstruktiven Kommentaren glänzen kannst, dann lass es doch ganz bleiben und verunsichere Menschen nicht, die eigentlich nur eine ganz normale Frage gestellt haben!

Solltest du allerdings diplomierte Kinderpsychologin und Verhaltenstherapeutin sein, dann entschuldige ich mich für meinen Angriff....#augen

Beitrag von cajun 06.10.10 - 22:02 Uhr


Ich denke, sie hat einfach Spaß am übertreiben !?
Sowas muß man echt nicht ernst nehmen :-)

Beitrag von lisasimpson 06.10.10 - 22:10 Uhr

"Solltest du allerdings diplomierte Kinderpsychologin und Verhaltenstherapeutin sein, dann entschuldige ich mich für meinen Angriff..."

Ich bin diplomierte Pädagogin (und sonderpädagogin für Verhaltensstörungen) sowie systemische Therapeutin/ Familientherapeutin. reicht dir das?

NEIN, das was die TE beschreibt ist nicht normal.


ABER- sie hat mich verstanden und an SIE war meine Antwort gerichtet..

lisasimpson

Beitrag von cori0815 06.10.10 - 21:12 Uhr

hi Cajun!

Also wirklich tolle Tipps kann ich dir nicht bieten. Ich kann mich aber in den meisten Dingen meinen Vorrednerinnen anschließen.


Mein Motto lautet so: Je weniger du darüber Worte verlierst, desto uninteressanter wird die Situation "Essensverweigerung" für sie.

Sprich: Du bietest der Familie ein familientaugliches Essen an (vielleicht am Anfang keines, was sie total verweigert), sie darf bestimmen, wie viel sie davon aufgetan haben möchte. Möchte sie nichts, nimmst du es mit einem NEUTRALEN "okay" so hin und gibst allen anderen so viel auf ihre Teller, wie sie haben wollen. Von nun an widmest du dich deinem Essen bzw. hilfst dem kleinen Bruder beim Essen usw., aber du beschäftigst dich KEINEN AUGENBLICK mit ihrem "Nicht-Essen". Klar kannst du dich mit ihr unterhalten, eben so, als wäre alles völlig normal.

Isst sie nix, ist das ihre Sache. Geschnökert wird natürlich nicht bis zur nächsten Mahlzeit. Nachtisch gibt es am sinnvollsten Obst (oder vielleicht da einen Smoothie??? Hmm, lecker, würde ich mir als Nachtisch mal wünschen). Möchte sie was? Gut! Möchte sie nix? Auch gut!:-)

Und ich weiß, dass du sicher diesen Spruch schon hundert mal gehört hast, aber er hat was Wahres: "Am vollen Tisch ist noch kein Kind verhungert."

Irgendwann wird sie anfangen zu essen. Und wahrscheinlich umso schneller, wenn sie merkt, dass sie mit Nicht-Essen keinen Druck bei dir aufbauen kann.

Ist ihre Idee jedoch, dass sie das nicht essen darf, weil sie sonst zu dick wird o.ä., dann ist sie in meinen Augen zumindest mal ein Fall für den kiA, vielleicht sogar für einen Spezialisten. Aber das warte erstmal ab!

Ich wünsche dir viel Geduld, eine unendliche Ruhe und trotz deiner kleinen "Zicke" einen guten Appetit.

LG
cori

Beitrag von cajun 06.10.10 - 21:24 Uhr

Danke :-)

Ich hab mir jetzt eine Taktik zurechtgelegt und werde sie morgen vorstellen :-)
Vor allem muss ich mich mit meinem Mann absprechen, damit der sich auch dran hält (und bloß nicht selbst rummäkelt!!!)

"Ist ihre Idee jedoch, dass sie das nicht essen darf, weil sie sonst zu dick wird o.ä." Nein, nein. Daran liegt es nicht. Sie ist einfach nur unglaublich stur :-)

Beitrag von kathrincat 07.10.10 - 13:13 Uhr

dann koch ihr halt was sei will, überzeug wirst du sie nciht, wenn sie die nase voll hat von pizza isst sie was anderes.