Muss Laden fehlerhafte Ware nicht umtauschen?

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Beitrag von -lebasi- 06.10.10 - 18:45 Uhr

Hallo zusammen.

Folgende Situation: Meine Tochter bekam zum Geburtstag eine Hose von Takko geschenkt. Leider haben wir erst jetzt gemerkt (wollte sie erst jetzt anziehen), dass der Gummi zum Engerstellen eingenäht ist auf einer Seite und man somit die Hose nicht engerstellen kann. So tragen? Unmöglich, rutscht an ihr runter. Außerdem wurde an der Hose schon einmal herumgedoktort, weil der Gummi etwas ausgefranst ist, sieht aus wie mit der Schere bearbeitet! #schock
Leider hat die Schenkerin keinen Kassenzettel mehr.
Ich war nun heute im Laden um nachzufragen ob sie nicht aus Kulanz könnten...! Können sie nicht. Nicht ohne Zettel.

Als ich aus dem Laden dann raus bin habe ich mich eigentlich doch geärgert. Ist es nicht so, dass bei klaren Materialfehlern immer umgetauscht werden muss?? Ich will ja nicht mal das Geld zurück, will einfach nur eine brauchbare Hose.

Nun möchte ich mal eure Meinung hören!

Danke!

Beitrag von canadia.und.baby. 06.10.10 - 19:28 Uhr

Naja wenn ihr nicht Nachweisen könnt das sie dort gekauft wurde könnt ihr nichts machen.

Wenn die Schenkerin allerdings mit Karte gezahlt hat und durch einen Kontoauszug nachweisen kann das sie es da gekauft hat , könntet ihr glück haben.

Müssen , müssen sie garnichts.

Beitrag von paddelboot-neu 06.10.10 - 21:06 Uhr

FALSCH! Ein Kassenzettel ist nicht notwendig! Ein "Zeuge" reicht aus!

Beitrag von hellmi 07.10.10 - 13:19 Uhr

Tja aber den muß die Schenkerin erst mal vorweisen.

Beitrag von devadder 06.10.10 - 20:11 Uhr

Du hast einen Mängelanspruch und der Verkäufer ist in der Pflicht der Nacherfüllung. Hierzu braucht man weder eine original Verpackung, noch einen Kassenzettel, wenn man glaubhaft versichern kann, zum Beispiel durch Zeugen, das die Ware dort gekauft wurde. Ist schon im BGB verankert.

Beitrag von windsbraut69 07.10.10 - 05:56 Uhr

Ist es. Aber nicht, dass der VK Dich als Kunden ohne Nachweis darauf hinweisen muß, Dir nachträglich einen Zeugen einfallen zu lassen.

Gruß,

W

Beitrag von krokolady 06.10.10 - 21:02 Uhr

hatte ich heut grad mit Schuhen vom aldi - ich hatte nen Unpaar.
Aldi konnte nicht zurück nehmen ohne bon.
Die riefen mich aber später an und gaben mir die Telenummer vom Hersteller.
Da rief ich an und schilderte das - und siehe da - sie erstatten mir die 16,99

Beitrag von daisy80 07.10.10 - 10:52 Uhr

Das ist sehr ungewöhnlich für Aldi. Normalerweise sind die da kulanter...

Beitrag von paddelboot-neu 06.10.10 - 21:05 Uhr

Zum Umtausch fehlerhafter Ware ist KEIN Kassenzetteln notwendig, ein Zeuge, der bezeugen kann, dass der Artikel dort gekauft wurde, reicht völlig aus!

Weigert sich Takko, verhalten sie sich gesetzeswidrig!!!

Würde ich mal so draufhin weisen (vielleicht mal googeln wegen des Gesetzes) und per Mail anschreiben! Und natürlic noch mal in den Laden gehen!

Die MÜSSEN das umtauschen, auch OHNE Kassenzettel. Wenn sie was anderes erzählen, wissen sie es entweder nicht besser, oder der Chef hat den armen Angestellten erzählt, dass der Kassenzettel nötig ist und lügt somit absichtlich!

Beitrag von windsbraut69 07.10.10 - 05:54 Uhr

Der Laden muß die Ware zurücknehmen, wenn der Käufer belegen kann, dass und wann er sie dort gekauft hat, richtig.
Er muß ihr, wenn sie ohne Kassenzettel auftaucht, aber keine Rechtsberatung über ihre alternativen Möglichkeiten bieten, wie sie den Kauf beweisen kann.

Es war keine Rede, dass es einen EC-Beleg gibt oder Zeugen....vielleicht hat die Schenkende auch selbst an der Hose rumgeschnippelt?

Gruß,

W

Beitrag von parzifal 07.10.10 - 14:33 Uhr

Das mit dem Kassenzettel ist richtig.

Aber muss der Verkäufer tatsächlich umtauschen? Was ist mit Nachbesserung?

Beitrag von netthex 06.10.10 - 23:29 Uhr

habe mit Takko bereits gute Erfahrung gemacht
hatte dem Grossen eine Jacke mitgenommen
als er sie anprobierte merkte er , dass eine Niete fehlte
klaro Bon weg !
bin am nächsten Tag zurück , die nahm die Jacke zurück tauschte sie gegen eine andere um und meinte nur :
das nächstemal den Bon gut aufheben !!!

Beitrag von heike74 07.10.10 - 10:16 Uhr

Die müssen nicht umtauschen. Wenn die Schenkerin (sie ist Vertragspartnerin, nicht du) entweder durch Kassenbon oder durch Zeugen glaubhaft nachweisen kann, dass sie die Ware in dem Geschäft erworben hat, steht ihr das Recht auf Gewährleistung zu. Hier kann der Verkäufer wahlweise den Kaufpreis erstatten, nachbessern oder umtauschen. Erst wenn 2 Nachbesserungsversuche fehlgeschlagen sind, kann der Kunde auf Wandlung bestehen. Gewährleistungsanspruch besteht für 2 Jahre ab Kaufdatum, in den 1. 6 Monaten muss der Verkäufer nachweisen, dass der Mangel beim Kauf noch nicht bestanden hat, danach musst der Käufer nachweisen, dass der Fehler auf Material oder Produktion zurückzuführen ist.

Von der Gewährleistung ausgeschlossen sind Mängel durch unsachgemäße Handhabung der Sache.

Umtausch und Gewährleistung sind nicht identisch. Umtausch ist bei Kauf im Laden vor Ort immer eine freiwillige Leistung des Verkäufers, Gewährleistung ist ein gesetzlicher Anspruch.

LG, Heike

Beitrag von parzifal 07.10.10 - 14:41 Uhr

Da ist endlich mal die Rechtslage richtig wiedergegeben.

Ich würde nur das Wort "glaubhaft" streichen (wobei natürlich ein Zeuge der nicht glaubwürdig ist zum Nachweis nicht ausreichen wird).

Beitrag von nick71 08.10.10 - 15:14 Uhr

M.W. ist die Vorlage des Kassenbelegs bei einer Reklamation nicht zwingend erforderlich. Du musst allerdings den Nachweis erbringen (z.B. durch einen Zeugen), dass die Hose dort gekauft wurde. Wenn die Verkäuferin sich trotzdem querstellt, bleibt dir streng genommen nur der Gang zum Anwalt und eine evtl. Klage. Und das lohnt den Aufwand meistens nicht...es sei denn, du bist rechtschutzversichert und deine Versicherung gibt dir grünes Licht. Oft hilft es übrigens schon, den Geschäftsführer des Ladens zu verlangen und ihm den Fall zu schildern...