11jährigen abends alleine heimfahren lassen??

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von supikee 06.10.10 - 19:22 Uhr

Hallöchen,

ob der aktuellen Ereignisse um den verschwundenen Mirco stelle ich nun auch mal eine Frage, über deren Inhalt sich mein Freund und ich öfter mal in die Wolle bekommen.

Mein Sohn hat "abends" Fussballtraining. D.h. bis halb 7. So langsam wird es um die Zeit ja schon dunkel. Das Trainingsgelände ist ca. 800m von uns zuhause entfernt, aber etwas abgelegen. Er fährt immer mit dem Rad hin und zurück.
Tja, jetzt war ich aber so hibbelig und leicht panisch, dass ich zum Ende hin mit dem Auto losgefahren bin und ihm praktisch "Begleitschutz" gegeben habe. Mein Sohn fand das zwar unnötig, aber ganz witzig.

Mein Freund jedoch hält mich für völlig meschugge - das Kind wäre 11 und keine 3 Jahre mehr alt und so langsam müsste ich auch loslassen können.
Das ist für mich jedoch gar nicht das Thema...ich will einfach nur die Gefahr minimieren, dass er auch einfach mal "verschwindet". Natürlich kann ich ihm nicht ewig hinterherrennen, aber naja, ich weiß auch nicht!! #schwitz

Ich würde jetzt gerne von euch wissen, wie ihr das seht? Hab ich wirklich völlige Paranoia oder könnt ihr meine Situation auch verstehen?
Wie handhabt ihr sowas?
Aber bitte keine Haudrauf-Meinungen wie "die hat doch einen an der Klatsche", sondern ganz freundlich und diplomatisch nett #schein

Liebe Grüße

Beitrag von marathoni 06.10.10 - 19:47 Uhr

Mein Sohn ist 12 jahre geworden. Er darf vom Fußballtraining nach Hause fahren ( Ende 19.00.).
Er hat auf jeden Fall sein Licht an und soll nicht rasen. Oft ist noch ein Kumpel dabei.
Ich habe damit keine Probleme. Der Fall Mirco ist schrecklich, aber davor kannst du dein Kind nicht bewahren. Es ist Schicksal. Dein Kind muss lernen selbstständig zu werden. Und das wird es bestimmt nicht, wenn du ihn überall hin- und herfährst. Taxi Mama. Leider ist das heutzutage so üblich. Ich wehre mich dagegen.
Eh sei denn dein Sohn muss durch ein Waldstück im Dunklen fahren, da hätte ich auch ein Problem mit. Aber ansonsten....lass ihn. Sei froh wenn er es freiwillig macht. Viele sind leider zu faul !!

Beitrag von supikee 06.10.10 - 19:58 Uhr

Ja, das ist es ja nicht. Er ist total selbständig und auch regelmäßig draussen unterwegs. Aber eben meist mit Freunden und tagsüber.
Mir ging es nur um solche Situationen am Abend, wenn er alleine nach Hause muss.
Wie gesagt, das Gelände ist etwas abgelegen und er muss am Waldrand entlang fahren.

Beitrag von tauchmaus01 07.10.10 - 11:50 Uhr

Warum hat Selbstständigkeit etwas damit zu tun, sein Kind wissentlich einer Gefahr auszusetzen?
Wenn ein Kind hin fährt ist es doch ebenso selbstständig, oder?
Bei Dunkelheit sein Kind abzuholen nimmt dem Kind diese Selbstständigkeit doch nicht wieder weg.

Und doch, man kann sein Kind in vielen Lebenslagen schützen ohne es zu einem unselbständigen Wesen zu erziehen.

***Der Fall Mirco ist schrecklich, aber davor kannst du dein Kind nicht bewahren. Es ist Schicksal.***

Hätte die Mutter ihr Kind NICHT im dunkeln allein fahren lassen, dann würde der Junge heute Mittag bei ihr essen!
(ist kein Vorwurf an die Mutter, aber ich will sagen, es hätte verhindert werden können)

***Dein Kind muss lernen selbstständig zu werden. Und das wird es bestimmt nicht, wenn du ihn überall hin- und herfährst.***

Sagt ja auch keiner. Aber im Dunkeln abholen hat doch damit nichts zu tun!!!

***Leider ist das heutzutage so üblich***

Stimmt, liegt daran dass im Gegensatz zu früher alle mitbekommen wenn Kinder verschwinden und es Mütter gibt die diesen Irren da draussen nicht ihre Kinder zum Fraß vorwerfen wollen.

***Viele sind leider zu faul !! ***
Stimmt, viele Mütter sind zu faul ihren Hintern auf ein Fahrrad zu schwingen und ihre Kinder vom Sport abzuholen. Lieber dieses Restrisiko eingehen und dann evtl. mal todunglücklich dastehen mit den Worten"Ach hätt ich doch......."

Mona

Beitrag von marathoni 07.10.10 - 13:00 Uhr

Mit dir hatte ich schon öfters das Vergnügen. Und es ist offensichtlich, dass wir zei grundverschiedene Typen Mensch sind mit anderen Vorstellungen wie man Kinder erzieht.
Du kannst weiterhion gerne dein Kind tragen, in Watte packen usw.
Das ganze Leben ist ein Risiko. Dann darfst du dein Kind am besten niemals alleine raus lassen, es könnte ja überall der x- man stehen und dein Kind klauen. Und das auch am hellen Tag.
Mit dir habe ich keine Lust zu diskutieren. Jeder hat seine eigene Meinung. Und das ist eben meine.

Beitrag von tauchmaus01 07.10.10 - 16:03 Uhr

Meine Kinder sind nicht in Watte gepackt, aber ich habe auch nicht vor sie schnellstmöglich loszuwerden :-p

Sicher trage ich meine 7 Jährige nicht und auch meine Fünfjährige kann schon alleine laufen.

Deine Meinung ist doch ok, manche hängen eben an ihren Kindern, andere sehen das Leben eben lockerer, ganz nach dem Motte, no risk no fun!

Und trotzdem nochmal, Kinder sollen selbstständig sein, sie sollen Dinge allein erledigen und ausserhalb von "Watte" großwerden, aber eben alles zu seiner Zeit, oder?

Eine 14 Jährige wird sich einem Fremden gegenüber ganz anders verhalten als eine 7 Jährige.

Meine Kinder sind glückliche Kinder, das sollte die Hauptsache sein!

Mona

Beitrag von fruehchenomi 06.10.10 - 19:56 Uhr

Ich hatte bei meinen Kindern den klaren Grundsatz, bei Tage fahren sie selber, bei Nacht hol ich sie ab. Und das blieb sicher bis ca 14/15 Jahren so. Sie haben das auch beide so akzeptiert - Sohn wie Tochter.
Wenn ein Verein bei Tageslicht noch begann, marschierten sie hin und ich holte sie dann eben ab, wenns Nacht war.
Überbehütet habe ich sie deswegen noch lange nicht - sind beide zwei selbständige Erwachsene geworden.
"Begleitschutz" hab ich auch schon gemacht - grins - aber nur ein oder zweimal, als mein Sohn wirklich sehr weit fort musste und eben das Fahrrad nahm für den Hinweg. Ich hätte den nie so weit alleine durch die Nacht zurückfahren lassen, da war er ca 12.
Also, Du hast definitiv keinen an der Klatsche !
LG Moni

Beitrag von supikee 06.10.10 - 20:04 Uhr

#schwitz
Danke.
Ich mache mir nämlich ziemlich oft sehr schnell Sorgen um alles mögliche und wollte mich einfach mal rückversichern, ob ich nicht schon einen Tick zu hysterisch werde.

Beitrag von jazzbassist 06.10.10 - 20:09 Uhr

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Eltern gibt, die Sie da nicht verstehen können. Ich kann Sie da zumindest sehr gut verstehen. Nach rein statistischer Betrachtungsweise würde ich aber schon eher von „Paranoia“ sprechen, da solche Verbrechen (wie „scheinbar“ jetzt im Fall Micro) in Deutschland so gesehen in den letzten 5 Jahren etwa 10 mal vorgekommen ist. Das sind in den letzten 5 Jahren definitiv 10 Vorfälle zu viel gewesen; trotzdem ist diese Zahl (gerade im Vergleich mit Zahlen vor bsw. 20 Jahren) drastisch geringer geworden.

Aber, solange der Mama-Eskort-Service ihrem Sohn nicht stört (meinem [auch 11] wäre das z.B. super peinlich gewesen) ist doch alles in Ordnung. Es nützt ja auch nichts, wenn sie dann zu Hause am Fenster bangen und keine ruhige Minute haben, bis ihr Sohn wieder zu Hause ist. Das sind ja auch Emotionen und Wahrnehmungen, die man nicht einfach so abstellen kann.

Feste Termine Abends hat meiner nur Fechten - da fährt er mit Bus und Bahn schon länger alleine (weil das so ziemlich auch sein Schulweg ist) und da zusammen mit seinem besten Freund ist (die wohnen nur 2 Häuser von einander entfernt). Zumal die beide ein Handy bei haben und sehr verlässlich sind. Abgeholt werden wollen die da im Regelfall nicht mehr; nur im tiefsten Winter oder bei Regen (alleine haben die viel mehr Spass als bei Papa/Mama im Auto). Zumal ein Kind - rein statistisch - als Beifahrer im Auto der Eltern einem weitaus höherem Risiko ausgesetzt ist, dabei umzukommen, als, Opfer eines Sexualverbrechens mit Todesfolge zu werden. Ist ja auch mal interessant zu wissen.

Bei uns liegen die Probleme eher bei der Uhrzeit, wo er generell abends zu Hause sein muss. Weil hier seine Vorstellung dieser Uhrzeit sehr sehr weit von unserer (wenn es dunkel wird) auseinander liegen und das durchaus täglich für Streit und Tränen sorgen kann. Wenn’s nach ihm ging, würd’ er nämlich jedes Wochenende bis 22-23 Uhr auf irgendwelchen Skateparks rumlungern und dann mit der U-Bahn so allmählich durch halb London nach Hause fahren. Und er kann sich so rein gar nicht vorstellen, warum wir da was gegen haben könnten. Für ihn sind wir die gemeinsten Eltern der Welt :-p So im näheren Umfeld (z.B. Sportplatz oder zu Besuch bei Nachbarskindern) geht er aber durchaus im Dunkeln alleine (dann wissen wir aber auch ziemlich genau, wann er losgeht, und, wann er zu Hause sein müsste); da darf er dann auch mal später raus. Bei weiteren Wegen (800 Meter find ich mit dem Fahrrad noch absolut im Rahmen; bei 4-5km hätte ich da schon mehr Sorgen) eigentlich nur, wenn sichergestellt ist, dass er „sicher“ (also zusammen mit einem Erwachsenen oder in Deutschland z.B. mit meiner Nichte) nach Hause gebracht wird.

Da habe ich aber eher Angst vor irgendwelchen betrunkenen Menschen oder pöbelnden Jugendlichen, als, vor einem Sexualstraftäter.

Beitrag von fruehchenomi 06.10.10 - 21:06 Uhr

Eben, es gibt nicht nur Sexualstraftäter, sondern leider massig gelangweilte Jugendliche, die sich einen fragwürdigen Sport daraus machen, Jüngere abzugreifen, das Handy abzunehmen und auch sonst anzugehen, möchte da nicht ins Detail gehen. Besoffene Jugendliche sind noch schlimmer, da werden die "Großtaten" dann mit Handy aufgezeichnet usw.
Obwohl das damals nicht so verbreitet war, hab ich meine Kinder eben bei Nacht gefahren - und da sie es auch okay fanden, war es nie ein Streitpunkt
Gruß Moni

Beitrag von katzeleonie 06.10.10 - 21:23 Uhr

Meine Tochter wird bald 12 und würde von sich aus beim Dunkeln nicht alleine heim fahren wollen. Ist mir auch recht so,da bin ich ruhiger.

lg
Anja

Beitrag von jazzbassist 07.10.10 - 10:04 Uhr

Also bei uns im Wohnumfeld gibt es diese gelangweilten Jugendlichen glücklicherweise nicht; die ärgern zwar durchaus die Kleinen (wobei mein Sohn daran alles andere als unschuldig ist :-p), aber, die wissen ganz genau, wo Schluss sein muss. Doch - spätestens, wenn der sich alleine im Londoner U-Bahn Netz begibt und zu irgendwelchen Skateparks fährt; hört mein Vertrauen in der Menschheit auch sehr schnell auf.

Da Sie ja die ganze Pubertät mit Ihrem schon durchgestanden haben (und da rückblickend sicherlich gelassener drauf blicken können als Eltern, die da gerade so mittendrin sind) - vielleicht können Sie mir ja eine Frage beantworten:

Bei Meinem ist die Differenz der Zeit, wann er meint, Abends zu Hause sein zu wollen ... also im Vergleih zu unserer Zeitvorstellung ... da liegen Welten von mehreren Stunden. Schuld daran ist sicherlich u.a., dass wir unserem mit Freiräumen eigentlich eher verwöhnt haben :-p - aber - ich denke mal, dass kennen alle Eltern mehr oder weniger. Was mich immer wieder verwundert, ist, dass er uns da in keinster Weise verstehen kann. Also wirklich gar nicht; als ob der einzige Zweck dieser Zeiten ist, ihn zu ärgern. Kannten Sie das von Ihrem auch? - und - werden die mit dem Alter da noch mal wieder etwas reifer? Oder - löst sich das Problem eher dadurch, dass die Älter werden, und, sich dann ganz zwangsläufig immer weiter der "jugendlichen" Wunschzeit annähert?

Denn - irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns da jedes Wochenende im Kreis drehen... Meine Schwägerin hat das bei meinem Spatz dadurch gelöst, dass, wenn er damit anfängt, er an diesem Tag gar nicht mehr raus darf. Das funktioniert zwar - ist aber irgendwie auch nicht mein präferierter Erziehungsansatz. Andererseits ... das kann doch nicht die nächsten 7 Jahre so weitergehen, oder? #schein Oder - hat sich das bei Ihnen wirklich dadurch erübrigt - weil sie halt bei Nacht wirklich abgeholt haben und die so dann bis 22-23 Uhr irgendwo bleiben konnten? Oder ist mein Kind einfach nur bescheuert? Okay - letzteres sowieso :-p

Beitrag von suny123 07.10.10 - 10:33 Uhr

Hallo,
ich schreib mal meine Geschichte, meine Eltern waren eigentlich immer ziemlich locker mit Ausgehzeiten und ich durfte mich immer frei bewegen, wir haben immer ein gutes Verhältnis. Sie konnten sich immer auf mich verlassen, aber ich muß auch sagen, dass ich öfter dadurch in Situationen kam, die doch etwas "gefährlicher" waren, da ich manches in meinem jugendlichen Leichtsinn gar nicht einschätzen konnte. Einige Grenzen wären damals für mich besser gewesen, dass sehe ich natürlich jetzt erst als Erwachsener so, da ich selbst ein Kind habe. Mit meinem Kind bin ich etwas strenger in der Beziehung, weil ich auch weiß, dass man eben in einem bestimmten Alter noch nicht alles abschätzen kann, auch wenn man schon reif und verantwortungsbewußt für die Eltern wirkt, ist man trotzdem noch nicht erwachsen und muß noch reifen.

Beitrag von jazzbassist 07.10.10 - 12:45 Uhr

Also solange wir wissen, dass er in "Sicherheit" ist (Freunde, Garten, Vor der Haustür, in unmittelbarer Nähe, mit meiner Nichte unterwegs etc.), gibt es bei Ausgehzeiten überhaupt keine Schwierigkeiten. Da ist unserer Erziehungsansatz eher: "Solange er noch problemlos durch die Schule und den nächsten Tag kommt - werden wir da keine Schranken erfinden. (auch wenn uns das selbst eigentlich manchmal zu spät wird)" Zumindest theoretisch - meine Schwägerin (die kümmert sich innerhalb der Woche um ihn) sieht das etwas "strenger".

Historisch gewachsen ist das bei uns einfach, da unser Sohn eigentlich in einer kleinen Seelengemeine/Neubausiedlung aufwächst - viele Kinder, sehr sicher und - die größte Gefahr ist dort eigentlich, dass so ein Kind mal von einem Baum fällt. Weiterführende Schule ist in der nächsten Stadt - sodass die Kids da alleine mit Bus/Bahn hinfahren (und dann auch Mittags noch mal hinfahren zum Shoppen oder ins Kino oder zu Freunden etc.). Die genießen einfach auf Grund dieser Umstände ziemlich viele Freiräume - das hat sich einfach so entwickelt.

Dann sind wir Ende letzten Jahres nach London gezogen (unser Sohn nur jeweils am Wochenende/Ferien) - und - dort möchte er natürlich seine gleichen Freiräume durchsetzen, wie er sie die letzten 10-11 Jahre auch hatte. Nachmittags ist das auch kein Problem (wobei uns da am Anfang auch verdammt unwohl war). Im Sommer war das eigentlich auch nie ein Problem - aber - jetzt, wo es früher dunkel wird; haben wir eigentlich gar kein Interesse daran, ihn da großartig alleine im Dunkeln ziehen zu lassen. Da er ziemlich weite Wege zurücklegt (U-Bahn; im Regelfall irgendwelche Skateparks), muss er dort natürlich besonders früh aufbrechen, um dann im hellen wieder zu Hause zu sein - was bei ihm schon zu Unmut führt. Ich kann ihn da sehr gut verstehen; dass ist nicht mein Problem (ich war auch mal 11 Jahre alt).

Doch - was mich total verwundert, ist, dass da bei einem (oder "meinem" - dass wollte ich herausfinden) 11-Jährigen so überhaupt keine Einsicht da ist. Also in meiner naiven Erziehungswelt sah ich das so: "Er muss doch sehen, dass er im Sommer wesentlich länger raus darf; und das nicht an ihm liegt, sondern, wir hier keine andere Möglichkeit sehen, ihm das auch im Dunkeln zu erlauben." Doch diese Naivität verlassend habe ich eher den Eindruck, dass er das eher als "Laune seiner Eltern / Bestrafung / Willkür" wahrnimmt - und - egal wie oft man ihm das erklärt: Null. Nada - Da kommt Nichts an! Das mündet ab und an leider auch mal darin, dass wir Samtagsabends einen ziemlich "rotzigen" 11-Jährigen zu Hause haben, der seinen Frust dann gerne mal an seine #drachen-Eltern auslässt, weil er viel lieber noch 2-3 Stunden auf dem Skatepark geblieben wäre. Die anderen Kids dürfen ja auch viel länger bleiben. Ja - dürfen die wirklich; die sind nur alle ein paar 4 Jahre älter und 3 Köpfe größer.

Beitrag von fruehchenomi 07.10.10 - 17:49 Uhr

Es KÖNNTE sein - das möchte ich wirklich nicht ausschließen - :-p:-p:-p
dass ich da etwas autoritärer war als Sie.....#schein
Darüber gabs in DEM Alter schlicht keine Diskussion. Meine beiden Kinder waren in Vereinen, machten in Schul-AGs mit usw - freiwillig - also die waren genug unterwegs, aber nicht die halbe Nacht.
Ich würde das Modell Ihrer Schwägerin unterstützen; wenn Sie das auch innerlich nicht so unterstützen können, aber manchmal muss sowas einfach sein. Diskussion ist nicht immer die Lösung, die begreifen das wirklich nicht - und wenn man sich noch so Mühe gibt (war auch bei meinen 6 Neffen und Nichten nicht besser#schwitz) Der Körper wächst einfach schneller als das Hirn (ist NICHT böse gemeint, ich schmunzel gerade so vor mich hin)
In dem Alter Ihres Spatzes durften mein Kinder ganz sicher nicht bis 23.00 Uhr irgendwo sein (11 ist der Knabe doch ?) Da durfte er abends vielleicht noch einen Kumpel aus der Nachbarschaft empfangen zum ratschen und Musik hören, aber um 21.00 Uhr war Schicht im Schacht. Gut, in den Ferien gings länger, aaaaber auch da war er nicht fort, sondern in der Nachbarschaft "ums Haus" unterwegs. Ich wohne in einer Soldatensiedlung und damals gabs massig Kinder, die sich bestens beschäftigten.
Mein Patenkind wird Ende diesen Monats 11, auch sie dürfte ganz sicher keine halben Nächte unterwegs sein. Ihre Mama ist 20 Jahre jünger als ich, aber ist da auch sehr konsequent. Und wenn geknatscht wird, darf Madam garnicht weg, sie überlegt es sich dann, ob 20.00 nicht doch ausreichend ist.....als ganz daheim zu bleiben.
Ich schätze Ihre Ansichten wirklich sehr - aber da werden Sie vielleicht doch Ihre Strategie ein bißchen anpassen müssen. Der Knabe muss wissen, auch bei meinem pädagogisch wertvollen Papa gibts Dinge, darüber diskutiert er nicht ! Je früher er das weiß, desto besser - es kommen noch härtere Jahre #kratz
Grüße
Moni

Beitrag von jazzbassist 07.10.10 - 20:16 Uhr

Das Gefühl, dass Andere da ein „winzig kleines bisschen“ autoritärer sind, hatte ich schon häufiger :-p

Wie schon in der anderen Antwort geschrieben - solange ich weiß, wo er ist, und, wie er von dort wieder sicher nach Hause kommt, sehe ich das mit den Uhrzeiten nicht soooo eng; auch wenn er erst 11 ist. Meine Eltern haben das damals auch so gehandhabt; hat ganz wunderbar funktioniert. Darum verwundert mich das auch so bei meinem Sohn - weil ich da auch eher Ihren Eindruck teile: Er begreift das einfach nicht (oder möchte es zumindest nicht begreifen), dass das eben nur in diesen ganz speziellen Situationen (z.B. mit seiner Cousine zusammen, wenn die ihn anschließend wieder nach Hause bringt, oder; wenn er mal beim Nachbarsjungen um 20:15 einen Film zu ende gucken möchte etc.) geht. Ich finde das nur so total schade, da das die ersten 10 Jahre lang mit ihm total toll geklappt hat. Aber - seit der in der Pubertät ist: Fehlanzeige; Ausnahmeregelungen absolut zwecklos. Es ist nicht so, dass nur der Körper wächst - nein - das Gehirn scheint zu schrumpfen. Denn - vor noch 2 Jahren hat das ganz wunderbar mit diesen "Ausnahmen" funktioniert.

Wir diskutieren da mit ihm auch nicht drüber; unsere Kommunikation ist da eher so ein … kennen Sie das, wenn kleine Mädchen die Augen verdrehen? … „nicht schon wieder - es bleibt bei nein.“ Nur - er gibt da Wochenende für Wochenende nicht auf. Nun ja - mal gucken, wie lange wir da noch ohne dem Modell meiner Schwägerin auskommen. Ich hoff’ ja immer noch, dass auch mal wieder der Briefbeschwerer in seinem Kopf wächst. Das Teil scheint schulisch nämlich total gut zu funktionieren; oder es zeigt einfach nur - wie hoffnungslos das deutsche Schulsystem ist :-p Außerdem hoffe ich noch, dass, wenn die ersten Wehen der Pubertät mal vorbei sind, es wieder ein bisschen angenehmer wird. Momentan gibt's bei uns nur Krieg bei Taschengeld und Uhrzeiten; was wird es denn da noch so alles geben?

Danke für die Antwort!

lg
David

Beitrag von fruehchenomi 07.10.10 - 21:05 Uhr

das sag ich lieber nicht - ich habs vorher auch nicht gewußt ;-)
Augen zu und durch !

Beitrag von jazzbassist 07.10.10 - 21:21 Uhr

Ich glaub’ meine Haftpflicht zahlt nur bis 500 Million Pfund … sollte ich das aufstocken? :-p

Beitrag von fruehchenomi 08.10.10 - 18:07 Uhr

lach - ich glaube, das reicht aus ! Sooo schlimm wirds schon nicht kommen. Da sind wohl die nervlichen Schäden schlimmer als die pekuniären #huepf
Schönes Wochenende !

Beitrag von jazzbassist 08.10.10 - 19:35 Uhr

Ich bin ein rein wirtschaftlicher orientierter Mensch - wenn mein Sohn mein Geldbeutel trifft, trifft er meine Aorta :-p

Was könnte mein Sohn uns denn die nächsten Jahre noch nervlich so alles antun? Etwas schlimmeres, als seiner Tante im Winter dabei zu helfen, die Windschutzscheibe zu enteisen? (In dieser Geschichte würde dann ein Wasserkocher eine elementare Rolle spielen) :-p

Also Sorgen hätte ich eigentlich nur bei Drogen; und - ich würde ihn nur ungerne aus einem Krankenhaus abholen wollen, weil er mehr Alkohol getrunken hat, als sein Körper vertragen konnte. Aber - dass er mal gänzlich die Kooperation mit seinen Eltern aufgibt; oder schulisch alles sausen lässt - kann ich mir momentan zumindest noch nicht vorstellen; vielleicht naiv - keine Ahnung. Vielleicht muss man sich da wirklich einfach überraschen lassen - aber - wenn sie mir sagen, dass er mit 15 eine Spritztour in meinem (dann hoffentlich Midlife-Crisis Auto) macht; kann ich mich ja drauf vorbereiten und die Schlüssel im Safe verbarrikadieren.

Beitrag von accent 10.10.10 - 17:14 Uhr

Genau so ist es! Sogar bei uns am Lande ist es in der letzten Zeit mehrmals vorgekommen, dass Jugendliche auf Kleinere losgegangen sind. Vor vier Wochen wurde ein Zehnjähriger so verprügelt, dass er ins KH musste. Und das ist beileibe kein Einzelfall.
Ich hole meine 11-Jährige selbstverständlich ab, wenn es dunkel ist.
Linda

Beitrag von supikee 07.10.10 - 19:33 Uhr

Deine Beiträge sind immer Gold wert.
Vielen Dank! #pro :-)

Beitrag von rienchen77 07.10.10 - 07:01 Uhr

meine Tochter wird jetzt 10....eigentlich fährt sie hier alles alleine ab, außer Fußball. Der Platz ist einfach zu weit weg und sie muß über einer ungesicherte Bundesstraße wo es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt und sich LKW an LKWS schiebt und die PKW s nur am überholen sind...

meine Tochter kann den Verkehr nicht überblicken, ist links alles klar donnert von recht der nächste Brummie ran... das kann bist zu 20 Minuten so gehen...


aber jetzt kommt ja die dunkle Jahreszeit und da werde ich meine Tochter abend wieder abholen....ich mag das nicht wenn mein Kind allein im dunklen unterwegs ist....

Beitrag von nicole9981 07.10.10 - 13:35 Uhr

Hallo!

Also verstehen kann ich Dich schon. Auch wenn rein statistisch...das eigene Kind in der Statistik ist einfach Sch.... Wenn mein Sohn abends alleine eine abgelegene Stelle mit dem Rad befahren müsste würde ich ihn abholen. Wäre ein Freund dabei dann würde ich ihn nicht holen, auch nicht wenn er abends 19 Uhr mit dem Bus nach Hause fahren würde.

LG Nicole

Beitrag von gh1954 07.10.10 - 14:16 Uhr

Bringst du ihn dann auch jeden Morgen im Winter zur Schule?

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