ab wann reagieren? Gefährdung des Kindeswohls?

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Beitrag von brutzelhuhn 06.10.10 - 19:36 Uhr

Nun ich versuche es zu erklären um was es geht:
Ich wohne in einer Wohnsiedlung,viele Geringverdiener,das Niveau ist leider etwas niedrig.
Neben mir lebt eine Familie,Mutter,ihr Freund und die 6 jährige Tochter.
Die Mutter und der Freund haben sich ständig in der Wolle,ständig knallt es (was auch immer da so laut ist),sie schreit hysterisch,heult,dann knallt es wieder... (ich weiss nicht ob die sich verschlagen)
Heute also wieder so:-(
Ich habe öfter die Tochter weinen gehört,klar die steht ja mittendrin.
Die Mutter kreischte hysterisch,der Mann brüllte.Oh man:-(

Ich bin mir absolut unsicher ob ich reagieren soll.
Wegen mir sollen die beiden sich die Köpfe einhauen,aber bitte nicht wenn die kleine Maus dazwischen ist.
Und wenn ich reagiere: an wen wende ich mich? Ans Jugendamt?
Aber was tun die?
Von aussen betrachtet ist das ne heile Familie,sie ist sehr gepflegt,der Mann und das Kind ebenso.
Ausserdem habe ich ehrlich gesagt Schiss was passiert.
Die können sich wahrscheinlich denken dass ich das war,die sie "verpfiffen" hat,die unter ihnen ist ne schwerhörige alte Dame.
Dann hab ich hier Terror auf Lebzeiten.

Und zu Punkt 2.
Im Nachbarhaus lebt eine alleinerziehende Mutter mit ihrer bereits erwachsenen Tochter und ihrem knapp 2 jährigen Sohn (ich schätze ihn etwa so alt)
Gestern abend als ich mit meinem Kind noch draussen war hörte ich ein pfeiffen(so ne Rückkopplung die man manchmal bei Lautsprechern hat) und ein klägliches Mamarufen.
Ich habe dann irgendwann registriert dass der kleine Mann wohl sich an der Freisprechanlage zu schaffen macht und "telefoniert"
Jedenfalls jammerte er laut nach seiner Mama,rief sie immer wieder und weinte.
Ich habe mich gewundert warum keiner auf ihn reagiert und habe dann geklingelt um der Mutter zu sagen dass ihr Kind die ganze Wohnsiedlung mit seinen Mamarufen unterhält.Er rief dann sofort:Mama?
Ich hab gesagt er solle mal die Mama holen aber das hat er scheinbar nicht verstanden.
Und 2 Minuten später wusste ich warum keiner reagiert:
Die Mutter und die große Tochter kamen mit dem Auto angefahren,gingen schnell in die Wohnung ,ab da war die Verbindung unterbrochen.
Der 2 jährige Knirps war alleine zu Hause.#schwitz#contra
Würdet ihr das beim Jugendamt melden?
ich finde dass es absolut eine Gefährdung des Kindeswohls ist einen 2 jährigen alleine zu lassen.
Aber beweisen kann ich es,wenns hart auf hart kommt auch nicht.

Gruß
das Brutzelhuhn

Beitrag von lena1309 06.10.10 - 19:43 Uhr

Hallo,

gehe zum Jugendamt und schildere beide Geschichten.
Dann werden die Mitarbeiter dort einen Hausbesuch unternehmen und sich die Situation ansehen.

Wenn du willst, kannst du auch sagen, dass sie deinen Besuch anonym behandeln sollen. Und da halten die sich dann auch dran.

Es wird nicht direkt alles von einer Sekunde auf die andere nur noch heile Welt sein, aber wenn du schweigst, wird es eventuell schlimmer.
Und ganz häufig sind die "Angeschwärzten" doch froh, dass mal jemand nicht weggesehen hat.

Mach es direkt morgen, ruf einfach erstmal beim Jugendamt an, die helfen dir weiter.

Und absolut #pro, dass du nicht weg siehst. Das erleichtert dem Jugendamt die Arbeit sehr, denn nicht alle kommen von allein.

LG
Meike

Beitrag von grizu99 06.10.10 - 19:45 Uhr

Punkt 1 : Jugendamt (die sollten das zumindest kontrollieren, das das Kind nicht auch geprügelt wird.)

Punkt 2: Jugendamt (Schreib dir das Datum + Zeit auf, wann das war und wenn es nochmal vor kommt sofort Polizei rufen, einfach sagen, das Du dir Sorgen machst (Mama könnte ja auch bewußtlos in der wohnung liegen)

Beitrag von erdbeerschnittchen 06.10.10 - 19:58 Uhr

Hallo,

du scheinst ja der Sheriff in eurer Wohnsiedlung zu sein.

Wenn sich 2 Erwachsene streiten wird es das JA nicht weiter interessieren.

Es liegt deswegen keine Gefährdung des Kindswohles vor.

Vielleicht haben die 2 gerade eine schwierige Phase.
Das ist für das Kind natürlich nicht so schön,aber einen wirklich tollen Rat kann ich dir da auch nicht geben.
Das beste ist du bist ehrlich zu deinen Nachbarn und sagst wie laut sie sind.
Vielleicht schämen sie sich dann so sehr weil sie sich dessen gar nicht bewusst sind,das sie mal eine Stufe leiser machen.

Und zu dem Jungen kann ich nur sagen das mein Sohn (18 Monate) auch gerne an unsere Sprechanlage geht(sieht aus wie ein tolles Telefon).
Er fragte auch wo ich sei,obwohl Papa und sein Bruder da waren.
Die zwei hatten das gerade nicht mitbekommen weil sie im Bad waren und der Schlingel natürlich wieder die Chance genutzt hatte um an der Sprechanlage zu "telefonieren".

Würde eine fremde Person dann zu ihm sprechen,dann würde er auch nicht reagieren.Er würde gar nicht verstehen woher die Stimme jetzt kommt sondern denken er telefoniert mit der Oma oder Tante,und im würde das bestimmt auch noch super gefallen.;-)

Vor kurzem war ich einkaufen,und stieg aus dem Auto ging auf unsere Haustüre zu da hörte ich Sohnemann aus der Sprechanlage erzählen.Wie gesagt er fragte nach mir.

Wenn dich das ganze noch weiter beschäftigt,dann sprich auch diese Nachbarn drauf an.

Und wenn du wirklich ernsthaft glaubst einem Kind in deiner Siedlung ginge es nicht gut bei seinen Eltern,dann zögere keinen Moment.
Denn das sind meistens die Fälle wo die Kinder gefunden werden,wenn es schon zu spät ist.

Ja,man habe das Kind schreien hören-,aber nein man wollte ja nicht zu aufdringlich erscheinen.Die anderen haben ja auch nichts gesagt.
Falsche Einstellung!#nanana

Liebe Grüße#blume

Beitrag von mrsviper1 06.10.10 - 20:22 Uhr

Hallo,

Falsch wenn sich 2 Eltern so laut streiten und das Kind dabei weint ist es sehr wohl eine Kindswohl gefährdung.
Und doch das Jugendamt intressiet sich schon dafür den es sind Kinder im Spiel.
Bei dir ist die Stuation mit der Sprechanlage eine andere wie die bei der TE und sie hat ja gesehen das Mutter und Tochter nach Hause gekommen sind.
Also ich finde deine Vorschlge nicht zum Jugendamt zu gehen nicht gut den es ist beides in Augen des Jugendamtes eine Kindswohl gefährdung.
Das weiß ich weil ich selbst schon in so einer Situation war wo das Jugendamt bei mir vor der Tür stand weil wir eben des öfteren laut gestritten haben.
Hat sich aber mitterweile wieder alles ergeben.

Lg Tina

Beitrag von erdbeerschnittchen 06.10.10 - 20:35 Uhr

Huhu,

"Also ich finde deine Vorschlge nicht zum Jugendamt zu gehen nicht gut den es ist beides in Augen des Jugendamtes eine Kindswohl gefährdung."

Falsch,das habe ich nicht empfohlen!

Ich schließe meinen Beitrag mir folgenden Worten ab:

"Und wenn du wirklich ernsthaft glaubst einem Kind in deiner Siedlung ginge es nicht gut bei seinen Eltern,dann zögere keinen Moment."

Ich habe lediglich geraten die Nachbarn vielleicht erst einmal darauf anzusprechen,denn vielleicht ist es mit dem Jungen an der Sprechanlage lediglich ein Missverständnis.

Aber ich kenn die Leute auch nicht,deswegen kann man aus einer Erzählunung heraus natürlich alles schwer ab und vor allem auch einschätzen.

Deswegen auch mein Rat an die TE doch lieber Bescheid zu geben,und keine Angst davor zu haben.
Jemand über mir sagte man könne auch anonym bleiben.

Liebe Grüße#blume

Beitrag von parzifal 07.10.10 - 21:22 Uhr

Einerseits "Sheriff" vorwerfen und Gründe konstruieren wsarum alles in Ordnung sein könnte aber andererseits

"Und wenn du wirklich ernsthaft glaubst einem Kind in deiner Siedlung ginge es nicht gut bei seinen Eltern,dann zögere keinen Moment.
Denn das sind meistens die Fälle wo die Kinder gefunden werden,wenn es schon zu spät ist."

Was denn nun?

Beitrag von fusselchen. 08.10.10 - 12:53 Uhr

sorry, aber ab wann fängt bei dir eine kinderwohlgefährdung an!!!?

ich würde sie drauf ansprechen aber trotzdem das ja informieren, da es ja nicht erst seit einer woche so geht und auch wenn sie ne "schwierige zeit" haben gibt ihnen das noch lange nicht das recht so zu schreihen und schon garnicht wenn das kind dabei ist, das ist ne gefährdung...

lg

Beitrag von meckikopf 06.10.10 - 21:04 Uhr

Hallo,

erst mal - ich finde es ganz, ganz toll, dass du dir darüber Gedanken machst (was du in dieser Situation am besten tun sollst) und dass du dich da "einmischen"(?) und etwas unternehmen willst! Davor ziehe ich echt den Hut, dass dir das eben NICHT(!) egal ist (wie so einigen anderen!#pro#pro:-)#freu

Ich finde, meine beiden Vorschreiberinnen haben dir schon sehr gute Ratschläge gegeben und die Situation auch sehr gut erklärt:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=11&tid=2839780&pid=17966235

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2839780&pid=17966260&bid=11

Da hänge ich mich mal mit dran, denn besser hätte man es gar nicht schreiben können!

Und besser, man "kümmert" sich ein bisschen "zu sehr" um solche Leute bzw. Kinder natürlich als dass es WIEDER mal - wie schon sooo oft (ZU oft!) - zu spät ist.


Und wegen der schrecklichen Wohngegend und -situation (wie du sie ja auch selber beschreibst) - sag' mal, kannst du dir da nicht etwas anderes; sprich Besseres, suchen und da wegziehen? Denn das ist ja auch für dich nicht schön, wenn du das immer und tagtäglich miterleben und ertragen musst. Sowas geht doch mit Sicherheit auf Dauer auch an die Substanz und auf die Psyche, oder?
Und du MUSST doch da nun wirklich nicht (unbedingt) wohnen... also, dann sieh zu, dass du da schleunigst wegziehst.
Ich würde mich dort jedenfalls NICHT wohlfühlen - ganz im Gegenteil - und ich würde da auch mit Sicherheit nicht lange wohnen!


Aber noch mal zum eigentlichen Thema zurück: Von daher - melde das allerschnellstens dem Jugendamt und zögere nicht noch länger.



Gruß

Beitrag von brutzelhuhn 06.10.10 - 21:10 Uhr

nein ich kann da nicht nicht wegziehen.
Ich bekomme wegen der Trennung von meinem Mann im Moment H4 und kann nicht einfach mir nichts dir nichts die Wohnung wechseln.
Mal abgesehen davon dass es auch nichts in der Preislage gibt die die Arge zahlt.leider nur solche Wohnungen.

ich werde mich morgen an das JA enden und mich beraten lassen.

Beitrag von meckikopf 06.10.10 - 21:18 Uhr

Oooh, das ist ja echt schade, dass du da nicht wegziehen kannst :-(#schmoll#schock.
Wie ist es da denn ansonsten in der Wohnsiedlung? Sieht es sonst ordentlich aus oder "eher" versifft/er und wie sind die Wohnungen selbst denn so?

Aber schöne/re Wohnungen und eine schöne/re Wohngegend müssen nicht (unbedingt) teuer sein.
Wie gesagt, es ist zwar echt saublöd, dass du da (momentan!) nicht wegziehen kannst, aber schön und günstig wäre es natürlich, wenn du bald wieder eine Arbeit bekommen und verdienen würdest und somit nicht mehr auf Hartz4 angewiesen wärst und somit tatsächlich umziehen könntest!:-)#klee


Und nachdem du dich dann ans Jugendamt gewandt hast, kannst du ja noch mal hier berichten, was da los ist, was die gesagt haben, was die gedenken zu tun... usw... usf... Denn das würde mich nämlich wirklich interessieren.

Beitrag von brutzelhuhn 06.10.10 - 21:23 Uhr

die Wohnungen selbst sind ok,auch das drumrum.
aber man merkt halt wer hier wohnt,dass es keine Akademiker sind sondern dass das Niveau schon mal niedrig wird,Post geklaut wird usw.

Beitrag von meckikopf 06.10.10 - 21:33 Uhr

#danke für deine rasche Antwort.

Das ist ja zum einen schön und gut, dass ansonsten alles ordentlich und OK ist, (denn Unordnung und ein versifftes Ambiente würde mich sehr, sehr stören!), aber dass Post geklaut wird, finde ich (natürlich!) üüüberhaupt nicht gut - ganz im Gegenteil!

Wenn ich da an unser(e) Haus(gemeinschaft) denke; da kann man seine Klamotten im Keller lassen (wir haben alle (unsere eigenen) Waschmaschinen im Keller bzw. in der Waschküche stehen) und seit ich hier wohne (seit knapp 4 Jahren) ist NOCH _ NIE etwas weggekommen! Und genauso und nicht anders gehört sich das auch, denn man hat seine Flossen gefälligst von anderer Leute Eigentum zu lassen! Punkt.

Und übrigens: Auch NICHT(!)-Akademiker können anständig, loyal und ordentlich ...usw... usf... sein!

Beitrag von buzzi2 07.10.10 - 08:12 Uhr

>>"......Post geklaut wird ...."<<

Wir wohnen in einem Hochhaus mit Eigentumswohnungen aber die Post wird uns trotzdem immer wieder geklaut #kratz komisch.

Zu deinem Problem, da kann ich mich nur anschließen, ich bin dann wohl auch sowas wie der "Siedlingssherif", wie jemand vor mir schrieb, aber ich stehe dazu. Ich hab auch mal beim JA angerufen, weil die Verhältnisse in der Familie katastrophal waren. Die Mutter wollte aber auch, dass Hilfe kommt und jetzt ist sie in einem Mutter-Kind-Wohnheim und es geht ihr wieder viel besser.

Dann haben wir noch Alleinerziehende nebenan wohnen, deren Freund und Vater ihres Kindes nicht nur drogenabhängig sondern auch noch extrem gewalttätig ist, ich hab lange Zeitz nicht reagiert, weil sie ja nach aussen hin auch einen ganz patenten und ordentlich Eindruck machte, aber nachdem ihr Kind irgendwann völlig verstört war (mit 6 immer noch in die Hose macht, sich verschreckt in die Ecken hockt, wenn es mal lauter wird usw.) habe ich das bei JA gemeldet und siehe da, es hat noch jemand anders (ältere Dame, die unter ihr wohnt) beim JA angerufen.

Du musst also gar nichts beweisen, wenn es hart auf hart kommt. Du brauchst gar nichts weiter zu tun, als dort anzurufen und zu melden (anonym) und die Mitarbeiter vom JA nehmen sich der Sache dann (hoffentlich) an. Sollte sich jedoch nichts ändern, dann würde ich nochmals dort anrufen und evtl auch mal mit den anderen Nachbarn sprechen. Besonders im Fall 1, du glaubst gar nicht, wie weit man so einen Streit hört, den bekommen nicht nur die direkten Nachbarn mit.

GLG Tina