ist das mein Problem oder nicht?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von mauskewitzki 06.10.10 - 20:54 Uhr

Hallo,
hoffe auf viele Meinungen ;-)

Zur Situation, wir leben in einen Dorf, wo man aufs Auto angewiesen ist (Artz, bestimmte Hobbys und so, sind nur mit Auto erreichbar). Ich habe vier Kinder, bin unter der Woche allein, habe also auch genug zu tun #schwitz. Wir laufe jeden Tag zum Kindergarten und zur Schule, wenn wir spät dran sind oder es z.B mal regnet nehme ich das Auto. Sonst brauche ich das Auto für Einkäufe und Hobbys der Kinder.....

Zum Problem, meine Bekannte hatte nur ein Auto, ihr Mann war arbeitslos. Seit 3 Moanten hat er Arbeit und sie haben einen Kombi geschenkt bekommen. Das kleiner Auto haben sie verkauft. Laut ihrer Aussage kann sie ihrer Putzstelle nicht mehr weiter machen, da ihr Mann ja jetzt immer mit dem Auto zur Arbeit fährt, fehlen also 120€. Auf mein Fragen warum sie nicht das kleine Auto auch behalten haben, ist ja nur Versicherung und Steuer zu zahlen, da sie es ja schon haben,, kam die Antwort, dass zweite Auto können sie sich nicht leisten. Ist mit 120€ im Monat doch möglich dies zu bezahlen, oder?. Geht mich ja eigentlich aber auch nichts an.

Was mich stört, ist dass sie mich fragt ob ich ihr Kind da und dort mit hin nehmen. Vom Kindergarten heim, zum Turnen usw. Man kann die Strecken laufen, es macht halt nur nicht immer Spaß und die Kinder sind halt auch mal bockig. Wir Müssen uns ja aber auch das zweitet Auto leisten und kein anderen zahlt mir das. Ist es dann verwerflich mal nein zu sagen obwohl man eh dort hin fährt?
Familie hat sie hier schon, doch die braucht sie ja schon um zum einkaufen, Artzt ect. zu kommen und auch ihrer Familie will/lkann sie nicht immer fahren und sie will/kann nicht immer fragen.

Ich hoffe ihr versteh was ich meine #kratz

Ich mache eigentlich gerne was für ander, aber bei ihr stört mich das in letzter Zeit, ist haklt auch sehr einseitig.
Würdet ihr was sagen? Findet ihr das total übertieben, wenn man eh fährt?
Oder findet ihr, dass ja jeder andere auch schauen muss wie er es geregelt bekommt und man sich nicht auf anderen ausruhen kann?

LG

Beitrag von october 06.10.10 - 21:21 Uhr

Hallo,
grundsätzlich würd ich sagen, klar, nehm ich jemanden mit, wenn ich sowieso dort hin fahre, aber wenn ich mich nur ausgenutzt fühle, mach ich auch dicht.
Ich würd an deiner Stelle öfter mal absagen "wir sind vorher noch bei der Oma" " wir wollen danach noch einkaufen" o.ä.
Wenn du das immer öfter machst, wird sie den Wink vielleicht verstehen. Wenn nicht, hilft wohl nur Klartext.

LG Annika

Beitrag von mauskewitzki 06.10.10 - 21:49 Uhr

Hallo,

das ist halt übnerhaupt nicht mein Ding. Bin eher der direkete Typ. Entweder ist mache etwas oder ich sage nein und dann auch ehrlich warum.

Macht mich dann in solchen Situationen nicht so beliebt. Deshalb überlege ich auch gut, bevor ich einen Schnellschuß starte.

LG

Beitrag von sassi31 07.10.10 - 13:15 Uhr

"Macht mich dann in solchen Situationen nicht so beliebt."

Das ist doch normal. Sobald man nicht mehr macht, was andere erwarten, reagieren sie mit Unverständnis und man ist plötzlich unfreundlich, wenig hilfsbereit und unbeliebt. Daran erkennt man dann übrigens gut, wer tatsächlich ein Freund ist. Die können mit solchen Absagen umgehen und haben Verständnis.

Beitrag von gh1954 06.10.10 - 21:23 Uhr

>>>Ist es dann verwerflich mal nein zu sagen obwohl man eh dort hin fährt? <<<

Das muss jeder für sich entscheiden. Ich fände es kleinlich, nein zu sagen, ich würde das Kind mitnehmen, wenn ich sowieso fahre.
Ich würde ein anderes Kind nicht stehen lassen.
Vielleicht benötigt sie die 120 Euro wirklich dringend, dass sie davon nicht das kleinere Auto halten wollte.

Ich weiß aber auch, das ich nicht ständig fragen würde, ob mein Kind mitgenommen wird, wenn ich nie eine gegenleistung anbieten könnte.

Ich verstehe auch, dass es sauer aufstoßen kann, wenn man das Gefühl hat, jemand spart auf meine Kosten.

Aber, wie gesagt, ich würde kein Kind stehen lassen, nur weil es um ein Prinzip ginge.

Beitrag von mauskewitzki 06.10.10 - 21:34 Uhr

Hallo,

danke für deine Aw.

Sie hat die Arbeit ja aufgegeben. Also bekommt sie die 120€ nicht mehr. Mein Gedanke dazu war halt, dass sie damit das zweite Auto hätte halten können und somit unabhänig gewesen wäre.

Beitrag von gh1954 06.10.10 - 21:35 Uhr

Achso, das hatte ich nicht richtig eingeordnet.

Beitrag von aliciakommt 06.10.10 - 21:24 Uhr

Ich finde es ist dann dein Problem, wenn du es zu deinem machst.

Also für mich ganz klar: Wenn es wirklich stresst und dich in irgendeiner Weise beeinträchtigt, kannst du natürlich nein sagen.

Wenn du aber nur aus Prinzip und weil "ja jeder schauen muss" und "überhaupt zahlt dir ja auch niemand das zweite Auto" deine Hilfe ablehnen willst, würde ich das noch einmal überdenken.

Meist ist es doch so: Man hilft am einen Ende, bekommt von genau der gleichen Person (vielleicht) nichts zurück- aber auf wundersame Weise wird einem an anderer Stelle geholfen, wo man es selbst schwer hat.

Ja, ich glaube daran. Nein, ich finde "Jeder muss sehen, wie er klarkommt" nicht schön.

Aber wie gesagt, wenn du wirklich nicht kannst, solltest du dich auch nicht verbiegen auf deine Kosten #klee

Viele Grüße von Aliciakommt

Beitrag von mauskewitzki 06.10.10 - 21:44 Uhr

Natürlich ist das nicht schön und ich denke auch nicht, dass jeder alleine klar kommen muss.
Mich stören nur Leute sie anderen beim abrackern zuschauen ;-)
Es gibt immer eine Weg etwas zu schaffen nur mache strengen sich halt nicht alleine an sondern suchen Leute die ihnen helfen. Jeder kann nur so faul sein, wie es ihm andere ermöglichen. Deshalb die Frage, soll man da helfen oder sagen dass sie den Po zusammen keifen und nach Lösungen suchen soll wie z.B. ihrer Putzstelle und das Auto hätte sie behalten sollen #kratz

Beitrag von aliciakommt 06.10.10 - 22:04 Uhr

Hm, ich hab da einen anderen Ansatz.
Jeder bekommt früher oder später das, was er verdient. Ein aufrichtiger, ehrlicher, fleissiger, redlicher Mensch wird seinen Lohn dafür erhalten.

DU musst (darfst?) nicht über andere richten im Sinne von "Soll man ihnen das und das sagen". Das ist nicht deine Verantwortung und kostet nur deine Energie.

Einatmen, ausatmen. Selbst ein guter Mensch sein und darauf vertrauen, dass der Rest sich schon fügt.

Damit bin ich bisher in meinem Leben sehr erfolgreich gefahren ;-)

Beitrag von mauskewitzki 06.10.10 - 22:16 Uhr

Das habe ich früher auch gedacht. Leider musste ich schon feststellen dass man dabei leicht von anderen ausgesaugt wird. Es gibt eben einfach viele Leute die gerne nehmen und nicht geben. Wie lange wartest du denn im schlimmsten Fall schon #hicks

Ich werde es einfach in der Situation aus dem Bauch raus entscheiden.

LG

P.S deine Freizeitbeschäftigung ist ja saustrak - wie mein Mann, der ist darin auch Experte und steht voll dazu. Mach dich gleich sympahtisch :-p

Beitrag von mauskewitzki 06.10.10 - 22:17 Uhr

soll natürlich "saustark" heißen. Habs mit der Tastatur heute gar nicht.

Beitrag von gh1954 06.10.10 - 22:21 Uhr

>>>Jeder bekommt früher oder später das, was er verdient. Ein aufrichtiger, ehrlicher, fleissiger, redlicher Mensch wird seinen Lohn dafür erhalten.<<<

Das ist naives Wunschdenken.

Beitrag von aliciakommt 06.10.10 - 22:32 Uhr

Wenn es für dich so ist, ist das für mich in Ordnung. Ich bin sehr glücklich mit meinem naiven Wunschdenkenleben ;-)

Beitrag von gh1954 06.10.10 - 22:38 Uhr

Deswegen werden solche Ansichten ja auch in die Welt gesetzt, ist ja auch bequem, an sowas zu glauben.

Beitrag von aliciakommt 06.10.10 - 22:48 Uhr

Hihi, nein, ich bin kein "bequemer" Zeitgenosse. Ich hinterfrage, analysiere, reflektiere..

Aber was ist so schlimm daran zu glauben, dass die Welt gut ist und wenn man ein guter Mensch ist, einem gute Dinge passieren?

Und wenn man dann noch glücklich verheiratet ist, Kinder hat, einen spannenden Beruf, genug Geld- dann verleitet es vielleicht dazu, Dinge durch die rosarote Brille zu sehen.

Ich hab mir gerade deine VK angeschaut. Du bist ja ein gutes Stück älter als ich- vielleicht bin ich in 20 Jahren ja auch desillusioniert(er).

Mal schauen. Und bis dahin: Alles Gute!

Beitrag von gh1954 06.10.10 - 23:03 Uhr

Ich bin nicht desillusioniert.

Ich glaube nur nicht daran, dass irgendwo jemand sitzt, der "mein" aufrechtes, ehrliches, fleißiges, gutes Leben in einem Buch dokumentiert, damit mir das irgendwann zu Gute kommt.

Nur ein Beispiel: Ich habe früher bei Thyssen in Duisburg gearbeitet, in den 70er Jahren.

Da gab es einige Putzfrauen, die während des Krieges am Hochofen standen, jahrelang, weil die Männer weg waren. Die haben unter Entbehrungen ihre Kinder großgezogen, vielleicht kam der Mann nie wieder. Dann wurden sie in Rente geschickt.... berechnet nach Putzfrauengehalt. Diese Frauen haben ihr Leben lang nur malocht... sich nie etwas gönnen können und endeten als ganz arme Rentnerinnen.

Das Leben ist nun mal nicht fair und gerecht.

Die einen lügen und betrügen und setzen sich ab in die Sonne... glaubst du, die bekommen irgendwann die Keule zu spüren?

Beitrag von sora76 07.10.10 - 08:00 Uhr

Hallo!

Da geb ich dir Recht. Die Welt ist nicht Gerecht. Hab ich am eigenen Leib gespürt. Es wird NICHT immer am Ende alles Gut.

Ich bin auch Hilfsbereit, aber nicht Grenzenlos.
Ein netter Mensch bin ich auch, aber wenn ich merke das ich gelinkt werde kann ich auch anders.
Ich sehe auch erstmal nur das Gute im Menschen, bin aber trotzdem vorsichtig. Denn das Schlechte hat jeder in sich.
Bin oft enttäuscht worden, oft ausgenutzt worden......DAS passiert mir nicht mehr wieder.

Man muß seine eigenen Grenzen haben, um nicht selber der Leidtragende zu werden.

LG Sonja


Beitrag von juniorette 07.10.10 - 08:39 Uhr

Meine Großmutter hat auch ihr ganzes Leben lang malocht und als Kriegswitwe ihre zwei Kinder alleine großgezogen. Das macht sie aber nicht zu einem guten Menschen. Sie war bösartig und gemein zu den meisten ihrer Mitmenschen, besonders zu ihren Schwiegertöchtern.

Sehr einfach gedacht, die guten Taten eines Menschen an ihrem Arbeitsfleiß festzumachen.

"Die einen lügen und betrügen und setzen sich ab in die Sonne... glaubst du, die bekommen irgendwann die Keule zu spüren? "

Ich persönlich WEISS sogar, dass Menschen, die Böses tun, die Keule dafür kriegen - hab ich schon mehrfach erlebt und auch von anderen gehört :-)

Beitrag von gh1954 07.10.10 - 09:04 Uhr

Ich persönlich WEISS sogar, dass Menschen, die Böses tun, die Keule dafür kriegen -

So, so.... also auch du hängst diesem naiven Glauben an, hätte ich nicht gedacht.

Du kannst das nicht WISSEN, du hast das in deinem kleinen persönlichen, sehr eingeschränktem Umfeld vielleicht mal erlebt, aber das kannst du nicht verallgemeinern.

Es ist Wunschdenken der einfach gestrickten Menschen, dass die "Guten" belohnt und die "Bösen" bestraft werden.

Beitrag von juniorette 07.10.10 - 09:18 Uhr

Genauso kannst du nicht verallgemeinern, dass deine damaligen Putzfrauen gute Menschen waren oder dass alle Menschen, die lügen und betrügen als Ergebnis davon glücklich und zufrieden in der Sonne liegen.

Das ist genauso einfach gestrickt.

Natürlich gibt es "gute" Menschen, die immer wieder vom Pech verfolgt werden und "böse" Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, DAS sind für mich aber die Ausnahmen und nicht die Regel.

Und weder du noch ich können mit Sicherheit wissen, ob der Manager mit seinem Millionengehalt (oder Abfindung) wirklich glücklich ist oder ob ein nach außenhin netter und "guter" Mensch insgeheim nicht doch Dreck am Stecken hat.

Du bezeichnest mich als naiv und einfach gestrickt? Das bist doch eher du, wenn du Glück/Unglück im Leben nur an der Menge des Geldes der jeweiligen Person festmachst.

Beitrag von gh1954 07.10.10 - 09:26 Uhr

>>>Das bist doch eher du, wenn du Glück/Unglück im Leben nur an der Menge des Geldes der jeweiligen Person festmachst. <<<

Wo habe ich das am Geld festgemacht?

>>>Und weder du noch ich können mit Sicherheit wissen, ob der Manager mit seinem Millionengehalt (oder Abfindung) wirklich glücklich ist <<<

Drum gehts doch nicht, es ging darum, ob das Leben die "Guten" belohnt und die "Bösen" bestraft.....

Das ist übrigens auch so eine Falschdenkerei der "kleinen" Leute: Wer reich ist, weiß nicht, was wirkliche Liebe ist, das wissen nur "wir" Armen. #rofl

Beitrag von rosenrot1974 07.10.10 - 09:40 Uhr

Ich will hier nicht zu philosophisch werden (aber werde es trotzdem ;-)):

Ich finde ein Mensch sollte "Geben" (nach Kahlil Gibran) "... so wie im Tal dort drüben die Myrte ihren Duft verströmt...". Sie fragt nicht ob die Vorbeiziehenden ihren Duft verdient haben, noch, ob sie dafür etwas zurück bekommt!

Auch "Geben" ist ein Wert, der in unserer Gesellschaft allzu häufig untergeht!

"Geben ist seliger denn nehmen." Altmodischer Spruch, aber wie wahr, wie wahr!

Ob die alten Putzfrauen nun ein gutes oder ein schlechtes Leben hatten... Das tut doch nichts zur Sache!

Solange du gerne gibst und das Gefühl, dass Du helfen konntest dir Lohn genug ist... WOFÜR dann noch auf irgendeinen Ausgleich warten???

Ich würde und werde nur immer hoffen, dass mir in der Not Menschen begegnen, die so denken und handeln wie ich.

Rosenrot

Beitrag von gh1954 07.10.10 - 09:44 Uhr

Das geht jetzt leider an der konkreten Diskussion vorbei.

>>>Solange du gerne gibst und das Gefühl, dass Du helfen konntest dir Lohn genug ist... WOFÜR dann noch auf irgendeinen Ausgleich warten???<<<

Ist doch mein Reden...


Beitrag von rosenrot1974 07.10.10 - 09:49 Uhr

Nun ja, die TE hatte ein Problem damit, jemandem zu "Geben", von dem zu wenig zurück kommt.

Darauf bezog sie meine Antwort.

Und auf die Diskussion, die sie damit entfacht hat. Über Putzfrauen mit gutem oder schlechtem Leben.

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