Stundenlohn

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Forum: Politik & Philosophie

Hier ist der Platz, mit anderen Politik- und Philosophieinteressierten über Parteien, aktuelles politisches Geschehen, Sinnfragen etc. zu diskutieren. Wir bitten insbesondere in diesem Forum um einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsstil!

Beitrag von milchkirsche 06.10.10 - 22:29 Uhr

Hallo!

Mich würde mal interessieren, was hier so für Stundenlöhne verdient werden und ob ihr in eurem erlernten Beruf arbeitet oder ungelernt seid.

Was ich da manchmal höre, was es da für Unterschiede gibt, da schlackern mir schon die Ohren...

Wie siehts da bei euch aus?

Beitrag von milchkirsche 06.10.10 - 22:32 Uhr

Ach ich habe noch vergessen:

Seid ihr dafür, dass Mindestlöhne eingeführt werden?
In welchem Bereich (Gesundheitswesen, IT, Erziehung etc.) arbeitet ihr?

Beitrag von ippilala 07.10.10 - 00:38 Uhr

Hi!

Ich habe nichts gelernt und arbeite nicht. Habe also einen Stundenlohn von 0 Euro.


Wenn Mindestlöhne eingeführt werden, dann aber bitte in allen Branchen.
Ich denke es wäre einen Versuch wert. Natürlich würden einige Unternehmen untergehen, aber ob das auf Dauer schlimmer wäre als die jetztige Situation ist fraglich.
Wenn ich höre, dass manche für 3 Euro und wneiger die Stunde arbeiten gehen, schlackern mir die Ohren.
Mindestlöhne würden natürlich dazu führen, dass einige ihre Arbeit verlieren. Gleichzeitig bewirken sie aber auch, dass der arbeitende Teil der Bevölkerung mehr Geld hat, also auch mehr ausgibt, also konsumiert. Und Konsum ist immer gut und schafft wiederum neue Arbeitsplätze. Die Leute, die nun weniger arbeiten müssen, bei gleichem Monatseinkommen haben mehr Zeit, um sich weiterzuqualifizieren oder an der Selbstständigkeit zu basteln. Desweiteren würden dann solche Späßchen wie ergänzendes ALGII wegfallen, also mehr Steuergelder für alle übrig, vielleicht nur für die neu Arbeitslosgewordenen, vieleicht auch für neue Krippeplätze usw. Also einfach mal ausprobieren.

Beitrag von zwiebelchen1977 07.10.10 - 08:18 Uhr

Hallo

Willst du das denn nicht mal ändern? Denn ganz oft sind es MEnschen, die nichts gelernt haben, die für sowenig Geld arbeiten.

Bianca

Beitrag von ippilala 07.10.10 - 17:35 Uhr

Egal ob jemand was gelernt hat oder nicht, sollte man bei Vollzeitarbeit so viel verdienen, dass man sich ein Leben leisten kann und nicht zur Tafel rennen muss oder eben Ergänzungen vom Staat dazu bekommen muss. Genau darum geht es ja, keiner darf für 3Euro arbeiten.
Da ich nicht die Macht habe auf eigene Faus den Mindestlohn einzuführen, muss ich mich damit begnügen meine Stimme den Parteien zu geben, die den Mindeslohn einführen wollen, viel mehr kann ich daran auch nicht ändern.

Beitrag von ninnifee2000 07.10.10 - 08:34 Uhr

Das ist blanke Theorie. Die Praxis würde am Ende ganz anders aussehen.

Gehe arbeiten und werde ein bisschen älter, dann weißt du, was Marktwirtschaft bedeutet...

Beitrag von ippilala 07.10.10 - 17:30 Uhr

Klar ist das Theorie.
Deshalb benutze ich auch Wörter wie "vielleicht". Vorhersagen kann man solche Folgen nicht, aber das ist trotzdem kein Grund es nicht zu versuchen. In anderen Ländern klappt das auch ganz gut, Deutschland wird schon nicht untergehen, bei der Einführung des Mindestlohnes.

Und genauso wie ich arbeiten muss, um Marktwirtschaft kennen zu lernen muss Deutschland vielleicht mal Mindestlöhne einführen, um zu lernen, wie ein solcher Markt funktioniert und ob es nicht doch besser ist.

Beitrag von ayshe 07.10.10 - 07:11 Uhr

Was du so wissen willst #augen

Ich habe einmal einen Gesellenbrief gemacht und etwas mehr als nach Tarif verdient, arbeite aber nicht mehr in dem Job, sondern in einem, der sich aus meinem Studium ergeben hat.

Ja, ich bin für Mindestlöhne.

Und was ist mit den Tarifen?


Beitrag von zeitblom 07.10.10 - 10:36 Uhr

Es gibt Tarifparteien und es gibt Vertragsfreiheit... das reicht.

Beitrag von frau.mecker 07.10.10 - 13:22 Uhr

Nicht jedes Unternehmen ist im Tarif eingebunden.

GENAU das reicht eben nicht.

mfg

Beitrag von 1234ich 07.10.10 - 13:50 Uhr

Es gibt genung AG die soch nicht an Tarife halten müssen bzw. halten.
Mein Mann hat seine letzte Lohnerhöhung vor 6 Jahren bekommen seidem nicht mehr und dafür buckelt er mind. 40std/Woche bzw. mehr.

lg

winni

Beitrag von lbeater01 07.10.10 - 13:55 Uhr

Hallo,

mein Stundenlohn liegt bei 10,58€ brutto.
Ist ein Witz wie ich finde.
Ich habe Industriekauffrau gelernt und sitze nun als Sachbearbeiterin im Einkauf in einer Firma die Pflegebetten und Holzmöbel für Altenheime herstellt.
Da diese Firma leider nicht tariflich gebunden ist, zahlen die hier was sie wollen.
Ich will hier so gern weg, aber ich finde zur Zeit nichts Passendes!

Und ja es sollte Mindestlöhne geben. Welche Bereiche? Keine Ahnung, da gibt es wahrscheinlich eine ganze Menge.

LG
Janina

Beitrag von lapislazulli 08.10.10 - 18:17 Uhr

Aber Hallo,
bei dem Stundenlohn würde bei uns der Geldsegen einziehen.
Wir sind beide vernünftig ausgebildete Leute mit guten Abschlüssen, aber leben halt im Osten.
Mein Mann hat 8,38 brutto und das ist der Mindestlohn. Der wird hier kaum überschritten.
Ich bin momentan krank und beziehe Krankengeld. Trotzdem wir beide ein Einkommen haben sind wir noch Aufstocker.:(
Wir haben noch ein Kind.
Ich finds einfach nur noch geil.:(
Lapi

Beitrag von lbeater01 09.10.10 - 12:41 Uhr

Das tut mir leid.
Kinder haben wir noch keine.
Trotzdem reicht mein Geld mir kaum, zumindest nicht um groß zu sparen etc.
Und das fänd ich schon wichtig.

Noch schmeißen wir unser Geld auch nicht in einen Topf.
So mit hat mein Freund auch mehr Geld als ich. Hat aber auch mehr Ausgaben.

Wünsch dir alles Gute

Beitrag von adalgisa 07.10.10 - 15:17 Uhr

Ja, ich wäre für die Einführung von flächendeckenden Mindestlöhnen, doch das nutzt rein gar nichts, solange Menschen freiwillig für Hungerlöhne arbeiten. Marktwirtschaft bedeutet Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenn keiner mehr für 3, 5, 8 oder 10 Euro arbeiten gehen würde, dann wäre die Nachfrage höher als das Angebot und der Meistbietende bekommt die Arbeiter ;-)

Zugegeben: Das ist pure Theorie, denn solange es im Ausland derart viel Elend gibt, dass von da aus Menschen zu uns kommen und auch für 2 Euro / h arbeiten, funktioniert das nicht.

Aber es würde...

Beitrag von kessita 07.10.10 - 15:52 Uhr

10,20 brutto ohne Überstunden
9,07 brutto mit Überstunden ;-)

als gelernte Speditionskauffrau in meinem Beruf - mit Tarifvertrag - und ich bekomm in der Gesamtsumme sogar ganze sechs Euro mehr als Tarif....

LG

Beitrag von icecream 07.10.10 - 16:16 Uhr

Hey,

€ 20,22 brutto -
arbeite in meinem erlernten Beruf als Steuerfachangestellte.

Momentan Teilzeit, 50%.

Gruss

Beitrag von fred_kotelett 07.10.10 - 16:31 Uhr

Hi,

Ich finde es etwas befremdlich fremde Leute nach ihrem Gehalt zu fragen, ohne sein eigenes anzugeben.

Beitrag von hsicks 07.10.10 - 17:28 Uhr

Hallo ,

zunächst mal : was verdienst Du denn überhaupt und welchen Beruf übst Du aus ???

Ich arbeite in meinem erlernten Beruf , die Tarife kann man im Internet ergoogeln. Verglichen mit anderen Akademikern liegen die Gehälter der Angestellten in meinem Beruf seit jeher am unteren Ende der Verdienstskala und wir sind völlig unterbezahlt.
Dass das Angebot und die Nachfrage den Preis bestimmen, kommt meinem Berufsstand momentan allerdings sehr zugute, denn es gibt kaum Nachwuchs und viele freie Stellen, so dass man schon etwas mehr als Tarifgehalt aushandeln kann.

Ich bin der Meinung, Löhne sollten nicht vom Staat, sondern von den Tarifpartnern geregelt werden.

Gruß,
Heike

Beitrag von malso.malso 08.10.10 - 18:52 Uhr

Ich arbeite Vollzeit in meinem "erlernten" Beruf (Ärztin, im Krankenhaus, tariflich bezahlt nach Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern) und verdiene knapp 7 € netto.


Während ich studiert habe hab ich manchmal gekellnert, Flyer verteilt oder so, da wär ich unter 10€ (bar auf die Kralle) nicht losgegangen,.... so verschieben sich die Verhältnisse#gaehn

Beitrag von milchkirsche 08.10.10 - 19:15 Uhr

Bitte was???? Ist das dein Ernst?

Ich arbeite auch im Krankenhaus, als Arzthelferin. Ich habe mich schon darüber aufgeregt, was ich verdiene...

Eine ungelernte bei der Telekom verdient 18 Euro!!

Manchmal frage ich mich, warum ich eine Ausbildung gemacht habe....

Und du musst dich ja noch mehr betrogen fühlen...

Beitrag von malso.malso 08.10.10 - 19:36 Uhr

Jepp, ist mein Ernst.
Wir haben es neulich erst durchgerechnet, weil uns die VErwaltungsdeppen ne Zulage streichen wollten.

In der Summe verdiene ich mit Sicherheit mehr als "ungelernte bei der Telekom", weil ich eben irrsinnig viele Stunden da bin, aber wenn man's runterrechnet sinds halt nur 7,irgendwas.


Montag hatte ich z.B. Nachtdienst. Das heißt: Arbeitsbeginn 7:00 Montag, Arbeitsende 15:30 Dienstag. Wir umgehen das Arbeitszeitgesetz indem wir das ganze "Rufbereitschaft" nennen, daher "dürfen" wir 32,5h durcharbeiten (anders ginge es wegen der Personalknappheit nicht). Diese Art von Dienst leiste ich aktuell bis zu 8 mal im Monat, davon 1 Wochenende mit Arbeitsbeginn Freitag 7:00 und Arbeitsende Montag 15:30.


Von den 32,5 h (unter der Woche) werden aber nur 7h als "Aktivzeit" vergütet. Wenn ich Freitag bis Monatg durchrabeite (wohlgemerkt ohne in dieser Zeit das Klinikum zu verlassen!) Werden 16 Aktivstunden bezahlt-

Ein Hohn.

Und wenn dann mal wer nen Schild hochhält und sagt: das ist skandalös und ungerecht heißt es die Ärzte bekommen den Hals wieder nicht voll.

Beitrag von milchkirsche 08.10.10 - 19:58 Uhr

Den Vergleich mit der Telekom habe ich auch mich bezogen. Ich habe eine Ausbildung, eine verantwortungsvolle Arbeit und meinen Beruf erlernt und ich verdiene einen Hohn...
Eine ungelernte (bei Lidl ja genauso), verdienen fast das doppelte..

Wenn ich die Dienstzeitenprotokolle unserer Ärzte sehe, da schlackerts mir, diese ganzen Überstunden, Arbeitsbedingungen, dieser Verwaltungsaufwand. Ärzte haben wichtigeres zu tun, als sich um die Verwaltungssachen zu kümmern.. Aber nun gut, dass ist ein anderes Thema.

Beitrag von malso.malso 08.10.10 - 20:06 Uhr

Tja ja, und dann ist die Empörung groß, daß Ärzte ins Ausland abwandern und Ärztinnen nach dem 1. Kind allenfalls teilzeit gehen.

Würde aber dennoch meinen Beruf (wenn man ihn reduziert auf die tatsächliche ärztliche Tätigkeit) nicht tauschen wollen.


Beitrag von ayshe 08.10.10 - 19:27 Uhr

http://www.hno.org/assistentenvertretung/TV-Aerzte_VKA.pdf

#kratz

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