Trotzphase - wie "erzieht" ihr?

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von jenny133 06.10.10 - 22:34 Uhr

Hallo

Nico scheint gerade voll in die Trotzphase zu kommen.
Gestern waren wir bei einer Freundin zum Kaffee und beim Spazieren gehen danach kam es zum Eklat. Er hat eine viertel Stunde nur gebrüllt und gebockt. Entweder musste ich ihn hinter her ziehen#hicks oder ich hab seine Hand losgelassen, dann lief er heulend hinter mir her. Erst als er definitiv gecheckt hat, das ich mich nicht umstimmen lasse und wir den Spaziergang durchführen war er wieder einigermaßen ok. Mir war es aber super peinlich meiner Freundin gegenüber. Sie hatte ihren Kindern gegenüber immer einen strengen Ton und lies sich nicht auf Kompromisse ein, denke mal, das die deshalb jetzt nicht solche Theater veranstalten.

Eigentlich bin ich immer relativ gelassen im Umgang mit meinem Kleinen. Schimpfen muss man na klar auch mal aber wenn es dann soweit ist - nach zwei bis drei ruhigen Ermahnungen, weiss er auch warum.
Natürlich gibts auch selten mal Ausnahmen, das ich ihn so richtig schimpfe und dann tuts mir Leid. Aber ich denke das muss er eben auch lernen, das nicht nur er mal schlecht gelaunt sein kann sondern auch die Mama.

Das Thema Erziehung finde ich sooo schwierig, woher will man denn Wissen ob es so ok ist wie man es macht. Momentan hab ich einfach nur das Gefühl, das er nicht einsieht, das ich der "Boss" bin und es nicht nur nach seiner Nase geht. Und er heult oftmals nicht, weil er was nicht bekommt oder so, sondern weil ich eben nicht so reagiere wie er es gerne hätte. Ist das auch ein Phänomen der Trotzphase oder hab ich wohl wirklich was falsch gemacht in der Erziehung? Wie reagiert man, wenn man das Gefühl hat, das sich wieder so ein Streit anbahnt, weil man dem Kind nicht den aktuellen Wunsch (zb. Süßigkeiten vor dem Essen, Fernsehen, nach Hause fahren wenn man grade erst bei der Freundin angekommen ist) erfüllen WILL?

Hoffe ihr schreibt mir mal eure Meinungen und wie ihr erzieht?

LG
Melanie mit Nico (seit drei Wochen drei Jahre alt)

Beitrag von ayshe 07.10.10 - 08:13 Uhr

Hallo,

ich persönlich bin überhaupt nicht dafür, bei Trotzreaktionen und Wutanfällen als Mutter dann selber noch trotziger seinen eigenen willen durchzuziehen und eben seine Macht dem Kind gegenüber zu nutzen.

Es kommt darauf an, um was es geht.
Ganz am Anfang, wenn sie noch kleiner sind, funktioniert ablenken noch, aber das hört wohl auf, wenn sie etwas älter sind ;-)
Das habe ich versucht, wenn ich schon merkte, es geht gleich los.

Kompromisse anbieten sickert in dem Moment der Wut wohl auch nicht durch, denke ich.
Meine Tochter war dann immer völlig "zu", da kam nichts an.
Hinterher kann man höchstens reden und Vorschläge machen.


Ich persönlich halte absolut nichts davon, ein Kind dafür zu bestrafen, daß es wütend und enttäuscht ist, weil etwas nicht so läuft / laufen kann, wie es gern möchte.
Sie fühlen sich dabei auch sehr schlecht, Wut, Enttäuschung, Frust, Traurigkeit....da kommt manches zusammen.
Sie reagieren so, weil sie eben noch nicht anders können, es ist ein Entwicklungsschritt.
Sie machen es wirklich nicht mit Absicht, sie zeigen nur ihre Gefühle.

Und ich finde, es ist eine Strafe, wenn das Kind ignoriert wird, weggeschickt wird (Botschaft: dich will hier keiner, hau ab).

Wenn man selbst völlig sauer ist oder enttäuscht wegen irgendetwas, dann will man sich vllt beim Partner ausk…. mal Dampf ablassen, sich ausheulen und ausmotzen.
Wenn er dann einfach sagen würde
„geh woanders hin und wenn du bessere Laune hast, darfst du erst wiederkommen, aber deine jetzigen Zustand tue ich mir echt nicht an.“
dann fühlt man sich wohl genauso wie so ein „bestraftes“ Kind….
Ich finde das absolut unfair.
Genauso ignorieren, wollen genervte Erwachsenen ignoriert werden?

Ich bin immer bei meiner Tochter geblieben.
Leider wollte sie erstmal keinen Trost, das dauerte, aber sie wollte trotzdem, dass ich in der Nähe war.
Ich habe sie einfach immer wieder kurz angesprochen, mehr nicht.
dann kam irgendwann der Moment, wo sie Trost wollte und in den Arm.
das habe ich dann auch gemacht.
Sozusagen „beistehen“, anbieten, das war immer meine Methode.

Und ich bin auch dafür, daß man dem Kind eine Kompromißbereitschaft beibringt. Aber wie soll es gehen, wenn man selber stur sein Ding durchzieht?
Ich habe Kompromisse gesucht und nach Möglichkeit angeboten.
Es ist nicht immer möglich, aber doch oft.

Und wenn ich so sehe, wie meine Tochter jetzt mit 6,5 ist, hat es sich auch gelohnt.
Sie fing selber früh an, sich Lösungen zu suchen, sogar abzuwägen,womit wir beide leben können, bevor sie überhaupt sauer werden mußte.
Und das finde ich sehr gut, ohne Kompromisse und nur mit reiner Sturheit kommt man nicht geschickt durchs Leben.



Trotz
http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=36588

http://www.rabeneltern.org/elternsein/wissenswertes/gaertner_trotz.shtml
http://www.familienhandbuch.at/cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_485.html

Beitrag von jenny133 07.10.10 - 09:26 Uhr

Hallo

danke für deine Antwort!
Bei dem spazierengehen war es so, das ich ihn nicht weg geschickt habe, sondern einfach seine Hand los lies und er mir darauf hin nachgelaufen ist. Der Kontakt bestand immer und ich hätte natürlich meinen kleinen nicht zurück gelassen (war ja auch an der Straße...)

Aber ich sehe das schon als Gefahr, wenn ich immer nur das tue was er gerade will nur um seine Trotzreaktion zu verhindern. Bei uns zuhause bin ich wirklich relativ ruhig und wir finden immer einen Weg, das es eben nicht soweit kommt. Meine Grundregeln kennt er und befolgt sie wenn wir alleine sind komischerweise auch ohne großes Theater #kratz
Wie gesagt, zb. Sache mit den Süßigkeiten. Er will was vor dem Abendessen naschen. Ich sage nein. Er lässt nicht locker. Nach dem zweiten Nein spreche ich lauter und irgendwan checkt er es. Klar gefällt ihm das auch nicht, aber dabei hatte ich noch keine solche Szene. Bei meiner Mutter zum Beispiel - gleiche Situation, sie hält sich raus, reagiert er mit viel Geschrei und Geheule so das sie gleich einlenken will und ihm "eine Kleinigkeit" vorweg geben möchte.

LG
Melanie

Beitrag von ayshe 07.10.10 - 09:40 Uhr

Du, so war das auch nicht gemeint, also nicht auf dein Verhalten beim Spazierengehen bezogen, sondern generell.
Denn viele sind ja der Meinung, daß man ein Kind dann eben in sein Zimmer schicken soll oder sonstwas.


##
Aber ich sehe das schon als Gefahr, wenn ich immer nur das tue was er gerade will nur um seine Trotzreaktion zu verhindern.
##
Ich meine auch nicht, daß man jedesmal alles verhindern soll, es gibt auch überall Grenzen.
Bei Dingen wie Fernsehen, Süßigkeiten, Zähneputzen oder anderes, was eben nicht einfach erlaubt wird, habe ich auch nie nachgegeben.
Aber ich habe dann eben auch versucht zu trösten, gesagt, daß ich verstehe, daß sie gern Kekse will, es aber vor dem Essen jetzt keine gibt, weil es ungesund ist usw. in der Art eben.

##
Bei uns zuhause bin ich wirklich relativ ruhig und wir finden immer einen Weg, das es eben nicht soweit kommt. Meine Grundregeln kennt er und befolgt sie wenn wir alleine sind komischerweise auch ohne großes Theater
##
Ja, siehst du, ist doch toll.

##
Wie gesagt, zb. Sache mit den Süßigkeiten. Er will was vor dem Abendessen naschen. Ich sage nein. Er lässt nicht locker. Nach dem zweiten Nein spreche ich lauter und irgendwan checkt er es. Klar gefällt ihm das auch nicht, aber dabei hatte ich noch keine solche Szene. Bei meiner Mutter zum Beispiel - gleiche Situation, sie hält sich raus, reagiert er mit viel Geschrei und Geheule so das sie gleich einlenken will und ihm "eine Kleinigkeit" vorweg geben möchte.
##
Naja, deine Mutter wird weich ;-)
Ich bin da auch hart geblieben, ruhig und bestimmt und meinetwegen auch verständnisvoll.
Für deinen Sohn ist deine Grenze hier ersichtlich, aber er weiß auch, daß er Oma weichbekommt.
Mein Vater hat sich auch sofort weichklopfen lassen, das mußte ich dann erstmal mit ihm klären ;-)

Beitrag von jenny133 07.10.10 - 10:53 Uhr

Ausschlaggebend für meinen Thread war eben mein Verhalten beim Spazieren gehen. Ich weiss nicht ob ich die Situation richtig erfasst habe und Nico tatsächlich nicht laufen WOLLTE. Andererseits mag er diese eine Freundin und deren Kinder von mir nicht sooo gerne und zuhause gings dann ja auch wieder mit dem rumtoben.

Klar bin ich auch nur ein Mensch und manchmal reisst auch mein Geduldsschnürchen #hicks Dann werde ich schon laut und manchmal wohl auch ungerecht #aerger Aber ich denke das erträgt der kleine schon. Er weiss schon, das er immer auf mich bauen kann und es passiert auch nur ganz selten mal. Meisstens folgt dann auch eine Entschuldigung von mir.

Erziehung ist echt ein schwieriges Thema. Man will doch alles richtig machen und die Kinder so gut es geht auf das zukünftige Leben vorbereiten!

LG
Melanie

Beitrag von ayshe 07.10.10 - 11:55 Uhr

Ich finde das ganz normal, und jeder ist auch mal genervt und ungerecht.
Immerhin gut, wenn man es dann erkennt ;-)

##
Erziehung ist echt ein schwieriges Thema. Man will doch alles richtig machen und die Kinder so gut es geht auf das zukünftige Leben vorbereiten!
##
Ja, sicher, aber es ist auch niemand perfekt.

Beitrag von quickys1 07.10.10 - 12:55 Uhr

Hallo Melanie,

du hast Recht, Erziehung ist ein schwieriges Thema.

Im Grunde genommen läuft es bei uns so wie bei ayshe.
Wir diskutieren viel, bieten Kompromisse an und geben zu
gleichen Teilen (mal Kind, mal wir) auch nach.

Bei unserer Tochter kommen wir damit supergut klar.

Tja, und dann kam unser Sohn.
Er ist ein kleiner süßer Sturrkopf.

Wir haben es genauso versucht wie bei der Großen.
(Wir tun es immer noch: Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich nie:-))

Aber was soll ich sagen, es nützt nichts.
Was in seinem kleinen Kopf drin ist muß dann auch sein. Ohne
wenn und aber. Er versteht sehr gut, warum etwas gerade nicht
geht aber er akzeptiert es nicht.
Das schaukelt sich dann gerne hoch und wenn er dann wirklich gar
nicht nachgibt, dann schicken wir ihn schon mal in sein Zimmer, damit
sich die Gemüter beruhigen. Zu Weihnachten bekommt er übrigens einen
Sandsack, damit unsere Türen doch noch etwas länger halten:-)
Meistens klappt es dann so nach 1-2 Minuten wieder besser.

Er hat halt mittlerweile eingesehen, das wir beide sehr konsequent
sind. Ein ja ist immer ein ja und ein nein ist eben auch immer ein nein.
Bei unserem kleinen klappt das mit dem ab und zu mal nachgeben
leider überhaupt nicht.

Du siehst, es kommt immer auch aufs Kind an.
Unser Große hatte halt einfach nie solche Wutausbrüche.

Auf jeden Fall noch viel Spaß mit deinem kleinen Sturrkopf:-)
Es gibt mehrere davon.

Lieben Gruß


Nicole

Beitrag von marion2 07.10.10 - 12:29 Uhr

Hallo,

ich versuche es mit Konsequenz. Wenn ich "nein" sage, bleibt es beim "nein". "Vielleicht" ist verhandelbar.

Auf Bocken reagiere ich nicht- auf Argumente schon.

Gruß Marion

Beitrag von lisasimpson 07.10.10 - 12:00 Uhr

nun ja- ich stelle mir die frage : "ist das jetzt wichtig?" bzw. "was ist mein ziel"
wenn mein ziel ist, mit den kinder einen schönen spaziergang zu machen und das sonnige wetter zu genießen, DANN ist es mir nciht wichtig ob wir links oder rechts rum gehen, zum maisfeld oder zum spielplatz, im matsch waten oder durch pfützen hüpfen.
das können dann die kinder entscheiden.

wenn wir aber dringend zu einem termin müssen, dann können sie nicht entscheiden, ob, wann und wie wir wohin gehen- dann entscheide ich.
die kinder dürfen entscheiden, ob sie dsa gut oder blöd finden- es wird nichts daran ändern.
es wird entspannter, wen nsie sich drauf einlassen und ich kann ihnen mit verständis begegnen, wenn sie vom bevorstehenden zahnarztbesuch nicht entzückt sind.
aber: es hilft nichts.

Kinder dürfen wütend, sauer und trotzig sein- sie dürfen mit begeisterung auf unsere vorschläge reagieren oder eben nicht.
Es geht mir NICHT drum, der "boss" zu sein und etwas durchzusetzen um dies zu demonstrieren.
es geht mir immer um die sache.
ist die sache wichtig und verfolge ich mein ziel- dann werde ich auch Entscheidungen treffen, die meinen kindern nicht gfeallen.
ist es nicht wichtig für mein ziel- dann können die kinder entscheiden.
gemeinsam zu besprechen, Kompromisse auszuhandeln, sich auf andere einzulassen und Geduld, ausdauer und Einfühlungsvermögen zu erlange ist ein langer weg- dein sohn fängt gerade damit an.
so wie du es ihm vorlebst wird er zwischenmenschlichen Umgang erleben.
wenn du einem kind zeigen willst, daß es immer nur drum geht, wer der "boss" ist- dann wird er genau dies ebenfalls immer wieder einsetzen um zu seinen zielen zu kommen.
wirst du ihm zeigen, daß man ruhig und vernünftig Kompromisse aushandeln kann, wird er dies als weg wählen.
wird er viele unterschiedliche Handlungskompetenzen erwerben dürfen, so hat er später ein reichhaltiges Angebot- muß er immer "parieren", dann hat er wenig Handlungsalternativen gelernt, die er später dringend benötigen wird in einem sozialen miteinander

lisasimpson


Beitrag von ayshe 07.10.10 - 12:29 Uhr

#pro

Beitrag von jenny133 07.10.10 - 14:14 Uhr

Danke!

In meinem Fall hätten wir den Spaziergang ja auch lassen können und gleich heim fahren. Dann wäre meine Freundin aber wohl entäuscht gewesen.
Bei Dingen die eben wirklich wichtig sind für die Gesundheit zum Beispiel stellt sich mir die Frage nicht. Wenn er sich abends beim Zähneputzen so aufführen würde, würde ich gar nicht drüber nachdenken und es trotzdem machen. Da der Spaziergang eben nichts lebensnotwendiges war - wie eben auch manchmal andere Dinge - frage ich mich speziell bei den Sachen eben wie ich richtig reagiere #kratz

LG
Melanie

Beitrag von lisasimpson 07.10.10 - 14:21 Uhr

nun ja- du hättest ihn ja fragen können, was er statt dessen gerne machen würde.
vielleicht gings ihm drum einen anderen weg einzuschlagen, noch auf nem Spielplatz vorbei zu schauen, schnell wieder nach hause zu kommen oder oder oder.

ich würde einfach schauen, wie man gemeinsam ne Lösung findet.
vielleicht war er müde, oder gelangweilt, vielleicht hätte er an ner anderen strecke blätter und kastanien sammeln können oder wäre schneller gewesen, wen ner gewußt hätte, was ihn wann wo wie erwartet.
vielleicht hättest du ihn in einem buggy stzen können oder oder oder..
ich weiß ja nicht wo das problem lag.

ich persönlich fahre gut damit, erst mal in ruhe zu versuchen, das problem zu klären und dann loszulaufen/ weiterzulaufen.,
mit einem quengeligen kind im schlepptau hat doch auch keiner spaß am spaziergang.
die freundin hätte es sicher verkraftet, 10 minuten säter, früüher, weiter kürzer ... zu laufen und wenn das ergebnis dann ist, daß ALLE spaß dran haben wäre ja auch für alle was gewonnen.
Wenn am ennde alle mit nem brüllenden kind laufen- hatte keiner spaß.
das ziel eines spazieganges wäre für mich also nicht erreicht gewesen.

Beim zähneputzen ists ebenso. klar ist: die zähne werden geputzt. wer wann wie wo was macht ist aber eine sache von verhandlung. herauszubekommen, wie man es am angenehmsten für alle gestaltet kann man auch da. nur ist hier neben dem ziel, dßa zähneputzen etwas angenehmes ist auch das ziel, daß die zähne sauber sein sollen- also liegt die aufgabe darin beide ziele so gut wie möglich zu erreichen.
manchmal kommt dann ein ziel zu gunsten des andere zu kurz- langfristig behalte ich aber beide im auge...

lisasimpson

Beitrag von marysa1705 07.10.10 - 17:22 Uhr

#pro

Beitrag von nicole9981 07.10.10 - 13:29 Uhr

Hallo!

Nils ist gestern 3 geworden. Er hat auch einen Dickschädel das hat zur Konsequenz dass wir hier bestimmte Regeln haben die eingehalten werden müssen. ich möchte z. Bsp. nicht dass er früh um 6 mit seinem Auto durch die Bude ballert weil unter uns die Leute vielleicht noch schlafen. Das gab eine Weile Diskussion und auch Ärger aber das ist dann halt so. Ich sage mir immer er hat das Recht sauer zu sein. Für ihn ist das natürlich Mist und ich tröste ihn auch mal wenn er etwas gerne möchte aber nicht haben kann. Das ist ja auch blöd für ihn, aber haben kann er es trotzdem nicht.

Dann gibt es aber auch Dinge wo ich mich durchaus auch bekehren lasse. Neulich wollte ich mit Nils raus weil so schönes Wetter war. Ich habe ihm gesagt dass wir rausgehen. Komm Nils, lass uns in den Garten gehen. Er wollte nicht. Ich habe ihn gefragt worauf er denn Lust hat und er wollte zum Spielplatz. Dann sind wir zum Spielplatz. Ich setze nicht alles stur durch sondern in angebrachten Situationen kann auch ein Kind mal entscheiden. Kommt halt ganz darauf an worum es geht.

LG Nicole

Beitrag von jenny133 07.10.10 - 14:20 Uhr

Hallo Nicole

so ähnlich läuft es bei uns auch. Deshalb hab ich mir Gedanken gemacht, ob die Erziehung so richtig läuft? Wenn eben mal was ist, so wie mein Beispiel mit dem Spaziergang, was eben nicht LEBENSNOTWENDIG ist und ich es trotzdem machen möchte ist es dann auch ok, wenn ich stur bleibe wenn er so rumbrüllt? Vielleicht wäre es sogar ein Fehler da nachzugeben, weil er dann denkt mit Brüllen klappt es immer?

Natürlich hat er ein Recht sauer zu sein. Manchmal muss ich über meinen kleinen Querkopf mitten in so einer hitzigen Diskussion lachen weil er schimpft wie ein kleiner Rohrspatz :-). Nur weiss ich manchmal nicht recht wie ich reagieren sollte...

LG
Melanie

Beitrag von nicole9981 07.10.10 - 20:19 Uhr

Oh dass mit den Prioritäten ist natürlich schwierig. Wir haben einen Hund und der muss raus und Nils deshalb auch. Das war schon immer so und es geht auch nicht anders. Nils ist gerne draußen und ihn stört das nicht. Wenn es Dir wichtig ist kannst Du schon durchsetzen jetzt rauszugehen. Besonders bei schönem Wetter. Du könntest aber um es Deinem Sohn zu versüßen ein Laufrad oder Roller mitnehmen. Oder Du lässt ihn den Weg bestimmen oder ihr schaut mal jetzt bei der Jahreszeit ob ihr Kastanien findet oder Du lockst ihn mit dem Thema Spielplatz. Einfach nur rumlaufen ist ja auch langweilig. Einen Spaziergang zur Eisdiele um die Ecke oder in den Tierpark. Da seid ihr draußen und Deinem Sohn ist nicht langweilig. Nils nimmt oft sein Laufrad mit wenn wir rausgehen, aber er läuft auch und der schafft mit seine gerade mal 3 Lenzen enorme Strecken. Ich bin immer wieder überrascht.

Es kommt halt ganz darauf an wie wichtig Dir selbst das ist. Wenn es zweitrangig ist könnt ihr natürlich auch drinnen bleiben aber darum ging es deinem Sohn vielleicht garnicht. Deshalb da mal nachfragen was er denn machen will. Wenn Du jetzt einen Termin hast. Naja, dann muss er halt mit. Du kannst ja nicht dauernd Termine verschieben weil Sohnemann keine Lust hat. Weißt Du was ich meine. Wenn Du Dir selbst auch ganz ganz sicher bist kann es auch sein dass er weniger diskutiert weil er einfach von vornherein merkt dass es Dir wichtig ist. Nils macht fast nur dann Theater wenn ich selber nicht richtig mag. Kinder haben da feine Antennen.

LG Nicole

Beitrag von schwarzesetwas 07.10.10 - 21:36 Uhr

Hmm...

Ist schwierig, da ich zwei Kinder im Alter von zwei und drei habe.
Beide haben mittlerweile ihren Willen, der auch auseinander geht.

Z. B. einkaufen: Der eine will erst in den Wagen hinten, dann doch der andere nicht mehr vorn.
Wird gebrüllt.
Tja.
Was mache ich da?
Klare Regelung: Der Große sitzt hinten, die Kleine vorn. Fertig.

Wir gehen raus. Der eine will da lang, der andere dort: Mama muss bestimmen, beide heulen. ;-)

Wir stehen am Fahrstuhl.
Beide Kinder wollen drücken.
Tja. Im KiGa der Kleinen darf die Kleine drücken. Auf dem Rückweg der Große, bei uns zu Hause (wir haben einen Fahrstuhl) entscheide ich mal so, mal so. Manchmal WILL ich auch drücken und beide gucken dumm aus der Wäsche.

Ich muß sagen, bislang geht es vom Heulfaktor draußen schon. Was in unseren vier Wänden manchmal jedoch los ist, wenn die beiden sich fetzen und jeder seinen Willen an den Tag legt ist schon krass.

Freu mich immer für die Mums, die gerade nur ein heulendes/bockendes Kind zu versorgen haben.

Ich denke, das ist alles halb so wild, so lange die Kinder auch mal ihren Willen bekommen und lernen, dass sich durchsetzen etwas bringt. :-)

Ach ja: Was mein Verhalten bzgl. Bocken angeht: Je nachdem, was es gerade ist. Es gibt Sachen, die find ich ok, das gemeckert wird, andere wiederum akzeptiere ich in dem Sinne nicht und bleibe auch nicht 'lieb', sondern es gibt ne Ansage, die beide Kinder verstehen.
Hört sich hart an, ist aber anders nicht möglich.

Lg,
SE

Beitrag von snuffle 08.10.10 - 13:52 Uhr

Versuch mal auf die Gefühle deines Kindes einzugehen. Meine Lotte ist 20 Monate und kann mir noch nicht wirklich sagen, was sie für ein Problem hat.

Wenn sie bockt oder sonst was, knie ich mich vor ihr und reagiere auf ihre Gefühle. So merkt sie, dass ich sie ernst nehme und ihre Gefühle respektiere.

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass meine Lotte sich so schneller beruhigt hat. Es ist sehr selten das sie sich so nicht beruhigen lässt, in den Fällen lass ich sie dann einfach in Ruhe.

LG

Beitrag von bine3002 08.10.10 - 18:20 Uhr

Zuerstmal solltest Du das, was andere tun, völlig ausblenden. Deine Freundin ist eine eigenständige Person, die mit ihrem Leben und mit ihren Kindern einen eigenen Weg geht. Den musst Du nicht toll finden und den musst Du dir nicht aneignen. Und dein Weg sollte dir niemals peinlich sein. Und schon gar nicht sollte dein Kind dir peinlich sein. Steh zu dem, was Du tust. Und steh dazu, wenn dein Sohn noch nicht in allen Bereichen perfekt funktioniert. Das tut KEIN Kind in diesem Alter.

Für ein Kind ist eine Mama mit klaren Ansagen und einem - entschludige - Arsch in der Hose wichtig. Dein Kind soll immer wissen, dass Du verlässlich bist, dass Du weißt, was Du willst und warum Du es willst. Deswegen ist es wichtig, dass Du diese Zweifel los wirst, ob es RICHTIG ist, was Du machst. Natürlich ist es RICHTIG! Feierabend! Denn egal was Du tust, rückblickend kann es immer FALSCH gewesen sein. Das gilt aber für alles. Selbst wenn Du das Haus verlässt, kann das falsch gewesen sein, weil Du überfahren wurdest. Und bleibst Du zu Hause, war das vielleicht auch falsch, weil das Haus abgebrannt ist. Man weiß es einfach nicht. Aber sollte man deswegen ständig zweifeln? Und seinem Kind diese Unsicherheit auch noch vermitteln? Nein! Daraus entstehen ewig zweifelnde pessimistische unsichere Menschen. Du möchtest aber ein selbstsicheres Kind großziehen. Und deswegen musst Du erstmal selbst sicher werden ;-)

Verstehst Du?

"Wie reagiert man, wenn man das Gefühl hat, das sich wieder so ein Streit anbahnt, weil man dem Kind nicht den aktuellen Wunsch (zb. Süßigkeiten vor dem Essen, Fernsehen, nach Hause fahren wenn man grade erst bei der Freundin angekommen ist) erfüllen WILL? "

Versuch mit sowas einigermaßen sensibel umzugehen. Streitereien gehören zur Eltern-Kind-Beziehung dazu... eigentlich zu jeder Beziehung. Wenn man merkt, dass sie sich anbahnen, dann kann man sagen: "Eigentlich möchte ich nicht streiten. Ich habe eine Idee..." dann kann man einen Vorschlag machen. Z. B. haben wir die Süßigkeiten auf einen bestimmten Platz gelegt, wo sie bis zum Nachtisch gewartet haben. Das Fernsehen haben wir auf einen bestimmten Zeitpunkt verschoben. Wichtig finde ich dann, dass solche Abmachungen von beiden Seiten eingehalten werden. D.h. selbst wenn meine Tochter schon längst wieder vergessen hat, dass sie einen Lolli zu Nachtisch "gebunkert" hat, frage ich sie danach. Und wenn ich ihr Fernsehen versprochen habe, dann erinnere ich sie daran. Dann gibt es vielleicht noch ein Eis dazu oder Chips, Kerzenlicht und eine Kuscheldecke, sodass sie spürt, dass die Fernsehzeit zu diesem Zeitpunkt noch viel schöner ist und es sinnvoll war sie zu verschieben.

Beitrag von petite27 10.10.10 - 08:45 Uhr

huhu Melanie,

Ich hab auch so nen kleinen Trotzkopf zu Hause im Moment.

Also ich denke jeder erzieht eben ein bisschen anders....und ich denke auch fast jede Mami wird sich hin und wieder fragen...."war das jetzt richtig von mir" , "ohje, ich glaube ich war zu streng" oder " hm...da hätte ich wohl strenger sein müssen". usw.

Und Ja, ich find es auch grade schwierig.
Das schwierigste daran finde ich im Moment eben, nicht in Selbstzweifeln zu versinken weil ich öfter mal schief angeschaut werde.

heisst....alle Kinder um uns herum sind lieb, vorbildlich....meiner liegt mal wieder um sich tretend und brüllend auf dem Boden. :-p
Dann kommt von "mutigen" Müttern schonmal sowas wie: "du hättest von Anfang an konsequenter sein müssen, dann wäre das jetzt nicht so...."
Ich hab bisher im Bekanntenkreis noch von Niemandem gehört, dessen Kind/er keine Trotzphase hatten.
Ein Kind mehr, ein Kind weniger, aber da kannste vorher machen was du willst, die kommt einfach...und manchmal eben auch heftig.

Wir haben vor Kurzem die ganzen Blicke im Ikea auf uns gezogen weil mein Kleiner am Ende wo es was zu Essen gibt auf einmal abgehauen ist und unter den Absperrungen durchgerannt ist.
Als ich ihn mir geschnappt hatte (bin mit rotem Kopf im Eiltempo hinterhergekrabbelt), warf er sich hin....wälzte sich, brüllte und schrie Mama wehhhh tun, Mama wehhh tun! #schwitz
Zwei Meter neben uns stand eine Mama mit drei total stillen Kindern neben sich und alle guckten missbilligend zu. ;-)

Was solls, irgendwann hört diese Phase wieder auf, ich werde mit Sicherheit nicht alles richtig machen, aber ich bin auch nur ein Mensch.

Und von einem Gedanken verabschiede ich mich gerade:
Nämlich der, dass Eltern deren Kinder nicht so reagieren in dem Alter, einfach die bessere Erziehung drauf haben!
Nein, das glaub ich einfach nicht mehr. Ich denk mir dann immer, wartet ab, dafür kommts bei euch in der Pubertät dann knüppeldick! :-)

LG

Jessi

Beitrag von jenny133 10.10.10 - 13:34 Uhr

#danke