Mal nachgefragt: Ab wann geht es einem finanziell gut?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von nineeleven 06.10.10 - 22:45 Uhr

Hallo und guten Abend,

ich lese hier in vielen Posts den Satz bzw den Ratschlag "wenn es euch finanziell gut geht, dann #bla"

Wann geht es einem denn finanziell gut? Ich weiß dass jeder Mensch verschiedene Ansprüche hat, aber wenn ich zB uns als Ehepaar und Eltern betrachte, sind wir finanziell betrachtet voll am Arsch, sry #hicks

Wir gehen beide arbeiten (bzw sind arbeiten gegangen - ich seit gestern im MuSchu), mein Mann Vollzeit ich vorher 30Std/Wo. Nach Abzug aller Kosten wie Versicherung, Auto, Kiga usw. bleibt von unserem beider Lohn + Kigeld unterm Strich nichts mehr übrig. In den Urlaubfahren zB gibts es nicht, beim Einkaufen wird geschaut welches Lebensmittel das günstigere ist, genauso bei anderen Einkäufen (Klamotten zB). Viele Kindersachen bekommen wir gebraucht von Bekannten oder Verwandten, ein paar Euro gehen auf's Sparbuch. Unvorhersehbare Kosten (zB war mein Auto letztes Jahr kaputt) bringen uns ins #schwitz und das Geld was mühsam auf dem Sparbuch angesammelt wurde ist mit einem Schlag weg. Und ich rede hier nicht von Beträgen jenseits von hunterten von Euro aufwärts die wir sparen.

ABER wir jammern nicht und trotz alledem würde ich nicht auf die Idee kommen bei irgendeinem Amt nach zusätzlichem Geld anzufragen. Trotzdem fragen wir uns ob es nicht eigentlich so sein sollte dass trotz aller "Sparmaßnahmen" auch mal etwas drüber bleibt um zB mal n bissl mehr Geld auszugeben, uns auch mal was gönnen wir zB essen gehen, irgendwo n günstiges verlängertes WE machen. Oder aber auch dafür um nicht drüber nachdenken zu müssen ob man mit dem zweiten Kind nicht viell doch einen Fehler gemacht hat.

Daher würde mich mal eure Meinung zur im Betreff genannten Frage interessieren. Wie gesagt die Ansprüche sind ja für alle Menschen anders, daher interessieren mich keine Zahlen. Also sowas wie zB Frau kann Hausfrau sein, zwei Mal im Jahr in den Urlaub fahren zu können, im Supermarkt das in den Wagen zu packen was schmeckt und nicht nur was günstig ist oder ganz zu verzichten usw. #bla

Und bezgl. einer SS: sollte die wirklich immer nur vom finanziellen Status abhängig gemacht werden? ZB habe ich persönlich im Bekanntenkreis oft den Satz gehört "die sind doch blöd, kommen so schon kaum hin mit dem Geld und "schaffen" sich ein zweites Kind an" (nicht zu uns persönlich!!!). Wenn derjenige NUR dem Staat auf der Tasche liegt und sich wg dem Kigeld Kinder "anschafft" habe ich für diese Aussage ein gewisses Maß an Verständnis; aber wenn beide Elternteile in einem festen Arbeitsverhältnis stehen, beide eigenes Geld verdienen und von nirgends weitere finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen, DARF man über solche Leute diesen Satz sagen AUCH WENN es finanziell knapp ist?

Bitte nur um neutrale Meinungen und keine persönlichen Angriffe!

#danke

Beitrag von vivi1968 06.10.10 - 22:54 Uhr

Hallo! Wir haben 5 Kinder und die Finanzen haben dabei nie eine Rolle gespielt. Wir gehen auch beide arbeiten, haben ein Haus und wir kommen über die Runden. ICH persönlich finde es nicht gut sich über anderer Leute Familiensituation auszulassen. Das geht niemanden etwas an. Das muss jeder selbst wissen. Damit es uns finanziell gut geht, müssten wir 5000 Euro netto im Monat haben.
Lg
Vivi

Beitrag von nineeleven 06.10.10 - 23:21 Uhr

#danke für deine Antwort.

Beitrag von ippilala 06.10.10 - 23:16 Uhr

Ich würde sagen es geht einem finaziell gut, wenn man, wie du schon gesagt hast, kaufen kann, was man mag (außer Luxusartikel, Hubschrauber, Privatjets usw.) Aber Reisen würde ich mit einberechnen so 3-5 im Jahr und zwar nicht nur auf Balkonien. Genauso würde ich mit berechnen, dass man sich kaputte Dinge (Auto!) sofort ersetzten kann ohne ans Geld zu denken oder auf irgendetwas zu verzichten.
Ich finde man verdient auch gut, wenn man sich die beste medizinische Versorgung leisten kann, die es gibt. So und hier könnte ich schon keinen Betrag mehr nennen, das könnte ja auch in die Millionen gehen.

Ob Frau oder sontwer zuhause bleibt ist egal, je nachdem wie man sich das wünscht.

Übrigens macht Geld bis ca. 4000 €/Monat p.P. glücklich, bzw. steigt das Glück des Durchschnittsmenschen darüber nicht mehr an.

Beitrag von nineeleven 06.10.10 - 23:25 Uhr

#danke auch dir für deine Antwort.

An solche Sachen wie Jet usw hab ich auch nicht gedacht, da das für mich unter Luxus fällt und nicht unmittelbar zum Wohlbefinden des Menschen beiträgt.

Die medizinische Versorgung habe ich gar nicht bedacht. Danke für diese Anregung.

#winke

Beitrag von oekomami 07.10.10 - 07:30 Uhr

Hallo,

wir fahren nur einmal oder zweimal pro Jahr weg, denn für 5 Tage oder so würde ich nie die Koffer packen.

Wenn geht es 3 Wochen weg und welcher AG hat 9 Wochen und mehr Urlaub..

Beitrag von curlysue1 07.10.10 - 14:38 Uhr

Das könntest Du mir schenken, aber ich würde keine 3 Wochen weg wollen.

Beitrag von ippilala 07.10.10 - 17:25 Uhr

Dann müsste man so "gut" verdienen, dass man sich 9 Wochen, teilweise dann unbezahlt, leisten kann :)

Also ich habe nichts gegen Kurztripps.

Beitrag von sue20 06.10.10 - 23:40 Uhr

Hallo,

wennes einem so gut geht das man nicht darüber nachdenken muss(Neu-AutoS, Boot,Flugzeug mal aussenvor)

ICH muss eine Rechnung/NAchzahlung(wie auch immer) ohne mit der Wimper zu zucken bezahlen können: wennich eine Rechnung von 20Euro bezahlen kann-ok.-dann bin ich aber "arm"dran-Ich muss eine rechnung von 1000Eurobezahlen können, ohne darüber nachzudenken,wie ich jetzt meine laufenden Kosten bezahlen kann!

Auch möchte ich nicht an Urlaub, Kleidung und Essen sparen-so alltägliche Dinge halt!

Ein gutes Einkommen, um sorgenfrei(er) Leben zu können fängt bei mir bei 8000netto an!Aber auch da passt man sich dem Geld an....


Vg Sue

Beitrag von nineeleven 06.10.10 - 23:44 Uhr

#danke auch an dich für deine Meinung.

Aber Uiiii, 8000 Glocken sind ja schon ne Menge Schotter. Würdest du bei solchem Geld überhaupt noch nebenbei "sparen" (wie spießig #rofl)?

LG #winke

Beitrag von sue20 06.10.10 - 23:47 Uhr

Sicher!

Ist ja ein wichtiger Punkt,der auch abgedeckt werden sollte, bevor man sich ganz bewusst für ein Kind entscheidet(mal so angemerkt;-))(nicht böse ghemeinzt-ist ja jeder anders)

Die Rentenvorsorge und das monatl. Sparen-je mehr mn hat,desto mehr kann man natürlich machen/weglegen!

Ist ja auch die Summer,die ich als "Sorgenfrei" ansehen würde!


#winke

Beitrag von nineeleven 07.10.10 - 00:10 Uhr

Sorgenfrei ist ein schönes passendes Wort. #ole

Danke nochmal!

Beitrag von sandra7.12.75 07.10.10 - 00:06 Uhr

Hallo

Und ich mag so nicht nochmal so leben.Wir bekommen unser 5.Kind und es muß Geld beiseite geschafft werden für Reperaturen,Freizeit,Schule.
Es sollten Hobbys finanziert werden können.
Ich möchte trotzdem einfach so in den Laden gehen und einfach und wenn es nur Bastelmaterial ist kaufen können.Ich rede hier nicht vom Lottogewinn in Milionenhöhe,aber wir wollen leben und nicht nur knausern.

Wir hatten bis letztes Jahr zum 1.7.09 jeden Monat 700 Euro weniger,das haben wir echt gut gemerkt,stell dir mal vor wir hätten nichts gespart,dann wären wir so in die Miese gerutscht da würden wir heute nach über einem Jahr noch dran zu knausern gehabt.

Das war ein ganz fieses Jahr:-(

Geld ist zwar nicht alles aber es hilft.

Und wir sind normale Menschen.

lg

Beitrag von nineeleven 07.10.10 - 00:13 Uhr

>>>wir wollen leben und nicht nur knausern<<<

Das denke ich auch. ZB dass man sich auch mal einfach so zwischendurch für sich und die Kinder mal was gönnen kann ohne n schlechtes Gewissen zu haben.

Ich kenn den Spruch "Geld allein macht niocht glücklich, aber es beruhigt ungemein"

Danke auch dir! #winke

Beitrag von hsicks 07.10.10 - 06:47 Uhr

Hallo ,

ich bin persönlich auch der Meinung, dass man sich eine Schwangerschaft sehr gut überlegen sollte, wenn man schon ohne weiteres Kind finanziell schlecht über die Runden kommt.

Ansonsten halte ich es für das größte Versäumnis unserer Politik, dass sie es nicht schafft, Menschen trotz Vollzeitbeschäftung in die Lage zu versetzen, so " anständig " leben zu können, dass am Monatsende bei vernünftigem Wirtschaften noch etwas übrig bleibt.

Gruß,
Heike

Beitrag von romance 07.10.10 - 07:54 Uhr

Huhu,

ich denke wenn am Ende Geld übrig bleibt und das mann verwenden kann. Wie z.B Sparen (Auto kaputt, Urlaub etc.), Klamotten oder neues Spielsachen für die Kinder, Kino und so weiter.

Und ich denke, wir machen uns viel zu viel Kopf über andere. Wie die das schaffen. Die können uns natürlich sagen. Wir haben soviel Geld auf dem Konto, haben Ersparnisse und können mal eben den Geschirrspülmaschine kaufen wenn sie kaputt ist. Und nicht gleich biliges Teil, nein wenn schon von Miele. Aber kennst du ihren Kontostand wirklich? Nein.

Die Häuser haben, müssen harte dafür kämpfen das Haus zu behalten. Dann kommen ja auch Reperaturen am Haus, irgendwann muß das Dach gedeckt werden. Und dann? Entweder sie haben Ersparnisse (mühsamm zusammen gespart) oder sie machen Schulden.

Du weißt du: Unter jedem Dach ein ACH!

Wir sind z.B in eine teuere Wohnung gezogen, im Grunde ist es zu bezahlen. Wenn keine Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder oder oder eintreffen sollte.

Jeder kann daher schlau reden aber hinter der Tür, weißt du auch nicht. Wie es bei den aussieht! Machen Schulden, damit sie mithalten können.
Sonst hätte ein Herrn Zwegat nicht soviel zu tun.

Ich konnte mir den Luxus leisten, eine neue Küche kaufen zu können. Aber dafür halt kein Urlaub. Okay, die Küche hält länger der Urlaub ist nur eine Erinnerung.

Aber wir müssen auch schauen, wieivel wir am Ende ausgeben. Da wir nun eine teuere Wohnung haben, müssen wir darauf schauen. DAs ist unser Luxus, die Wohnung. In der alten, war sie billig in der Kaltmiete und Nebenkosten. Aber das Leben wurde enger und enger mit 3 Personen und 2 Zimmerwohnung auf 68qm².

Und unsere Tochter hat auch vieles gebraucht bekommen. Einiges ist neu aber nicht alles und sie muß nicht mit Markensachen aufwachsen.

Im Babyalter werden sie schon auf Marken getrimmt. Woran spielen sie gerne? An den Etiketten von den Artikeln und wenn z.B Esprit drauf geht, dann erkenne sie das Logo später und wollen nur das haben. Was allerdings auch Erziehungssache ist.
Die Hersteller sind nicht dumm, sie wollen schon die Kleinen damit prägen. Das das Kind nur das haben will, wo z.B Esprit drauf steht.

Geniese deine Schwangerscahft, höre nicht was die anderen sagen. Und ihr macht es richtig.

LG Netti

Beitrag von hsicks 07.10.10 - 17:20 Uhr

Hallo Netti ,

ich finde Deinen Beitrag sehr gut. Wie Du richtig bemerkst, setzt jeder Mensch andere Prioritäten, an denen er das " gut gehen " misst. Bei Euch ist es die Wohnung, bei uns sind es Reisen , beim Nächsten ist es das Auto etc..

Aber merkst Du dabei etwas : Im Ausgangsposting wird geschrieben, dass am Monatsende nach Bezahlen der absolut lebensnotwendigen Ausgaben nichts übrig ist - nichts, womit man " luxuriöse " Prioritäten setzen könnte. Da hört dann für mich irgendwo auch das Verständnis dafür auf, dass Menschen in dieser Lage ihre Situation dadurch noch verschärfen, dass die Frau schwanger wird und damit noch ihr Verdienst teilweise weg fällt - tut man damit der schon vorhandenen Familie einen Gefallen ???
Ich wage es zu bezweifeln !

Gruß,
Heike

Beitrag von romance 08.10.10 - 08:08 Uhr

Guten Morgen,

da gebe ich dir Recht.

Wir würden z.B auch gerne ein zweites Kind bekommen. Nur es geht nicht, wie sollen wir das nun schaffen. Mein Mann verdient zwar gut aber das heißt nicht das wir über die Runden kommen. Wir müssen jetzt wegen der Wohnung Abstriche machen. Aber für mich ist es Luxus diese Wohnung zu haben, mann fühlt sich nicht mehr eingeengt. Und ich gehe auch arbeiten, damit wir nicht sage ich mal Emma´s Sachen nur vom Flohmarkt kaufen müssen. Irgendwann kommen die großen Wünsche.

Sie sollten es einfach mal überdenken, so schwer es halt einen fällt.

LG Netti

Beitrag von trollmama 07.10.10 - 08:18 Uhr

Hallo!
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn jeder definiert 'finanziell gut' anders.
Für manche ist es z. B. Normalität 2-mal im Jahr in den Urlaub fahren zu können, für mich ist das Luxus.
Ich habe Zeiten durchgemacht, in denen ich es mir 10-mal überlegt habe, ob ich den Cent ausgebe, oder nicht.
Ich bin aber auch nie der Typ Mensch gewesen, der deswegen rumgejammert hat. Ich habe meine Situation akzeptiert und versucht, das Beste daraus zu machen. Alle Ausgaben kamen automatisch auf den Prüfstand. Und wenn etwas nicht machbar war, dann wurde ohne großes Geheule die Sache Beiseite gelegt.
Heute geht es uns finanziell sehr gut. Aber trotzdem werfe ich nicht mit dem Geld um mich. Ich rechne weiterhin, halte das Geld zusammen (aber ohne geizig zu sein), in den Urlaub fahre ich immer noch nicht, ich glaube, wir sind die einzigen Menschen im Ort, die immer noch keinen Flachbildfernseher haben und als mein Mann mir zum Geburtstag ein paar Winterstiefel für fast 400 Euro schenken wollte, habe ich ganz dezent abgelehnt....
Mir reicht es einfach zu wissen, daß ich mir diese Dinge kaufen könnte, wenn ich wollte und das bedeutet für mich 'finanziell gut'.
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von kati543 07.10.10 - 08:28 Uhr

Es wird dir nie finanziell gut gehen - es sei denn du gewinnst im Lotto oder erbst eine größere Summe. Einfach aus dem Grund, weil du IMMER das Geld, was du regelmäßig verdienst, auch ausgibst. Auch wenn ihr nur zu zweit seid, werdet ihr mit einem Einkommen von z.B. 5.000€/Monat nicht in einer 40qm-Wohnung leben, sondern euch etwas suchen, was eurem Einkommen entspricht. Ihr werdet dann ein größeres Auto fahren (oder 2), ihr werdet öfter in Urlaub fahren und auch teurere Urlaube. Ihr werdet häufiger gut essen gehen,...
Egal wieviel du verdienst, verzichten musst du immer. Die Frage ist nur, wie teuer es ist, auf was du verzichtest. Verzichtest du auf den 5-er BMW oder auf Bio-Tomaten oder auf das Mittagessen?
Egal wie hoch unser Einkommen war, am Ende des Monats hatten wir immer das selbe raus - 0€. Und ich bin der Meinung, genauso sollte es sein. Ich will nicht enden, wie meine Großeltern, die ihr ganzes Leben lang gespart haben und mittlerweile sogar die Zinsen versteuern müssen - warum denn sparen? Auf was? Um den Kinder alles zu vererben? Wir haben Ziele und haben die erreicht - bzw. dafür teilweise gespart. Das sind unsere Geldanlagen für "schlechte Zeiten".

Beitrag von moeriee 07.10.10 - 08:49 Uhr

Na ja, ich sag's mal so: Bei uns ist am Ende des Monats auch nix mehr auf dem Konto. Aber man muss einfach unterscheiden: Lebe ich am Existenzminimum und habe am Ende des Monats nichts mehr übrig oder kann ich mir Dinge leisten, die nicht zwingend nötig wären, und ich habe am Ende des Monats nichts mehr übrig. Wenn ich sagen kann: "Ich habe eine Wohnung, die mehr Platz bietet, obwohl ich es nicht benötige.", "Ich habe einen teureren Wagen, als ich eigentlich benötige.", "Ich kann mir Bio-Lebensmittel kaufen.", dann darf man definitiv nicht jammern, dass es mir schlecht geht. Keine Frage: Das sind alles Dinge, die man dann zwangsläufig für nötig hält, weil sie schöner / bequemer / etc. sind. Aber alles in allem wäre es sicher nicht zwingend erforderlich. Das Problem liegt einfach darin, dass viele Leute nicht zu schätzen wissen, wie gut es ihnen unter diesen Bedingungen tatsächlich geht. Dass es so ist, merken viele erst, wenn sie tatsächlich gezwungen sind, ihren "Luxus" aufzugeben, weil es finanziell nicht mehr machbar ist. Anstatt sich immer nur über das zu beklagen, was man nicht hat, sollte man mal anfangen, sich vor Augen zu führen, was man tatsächlich hat. Für viele scheint das allerdings selbstverständlich zu sein.

Beitrag von nele27 07.10.10 - 13:14 Uhr

***Es wird dir nie finanziell gut gehen ***

So ist es!

Wir haben seit Juni ein komplettes Vollzeitgehalt mehr (ich war vorher Alleinverdiener, nun sind wir Doppelverdiener).

Klar geht es uns besser. Aber gleichzeitig steigen eben auch die Ansprüche und damit die Festkosten. Wir haben jetzt eine höhere Sparrate, größere Urlaubskasse, größeren Freizeittopf... und nicht zuletzt auch höhere Fixkosten wegen steigender Kitagebühren etc.

Wir haben zwar mehr übrig als vorher, aber mit dem Geld um uns werfen können wir trotzdem noch nicht...

LG, Nele

Beitrag von moeriee 07.10.10 - 08:29 Uhr

Hallo nineeleven! #winke

Und geht es finanziell gut. Neulich erst hatten wir hier ja eine Diskussion darüber, ab wann ein gutes Gehalt beginnt. Dabei wurde mir deutlich, auch aufgrund der Rückmeldung einer anderen Userin, dass mein Mann sicher zwar eigentlich gut verdient. Für das, was er leistet, ist es jedoch zu wenig. :-( Trotz allem würde ich sagen, dass wir mit dem Geld gut hinkommen. Wir sind seit 9 Jahren zusammen. Anfangs verdiente mein Mann noch wenig Geld, da er studierte. Aber seit ca. 8 Jahren hat er ein festes Arbeitsverhältnis (insg. ist er jetzt in der zweiten Firma angestellt). Zunächst waren unsere Ausgaben sehr gering, da wir beide noch zuhause wohnten. Er trug natürlich zu den Lebenshaltungskosten seiner Mutter bei, doch unter'm Strich blieb trotzdem einiges an Geld übrig, dass wir für uns ausgeben konnten. Das Gehalt stieg und wir zogen in eine gemeinsame Wohnung. In all der Zeit kam mein Mann für mich auf, da ich noch sehr jung war und noch an meinem Abitur arbeitete. Wir lebten nicht schlecht. Natürlich konnten wir uns nicht jeden Luxus leisten, aber ich denke, das muss auch nicht sein. Beim Einkaufen kam das in den Wagen, was uns schmeckte. Der Preis war zwar wichtig (warum soll ich teuer einkaufen, wenn ich genau dasselbe Produkt billiger bekomme?), aber nicht ausschlaggebend. Wir hatten zwei Autos (er hat sich seinen Traum von einem Audi A4 Avant erfüllt und ich bekam einen kleinen, neuen Sportflitzer) und wir sind einmal im Jahr für zwei Wochen in den Urlaub gefahren. Auch am Wochenende konnten wir uns einiges leisten: Hin und wieder sind wir ins Kino gegangen, waren essen oder haben uns in einem Wellnessbad massieren lassen. Auch in all dieser Zeit musste ich nicht arbeiten, denn ich studierte noch. Trotz allem versuchte ich, wenigstens einen kleinen Teil zu unserem Lebensunterhalt beizutragen, auch wenn es nicht die Masse war. Wenn ich gute Monate hatte, kam ich auf 400€, hatte ich schlechte Monate, hatte ich vielleicht 80€. Als wir geheiratet haben, wollte ich eine richtige Märchenhochzeit. Und ich bekam sie auch. Ich musste auf fast nichts verzichten. Im letzten Jahr haben wir dann ein kleines Einfamilienhaus gekauft. Es ist keine Luxusvilla, aber es ist unser. Und trotz der Tatsache, dass manche unser kleines Häuschen als popelig bezeichnen würden, bin ich stolz darauf. Es ist erst 7 Jahre alt und bezahlbar. Wir kommen mit dem Platz hin, auch ohne uns einschränken zu müssen. Unsere Prioritäten haben sich verändert. Die Ausgaben sind gestiegen. Ein Urlaub war in den letzten zwei Jahren nicht drin, aber das ist schon OK. Ich weiß das, was ich jeden Tag geboten bekomme, mehr als zu schätzen: Wir haben zwei kleine Rassehunde, denen ich ein Luxus-Hundeleben bieten kann. Wir fahren immer noch zwei Autos (erst vor zwei Monaten haben wir meinen Neuwagen in WOB abgeholt). Wir können nach wie vor, einmal in der Woche in ein Restaurant gehen, ohne auf den Preis zu achten, können uns überwiegend Markenkleidung leisten (auch, wenn ich es nicht immer für notwendig halte...) und müssen auch beim Einkauf nicht zwingend auf den Preis achten. Nichts desto trotz sparen wir jeden Monat knapp 600€. Dieses Geld geht in Fonds, die wir später ausgezahlt bekommen (diese können wir dann z.B. als Sondertilgung für unser Haus verwenden oder mal ein anderes Auto davon kaufen), oder es ist konkret für die Altersvorsorge gedacht. Jetzt in meiner SS, geht es mir nicht immer ganz so gut. Ich hatte schon früh einen verkürzten Gebärmutterhals und soll mich deshalb schonen. Mein Mann hat uns deshalb eine Reinigungskraft eingestellt. Auch eine wöchentliche Massage ist noch drin. Auch bei den Baby-Vorbereitungen muss ich auf nichts verzichten. Ich bekomme, ohne zu Murren, einen Teutonia-KiWa, eine NONOMO Federwiege, ein Paidi-KiZi und all den teuren Schnick-Schnack, den ich möchte. Ich habe zwar mein Studium mittlerweile erfolgreich abgeschlossen, habe aber keinen Referendariatsplatz bekommen. Meine Wartezeit beläuft sich auf ca. 3 Jahre. In dieser Zeit bekommen wir zunächst unser 1. Kind. Ich muss nach wie vor nicht arbeiten gehen und kann die volle Zeit zuhause bleiben, wenn ich das möchte.

Wenn ich mir das alles so durch den Kopf gehen lasse, dann bin ich wirklich der Meinung, dass es uns richtig gut geht. Allerdings muss ich auch eines dazu sagen. Sicher müssten wir nicht immer auf den Preis schauen. Allerdings sehe ich es aus der Perspektive: Je mehr wir auch bei eigentlich teuren Artikeln sparen können, desto mehr können wir uns insgesamt leisten. Als kleines Beispiel: Natürlich hätten wir auch in den nächsten Laden gehen können und hätten sagen können: "Wir möchten den und den Kinderwagen, egal was er kostet!" Ich habe intensiv Preise verglichen und ihn im Endeffekt für 320€ statt für knapp 500€ gekauft. Von den restlichen 180€ konnte ich so dann einen Teil der Kleidung bezahlen oder mir eben die NOMONO Federwiege kaufen. Es gibt überall Sparpotential und das nutze ich auch. Ich habe zwar eigentlich nur hochwertige Markenteile für unser Baby gekauft. Aber im Vergleich zur UVP des Herstellers habe ich sicher ings. 1.000€ gespart, die ich wieder woanders ausgeben kann. Auch beim Autokauf haben wir es so gemacht. Wir hatten ein bestimmtes Budget und eine Vorstellung davon, was in unserem Wunschauto alles drin sein sollte. Ich habe dann im Internet recherchiert und den günstigsten Preis rausgesucht. Damit bin ich dann zum ersten Händler marschiert und habe ihm das vorgelegt. Und gleich hatte ich 12% runtergehandelt. Dieses Angebot habe ich dann zum nächsten Händler mitgenommen, um da über den Preis zu verhandeln usw. Ich habe jeden Händler hier im Umkreis abgeklappert, bis ich letztendlich den besten Preis in Verbindung mit dem besten Service hatte.

Sicher bin ich kein Sparbrötchen. Aber auch, wenn wir es eigentlich nicht nötig hätten, immer und überall Preise zu vergleichen, so mache ich es trotzdem. So wird wieder Geld frei, dass wir zur Verfügung haben. Ich finde nicht, dass das zwingend meine Lebensqualität einschränkt, denn mir macht die Schnäppchenjagd Spaß.

Zu dem anderen Thema "Schwangerschaft trotz Geldknappheit": Ich finde das sehr schwierig. Eigentlich ist es schade, dass Kinder heute zum Luxusgut geworden sind. Im Prinzip ist es OK, dass jeder das Recht hat, sich für ein Kind zu entscheiden. Ist es jedoch so, dass beide Elternteile arbeiten gehen und trotzdem nicht über die Runden kommen, dann finde ich es anmaßend, schlecht über diese Menschen zu urteilen, weil sie ein Kind bekommen. Nicht jeder von uns hat das Glück, einen gut bezahlten Job zu bekommen, und auch wenn es sich fies anhört, aber es ist nun einmal die Realität, dass nicht jeder Mensch für Tätigkeiten qualifiziert ist, die saugut bezahlt werden. Das ist nicht abwertend gemeint, denn wir brauchen in unserer Gesellschaft auch Leute, die einfache Tätigkeiten ausführen. Sie sind genauso wichtig, wie die Menschen mit gut bezahlten Jobs. Was ich allerdings hasse, ist die Tatsache, dass es Familien gibt, die ein Kind nach dem anderen produziert, obwohl das Geld hinten und vorne nicht reicht, und die Haupteinnahmequelle aus dem Kindergeld besteht. Kinderwunsch hin oder her. Ein oder zwei Kinder finde ich durchaus legitim, aber ich finde es schon traurig, wenn die Gesellschaft dann für Familien aufkommen muss, die ein Kind schon nicht hätte finanzieren muss, die dann aber gleich 8 bis 10 Kinder hat und die sich dann auch noch bewusst für eine Großfamilie entschieden hat. Was ich genauso schrecklich finde, sind Paare, die sich bewusst für ein Kind entscheiden, obwohl sie von vornherein wissen, dass sie das Kind nicht bezahlen können und die dann später die Hand aufhalten. Ich muss dabei immer an eine Frau denken, die sich im SS-Forum beklagt hat, dass sie nur wenig Zuschuss zur Erstausstattung bekommen hat. Im Laufe des Gespräches stellte sich dann heraus, dass sie mit Anfang 30 noch studierte (und nie gearbeitet hat) und ihr Mann hatte seinen Job hingeschmissen, um auch noch mal zu studieren. Sie ist dann bewusst schwanger geworden und wusste nun weder ein noch aus, weil ihr plötzlich bewusst wurde, dass sie eigentlich gar kein Geld für ein Kind haben. Sie musste ihr Studium unterbrechen und ihr Mann konnte / wollte auch nicht aufhören zu studieren, da sich dadurch ja seine Chancen für später vergrößern würden. Sie meinte dann, dass ihr das Geld vom Staat doch zustünde (auch Hartz IV), denn sie würde ja, aufgrund ihrer späteren Qualifikation (wenn sie denn mal das Studium abgeschlossen hätte...) einen Haufen Geld verdienen und somit auch einen Haufen Steuern zahlen. Was ich davon halte? Na ja! Nicht wahr? ;-)

Ich denke, man muss das Ganze immer differenziert sehen. Von pauschalen Urteilen halte ich nichts. Aber ich kann durchaus in sehr vielen Fällen die Aufregung der Menschen verstehen. Viele Menschen machen sich vorher ausgiebig Gedanken darüber, ob ein Kind finanziell drin ist. Und erst, wenn sie zu dem Ergebnis kommen, dass dem auch tatsächlich so ist, legen sie los. Und dann gibt es die Menschen, die einfach wild drauflos #sex und dann jammern, weil sie mit Geld, dass sie nicht mal selbstverdient haben, nicht auskommen.

So, genug Text für einen Morgen! ;-)

Liebe Grüße #herzlich

Marie mit #baby-Louis im Bauch (27. SSW)

Beitrag von nineeleven 07.10.10 - 10:25 Uhr

Wow, vielen Dank für deine nette und sehr ausführliche Antwort.

Es war spannend sie zu lesen und muss sagen ein klein wenig neidisch bin ich ja schon, vorallem auf dein DurchSETZUNGSvermögen und auf dein DurchHALTEvermögen.

Was ich sehr interessant finde ist der Satz >>>Eigentlich ist es schade, dass Kinder heute zum Luxusgut geworden sind<<< Genau das ist der Punkt. Aber es ist sicher für den Staat schwierig, im Zusammenhang mit Arbeit der Eltern da eine Regelung zu finden dass es arbeitenden Eltern "leichter" gemacht werden kann sich ein Kind zu leisten, als tatsächlichen Sozialschmarozern. Denn wer setzt die Grenze? Wer sagt du hast es verdient, mehr Leistungen zu bekommen und du nicht? Schwierig.

Was ich bei deinem Beitrag auch sehr schön finde ist dass du auch wenn du es dir leisten könntest sagst dass du trotzdem nicht das teuerste vom teuren nimmst sondern nach wie vor Preise vergleichst. Ich finde es mit deiner Einstellung dann auch völlig legitim zu sagen der Kiwa kostet zwar etwas mehr aber er gefällt mir halt super gut.

Wir zB haben das vom Prinzip genauso machen müssen, aber mit dem Unterschied dass unser Kiwa aus dem Ausland kommt. Es ist keine Markenware, absolut "No-name" aber für uns das beste was für unsere finanziellen und noch wichtiger für unsere funktionalen Verhältnisse möglich war.

Ganz furchtbar schlimm finde ich wenn Leute sich teure Markenartikel kaufen obwohl sie es sich entweder gar nicht leisten können oder sich von anderen Personen oder dem Staat aushalten lassen und einen dann von oben herab ansehen nach dem Motto "sieh mal was ich habe und dafür musste ich noch nicht mal arbeiten". Aber gut, dass geht jetzt in eine andere Richtung.

Also vielen lieben Dank nochmal für deinen Beitrag.

LG #winke

Beitrag von nick71 07.10.10 - 09:10 Uhr

"Wann geht es einem denn finanziell gut?"

Mir geht es finanziell gut, wenn ich mir nicht jede Ausgabe dreimal überlegen muss.

"ZB habe ich persönlich im Bekanntenkreis oft den Satz gehört "die sind doch blöd, kommen so schon kaum hin mit dem Geld und "schaffen" sich ein zweites Kind an"

Wenn dann nicht ständig gejammert wird, dass die Kohle hinten und vorne nicht reicht, ist das doch vollkommen in Ordnung. Jeder setzt seine Prioritäten nach seinem eigenen Ermessen...

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