Wo bleibt die Beziehung? Baby nun 8 Monate...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von cristina-m. 06.10.10 - 23:56 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

es geht bestimmt vielen von Euch ähnlich, deshalb die Frage: wie habt Ihr Eure Beziehung "gepflegt" nach der Geburt und vor allem Monate danach?

Ich habe das Gefühl, es schleicht sich immer mehr Alltag ein, der nichts mehr mit Frau-und-Mann-sein zu tun hat.
Unser Sohn ist großartig, geht aber erst um halb elf ins Bett. Ich bringe ihn dahin, klappt alles super, aber es dauert halt eine halbe Stunde. Danach bin ich müde und mein Mann auch. Falls wir noch eine Stunde wach sind, schaffen wir allenfalls Organisations-Kram...
Vor dem Zubettgehen vom Kleinen sind wir mit ihn füttern, beschäftigen und kochen zugange. Vielleicht noch ein wenig Haushalt, wenn's drin ist.
Mein Mann kommt halt auch erst gegen halb acht nach Hause.
Und geht, wenn der Kleine und ich noch schlafen.
Das mit dem gemeinsam Kochen und Essen und mit gutem Essen auseinander setzen ist uns immer ein wichtiger Bestandteil unserer Beziehung gewesen, nun irgendwie scheinbar fast der Einzige.
Essen mittags vorzubereiten schaffe ich aufgrund der Beschäftigung mit dem Kleinen und den kleinen und großen sonstigen Aufgaben nicht.

Sex gibt es immer weniger. Im Moment alle 3 Wochen, vielleicht.
Die Großeltern wohnen zu weit weg, und ansonsten gibt es momentan auch noch niemanden, der den Kleinen mal für einen Abend oder so nehmen könnte, da er auch noch zu oft trinkt und nachts mich braucht, wenn er aufwacht und Hunger hat oder schlecht geträumt hat.
Ich bin halt doch zu 90-95% diejenige, die sich um ihn kümmert, da ich nicht arbeite, aber mein Mann.
Brei isst er schon, aber es klappt noch nicht so zuverlässig, dass er ohne mich und meine Milch auskäme für mehr als 3 Stunden. Außerdem sind die Brei-Mahlzeiten natürlich nicht zu Kino- oder Ausgehzeiten.

Was macht Ihr, um die Beziehung auch mit Baby nicht einschlafen zu lassen?

Danke für's Lesen, bin gespannt auf Antworten.

Beitrag von gh1954 07.10.10 - 00:35 Uhr

Ich habe mir deinen Beitrag nicht ganz durchgelesen.

Halte durch, noch so ca vier Monate, dann könnt ihr wieder reden und euch annähern.

Beitrag von widowwadman 07.10.10 - 22:56 Uhr

Durch Abwarten wird die Entfernung doch nur groesser. Wichtig ist, dass man das Reden nicht sein laesst, und sich weiter um einander bemueht. Natuerlich ist es nicht immer einfach, besonders wenn keine Familie in der Naehe ist, das kennen wir selbst, aber wenn ich glaube nicht dass es einer Beziehung gut tun kann sie 12 Monate zu vernachlaessigen, weil ein Kind da ist, anstatt sich durchgehend umeinander zu bemuehen.

Miteinander reden kann man auch wenn das Kind wach ist, kuscheln kann man auch wenn das Kind wach ist, und wenn man abends keine Zeit fuereinander hat, dann bringt's vielleicht was stattdessen gemeinsam zu fruehstuecken.


Und wichtig ist auch, dass man weiter versucht fuer einander attraktiv zu bleiben, nicht nur optisch, sondern auch mental.

Beitrag von rosenrot1974 07.10.10 - 08:10 Uhr

Ich glaube auch dass das normal ist und sich irgendwann wieder gibt!

Unsere Kleine ist sechs Monate alt. Geht allerdings schon um acht ins Bett. Aber dennoch... Dann essen wir, sehen noch etwas fern und schlafen meistens vor dem Fernseher ein...;-).

Sex... Na ja, von zwei bis drei Mal die Woche bis 14 Tage gar nicht ist alles drin! Irgendwie sind wir wohl beide auch abends zu kaputt dafür... Mein Freund arbeitet den ganzen Tag und ist vor sieben/acht Uhr auch nie zu Hause und wenn die Kleine ne schlechte Nacht hat bekommt er auch weniger schlaft, weil er das ja immer mitbekommt.

Aber ich bin sicher: Das renkt sich wieder ein sobald die Kleinen etwas grösser werden.

Rosenrot

Beitrag von rhenus11 07.10.10 - 08:54 Uhr

Hallo Christina,

Deine Beziehung schläft nicht ein, sie verändert sich halt. Einzig die Qualität der Veränderung entscheidet Ihr selbst und sei es unbewußt.

Ich habe drei Kinder und ja, alle sind mal acht Monate alt gewesen, insbesondere das erste. :-)
Statt bei einem Glas Rotwein nach der Weltformel zu suchen oder hemmungslos am Kochtopf herum zu blödeln, nach Lust und Laune übereinander herzufallen oder sich Spotanitäten jeglicher Art hinzugeben, herrscht Dauermüdigkeit, Sorge um Verdauung, Gesundheit und Entwicklung, überbordendes Fremdbestimmtsein und damit einhergehend eine gewisse Fadenscheinigkeit im Nervenkostüm, vor.

Umso wichtiger ist uns der gedanklich/seelische Austausch gewesen, Stimmungen kund zu tun, statt diese den Anderern erraten oder deuten zu lassen. Sich mitzuteilen, kurz und knapp, den anderen einfach nur ins Bild setzen, ganz nüchtern oder mit dermaßen übertriebenem Selbstmitleid, dass wir unweigerlich Lachen mussten. Dennoch wurde bewußt geheult und nach Regeln kultiviert der Frust heraus geknurrt.
Flüchtige Zärtlichkeiten waren ganz wichtig, nach dem Motto, ich rieche zwar nach Darminnenseite oder Deine Stilleinlagen sind durchnässt, dennoch hauche ich Dir einen Kuss in den Nacken, streichele beim Vorbeigehen was immer ich von Deinem Leib auch erreiche oder sauge den Duft Deines Schopfes in mich auf auf. Das kostete weder Kraft noch ZeIt und ist eine der wenigen Formen der Spontanität gewesen, die uns zu diesem Zeitpunkt noch verblieben war. Na logo gab's auch weniger Sex, dafür aber reichlich Momente der hingebungsvollen, gemeinsamen Bewußtlosigkeit, egal wie bildhaft wir unsere sexuellen Erwartungen und Absichten für den Abend untertags beschrieben hatten. Das hatte aber nichts mit mangelnder Anziehung, Lust oder gar Liebe zu tun. Es ging einfach nciht anders.

Kurz: Wir sind zwangsgereift und in unser Elterndasein hineingewachsen. Haben Frust und Freude geteilt, sind stets - nun ja, wann immer möglich - vom Wohlwollen des Gegenübers ausgegangen und haben selten vergessen, dem Anderen Respekt zu erweisen.
Meine Beziehung ist nie wieder so geworden, wie vor der Elternschaft, warum auch, sie ist im Fluss und entwickelt sich ständig weiter solange sie besteht, denke ich. Sie ist keinesfalls schlechter aber doch unvergleichlich anders und auf jeden Fall nicht mehr so bequem wie vor dem Nachwuchs. Doch, und - most of all - mit der Zeit bekommen die Kinder den Platz zugewiesen, der diesen in der Familie zu kommt. Ist genau wie im Auto, vorne sitzen Mama und Papa, niemand sonst!
Und ja, aus Sicht des Dsicogängers, des studentisches Singles oder der kinderlosen Wohlstandmade mit Powerkonsumentenanspruch ist meine Beziehung eingeschlafen, vielleicht sogar das Gegenteil von lebenswert?
Aber woher sollen diese denkbaren Kritiker auch wissen, wie's Familienleben wirklich ist? Welche Werte, Interessen und Notwendigkeiten dann vorherrschen?

Noch kürzer: Die Beziehung bleibt dort, wo Du und Dein Mann ihr Raum zur Entwicklung geben. Nichts wird bleiben wie es ist und ihr werdet das Herkömmliche nicht konservieren können, dafür gibt's reichlich Neues zu entdecken und entwickeln. Klingt platt, stimmt aber so etwas von.

Alles Gute!

Rhenus

Beitrag von cristina-m. 07.10.10 - 11:55 Uhr

Wow!

Gewählte Ausdrucksweise ist kein Begriff - das von Dir Geschriebene ist literarischer Gaumenschmaus, ich liebe derart treffende Artikulierung!

Die Fadenscheinigkeit im Nervenkostüm ( :-D ) ist wahrscheinlich der springende Punkt. Seitdem die 3,5-Monatskoliken vorüber sind, plagen den Kleinen fast tagtäglich die Zähne, die sich durch den Kiefer bohren. Des nachts meldet sich dann oft der Hunger zu Wort, denn die Wachstumsschübe kennen bei ihm so gut wie keine Pausen...

Während ich mir tags den Kopf zermartere über Ernährung, Gesundheit und Schlafgewohnheiten unseres schnuckligen jüngsten Familienmitglieds und auch zu Hause diejenige bin, die für das 'Gros' der Ordnung und Sauberkeit zuständig ist (erst seit dem Zeitpunkt der Geburt), und nebenher die Zukunft ordnen soll, (die unseres Sohnes, meine berufliche und unsere familiäre), fällt mir auf, wie viele Entscheidungen im Laufe eines Tages und einer Woche so an mir hängen bleiben.
Gewiss liegt es auch an mir, mich in diese Rolle hinein zu finden, das Meiste ergibt sich aus dem Zusammenhang, dass ich die Mutter und zu Hause bin.
Aber der Konsens, den es bei meinem Mann und mir vor der Geburt gab, ist oft nur noch ersichtlich in gleichen Ideen, die wir zum gleichen Zeitpunkt haben und die zufällig zur Sprache kommen. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit den zu bewältigenden Aufgaben, das Gespräch, findet jedoch nur noch selten statt. Nun bin ich selbstverständlich froh, dass wir uns immer noch "blind" verstehen.
Aber abgesehen von zu seltener konstruktiver Diskussion und verbaler Zuneigungsbekundung fehlen mir ebendiese flüchtigen Zärtlichkeiten sehr. Ein gehauchter Kuss, eine kurze Umschlingung von hinten, ein bewundernder Blick aus dem Augenwinkel. Mein Mann war zugegebenermaßen noch nie ein Mensch der heftigen Gefühlsausbrüche, er ließ sich aber immer gerne von meinem Temperament mitreißen.
Auch den Liebesakt bewertet er keinesfalls über, was die Häufigkeit betrifft (das heißt aber auch, dass ich für das Vorhandensein der Kondome Sorge zu tragen habe). Gewiss bin ich da inzwischen auch genügsamer.
Aber ich möchte nicht alleine dafür zuständig sein, neben der Familie auch noch meine Beziehung zusammen zu halten.
Seit der Hochzeit im Juli gibt es nicht mehr Zweisamkeit als davor, eher weniger, obwohl die Vorbereitungen nun weg gefallen sind.
Doch mein größter Schmerz ist:
Oft kann er mit meinen Gesten der Zärtlichkeit nicht umgehen, weil er sie scheinbar nicht mehr gewohnt ist. Umarme ich ihn von hinten, japst er nach Luft und betont, ich sei so stark. Das stimmt, aber ich bin extra vorsichtig und er ist athletisch gebaut (=ebenfalls kräftig genug). Ist er konzentriert auf eine andere Sache und ich streichle ihm sanft die Backe oder küsse seine Stirn, schüttelt er mich oft weg. Das hat er früher auch schon getan, er meint das nicht böse, aber vor der Geburt waren das die Ausnahmesituationen. Nun ist es fast die Regel.
Sehe ich ihn mit meinem Sohn, mit dem er schmust, geht mir das Herz auf und ich könnte weinen vor Rührung. Er ist ein toller Papa. Und so liebevoll.
Aber ich vermisse meinen Geliebten!

Was soll ich nur machen? Wenn er dann mal von sich aus auf mich zukommt, merke ich, wie verschlossen oder einfach müde ich inzwischen bin.

Ich spreche es auch ab und zu an. Manches ändert sich dann. Er nimmt es sich auch zu Herzen. Dennoch: die Beziehung ist davon nicht besser geworden... :-(

Beitrag von nakiki 07.10.10 - 11:24 Uhr

Hallo!

Ich denke ein Problem bei euch ist der verschobene Tagesablauf! Ich würde versuchen den gesamten Ablauf ca 3 Stunden nach vorne zu verschieben, so dass euer Sohn gegen 20.00 Uhr ins Bett geht. Dann habt ihr noch Zeit für euch.
Ihr könnt gemeinsam noch kochen oder fern sehen und euch unterhalten. Eventuell ist dann auch ein Babysitter möglich, da das Kind ja schläft und keine Brust braucht. Es ist auch möglich einfach mal abzupumpen und eine Mahlzeit mit der Flasche zu geben.

Ansonsten fand ich immer das erste Jahr am schlimmsten /anstrengensten. Es dreht sich halt alles um das Kind und am Wochenende haben wir meistens nochmal Schlaf nachgeholt. Je älter die Kinder werden desto besser wird dies wieder.

Versucht euch jetzt einmal im Monat einen Freiraum zu schaffen und auszugehen. Ansonsten finde ich auch das es wichtig ist "im Gespräch" zu bleiben, sich auszutauschen. Das sexuelle kann mal nach hinten rücken, wenn beide immer sehr müde sind. Es kommt von alleine wieder, wenn man wieder ausgeruhter ist. Aber nur wenn man sich nicht auseinander gelebt hat in der Zeit.

Gruß nakiki

Beitrag von carrie23 07.10.10 - 12:51 Uhr

Einfache Organisation.
Ich habe drei Kinder im Alter von 1Monat-3,5 Jahren und ich schaffe es auch das Essen vorzukochen.
Allerdings mach ich das nachts und friere ein.
Natürlich schläft die Kleinste noch nicht durch und Mariella ( 2,5 Jahre, genau 13 Monate jünger als ihr großer Bruder ) auch höchstens 2 von 7 Tagen.
Alles geht, man muss nur reinwachsen udn das fällt einem beim ersten Kind am schwersten.
Als Marcello da war mussten wir auch erstmal lernen damit zurecht zu kommen was Eltern sein bedeutet.
Noch dazu war er ein Schreibaby und hatte schlimme Kolliken, dann hat er angefangen mit 3 Monaten ( mitten im heißen Juli ) das Trinken zu verweigern und schon nach seiner Geburt hatte er eine Infektion weshalb er heute auch sofort jeden Schnupfen, jede Erkältung sofort mitnimmt.
Natürlich machen wir zum Großteil Dinge mit den Kindern denn für 3 Kinder bekommst du einfach kaum nen Babysitter.
Aber die Zeit für Sex und Kuscheln ist da und die nehmen wir uns auch und unser Sexualleben war nie schöner als nach Mariellas Geburt.
Wie es jetzt wird weiß ich noch nicht da ich bis zum Wochenende noch Wochenfluss hatte, aber da wir fast die gesamte Schwangerschaft verzichten mussten wirds jetzt umso schöner.
Luna schläft 4 Stunden durch, man kann die Zeit danach stellen wann sie ihr Fläschchen will.
Weggehen, wie Kino ect geht bei uns auch nicht, aber das liegt daran dass Mariella momentan in einer Phase ist wo sie brüllt, tobt und schreit wenn sie Papa nicht sieht.

Vielleicht habt ihr einfach momentan eine kleine Flaute?
DAs wird sicher wieder besser, wenn ihr dran arbeitet.