Hilfe! Kind zurückstellen? Lehrerin scheint Kind abgeschrieben zuhaben

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Beitrag von anna_lucas 07.10.10 - 10:33 Uhr

Hallo,

brauche mal objektive Meinungen. Mein Sohn wurde Ende März 2004 geboren, ist also schulpflichtig (also kein Kann-Kind, aber eines der jüngsten Kinder in der Klasse). Schularzt hat alle Tests gemacht und ihn als komplett schultauglich eingestuft.

Nun ist es so das mein Sohn eher verträumt ist und leider manchmal (nicht immer!!) mehrmals aufgefordert werden muss etwas zu tun.

Nun hatte ich gestern ein Gespräch mit der Lehrerin (bin fortlaufend mit ihr im Gespräch aber dieses Gespräch war schon etwas "offizieller").

Wir haben uns lange unterhalten, kann ich jetzt alles hier nicht wiedergeben, aber heraus kam am Ende: Sie würde gerne meinen Sohn in die Vorschule geben bzw. ihn die erste Klasse wiederholen lassen (jetzt schon!! Bei uns fangen gerade erst die Herbstferien an.). Zum Abschluss des Gesprächs sagte ich ihr, das es jetzt ganz wichtig sei, im Dialog miteinander zu bleiben. Daraufhin meinte sie, "was kann man denn noch mehr machen? (so im Sinne von "Es bringt ja sowieso nichts mehr!" und wollte mir auch keine weitere Hilfe anbieten (z.B. Zusatzaufgaben mitgeben die ich mit meinem Sohn noch zusätzlich zu Hause erledigen kann etc). Dies bekam für mich den bitteren Beigeschmack als ob mein Sohn bei ihr schon abgeschrieben ist.

Ich bin daraufhin gestern mit meinem Sohn zu meinem Schwager gefahren (Schwager ist auch Grundschullehrer) und habe meinen Sohn von ihm "testen" lassen. Schwager meinte es sind zwar Schwächen bei meinem Sohn da, aber die wären durchaus nicht so gravierend das er ihn zurückstellen lassen würde. Er würde eher auf eine politische Entscheidung der Schule tippen - also das nächstes Jahr nicht genug Kinder für zwei Klassen zusammenkommen würden und sie noch so versuchen mehr Schüler zu bekomme um eine riesige Klasse zu vermeiden. Nun habe ich in der Tat erfahren das sich noch nicht genug Schüler für (nächstes Jahr) 2 Klassen angemeldet haben.

Wie differenziere ich nun ob die Lehrerin meinem Sohn ehrlich helfen möchte oder ob sie nur ihre Schäfchen ins Trockene bringen möchte wegen der zwei Klassen?

Und was kann ich tun um meinem Sohn zu helfen das er die erste Klasse (und alle weiteren) problemlos meistert? Werde mir ein Buch kaufen zur Konzentration bei Kindern und den gesamten Stoff bis zu den Herbstferien in den Herbstferien spielerisch wiederholen. Und was sonst noch?

Danke für Antworten!

LG

Beitrag von suny123 07.10.10 - 10:42 Uhr

Hör auf dein Bauchgefühl, aber es bringt nichts wenn er schon so arge Probleme in der ersten Klasse hat, dass ihr noch zusätzlich so viel machen müßt. Die Aufgaben werden immer schwieriger und er sollte keinen Stress haben und gut mitkommen. Unsere Lehrerin meinte, wenn es in der ersten Klasse nicht funktioniert zieht es sich meist weiter auf die kommenden Schuljahre.

LG

Beitrag von bluehorse 07.10.10 - 10:58 Uhr

Hallo,

hat dein Sohn denn grundsätzliche Probleme in der Schule, dass er nicht mitkommt oder so? Oder ist er eben einfach verträumt?
Meine Tochter hat das Problem auch. Sie ist im Unterricht öfters abwesend, träumt vor sich hin und muss mehrfach aufgefordert werden, etwas zu tun. Als Folge bekommt sie manche Dinge einfach nicht mit. Trotzdem ist sie aber eine gute Schülerin, auch wenn wir daheim oft Dinge wiederholen und zusätzlich lernen müssen, die sie im Unterricht nicht mitbekommen hat. Sie geht jetzt in die dritte Klasse, eine Zurückstellung hätte meiner Ansicht nach nichts gebracht, weil das Problem auch ein Jahr später noch da gewesen wäre. Zusätzlich hat sie Ergotherapie bekommen (hat ihr gut geholfen) und zur Konzentrationsförderung macht sie Stacking und spielt ein Instrument.
Ich denke, du bist auf dem richtigen Weg, wenn du deinen Sohn unterstützt, sich besser konzentrieren zu können und mit ihm den Schulstoff daheim nochmal wiederholst. Ihn jetzt aus der Schule zu nehmen löst das Problem ja nicht, sondern verschiebt es nur eben auf nächstes Jahr.

LG bluehorse

Beitrag von bambolina 07.10.10 - 11:09 Uhr

Hallo zuerst mal eines vorweg, wenn die Lehrerin es tatsächlich darauf anlegt, dass nächstes Jahr mehrere Kinder da sind und sie merkt dass du dein Kind nicht in die Vorschule geben möchtest, dann wird sie es auch bald aufgeben, dich überzeugen zu wollen und es genauso fördern wie die anderen auch...

Warum ist dein Kind im März geboren einer der Jüngsten? Wann ist bei euch Stichtag? Also meine Tochter hat am 26.08.2004 geboren und es gibt in ihrer Klasse nur ein Kind das jünger ist.
Von daher müsste es doch noch jüngere Kinder geben, deren Eltern die Lehrerin zur Vorschuld raten könnte.
Differenzieren ob die Lehrerin deinem Sohn helfen möchte oder ob sie nur ihre Schäfchen ins Trockene bringen möchte kannst du wohl kaum, aber hast du mal mit anderen Müttern gesprochen, wie die Lehrerin zu deren Kind ist?

Sind wir mal ehrlich, die Kinder kommen heutzutage nunmal recht früh in die Schule, teilweise sogar mit fünf - mein Sohn ist inzwischen 8 Jahre - 4. Klasse und im fällt es heute noch schwer sich auf längere Zeit zu konzentrieren.
Wir reden hier von Erstklässlern - gerade mal 6 Jahre alte Kinder, dass da nicht immer alles reiblungslos abläuft ist doch klar. Die Schule ist im Vergleich zum Kindergarten nunmal eine wahnsinns Umstellung und das braucht einfach seine Zeit.
Sofern dein Kind gut in der Schule mitkommt würde ich ihn nicht mit Zusatzaufgaben belasten und auch die Ferien, Ferien sein lassen.

Wenn das mit der Konzentration sehr extrem ist, frag doch mal den Kinderarzt, was du tun kannst. Es gibt z.B das Marburger Konzentrationstraining (hat mein Sohn gemacht). Vielleicht hilft auch Ergo.

lg bambolina

Beitrag von ichclaudia 07.10.10 - 11:23 Uhr

Wann ist denn bei Euch STichtag, wenn deine Tochter am 26.08. geboren ist, wäre sie bei uns eine der ältesten ! Bei uns ist der STichtag der 30.06..

Beitrag von bambolina 08.10.10 - 20:02 Uhr

Bei uns ist der Stichtag leider am 30.09 (Baden-W.)
Somit war meine Tochter (26.08) und mein Sohn (03.09) "fällig"

30.06. wäre ein Traum...

Beitrag von frengelchen152 07.10.10 - 11:28 Uhr

Hallo,

also unser Sohn ist Ende Nov geboren und war eines der Jüngsten. Warum Deiner nun als Jüngster ist, wo er doch im ersten Halbjahr geboren ist, verstehe ich nicht ganz.

Aber zu Deiner Problematik: Wenn Dir Dein Bauchgefühl sagt oder weil Du als Mutti merkst, das Dein Kind nicht klar kommt, dann ist eine Rückversetzung nicht verkehrt. Wir haben es machen lassen nach 3 Wochen Schule und unser Sohn hat dieses eine Jahr in der Vorschule noch so gebraucht und genossen. Heute ist ein sehr guter Schüler und wir glaube, das er es nicht wäre, wenn er nicht zurÜckgestuft worden wäre.

Was ich aber betonen möchte ist, das unser Sohn einfach wieder abgemeldet wurde aus der 1. Klasse und im darauffolgendem Jahr hat eine normale Einschulung stattgefunden. Das Rückstellen hatte keinerlei Einfluss auf seine Schullaufbahn.

Du wirst das richtige tun für Dein Kind:-)

LG von Susi

Beitrag von ichclaudia 07.10.10 - 11:34 Uhr

Bei uns wäre dein Sohn einer der ältesten. Wer im Zeitraum zwischen 01.07. und 30.06. 6 Jahre alt wird, wird im August eingeschult. Wer erst am 01.07. 6 wird, kommt dann halt mit 7 zur Schule...

Beitrag von frengelchen152 07.10.10 - 13:20 Uhr

Unser Sohn wurde eingeschult mit 5 im September, im darauffolgendem November wurde er 6. Seine Kameraden waren schon 6 als sie eingeschult wurden. Mhhhhhhhhhhh, scheint hier in Fr etwas anders zu sein.

LG von Susi

Beitrag von ballroomy 07.10.10 - 11:49 Uhr

Kann er evt. in die Parallelklasse wechseln?
Die Beziehung zur Lehrerin ist ja jetzt schon gestört.
Er bekommt dann ja auch immer negatives Feed-Back, das ist nicht schön für Deinen Sohn.


Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von h-m 07.10.10 - 12:39 Uhr

Also die Kinder sind doch erst seit ein paar Wochen in der Schule. Ich würde an Deiner Stelle erst mal noch abwarten. Die haben ja auch bis jetzt kaum was gemacht (malen, Ziffern und einzelne Buchstaben schreiben). Daher denke ich nicht, dass man jetzt schon sagen könnte, dass er das Schuljahr "nicht packt". Und ich denke auch, wenn Du in den Herbstferien noch etwas zusätzlich mit ihm üben möchtest, brauchst Du auch keine extra Zusatzaufgaben von der Lehrerin, nur ein Schreibheft, wo er noch mal die bis jetzt durchgenommen Buchstaben üben kann oder ein paar von Dir genannte Wörter mit der Anlauttabelle zu schreiben versucht. (Falls sie auch mit dieser Anlauttabelle lernen.) Auch zum Zahlen nachschreiben und Aufgaben à la: "Kreise immer fünf Punkte ein" braucht es keine vorgedruckten Arbeitsblätter.

An dieser Sache mit dem verträumt sein, muss natürlich gearbeitet werden. Das höre ich aber häufiger von anderen Müttern... scheint also auch nicht ganz so ungewöhnlich zu sein.

Beitrag von lena10 07.10.10 - 14:58 Uhr

Hallo!

um beurteilen zu können, ob für deinen Sohn eine Zurücksetzung sinnvoll wäre, hast du zu wenig geschrieben.

Aber ich glaube nicht an eine "politische Entscheidung", denn die würde wesentlich eher VOR der Einschulung getroffen und ganz sicher nicht mehr danach (Schulen wissen die voraussichtlichen zukünftigen Schülerzahlen!).

Was mit Sicherheit aber eine Rolle spielt: Zumindest hier in Rhl-Pf gilt: Wenn ein Kind innerhalb einer gewissen Zeit wieder "ausgeschult" wird, hat das keinerlei Einfluss auf die weitere Schullaufbahn. D.h. dieses Schuljahr wird z.B. nicht auf die Gesamtschuljahre angerechnet. Und das kann später sehr wohl ein großer Vorteil sein!

Gruß, Lena

Beitrag von schnuppelag 07.10.10 - 15:34 Uhr

Auch wenn dein Schwager ebenfalls Grundschullehrer ist - er hat deinen Sohn noch nie im Alltag in der Schule gesehen. Es ist öfter so, dass Kinder Zuhause - wo sie ihre Ruhe haben und keiner drumherum wuselt - konzentrierter und entspannter arbeiten. Und wenn sich die Lehrerin (bzw. in diesem Fall dein Schwager) dann nur um das entsprechende Kind kümmert und sich nur für das Kind Zeit nimmt, springt auch meist mehr hervor als im Klassenverband.
Ich will damit nicht die Meinung deines Schwagers untergraben, sondern hier nur einen Denkanstoß geben.

Die Lehrerin selbst wird sicher wissen, wovon sie redet. Sie gibt dir Ratschläge und hat dich ja auch selbst gefragt, was du denkst, wie es weitergehen könnte. Wenn sie dein Kind tatsächlich schon abgeschrieben hätte, würde sie nicht so oft Gespräche mit dir führen, sondern dich einfach vor vollendete Tatsachen stellen (ja, dazu sind wir Lehrer in der Lage ;-) ).

Ich finde, dass es mit Zusatzaufgaben für Zuhause nicht wirklich getan ist. Mal davon abgesehen, dass das auch Mehrarbeit für die Lehrerin ist, die sicherlich noch über 20 andere Schüler gleichermaßen zu fördern und fodern hat.
Bezieh doch noch die Beratungslehrerin der Schule mit ins Gespräch, gehe nochmal alle Wege und Mittel mit der Lehrerin durch... und beobachte dein Kind.
Hat sich dein Kind schonmal dazu geäußert? Fällt ihm die Schule schwer? Also will fragen: gibt er selber wieder, dass er manchmal Probleme hat? Wo liegen seine Stärken? Hat er schon Freunde im Klassenverbund gefunden?

Alles Gute euch!

Beitrag von geistlein0305 07.10.10 - 22:52 Uhr

<< (ja, dazu sind wir Lehrer in der Lage ). >>

Genau da liegt das ganze Problem #aerger

Kinder die lernen können kommen gut durch die Schuljahre, auffällige Kinder werden viel zu schnell abgeschrieben :-( die bekommen noch nicht mal mehr eine Chance sondern werden als "blöd" abgestempelt und letztendlich zurückversetzt, nur weil diese nicht in der Lage sind sich um auffällige Kinder zu kümmern #aerger .....



Beitrag von schnuppelag 08.10.10 - 09:59 Uhr

Du pauschalisierst. Vielleicht gibt es Lehrer, die so drauf sind. Aber im Allgemeinen fördern wir viel mehr die lernschwächeren Kinder als die lernstärkeren.
Für Leistungsschwächere gibt es Förderunterricht... und für die Leistungsstarken? ;-)

Beitrag von biele1967 07.10.10 - 15:36 Uhr

Du musst doch an seinen Hausaufgaben erkennen können, ob er diese selbständig - wie es zumindest bei uns in NRW gefordert wird, erledigt. Schafft er die Aufgaben ohne deine Hilfe? Klappt das in einer vorgegebenene Zeit? Es gibt einige Regelzeiten, die für 1. - 2. Klässler ,3. + 4. Klässler etc. pp angenommen werden. In diesem Zeitrahmen sollten sie die Aufgaben bewältigen oder nach Ablauf der Zeit aufhören und im zweifelsfall eben die unfertigen Aufgaben mit zur Schule nehmen. Keinesfalls sollen die Kinder 2 Std. darüber brüten, um sie fertig zu stellen (oder die Eltern letztlich so viel Hilfestellung geben, um alles zu erledigen)

Ich würde auf keinen Fall mit Zusatzaufgaben oder Ferienarbeit das Kind quälen. Ferien sind zum Erholen da. Und wenn du jetzt nach wenigen Wochen bereits anfangen musst den Unterrichtsstoff nachzuarbeiten, wird es eher noch schlimmer. In der 3. Klasse wird bei uns gehörig angezogen. Da kann man nicht ständig zuhause wiederholen. Das ist nur Quälerei für das Kind.

Wie groß sind denn die Klassen bei euch? Bei uns sind es rund 30 Kinder pro Klasse. Da haben die Lehrer wenig Chancen auf einzelne Schüler speziell einzugehen und diese zu fördern. Es gibt zusätzliche Förderstunden in den Hauptfächern, aber das war's auch schon.

Was spricht denn dagegen, wenn dein Sohn noch etwas Schonfrist bekommt? Es ist immer angenehmer, eines der älteren Kinder zu sein als zu den Jüngsten zu gehören. Wird er am Ende der 1. Klasse nicht versetzt, wird das Wiederholungsjahr auf die insgesamt 10 Pflichtschuljahre angerechnet. D. h. ein Kind könnte sogar in der 9. Klasse ausgeschult werden, wenn es die 10 Pflichtschuljahre erfüllt hat. (ist eine krasse Methode und wird meist nur umgesetzt, wenn ein Schüler sich als schulunwillig entpuppt und ein Aufrücken in Klasse 10 nutzlos wäre und nicht abzusehen ist, dass überhaupt ein Abschluss erzielt werden könnte. Das heißt: Abgangszeugnis nach Klasse 9 (ohne Abschluss und Perspektive)

Beitrag von anna_lucas 07.10.10 - 16:40 Uhr

Danke erstmal für Eure Antworten!

Ich versuche hier nochmal auf alles einzugehen was gefragt wurde.

Stichtag ist bei uns der 1.7. (also alle Kinder die vor dem 1.7. geboren wurden MÜSSEN eingeschult werden). Vom 1.7.-1.9. sind es "Kann-Kinder" also Kinder die eigeschult werden können wenn die Schulreife da ist aber nicht eingeschult werden müssen.

Mit der Klassengröße ist es so: Stichtag ist der Einschulungstag. Wenn am Einschulungstag 29 Kinder (oder weniger) in der Schule angemeldet sind gibt es eine Klasse. Sind 30 Kinder angemeldet steht es auf der Kippe, bei 31 oder mehr Kindern gibt es 2 Klassen. Jetzt (jetziger Stand für nächstes Jahr) haben sich 25 Kinder angemeldet. Ein Kind ist ein Integrationskind, also zählt evtl. doppelt. Fehlen nur noch wenige Kinder (4?) um es 30/31 Kinder sein zu lassen um die 2 Klassen zu bekommen. Ist das verständlich? Es sieht im Moment so aus als ob wenn sie noch ein "Zünglein an der Waage" brauchen, ja meinen Sohn nehmen können. Toll, ehrlich. Würde mich auch mal interessieren was dann mit den "überflüssigen" Lehrern gemacht wird wenn es nur eine Klasse gibt, werden die dann wegversetzt?

Ich weiß das so genau, denn in der Klasse meines Sohnes sind 15 Kinder, es stand schon dieses Jahr auf der Kippe und war bis zum Einschulungstermin nicht sicher ob es eine oder zwei Klassen sein werden.

Nicht die Lehrerin hat wiederholt das Gespräch gesucht sondern ich.

Die Lehrerin hat mir während des Gesprächs Zettel gezeigt auf denen mein Sohn z.B. Silben klatschen (Son-nen-blu-me) sollte. Immer waren es 8 von 10 möglichen Punkten. Die gleiche Erfahrung (Fehlerquotient) machte ich zu Hause mit meinem Sohn (unbekannte/ungeübte Worte klatschen - hatte er immer ca. 8 bzw. 9 von 10 richtig).

Mein Problem ist folgendes: Mein Sohn ist sprachlich sehr gut entwickelt und kann komplexe Zusammenhänge erklären. Er hört zB eine Geschichte (CD) 2-3 mal und kann sie dann im Wortlaut (!!) nacherzählen. ICH könnte das nicht! Er erledigt alle Aufgaben (zu Hause und in der Schule) braucht aber meist länger da er träumt. Ich sehe jetzt nicht wie sich das bessern sollte wenn er die erste Klasse wiederholt? Im Gegenteil, er hatte richtig schwierige Sachen richtig, wie mir die Lehrerin zeigte (8 plus 8 zB sind 16, hat er richtig angekreuzt). Nur das "triviale" bereitet ihm Schwierigkeiten. Er sollte z.b. am Anfang lachende Gesichter ins Schwungheft malen. Was tat er? Malte Chinesen (schräge Striche für die Augen) und ein Dreieck oben drauf (mein Mann hat ihm aus Spaß so einen gezeigt, er malte dann fast alle so).

Ich mache morgen einen Termin beim Kinderarzt zwecks Ergotherapie. Wollte eigentlich heute schon hin aber er hatte leider schon zu. Ich hoffe das bringt meinem Sohn auch noch etwas.

LG

Beitrag von anna_lucas 07.10.10 - 16:51 Uhr

Ach so, noch etwas: Hausaufgaben. Ich fragte die Lehrerin ob er die selbständig machen soll und ich die so gemacht in die Schule mitgeben soll (Lernkontrolle halt). Sie: Nein, wenn ich sehe das er Fehler macht soll ich diese dann selber mit ihm berichtigen.

Noch etwas: Sie klebte meinem Sohn ein Blatt Papier auf den Tisch mit der Aufschrift: "Auch Du bist angesprochen!" (Damit er nicht träumt und sich auch gleich angesprochen fühlt.) DAS verstehe weder ich noch irgendwer anderes mit dem ich darüber gesprochen habe. Er kann ja noch nicht lesen.#kratz

Beitrag von biele1967 07.10.10 - 17:52 Uhr

So wie du deinen Sohn beschreibst klingt es ein wenig nach Unterforderung. Vielleicht langweilt ihn der banale Unterrichtsstoff und er träumt deshalb vor sich hin.

Wenn er trotz Träumereien seine Hausaufgaben erledigt bekommt und auch sonst auf dem Laufenden ist, braucht sich doch niemand Sorgen zu machen. Es gibt auch Kinder, die nicht im Unterricht träumen und sich trotzdem nicht zu Wort melden.

Sinnvoll ist trotzdem ein Arztbesuch, um organische Ursachen auszuschließen (hört dein Kind richtig etc. bekommt er auch bei Störschall (d. h. bei Lärm in der Umgebung) noch mit, was die Lehrer erzählen?) Es gibt verschiedene Arten der Hörwahrnehmungsstörung. Da rauschen Informationen einfach an den Menschen vorbei und sie erscheinen immer etwas unachtsam.

Du kannst dir auch einen Beratungstermin beim Amt für Schule deiner Stadt holen. Auch dort werden Tests mit den Kindern durchgeführt, und man kann dir dort Ratschläge geben, wie du weiter verfahren solltest bzw. welche Anforderungen ein Kind im ersten Schuljahr erfüllen sollte.

Beitrag von scotland 07.10.10 - 17:06 Uhr

Hallo,

man kennt dein Kinder leider nicht und weiß nicht, woran das liegt, dass es nicht rund läuft.

Meine Freundin hatte das Problem letztes Jahr umgekehrt - es lief überhaupt nicht rund und sie wollte das Kind ausschulen, es ging aber nicht. Er hat die erste Klasse wiederholt und alles läuft wie am Schnürchen. Daher kann das eine gute Lösung sein. Muss aber nicht.

Das Problem in deinem Fall ist, dass man eben nicht weiß, ob es Startschwierigkeiten sind oder ob sich das durchs Schuljahr ziehen wird.
LG
Scotland

Beitrag von louis2005 08.10.10 - 13:31 Uhr

Wie geht es denn Deinem Sohn in der Schule??? Geht er gern in die Schule? Kommt er mit seinen Klassenkameraden gut aus - also hat er dort in der Klasse Freunde oder ist es eher ein Aussenseiter? Hat er in der Schule auch Erfolgserlebnisse?
Gibt es ggfs. die Möglichkeit, noch eine zweite Meinung einzuholen, z.B. Direktor, Hausaufgabenbetreuer o.ä. ...
Ist sicher sehr schwierig, diese Entscheidung zu treffen ... LG

Beitrag von flockenicole 21.09.11 - 12:28 Uhr

Hallo! Wie habt ihr euch entschieden? Leider bin ich erst heute über euren Beitrag gestolpert. Ich stand (bzw. stehe) vor dem gleichen Problem. Bei meiner Tochter war im ersten Schuljahr, erstes Halbjahr soweit alles in Ordnung, ausser dass sie gerne träumt, etwas langsam arbeitet und manchmal undeutlich spricht. Die Lehrerin meinte sie müsse sich anstrengen, dann klappt das schon. Beim zweiten Elternsprechtag kam dann der Schock für mich und meinen Mann. Auf einmal hieß es unser Kind käme nicht mit, usw. und wir sollen uns überlegen sie nach den Sommerferien neu mit dem ersten Schuljahr einschulen zu lassen. Wir waren voll fertig. Ich habe mich schlau gemacht und nach einem zusätzlichen Gespräch kurz vor Ferienende haben wir uns gegen eine Rückstufung entschieden. Die Lehrerin war nicht sehr begeistert.
Zusätzlich hat Michelle (unsere Tochter) bei AufWind in Lennestadt-Altenhundem einen Konzentrationskurs mitgemacht. Die Leiterin des Kurses war sehr begeistert von Michelle und konnte, wenn überhaupt nur eine leichte Konzentrationsschwäche feststellen. Das haben wir auch der Lehrerin gesagt, diese meinte allerdings, das in dem Kurs ganz andere Verhältnisse vorliegen würden, und man dass nicht vergleichen könnte.
Daraufhin habe ich Michelle direkt nach den Sommerferien zu einem Konzentratins- und Intelligenztest bei AufWind angemeldet. Zur Zeit warte ich noch auf die schriftliche Auswertung habe aber schon ein mündliches Feedback von der testerin bekommen, das alles in Ordnung wäre und auch der IQ im oberen Bereich lege. Sie soll möglichst vorne sitzen und zu Stillarbeitsphasen und Lernkontrollen zieht sie momentan (zwar ungern) Kopfhörer (Mickymäuse) auf. Für die Hausaufgaben habe ich ein Zeitsparbuch mit ihr angelegt. Funktioniert super. Ich setze Michelle eine Zeit für ihre Hausaufgaben fest (natürlich etwas mehr als sie wahrscheinlich braucht) z. B. 30 Minuten und stelle ihr eine Eieruhr hin. Die Minuten, die sie früher fertig ist bekommt sie auf ihr Sparbuch. Mit der gesparten Zeit kann sie zum Beispiel Kuschelminuten, Vorlesen oder einen Ausflug bekommen. Sie spart jetzt für einen Schwimmausflug mit meinen Mann. Allerdings sollte man alles stehn und liegen lassen, wenn sie jetzt z. B. 5 Kuschelminuten haben will und sie sofort einlösen.