Frage zur Kündigung eines Arbeitsverhältnisses....

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Beitrag von asira 07.10.10 - 11:04 Uhr

Hallo!
Heute bräuchte ich mal Euren Rat....
Mein Mann möchte gerne seinen Job kündigen. In seinem Arbeitsvertrag steht, es gelten dazu die gesetzlichen Bestimmungen; also sind das 4 Wochen, richtig? (er ist jetzt 8 Jahre in der Firma, das spielt aber keine Rolle, oder?) Dann steht ja immer: zum 15. oder zum 01. kündigen. Zum Verständnis: wenn er jetzt diesen Monat, sagen wir am 14. die Kündigung abgibt, dann ist er zum 15.11. "frei"? Könnte er auch erst dann einen neuen Job antreten? Oder schon früher, wenn sein Resturlaub und seine Stunden auf dem Zeitarbeitskonto angerechnet werden und er, sagen wir, die letzten 3 Wochen nicht mehr arbeiten müsste?
Ich frag deswegen so... naiv...., weil wir bislang noch nie kündigen mussten *glückgehabt*

Ich danke schon mal für Eure Antwort!
LG
asira

Beitrag von kleinehexe1606 07.10.10 - 11:26 Uhr

Er kündigt zum 15.11. und fängt am 16.11. beim neuen an. Nein er kann nicht vorher anfangen, da er für Urlaub schließlich auch bezahlt wird. 2 Jobs auf die gleiche Karte geht nicht.

Beitrag von asira 07.10.10 - 12:24 Uhr

Dankeschön für Deine Antwort! Auch wenn ich mir eine andere erhofft hatte #schein Wäre schön gewesen, wenn er beim neuen Arbeitgeber hätte gleich anfangen dürfen! Aber so wissen wir ja wenigstens schon mal, woran wir sind!
LG

Beitrag von vwpassat 07.10.10 - 11:33 Uhr

Klar spielt es eine Rolle, wielange er in der Firma ist!

Ab 5 Jahre = 2 Monate zum Monatsende

Ab 8 Jahre = 3 Monate zum Monatsende

Je nachdem, was von beiden nun wirklich zutrifft, kann er ab 01.01 oder ab 01.02. eine neue Beschäftigung beginnen.

Alternativ wäre auch ein Aufhebungsvertrag denkbar, wenn der AG zustimmt.


Hier der Gesetzestext:



Nach der gesetzlichen Regelung des §622 BGB gilt:

Arbeiter und Arbeitnehmer Der Arbeiter oder Arbeitnehmer kann grundsätzlich mit einer Frist (Kündigungsfrist) von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen. Einzel- oder tarifvertragliche Regelungen gehen der gesetzlichen Regelung zur Kündigungsfrist vor, siehe unten.

Arbeitgeber Der Arbeitgeber hat grundsätzlich die gleichen Kündigungsfristen einzuhalten. Besteht das Arbeitsverhältnis längere Zeit, verlängert sich die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber nach folgender Regelung:

Wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder dem Unternehmen

1. zwei Jahre bestanden hat,
einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,

2. fünf Jahre bestanden hat,
zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats

3. acht Jahre bestanden hat,
drei Monate zum Ende eines Kalendermonats

4. zehn Jahre bestanden hat,
vier Monate zum Ende eines Kalendermonats

5. zwölf Jahre bestanden hat,
fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats

6. fünfzehn Jahre bestanden hat
sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats

7. zwanzig Jahre bestanden hat,
sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Bei der Berechnung des Beschäftigungszeitraums zur Ermittlung der Kündigungsfrist sind nach Gesetzestext nur die Zeiten zu berücksichtigen, die nach der Vollendung des 25. Lebensjahres des Arbeitnehmers liegen. Ausnahme sind bei tarifvertraglichen oder individuellen Vereinbarungen möglich, siehe unten.

Aber: Der Europäische Gerichtshof hat Anfang 2010 entschieden, dass die Berechnung der Kündigungsfristen im Arbeitsrecht Jüngere nicht benachteiligen dürfe. Das Bundesarbeitsgericht ist diesem Votum gefolgt (Aktenzeichen: 5 AZR 700/09 vom 01.09.2010). Der Jüngere benachteiligende §622 Absatz 2 Satz 2 BGB ist deshalb nicht mehr anzuwenden.

Beitrag von witti141282 07.10.10 - 11:49 Uhr

Hallo

wie der Gesetztestext schon sagt..dies gilt NUR für den Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer kann mit einer 4-wöchigen Kündigungsfrist kündigen.

LG
Karin

Beitrag von asira 07.10.10 - 12:25 Uhr

#schwitz GsD gilt das nur bei der Kündigung durch den Arbeitgeber! Das wäre auch echt übel, wenn mein Mann noch 3 Monate dort gebunden wäre! So lange würde der neue Arbeitgeber wohl doch nicht auf ihn warten!
Trotzdem danke für Deine Mühen!
LG

Beitrag von sassi31 07.10.10 - 17:23 Uhr

Die Regelung mit den verlängerten Kündigungsfristen greift nur, wenn der AG kündigt.

Für den AN gilt die Regelung 4 Wochen zum 15. oder Monatsende.

Beitrag von sandrinchen85 07.10.10 - 11:34 Uhr

was die frist angeht,weiß ich auch nicht genau.
aber er darf,wenn er zum 15.11.gekündigt hat, nicht vorher woanders arbeiten,auch wenn er noch resturlaub hatte.
lg

sandra

Beitrag von asira 07.10.10 - 12:28 Uhr

Danke für Deine Antwort!
Ja, schade das mein Mann nicht schon eher dort anfangen kann! Dann wird das sicher darauf hinaus laufen, das er die 4 Wochen durcharbeitet und sich den Urlaub und die Stunden ausbezahlen lässt....
Naja.... lässt sich nicht ändern!
#danke
LG