Bin in der Zwickmühle

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von susabo 07.10.10 - 13:36 Uhr

Hallo,

ich habe ein Problem, bei dem ich mir ziemlich unsicher bin, die richtige Entscheidung zu treffen.

Meine Tochter (8. Klasse Gymnasium) hatte in den letzten 3 Monaten des vergangenen Schuljahres massive Probleme mit einigen ihrer Mitschülerinnen. Die Situation spitzte sich soweit zu, dass sie nicht mehr in die Schule gehen wollte und sich auch körperliche Beschwerden (Bauch- und ständige Kopfschmerzen) einstellten.

Der einzige Strohhalm für sie waren die nahenden Sommerferien und die Aussicht auf einen Schulwechsel in der nächsten Klassenstufe.

Beim Thema Schulwechsel tat ich mich anfangs auch sehr schwer, da dies für mich eigentlich keine Problemlösung darstellte. Aber letztendlich habe ich eine Familienberatungstelle aufgesucht (auch weil seitens der Schule sehr wenig Unterstützung kam). Die Beraterin empfahl mir meine Tochter lieber zu entlasten und einem Schulwechsel zuzustimmen.

Ich möchte den Tag ja nicht vor dem Abend loben, aber bis jetzt fühlt sich meine Tochter in der neuen Klasse sehr wohl.

Nun ist es aber so, dass in 2 Wochen eine Konfirmandenfreizeit stattfindet. Bisher ging meine Tochter davon aus, dass daran nur die Jugendlichen unserer Gemeinde teilnehmen. Gestern erfuhr sie nun, das alle Gemeinden unserer Kleinstadt daran beteiligt sind, was für sie bedeutet , 2 Tage mit ihren alten Klassenkameraden verbringen zu müssen, die sie 3 Monate lang gemobbt haben.

Meine Tochter verspürt natürlich wenig Lust auf diese Veranstaltung und es gab gestern abend reichlich Tränen.

Mein Mann möchte, dass sie auf jeden Fall mitfährt und sich "nicht versteckt", da es im Leben immer wieder Situationen gibt die ihr nicht angenehm sein werden. Ich sitze jetzt irgendwie zwischen den Stühlen, einerseits verstehe ich die Argumente meines Mannes, auf der anderen Seite bin ich so froh, dass sie sich emotional wieder so gefangen hat.

Außerdem gehört sie nicht zu den leistungsstarken Schülern und würde durch die 2 Fehltage einiges aufzuholen haben. Bleibt es bei der jetzigen Hausaufgabensituation, ist dies auch kein ganz unwesentlicher Punkt.

Sorry für die Überlänge.

Für Ratschläge und Denkanstösse bedanke ich mich schon mal vorab.

Grüsse an alle

Beitrag von maddytaddy 07.10.10 - 15:58 Uhr

Hi,

Hat sie keine Freundinnen die dort mitfahren und ihr ein wenig den Rücken stärken können. Eventuell kannst du das Thema mit ihr zusammen mit einem Betreuer der Freizeit besprechen, dass der ein Auge auf das Ganze hat und die Mobbertanten gleich bei den ersten Beleidigungen verwarnt. Eventuell als Konsequenz auch androht, dass sie nachhause fahren müssen. Das Ganze sollte jedoch nicht so wirken, dass deine Tochter petzen würde.

Ansonsten: Bau sie ein wenig auf! Wenn sie auf blöde Sprüche mit nem Grinsen reagiert und zeigt, dass es ihr nix ausmacht verlieren die relativ schnell den Spaß daran. Und wegen der Sache mit der Schule. Bei uns war es zumindest so, dass die Hausaufgaben nicht nachgeholt werden mussten sondern nur die Hefteinträge. Wenn in einem Fach ein neues Thema drankam, dass sie nicht versteht kann sie dazu ja ein paar Übungen machen.

LG

Beitrag von sini60 07.10.10 - 16:25 Uhr

Ich würde sie daheim lassen. Eine Konfirmantenfreizeit sollte schließlich Spaß machen. Natürlich gibt es im Leben Situationen denen man sich stellen muss, aber ich denke nicht dass dein Mann seinen Urlaub gern mit jemanden verbringt, den er nicht leiden kann.

LG
Sini

Beitrag von starshine 08.10.10 - 11:54 Uhr

Lass sie zuhause. Finde aber heraus, warum sie gemobbt wurde und suche evtl. eine sinnvolle Therapie fuer sie.

Dein Mann hat schon auch recht, aber wenn ein Mensch unter so starkem psychischem Druck stand, dann muss er erst "stark gemacht" werden um eine erneute Konfrontation zu meistern.

Also: Weg finden um sie zu staerken und an den Problemen arbeiten bzw. die vergangenen Probleme verarbeiten. Danach kann eine Konfrontation wieder stattfinden. Es ist noch zu frueh meines Erachtens nach.

Viel Glueck!