Sex nur in Ehe moralisch?

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Beitrag von t-rex 07.10.10 - 14:33 Uhr

Hallo,

ich arbeite mich gerade in oben genanntes Thema im Zuge einer Hausarbeit ein. Ich würde dazu gerne eine Art Umfrage und Diskussion starten. Mir dem Hintergedanken, dass es mir auch neue Denkanstöße gibt. Ist also nicht rein spaßig, will ich fairerweise anfügen.

Also, im Grunde genommen steht die Frage im Raum: Sollte körperliche Liebe auf die Institution der Ehe beschränkt sein, nur in diesem Rahmen moralisch sein oder eben nicht. Und wenn ja oder nein: warum?
Die großen Philosophen haben sich damit beschäftigt und schlagkräftige Argumente für beide Seiten geliefert. Wichtig ist es bei der Beantwortung oder beim Denken zu Bedenken, dass es nicht nur um persönliche Präferenzen geht, sondern darum diese auch logisch zu begründen!
Die Natur des Menschen oder besser gesagt seine Triebe spielen dabei eher eine untergeordnete Rolle. Also in meiner Arbeit nicht - in der Diskussion kann ich es schlecht ausgrenzen.
Ein Beispiel: Kant sieht die Ehe als einzig moralisch richtige Institution, in welcher Sex vorkommen und auch wichtig ist! Gründe sind vielfältig. Zum einen sieht er es so, dass die höchste Moral es verbietet einen Menschen quasi zu benutzen. Und Sex außerhalb der Ehe ist nichts anderes, auch wenn beide einverstanden sind. Es ist einzig ein Benutzen des anderen. Wogegen wahre in der Ehe es kein benutzen und degradieren ist, sondern Liebe, die Glück verspricht. was die katholische Kirche zu dem ganzen sagt dürfte klar sein.

Gegner der Sex nur in der Ehe sehen das natürlich anders. Ebenfalls aus diversen Gründen.

Also, über Meinungen etc. würde ich mich freuen.

lg,

rex

Beitrag von thea21 07.10.10 - 14:37 Uhr

Ein Trauschein ändert nicht meine Gefühle zu dem geliebten Menschen an meiner Seite.

Insofern: Ich möchte nicht heiraten, lebe trotzdem sittlich monogam und in Liebe!

Und wir haben Sex.

Beitrag von t-rex 07.10.10 - 14:43 Uhr

Hallo,

und wenn wir jetzt mal den monogames Leben gleichsetzen mit einer Ehe. Die ihr ja offensichtlich ohne Trauschein, aber mit allen Konsequenzen lebt.
Ist es dann richtig, monogam zu Leben. In eurer 'Ehe'? Oder wäre es völlig ok Sex auch ausserhalb dieser eheänlichen Beziehung zu haben? Ob du nun zu diesem Zeitpunkt in der 'Ehe bist' oder nicht, also Single.

lg

Beitrag von enyerlina 07.10.10 - 15:01 Uhr



also meiner Meinung nach ist Polygamie nur unter Tieren bedenkenlos möglich.

Wir Menschen funktionieren nicht nach Trieben, uns wurde ein Gewissen gegeben.

Die menschliche Seele gibt jedem Sexpartner einen Teil von sich ab, werden es zu viele Teile geht Sie kaputt oder ist verbraucht. Deutlich zu sehen an sexuell frei lebenden Menschen bereits im Gesicht.

Beitrag von flogginmolly 07.10.10 - 15:11 Uhr

Ja, ich glaube die Seelen Stücke heißen Horkruxe... man kann sie in Persönlichen Dingen sicher verschließen und dadurch ewig leben... war doch so oder???;-)

Ne quatsch...

Du bist also der ansicht, dass man sexuelle Freizügigkeit im Gesicht eines Menschen erkennt??

Deute doch mein Gesicht mal bitte... hab ja ein Bild in der VK.

Ja uns Menschen wurde ein Gewissen mitgegeben, aber auch die möglichkeit der Freien Enscheidung und ein Wille.
Es beschwert nicht ein jedes Gewissen vorehelichen oder unehelichen Sex zu haben... ich nehme mal an, dass du Bibelfest bist... dann dürfte dir auch bekannt sein, dass z.B. im Falle der der Leviratsehe Polygamie durchaus sogar vorgeschrieben ist.. sicher kennst du auch Juda und Tamar???

Komischerweise, ist die Polygamie als solche, ohne einschränkungen lediglich in liberalen Religion erlaubt.

LG

Beitrag von enyerlina 07.10.10 - 23:15 Uhr

Hallo


dein Gesicht ist leider von nahen nicht erkennbar ;-) nein aber ich meine wirkliche Extreme, Frauen die in Bordellen zum Beispiel arbeiten wirken schon verbraucht und schnell faltrig, oder bei Männer die Ständig in solchen Clubs gehen finde ich es schon auch.


lg

Beitrag von zeitblom 07.10.10 - 17:01 Uhr

Was soll denn eine "Seele" sein? Sogar teilbar....

Es gab und gibt genug menschliche Kulturen, in denen Polygamie normal ist und niemandes Gewissen belastet.

Beitrag von thea21 08.10.10 - 07:27 Uhr

Hallo,

sagen wir es mal so: Mir ist es egal was andere Menschen machen. ICH kann es nicht mit mir vereinbaren mit einem Menschen Sex zu haben, für den ich keine Gefühle hege, also als rein sexuelle Handlungen. One Night Stands ect.

ABER: Ich hatte auch schon außerhalb meiner Beziehung Sex, BEVOR es eine Beziehung war.

Beitrag von biene81 07.10.10 - 16:07 Uhr

>>sittlich monogam<<

Und alles andere als monogam ist unsittlich?

Beitrag von daddy69 07.10.10 - 16:49 Uhr

Vielleicht hat sie nur ein Komma zwischen sittlich und monogam vergessen.

Ich mir aber sicher, dass auch monogamer Sex unsittlich sein kann.

Beitrag von biene81 07.10.10 - 16:53 Uhr

Nun gut, damit hast Du natuerlich keine Erfahrung.

Beitrag von daddy69 07.10.10 - 16:57 Uhr

Wovon? Monogamie? Oder Kommata?

Beitrag von biene81 07.10.10 - 16:58 Uhr

unsittlichem Sex. Und so.

Beitrag von daddy69 07.10.10 - 17:08 Uhr

Ich überlege hin und her, bin mir aber noch immer nicht schlüssig ob ich das Schmähung oder Kompliment auffassen soll.

Beitrag von thea21 08.10.10 - 07:25 Uhr

Hallo,

nein, ich meinte damit, dass ich monogam in meiner Beziehung lebe. Ich bin glücklich, sehr sogar. Ich liebe ihn und kann mir alles was kommt vorstellen mit ihm. Sex außerhalb dieser Beziehung käme für mich nicht in Frage.

Beitrag von witch71 07.10.10 - 15:28 Uhr

Ich persönlich finde, jeder Mensch sollte das Recht haben, seine Lebensweise seinen Bedürfnissen anzupassen. Das gilt selbstverständlich auch im sexuellen Bereich.

Sprich: Wenn ein Paar beschliesst, dass einer oder beide Partner auch aussereheliche sexuelle Kontakte haben dürfen, dann bin ich die Letzte, die das verurteilt. Das finde ich dann auch keinesfalls unmoralisch, sofern über diesen Umstand Offenheit herrscht.

Moral ist von Menschen gemacht und kein aus der Natur vorgegebenes Gesetz.

Beitrag von zeitblom 07.10.10 - 17:05 Uhr

"Moral ist von Menschen gemacht und kein aus der Natur vorgegebenes Gesetz"

Das ist eben die grosse Frage, worüber Philosophen sich streiten....

Beitrag von daddy69 07.10.10 - 17:07 Uhr

Lieber zeitblom,

worüber Philosophen Jahrhunderte streiten, kann hier bei urbia innerhalb Minuten geklärt werden.

Das habe ich zumindest bei wissenschaftlichen Thesen festgestellt.

Beitrag von witch71 07.10.10 - 17:37 Uhr

Ähm.. bei dieser und den anderen Aussagen meines Postings handelt es sich um meine persönliche Meinung. Das ging natürlich nicht aus dem letzten Satz eindeutig hervor, sehe ich jetzt auch. :-)

Beitrag von jabberwock 07.10.10 - 15:55 Uhr

Kant in allen Ehren, aber ich denke in solchen moralischen Fragen hat sich in den letzten hundert Jahren so viel gewandelt, dass seine Ansichten dazu schlicht überholt sind.

Auch in anderen Fragen der sexuellen Freiheit, ich denke da an Homosexualität, ist Kant kein zeitgemäßer Ratgeber.

Also, um auch deine Frage zu beantworten: Nein!
Sofern Sex in gegenseitigem Einvernehmen und Respekt, Zuneigung und Rücksichtnahme stattfindet, ist er unabhängig von Schriftstücken und Verträgen auch erstmal als moralisch anzusehen.

Wohingegen sehr wohl auch in einer Ehe eine unmoralische Auffassung von Sex herrschen kann, bspw. wenn ein Part ausgenutzt, erniedrigt oder unter Druck gesetzt wird.
Ich würde sogar so weitgehen, die Frage in den Raum zu stellen, ob eine Ehe nicht sogar dem Einfordern von Sex (als "eheliche Pflicht") und einem Machtgefälle in der Beziehung Vorschub leistet.

Beitrag von zeitblom 07.10.10 - 17:21 Uhr

"Sex in gegenseitigem Einvernehmen und Respekt"

Nun, das ist die Frage, ob dies möglich ist, wenn, im Gegensatz zur Ehe "bis dass der Tod Euch scheidet", heute es in der Regel "nur" Lebensabschnittspartnerschaften gibt., die das Einvernehmen und den Respekt unter dauerndem Vorbehalt stellen.

Beitrag von t-rex 07.10.10 - 17:25 Uhr

Richtig.
Das ist ein Knackpunkt.
Wie kann man sich ganz in den Dienst des anderen stellen, wenn man davon ausgeht, dass man nicht auf Dauer zusammen sein wird?

Beitrag von t-rex 07.10.10 - 17:24 Uhr

Interessante Argumentation. wenn du das jetzt noch bissl unterlegst hab ich einen Absatz meiner Arbeit;-)

Zu den Philosophen: nichts ist überholt, nichts modern und nichts veraltet in der Philosophie. Alles hat nur andere Hintergründe etc.. Und ein Aristoteles kann sehr moderne Bezüge haben!

Menschen gibt es schon sehr lange und nur die Gesellschaften haben sich verändert bzw. die Menschen haben sie verändert. Aber ich denke nicht, dass Menschen heute so viel anders sind, als noch vor 100 Jahren.

lg

Beitrag von jabberwock 08.10.10 - 01:33 Uhr

Ich glaube, du verwechselst philosophische Betrachtung mit moralischer Betrachtung. Letztere wandelt sich sehr wohl mit dem Laufe der Zeit, egal ob ein Philosoph sie vornimmt oder ein gewöhnlicher "Mann von der Straße". Nur weil Kant (oder ein beliebiger anderer Philosoph) eine bestimmte moralische Sichtweise vertreten haben, muss diese noch lange nicht allzeitig gültig sein.

Was wiederum nicht ausschließt, dass viele philosophische Gedanken von zeitloser Bedeutung sind.

Die Frage, ob Sex außerhalb der Ehe moralisch sei oder nicht ist jedenfalls definitiv keine philosophische, auch keine ethische, sondern eine moralische Frage, die nur im Kontext ihrer Zeit und ihres Umfeldes betrachtet werden kann.

Beitrag von schullek 08.10.10 - 09:24 Uhr

guten morgen :-)


moral und ehtik ist ein großer bereich der philosophie, was es somit zu einem philosophischen thema macht.
ich habe nicht beansprucht, dass eine sichtweise zeitlos ist. es wäre nur falsch davon auszugehen, dass sie nicht mehr passend ist, nur weil sie vor einer bestimmten anzahl von jahren geäußert wurde.
was ich ausdrücken wollte: für meine arbeit ist es unwichtig, wer wann gelebt hat. es ist wichtig, die verschiedenen sichtweisen zu erötern. dabei spielt es in meinem zusammenhang keine gesteigerte rolle, wie die zeitlichen umstände waren. natürlich müssen sie beim betrachten beachtet werden, aber nicht so, dass ich es in meine gesamte argumentation einfließen lassen muss.