Was ist so schlimm am arbeiten?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von xyz74 07.10.10 - 14:49 Uhr

Hallo Zusammen,

hier gibt es ja immer wieder diese MUSS-Mama-arbeiten Treads.

Ich gebe zu, dass ich die immer sehr befremdlich finde.

Allein das Wort MUSS oder MÜSSEN ist schon negativ behaftet für mich.

Ich meine... Aus welchem Grund habt ihr euch für einen bestimmten Ausbildungsberuf bzw. Studium entschieden?
Was waren für euch die Kriterien?
Mich interessiert das einfach mal, weil wenn man das Arbeiten als Zwang versteht und genau das symbolisiert für mich das Wort MÜSSEN, dann muss man doch bei der damaligen Wahl komplett daneben gelegen haben, oder nicht?
Oder war die Entscheidung für einen bestimmten Beruf nur Zeitvertreib bis zum Schwanger werden?
Hatte die frühere Generation doch recht, als es noch hieß "Wozu soll das Mädchen Abi machen/Ausbildung/Studium. Die wird eh Schwanger!"



Ich hab mich damals für die Fotografenausbildung entschieden, weil es mein absoluter Traumberuf war und immer noch ist.
Darin gehe ich total auf. Ohne Kamera würde ich mich fast schon amputiert fühlen. Die ist immer dabei.

Für mich persönlich gilt, ich MUSS nicht arbeiten. Ich WILL!


So! Dann bin ich mal gespannt auf viele Meinungen.

Beitrag von h-m 07.10.10 - 15:01 Uhr

Also ich würde ja am liebsten mein Kapital für mich arbeiten lassen und meine Zeit am Jet-Set verbringen... *lach* Allerdings reicht mein Kapital dafür längst nicht aus.

Ich persönlich gehe nicht zum Spaß arbeiten, sondern einzig und allein deshalb, weil ich mit dem Gehalt meinen Lebensunterhalt (und den meiner Tochter) bestreite. Könnte mir mein Leben aber auch ohne Arbeit sicher ganz angenehm vorstellen.

Insofern: ja, man/frau muss aus meiner Sicht halt arbeiten... oder sich eben aushalten lassen.

Beitrag von october 07.10.10 - 15:09 Uhr

Hallo,
für mich ist das phasenweise...
Wenn der Wecker früh klingelt... MUSS ich
Wenn ich etwas erfolgreich zu Ende gebracht habe und stolz auf das geleistete bin, dann weiß ich wieder, dass ich WILL (am Geldtag übrigens auch ;-))

Ich würd nie auf die Idee kommen, zu Hause zu bleiben. Zum einen natürlich wegen der finanziellen Absicherung, aber ich hätte auch immer das Gefühl, ich würde mein Potenzial vergeuden. Ich Abi gemacht, studiert... dafür bleib ich nicht zu Hause. Ich hab Grips in der Birne, den will ich auch einsetzen... ;-)

LG Annika

Beitrag von glueckskleechen 07.10.10 - 15:15 Uhr

ich hab drei Kinder und würd nie ganz daheim bleiben wollen, würd die Arbeit aber auch nie über meine Kinder/Familie stellen.

ich habe MEINEN Beruf auch deswegen ergriffen, weil er mich erfüllt (med. Bereich). Wenn man seinen Traumberuf gefunden hat und viel Zeit, Energie und Lernaufwand in die Ausbildung gesteckt hat, sagt man auch mit Kindern nicht so einfach "Arbeit ade, ich bleib daheim" ;-)

Denn dann verbindet sich ja der Aspekt des damit Geldverdienens mit dem, des Gern-Arbeitens!

Anders ist es vielleicht, wenn jemand "nur" jobbt...oder irgendwelche Hilfsarbeiten verrichtet.

Wenn ich mir vorstelle, ich müsste den ganzen Tag hinter einer Kasse oder in einem Büro verbringen,...ich glaub, da würd ich mich auch nicht motivieren können.
Aber jeder hat so seine Sachen, die ihm liegen...

LG #klee

Beitrag von windsbraut69 07.10.10 - 15:15 Uhr

"Oder war die Entscheidung für einen bestimmten Beruf nur Zeitvertreib bis zum Schwanger werden?
Hatte die frühere Generation doch recht, als es noch hieß "Wozu soll das Mädchen Abi machen/Ausbildung/Studium. Die wird eh Schwanger!"

Den Eindruck kann man hier im Forum tatsächlich gewinnen.

Ich bin noch ganz schockiert, nachdem ich vorhin von einer 21jährigen gelesen habe, dass sie nach einer schlechten Ehe im Trennungsjahr ist und nächstes Jahr geschieden wird....

Im wirklichen Leben kenne ich solche Frauen aber gar nicht, weder im Job, noch privat, da wird die Kindererziehung sehr fair aufgeteilt zwischen beiden Elternteilen und die einzige ehemals alleinerziehende Mutter in unserem Freundeskreis hat (Dank familiärer Unterstützung) sehr schnell wieder gearbeitet und das völlig "freiwillig".

LG,

W

Beitrag von xxtanja18xx 07.10.10 - 18:14 Uhr

Ich bin auch mit 18 Schwanger geworden, habe mit 21jahren geheiratet...Und 2Kinder bekommen...und nach 8Jahren Beziehung und 3jahren Ehe, habe ich mich getrennt ;-)

Und ich bin immer arbeiten gegangen, auch eine Ausbildung habe ich trotz Schwangerschaft und Baby erfolgreich gemacht ;-)

Sowas soll es auch geben!!! Es hat nun wirklich nichts mit dem Alter zu tun, auch eine 40Jährige kann so sein :-)

Ich kenne von bekannten, solche fälle...Aber nicht persönlich, das hat auch immer was mit dem Sozialen Umfeld zutun, wie du ja auch meinst, aber halt nich mit dem Alter


Lg

Beitrag von windsbraut69 08.10.10 - 08:55 Uhr

Klar gibts "sowas" überall aber ich hab hier im Forum den Eindruck, dass es ein Trend ist, sich wieder bewußt hinterm Herd zu verkriechen, warum auch immer.

LG

Beitrag von dominiksmami 07.10.10 - 15:16 Uhr

Huhu,

ich sag ja immer...wenns schlimm ist machen wir ein Wickelchen drum *g* aber ich versteh schon was du meinst.

Nun gut hier mal meine "Story" ( eher langweilig als Oscar verdächtig.....):

Nach der Realschule wußte ich noch überhaupt nicht was ich werden wollte, da mein bis dato einziger, ernsthafter Berufswunsch sich wegen körperlicher Unzulänglichkeiten zerschlagen hatte.

Um aber wenigstens irgendetwas halbwegs sinnvolles zu tun, habe ich die 2 jährige Höhere Handelsschule absolviert.

Aus irgendwelchen Gründen habe ich mir dann eingeredet das ich gerne Rechtsanwaltsfachangestellte werden möchte.

Ich hatte in völlig falsches Bild vor Augen von Leuten die das Recht vertreten, davon das man Menschen hilft ihr Recht zu bekommen und so weiter und so fort....ich war jung, naiv und brauchte das Geld..man verzeihe mir bitte.

In der Ausbildung angekommen merkte ich sehr schnell das da Recht zumeist eher verdreht als vertreten wird und das man immer nur dem zu helfen hat der gerade bezahlt...ganz egal was der getan hat.

Das erstemal drehte sich mir da der Magen um als wir einen Kinderschänder vertreten haben. Nein nicht weil mein Chef zum Pflichtverteidiger bestimmt wurde, sondern weil der Pädophile gut bezahlte!

Nungut, die Ausbildung habe ich dennoch recht gut bestanden, war ja kein Thema...gibt ja sicher noch andere Anwälte *hust*.

Gabs dann auch, aber da wurde es dann erst richtig schlimm.... miese Bezahlung, unbezahlte Überstunden, unfreundliches Arbeitsklima und und und.

Nach zwei Jahren habe ich gekündigt und im Einzelhandel angefangen, vor allem weil ich dort wesentlich besser bezahlt wurde!

Irgendwie war der Job nicht schlecht, sicher die Arbeitszeiten waren teilweise heftig ( u.a. jedes Jahr um die Weihnachtszeit 4 Wochen Schicht und Freizeitsperre was eine 6 Tage Woche zu je 10 Stunden bedeutete, teilweise ohne Pausen , dafür aber gerne mal mit verkaufsoffenem Sonntag, in einem stehenden Beruf).

Die Kollegen waren nett, die Vorgesetzten bis auf wenige Ausnahmen erträglich, der Verdienst wie gesagt sehr gut.

Schliesslich wurde ich schwanger, trennte mich in der Schwangerschaft und ging nach 8 Wochen Mutterschutz dann wieder Teilzeit dort arbeiten ( zwischen 24 udn 32 Stunden die Woche, immer abwechselnd).

Aber egal wie....Arbeit war und blieb für mich immer nur eins..Mittel zum Zweck, ich brauchte Geld und dafür muß man eben arbeiten gehen...anders gehts ja nicht.

Ich hatte definitiv KEINEN Spaß daran dorthin zu müssen und sowas wie Selbstwert oder gar "Erfüllung" etc. fand ich da sicherlich nicht, ganz im Gegenteil.

Dann kamen mein Mann und ich zusammen.

Der Vertrag dort lief aus und weil die gerade Verkleinerten, durfte ich gehen...denn plötzlich konnten sie keine Teilzeitkräfte mehr brauchen in dieser Position.

Da wir schon zusammen wohnten, entschlossen wir das es reichen würde wenn ich geringfügig jobbe, was ich dann noch knapp 1/2 Jahr lang gemacht habe.

In dieser Zeit kristallisierte sich aber die Entwicklungsverzögerung meines Sohnes immer mehr heraus und forderte mehr und mehr Einsatz. Es tat ihm einfach nicht gut ständig zu Oma zu müssen und ich wollte auch selber bei Therapien und co dabei sein. Also entschlossen wir das ich vorerst zu Hause bleibe.

Mit der Zeit merkten wir das uns dieses Lebensmodell vielmehr liegt als alles andere. Ich blühte auf weil ich eben hier im Haushalt meine Erfüllung finde...ich liebe es hier rumzuwerkeln etc. und weil ich endlich keinen Streß mehr damit hatte meinen Sohn zu betreuen. Mein Mann brauchte sich hier zu Hause nicht mehr mit um den Haushalt kümmern und wurde so entlastet und plötzlich verdiente ( er arbeitet auf Provision) er immer mehr..weil er einfach den Kopf frei hatte für seine Arbeit.

Mein Sohn machte rasche Fortschritte und blühte regelrecht auf.

Das alles und noch einiges mehr hat uns dazu bewogen dieses Lebensmodell beizubehalten.

Wir schlossen private Vorsorgen für mich ab ( Rente, Pflege etc.) und legten einen Betrag fest der mir im Falle einer Trennung zukommt ( wird regelmäßig angepasst wegen sich ändernder Lebenshaltungskosten etc.) und der mir ein paar Monate gewährt um mir in Ruhe einen Job suchen zu können.

Tja..und da sind wir...ich fühl mich pudelwohl, mein Sohn hat seine Entwicklungsverzögerung überwunden und gehört zu den 3 besten seiner Klasse ( obwohl ihm prophezeit wurde er würde NIE eine normale Schule schaffen), mein Mann macht Karriere und hat Spaß daran....und unsere Tochter liegt um Laufstall und freut sich des Lebens *lach*

Arbeit war vielleicht keine Qual...aber ich habe mich dabei immer unwohl, fremdbestimmt, eingeengt und was weiß ich nicht noch alles gefühlt.

Ich finds aber wirklich schön wenn jemand ( wie mein Mann z.B.) wirklich gerne arbeitet, Spaß an seinem Beruf hat und dort seine Erfüllung findet #pro#pro

Ich habe meine hier gefunden!

In diesem Sinne....leben und leben lassen.

liebe Grüße

Andrea

Beitrag von nele27 08.10.10 - 08:53 Uhr

***Arbeit war vielleicht keine Qual...aber ich habe mich dabei immer unwohl, fremdbestimmt, eingeengt und was weiß ich nicht noch alles gefühlt.***

Unter den Umständen hätte ich auch keinen Bock aufs arbeiten...
Ich fühl mich sehr selbstbestimmt, treffe alle Entscheidungen die meinen Bereich betreffen selbst, mir redet keiner rein, welche Projekte ich zu machen habe, ich lege meine Arbeitszeiten, wie es mir passt ... da hat man dann schon Bock auf Arbeit :-)
Dazu wäre der Verzicht auf mein gehalt sehr schmerzhaft.

Daher sag ich ja immer: Zu verschiedenen Situationen passen auch verschiedene Lebensmodelle. Nur bringen dann immer irgendwelche Schwachmaten eine Ideologie rein...

LG, Nele

Beitrag von dominiksmami 08.10.10 - 09:58 Uhr

genau so gehts meinem Mann ja auch *nick*.

Eben...verschiedene Lebensmodelle und wenn wir alle klug wären, dann würden wir voneinander lernen und nicht oft aufeinander einhacken wie die Hühner im Stall.

Hach ja...vielleicht küsst mich ja auch noch die Muse und ich möchte irgendwann auch noch ausserhalb arbeiten...dann mach ich das *g*

lg

Andrea

Beitrag von dominiksmami 08.10.10 - 09:59 Uhr

>>genau so gehts meinem Mann ja auch *nick*. <<

ups..äh ausser das mit den Arbeitszeiten, die sind dort im Betrieb sehr fest vorgegeben, was sich im Einzelhandel irgendwie von selbst versteht *lach*

lg

Andrea

Beitrag von nele27 08.10.10 - 13:17 Uhr

Stimmt - ich verabrede meine Termine ja selbst und abgesehen von einigen äußeren Zwängen wie Sitzungen kann ich das selbst bestimmen #freu

Hier juckt es auch keinen, ob ich nun von 8-17 Uhr arbeite oder von 8-14 Uhr, dann was mit meinem Sohn mache und abends noch von 20-23 Uhr ins Home Office gehe. Das ist das Schöne am Arbeitsplatz: Absolut familienfreundlich (umso schlimmer, sich dann immer anzuhören, man kümmere sich nicht genug ums Kind... nur weil die Leute das böse Wort VOLLZEIT hören #drache)

LG

Beitrag von nele27 07.10.10 - 15:17 Uhr

Hi,

mir scheints, als ob die Lust zur Arbeit proportional zum Bildungsstand fällt :-)

Je mehr eine Frau in ihre Ausbildung investiert hat, umso reiflicher scheint sie es sich überlegt zu haben und ist dementsprechend wenig bereit, auf Dauer Hausfrau zu sein.
Wer dagegen nichts gelernt hat oder zumindest nicht besonders gut qualifiziert ist, verzichtet meiner Erfahrung nach lieber auf den beruf oder sucht sich mit "Hausfrau & Mutter" eine neue Profession.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel (meine Schwägerin hat sich damals mit Lehramtsstudium vergriffen - jetzt seit 14 Jahren mit Einzelkind zu Hause...)

Ich gehe jetzt zwar ganz gern 1 Jahr in Elternzeit, aber würde nie auf die Idee kommen, 3 oder 4 oder 5 Jahre zu Hause zu bleiben. Ich mag meinen Job und ich sehe lieber zu, dass ich ihn mit meiner Familie vereinbare...

LG, Nele

Beitrag von annika28 07.10.10 - 22:40 Uhr

#nanana#nanana#nanana

Sorry, aber das ist meiner Meinung nach absolutes "Schubladendenken".

Gruß
Kerstin

Beitrag von nele27 08.10.10 - 08:49 Uhr

Nö, Erfahrungswerte.

Außerdem schrieb ich "Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel"

Ist doch auch logisch: Wenn ich keinen Beruf gelernt hätte, hätte ich auch keine Lust, für 5 Euro die Stunde zu arbeiten. Wenn sich dann die Gelegenheit ergibt, dass ich voll mit meinen Kindern zu Hause bleiben kann, verzichte ich gern auf die paar Kröten.
Ich finde das nachvollziehbar - und wenn Du mir Schubladendenken unterstellst hast Du den Beitrag offenbar nicht so verstanden, wie ich ihn gemeint habe...

Beitrag von annika28 08.10.10 - 09:26 Uhr

Mojn.

Mönsch, ich wollte dich doch nicht angreifen :-p.
Das hörte sich von dir nur so hochtrabend an, da musste ich mal ein unqualifiziertes#nanana reinschmeissen ;-)

Mir ist das relativ schnuppe, ob andere arbeiten oder nicht.
Hauptsache, sie liegen der Allgemeinheit nicht auf der Tasche.
Wir könnten uns es evtl. auch leisten, dass ich zuhause bleibe.
Aber da hätte ich überhaupt keine Lust zu.
Bin froh, das ich seit Februar wieder in meinem alten Job bin.
Zwar nur Teilzeit, aber egal.
Ich brauch so ein bißchen Bestätigung. Und die Tatsache, das ich zu unserem Lebensunterhalt beitrage tut mir auch gut.

Ich denke, das ist auch alles so eine Sache des eigenen Elternhauses evtl sogar der Erziehung, die man selber genossen hat.

LG

Kerstin

Beitrag von nele27 08.10.10 - 09:37 Uhr

Fühl mich auch gar nicht angegriffen :-)

Mir war es nur wichtig, dass es mir nicht drum geht, das eine oder das andere als "besser" zu klassifizieren. Sondern ich wollte darstellen - wertfrei -, dass der Bildungsstand etwas damit zu tun hat.

Ist doch logisch, dass die Befriedigung an der Frittenbude vielleicht nicht so hoch ist wie als Bankdirektorin.
An der Pommestheke verlier ich doch nichts außer den Fettgestank, wenn ich mich voll meiner Familie widme.
Die Bankdirektorin verliert neben einem Haufen Geld auch interessante Projekte, Entscheidungsbefugnisse, Personalverantwortung... was nicht heißt, dass die es nicht spannend findet, in Elternzeit zu gehen. Aber sie hat eben eine gute Perspektive, neben der Familie auch einen anderen Mittelpunkt zu haben.

LG

Beitrag von annika28 08.10.10 - 13:16 Uhr

Vielleich fühlt sich 'ne Frittenverkäuferin gar nicht so schlecht in ihrem Job, wie manchmal 'ne Bankdirektorin...?! Wer weiß das schon.
:-p

Beitrag von emestesi 07.10.10 - 15:42 Uhr

Obwohl ich nicht in meinem Traumberuf arbeite (meine Eltern haben exakt jene Aussage vertreten, dass sich Abi & Studium für eine Frau nicht "lohnt"), arbeite ich dennoch gern. Und das ununterbrochen seit 18 Jahren. Lediglich in den Erziehungsjahren (ich blieb immer nur ein Jahr jeweils Zuhause) habe ich nur mit "halber" Kraft von Zuhause aus gejobbt, war aber immer beruflich drin.

Dennoch sage ich, dass ich arbeiten MUSS. Ohne mein Gehalt würde es bei uns finanziell nicht gehen, auch denke ich natürlich an Krankenkasse & Rente. Ich kann es mir mittlerweile ganz gut vorstellen, auch einfach nur mal Zuhause zu bleiben und endlich mal mehr Zeit für meine Kinder und unser Haus zu haben - das ist in den letzten Jahren einfach zu kurz gekommen. Ich hatte jedoch keine Wahl. Und dem Staat will ich erst Recht nicht auf der Tasche liegen. Somit MUSS ich schon arbeiten. Das hat in meinen Augen nichts mit Spaß am Job zu tun.

LG Emestesi

Beitrag von golden_earring 07.10.10 - 16:16 Uhr

#winke

ICH gehe super gern arbeiten, habe auch meinen Mutterschutz 14 Tage nach hinten verschoben und hänge ihn lieber hintendran. (geht bei uns) und werde nach 1 Jahr mit der Kleinen zu Hause wieder halbtags einsteigen und freue mich jetzt schon drauf!!!

Beitrag von berry26 07.10.10 - 16:15 Uhr

Hi,

wenn dich das interessiert dann erzähl ich's dir;-)

"Aus welchem Grund habt ihr euch für einen bestimmten Ausbildungsberuf bzw. Studium entschieden? "

Ich hab mich nicht entschieden, ich hatte keine Wahl und keine Unterstützung (wohnte auf dem Land und da gab es kaum Auswahl und schlechte Busverbindungen). Trotz allem habe ich mich nicht total vergriffen:-p

Ich habe nach meiner Ausbildung einen recht guten Job gefunden und habe mich hochgearbeitet bis zu einer leitenden Position. Es gibt Tage an denen habe ich meinen Job gehasst und an anderen war ich wieder sehr glücklich damit. Ich arbeite also im Grunde sehr gern, zumal ich mir etwas "erarbeitet" habe! Ich bin mittlerweile eine gesuchte Fachkraft und möchte das in Zukunft auch nicht aufs Spiel setzten indem ich Jahrelang zuhause bleiben. Ich genieße es auch mal "Hausfrau und Mutter " zu sein, aber auf Dauer ist das nichts für mich.

Ich kann aber auch ganz klar sagen, das meine Arbeit mich zwar fordert und mir auch (meistens) Spaß macht, aber sie ist nicht meine totale Erfüllung und schon gar nicht mein Hobby. Ich beneide jeden dem es so geht.

LG

Judith

Beitrag von ronja_one 07.10.10 - 16:30 Uhr

Wenn ich an meine Berufswahl denke, muss ich doch immer noch Schmunzeln...

In meiner kaufmännischen Ausbildung fand ich die Abteilung "Buchhaltung" einfach nur grausam - Ablage, Ablage und noch einmal Ablage! Man hat mir einfach nichts anderes gezeigt!

NIE, aber wirklich NIEMALS wollte ich in der Buchhaltung arbeiten!!

Tja, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Heute bin ich geprüfte Bilanzbuchhalterin, habe darin einige Praxisjahre erreicht und nun wieder ein tolles Jobangebot bekommen.

Nach dem ersten Kind bin ich nach drei Monate wieder Teilzeit arbeiten gegangen, nach dem zweiten Kind habe ich ein Jahr pausiert. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens! Erst mit Wiederaufnahme meines alten Jobs ging es mir und auch meiner ganzen Familie wieder gut!
Jetzt ist unsere Familienplanung abgeschlossen, unsere Kinder während unserer Arbeitszeiten sehr gut betreut und ich kann endlich wieder beruflich richtig durchstarten!
Es macht mir Spaß, Buchhaltungen aufzuräumen oder neu einzurichten, mich mit neuen Systemen auseinanderzusetzen, da laufe ich zur Höchstform auf!

Also, dafür dass ich NIE in der Buchhaltung landen wollte, bin ich da nun schon ziemlich lange und immer glücklich dabei ;-)

Ich mag meinen Job und gehe gerne arbeiten - meinen Arbeitsplatz mag ich nicht immer, aber daran kann man ja etwas ändern!

Ronja

Beitrag von braut2 07.10.10 - 17:00 Uhr

Ist doch schön wenn Dein Hobby zum Beruf wird und es Dir Spaß macht.
Ich kenne mehr als genug, die keinen Spaß am Beruf haben, oder nicht mehr haben. Für die ist es sicherlich ein MUSS arbeiten zu gehen, denn auch mit Ausbildung und Studium ist es nicht einfach dann wieder in einen anderen Beruf einzusteigen.

Ich hab Abi gemacht, danach ne abgeschlossene Steuerlehre......wenn ich diesen Beruf weiter ausüben müsste, bekäme ich wohl noch mehr Kinder ;-) Furchtbar. Deswegen hab ich mich gleich danach für mein Studium entschieden. Sozialpädagogik. Leider nun auch nciht mit Angeboten überlaufen.......also musste ich umsteigen und bin in der Wirtschaft gelandet. Von da hab ich mich vorangearbeitet......und Geld verdient. Ganz gut sogar. Bin in einer großen Versicherung gelandet. Den Job hab ich auch noch. Und den werd ich wohl wieder ausüben. Obwohl "mein" Job eben im pädagogischen Bereich kein MUSS wäre. Aber da bin ich sehr lang raus.
Dennoch: ich habe mal einfach die Nase gehabt und bei uns im Kiga nachgefragt als die jemanden suchten. Als sie hörten welche Ausbildung ich habe war schiere Begeisterung da. Leider kam man erst wieder auf mich zu, als ich jetzt schwanger war. Aber mit der Option, mich immer wieder anzusprechen :-) Im Kiga arbeiten kommt meiner Ausbildung nicht unbedingt seeehr nahe, aber es ist eben ein Bereich der mir Spaß macht. Ich würde weniger verdienen, aber ich würde wahrscheinlich lieber arbeiten gehen.
Also: ich MUSS irgendwann wieder arbeiten. Mir wärs lieber, ich würde das dann auch WOLLEN :-) Aber wer weiß was sich noch so tut.......

lg b2 mit zwei Zicken und 38.SSW

Beitrag von bruchetta 07.10.10 - 18:09 Uhr

Für mich persönlich gibt es nur das MUSS, was die Arbeit betrifft. Das war schon immer so.
Ich habe eine gute Ausbildung, meine Fachhochschulreife und war dann überwiegend in der Touristik tätig.
Kann man eigentlich nicht meckern.

Aber für mich war es immer ein MUSS. Weil ich das Geld brauchte und nicht von Luft und Liebe leben konnte.
Richtig gern, so dass ich freudig dort hingehe und mir nichts Schöneres vorstellen konnte, habe ich noch nie gearbeitet.

Trotzdem denke ich nicht, dass es in einem anderen Bereich anders gewesen wäre. Also, dass ich mich vergriffen habe.

Beitrag von simisa 07.10.10 - 18:39 Uhr

Ich habe mich damals aus dem Bauch heraus für meinen Beruf und damit für ein Studium entschieden. Da ich naturwissenschaftlich immer interessiert war, hab ich also studiert. Wichtig war mir auch einen Beruf zu haben, der mich finanziell unabhängig macht, d.h. ich wollte mich und meine damals noch nicht vorhandenen Kinder stets allein durchbringen können. Und so ist es auch. Ich habe mittlerweile drei Kinder und bin immer noch berufstätig, im Moment nur in Teilzeit. Das soll sich aber baldmöglichst ändern, sodass ich also wieder eine Vollzeitstelle anstreben kann.
Ich denke genauso, wie es hier eine Userin schon so schön auf den Punkt gebracht hat: je höher der Bildungsabschluss, um so motivierter die Frau auch berufstätig zu sein, wenn die Familie wächst. Ich denke, das hat damit zu tun, dass diese Frauen oft anspruchsvollere Tätigkeiten haben, die sie gern ausüben und nicht nur irgendein Job zum Geldverdienen. Sozusagen ist das ein Privileg und ich bin froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben. LG