Ich gehe bald voll arbeiten - mit ein bisschen Bauchweh....

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von pipu 07.10.10 - 20:04 Uhr

Hallo,
unsere Familiensituation wird sich bald sehr verändern und ich hoffe hier jemanden zu finden dem es evtl. genauso geht.

Wir haben zwein Kinder (2,5 Jahre und 3,5 Monate alt). Ich bin seit der Geburt des ersten zuhause, habe nur zwischen Ende der Elternzeit und Beginn Mutterschutz zehn Wochen voll gearbeitet. Zum einen um mir den Anspruch auf den Vollzeit Arbeitsplatz zu erhalten, zum anderen wird dann ja für meine jetzige Elternzeit auch der volle Betrag in die Rentenkasse eingezahlt. Außerdem war der Zeitraum ja wirklich überschaubar.
Bisher ist mein Mann voll arbeiten gegangen, wir sind ganz gut hingekommen.
Wenn aber das Elterngeld ausläuft sieht es eher mau aus, da mein Mann nicht besonders gut verdient, aber sehr viel arbeitet. Sprich: Würde ich Teilzeit arbeiten gehen kann er mich in keiner Form unterstützen (Kinder in den Kiga bringen oder abholen).

Wir haben lange hin und her überlegt was wir beruflich verändern können. Wir haben uns beide hier und da beworben und ich habe nun die Zusage für ein Studium beim Finanzamt bekommen (für 2011).
Ich würde nach Ende des Studiums das doppelte bekommen was er verdient, hätte Gleitzeit und die Aussicht auf eine Beamtenstelle. Das ist alles für ihn derzeit unerreichbar, es wäre auch gar nicht in seinem Interesse in so einem Job zu arbeiten.
Sprich: Ich gehe dann Vollzeit arbeiten und er bleibt daheim. Wenn beide im Kiga sind würde er sich auch was nebenbei suchen.

Eigentlich sind meine Bedenken total albern, schließlich bin ich einfach in der gleichen Situation wie fast alle Männer die den Lebensunterhalt verdienen.
Ich störe mich in keinster Weise daran, dass ich dann unser Leben finanziere, er hat es ja auch jahrelang gemacht. Außerdem geht es ja darum was für die Familie am Besten ist.

Aber ich war so gerne bei meinen Kindern zuhause. Klar sollte das nicht für immer so sein, aber bis der Kleine drei ist wollte ich schon gerne hauptsächlich Mama sein.
Ich weiß, dass mein Mann das ganz toll hinbekommen wird und ich arbeite auch wirklich gerne, aber ich bin dann eben diejenige die am wenigsten dabei ist und der Gedanke schmerzt mich doch sehr.
Eigentlich total egoistisch, schließlich war es bis jetzt selbstverständlich das er arbeiten geht, aber ich kann nicht so ganz aus meiner Haut.

Geht es einigen von euch vielleicht ähnlich?

Gruß

Beitrag von ichclaudia 07.10.10 - 20:20 Uhr

Dein Verstand sagt Dir/Euch, dass es die richtige Entscheidung ist, dann zieht es auch durch ! Es wird schon klappen.

Ich habe wieder angefangen zu arbeiten, als unser Sohn gerade mal 10 Wochen alt war (damals gabs kein Elterngeld), wir waren auf das Geld angewiesen. die ersten Tage war es ein komisches Gefühl, aber nach ein paar Wochen war es das normalste der Welt !

LG Claudia

Beitrag von gingerbun 07.10.10 - 21:28 Uhr

Hallo,
würde mein Mann derjenige sein der weniger verdient würden wir das auch so machen. Dein Mann kann das genausogut wie Du und ich denke dass weisst Du. Schreibst Du ja auch. Du packst das - das les ich heraus da Du ja doch idealerweise dahinterstehst. Man muss sich ja nicht am - ich sag mal - "gängigem" Modell ausschliesslich orientieren. Wenn ihr beide dahintersteht dann klappt das aus.
Gruss und gutes Gelingen !!!
Britta

Beitrag von nuckelspucker 07.10.10 - 21:41 Uhr

hey,

ich könnte mir nicht vorstellen, dass mein mann an meiner stelle elternzeit macht. das mag egoistisch sein. ist aber so. er würde das sicher sehr gut machen, keine frage. aber ich liebe es so sehr, mit den kindern zusammen zu sein. die arbeit ist für mich nicht mehr so wichtig wie vor den kindern. sie ist mehr oder weniger nur noch zum geldverdienen da.

dennoch ist deine berufliche aussicht sowas von gut, dass ich da wahrscheinlich auch "zuschlagen" würde.

lg claudia

Beitrag von anarchie 07.10.10 - 22:50 Uhr

oh man...


Ehrlich gesagt würde ich leiden wie ein Hund, ein so kleines Würmchen - und das obwohl wir einen sehr engagierten , tollen Papa haben...

Aber: es hilft euch finanziell enorm, die kinder werden nicht fremdbetreut, sondern sind bei Papa und ihr werdet alle Vorteile davon haben!

lg und alles Gute

melanie und die 4 Kurzen

Beitrag von nele27 08.10.10 - 09:47 Uhr

***Ehrlich gesagt würde ich leiden wie ein Hund***

Ich denke aber, das liegt an der Gewohnheit und nicht am Geschlecht ... #gruebel

Mein Mann war ja zu Hause und arbeitet nun Vollzeit - der kam sich am Anfang vor wie aus der Familie rausgeschmissen...
geht also auch Männern so!

LG, Nele
Heute letzter Arbeitstag, dann Hausfrau #schock

Beitrag von nele27 08.10.10 - 09:45 Uhr

***Eigentlich sind meine Bedenken total albern, schließlich bin ich einfach in der gleichen Situation wie fast alle Männer die den Lebensunterhalt verdienen. ***

Du hast Dir die Antwort schon selbst gegeben :-)

Bei uns war es andersrum: Mein Mann war erst ganz für Anton zuständig (1,5 Jahre), dann noch mal 1,5 Jahre in Teilzeit. Ich hab Vollzeit gearbeitet...

Jetzt tauschen wir gerade: Ich geh in den Mutterschutz (+dann Elternzeit), er hat angefangen Vollzeit zu arbeiten.
Komisch ists am Anfang: Ich habe schon Bammel den ganzen Tag mit Kind zu Hause zu sein und er kam sich am Anfang vor, als gehöre er nicht mehr zur Familie...

Ich kann Dir natürlich nicht soviel Erfahrung dazu sagen, weil wir gerade erst tauschen, aber ich denke, das legt sich. Ist sicherlich Gewohnheit.

LG, Nele
heute letzter Arbeitstag #schock

Beitrag von starshine 08.10.10 - 12:02 Uhr

Ich verstehe Dich sehr gut, denn ich musste diese Entscheidung auch vor einigen Jahren faellen. Du wirst hinein wachsen und der Rest der Familie auch.

Allerdings muessen auch nicht alle Entscheidungen fuer die Ewigkeit sein. Sollte es Dich oder Euch ungluecklich machen, dann werdet Ihr wieder eine andere Loesung finden :-)

Heute sind wir getrennt und ich habe keine Probleme meine Kinder zu ernaehren die beide bei mir leben.

Beitrag von claerchen81 08.10.10 - 12:37 Uhr

Hi,

ich denke, es sind im Grunde ganz normaler Zweifel vor dem Beginn einer neuen Lebenssituation.
Ich hatte das sowohl als ich aufhörte zu arbeiten (MuSchu/ 1 Jahr Elternzeit) als auch als ich wieder anfing (nach 12 Monaten 3/4-Stelle). Als ich jetzt wieder in MuSchu gegangen bin, hatte ich wieder ein mulmiges Gefühl (Schaffe ich das mit 2 Kindern zuhause? Werde ich nicht wieder depressiv?)
Meinem Mann ging es ähnlich: in der Elternzeit hatte er ständig das Gefühl, er wäre finanziell für uns verantwortlich (das Elterngeld hat er kaum registriert), als ich dann wieder arbeiten ging und er ebenfalls die Stunden reduzierte (wir haben beide 30h gearbeitet), hatte er auch bedenken, was er denn in seiner Zeit mit seinem Sohn anfangen sollte. Seit ich im MuSchu bin, fühlt er sich - genau wie bei Nele27 - irgendwie ausgeschlossen, musste er sich auch dran gewöhnen (macht er aber nicht, abends holt er alles nach ;-)).

Das Ende vom Lied: wir sind relativ gleichberechtigte Partner, unserem Kind hat es enorm gut getan, von beiden verantwortlich erzogen zu werden, wir sind beide zufrieden, haben beruflich Zukunft und für die Familie die optimalen Finanzen herausgeholt. Kinder tut die väterliche Erziehung einfach auch unglaublich gut, sie werden meist selbständiger. Einzig der HH ist und bleibt ein Knackpunkt in vielen Familien, in denen die Männer auch für diesen Bereich zuständig sind, vielleicht hast du da ein Ausnahme-Exemplar (bei uns gab`s da lange Stress, jetzt haben wir aber funktionsfähige Regeln gefunden).

Es ist mehr als normal, dass du dir Gedanken machst. Und es wird am Anfang bestimmt etwas holpern. Ich gehe aber davon aus, dass du es nicht bereuen wirst. Wichtig ist, dass dein Partner HH und Kinder auch komplett übernimmt: wenn du nämlich dann von der Arbeit kommst, hast du rein Freizeit mit den Süßen - das ist ein Traum ;-) Nur Qualitätszeit ;-) Super!

Gruß, C.