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Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mandy276 08.10.10 - 09:51 Uhr

Ich habe ein großes Problem und für den Einen oder Anderen von Euch wird es total dämlich und bescheuert klingen aber ich weiß echt nicht mehr weiter. :-(
Zunächst einmal: Ich habe einen tollen Partner, liebe ihn auch überalles! Er ist mein abosluter Traummann und trotzdem geht es mir nicht gut in der Beziehung.
Das Problem ist meine Kinderlosigkeit, womit ich auch leben könnte wenn ich Abstand zu Kindern hätte. Einige von Euch kennen das sicherlich, man wünscht sich Kinder, kann keine bekommen oder es will einfach nicht klappen und wenn man dann Umgang mit anderen Kindern hat, tut einem das seelisch weh. Also mir geht es jedenfalls so :-( Nun ja mein Freund hat eine Tochter die am WE bei uns ist. Die Kleine ist echt süß und wir verstehen und super aber jedes Mal wenn sie da ist, wird mir direkt vor Augen gehalten was ich nicht haben werde und das schmerzt unheimlich und ich muss mich von Tag zu Tag mehr zusammen reißen um vor der Kleinen nicht einfach los zu heulen.

Habt Ihr Tipps für mich, wie ich das in den Griff bekommen kann? Oder gibt es hier Jemanden dem es vielleicht genauso geht, mit dem ich mich austauschen könnte? Mir geht es echt schlecht, ich hab kaum noch Farbe im Gesicht und baue immer mehr ab. War sogar schon kurz davor Schluss zu machen. Klar würde es mir dann erstmal noch viel schlechter gehen, weil ich ihn wirklich liebe und mir sicher bin niemals wieder so einen Partner zu finden aber vielleicht bringt mir der Abstand mein altes Leben wieder zurück.

Für alle die jetzt meinen, mmh red mit Deinem Partner: Er weiß davon, wir haben darüber geredet aber so richtig verstehen kann er es eben nicht. Eine Adoption haben wir auch schon ins Gespräch gebracht aber als er länger darüber nachgedacht hat, wollte er das dann doch nicht. Kann ich ja auch verstehen. Seine leibliche Tochter sieht er nur am Wochenende und dann soll ein fremdes Kind her, was er dann jeden Tag um sich hat. Und was soll seine Tochter dann erst denken?!

Wenn Ihr Tipps oder gute Meinungen habt dann schreibt bitte, wenn Ihr nur doofe Sprüche ablassen wollt, dann lasst es. Schlecht geht es mir auch so.

Danke.
LG

Beitrag von binnurich 08.10.10 - 10:01 Uhr

Ich glaube, ich kann da eigentlich nicht mitreden, weil ich nie so empfunden habe.

Aber: lieb dieses Kind und dieses Kind wird dich lieben!
Vielleicht sprichst du auch mit deinem Mann mal über Adoption oder eine Pflegschaft.

Ich habe ein eigenes Kind. Aber ist es so wichtig, dass es das eigene ist? Ist es so entscheident, dass es deine Gene sind?
Es gibt soviele Kinder auf dieser Erde, die einen Menschen suchen der sie wirklich innig und aus tiefsten Herzen liebt.


Auch mit eigenen Kindern kann man Probleme haben. Auch eigene Kinder können einem weh tun und gehen und einen hassen.

Ich weiß, das hilft jetzt nicht weiter.
Aber überleg doch mal, vielleicht gibt es eine solche Perspektive

Beitrag von mandy276 08.10.10 - 10:35 Uhr

Wir haben doch über Adoption gesprochen aber das will mein Freund nicht weil er ja sein eigenes Kind nicht jeden Tag um sich haben kann.
Mir ist es total egal ob es mein eigenes ist oder ob es meine Gene hat.

Und wie gesagt mit seiner Tochter komme ich super klar, die Kleine mag mich auch. Aber es ist eben nicht das selbe. Sie ist nur am Wochenende bei uns und die Erziehung übernimmt ihre Mutter nunmal.
Ich möchte ein Kind jeden Tag um mich haben mit allen drum und dran!

Beitrag von tammi04 08.10.10 - 10:02 Uhr

Liebe Mandy,
woran liegt es denn, dass ihr keine Kinder habt? Ist es sicher, dass du keine bekommen kannst, oder klappt es einfach nicht?

Das sind unterschiedliche Ausgangssituationen, finde ich.

Beitrag von mandy276 08.10.10 - 10:40 Uhr

Ich habe seit über einem Jahr keinen ES mehr #heul

Beitrag von tammi04 08.10.10 - 11:06 Uhr

Verstehe! Steckst du noch in der Kiwu-Behandlung?

Ich hatte kürzlich im "Frühes Ende"-Forum einen Thread darüber, ob es auch andere gibt, die nach mehreren FG ihr Leben komplett in Frage stellen. Vielleicht ist das gar nicht so unähnlich zu deiner Situation?

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=55&tid=2788914

Irgendjemand schrieb mir, die Situation sei einfach "zum Weglaufen". Und das stimmt. Man muss sich nur überlegen, wovor man wegläuft. Vor der Kiwu-Behandlung? Vor fremden Kleinkindern? Vor dem eigenen Leben, das einem so unvollständig vorkommt? Vor dem Partner, mit dem man den Wunsch geteilt hat?

Ich kann dir sagen, was ich gemacht hab. Ich gönne mir gerade eine Auszeit. Auszeit vom Kinderwunsch und Auszeit vom Partner. Einfach ein paar Wochen für mich, um herauszufinden, was ich will und wie mein Leben auch ohne Kinder gut werden kann.

Vielleicht wäre das auch was für dich?

Beitrag von mandy276 08.10.10 - 13:40 Uhr

Das klingt gut, ich glaube ich sollte auch einfach mal eine Auszeit nehmen.
Danke!

Beitrag von bluehorizon6 08.10.10 - 10:48 Uhr

Ich habe verstanden, du kannst keine Kinder bekommen auch dann nicht wenn von Aussen nachgeholfen würde. Hormone, In-Vitro...

Das ist natürlich schade wenn das so ist und der Wunsch sich so ausprägt das er unsteuerbar ist. Und genau da möchte ich einsetzen.

Warum willst du mit deinem Partner Schluss machen, weil es für dich unerträglich ist dieses Kind vor Augen zu haben und es dich an deinen Kinderwunsch erinnert?

Gut 2 Möglichkeiten, da dein Partner dein Problem kennt.
Gehe seinem Kind aus dem Weg und mache was anderes, oder nimm dein Schicksal an und lebe. (leicht gesagt, ich weiss) Oder noch so ein Satz. Nimm in Demut an was du nicht ändern kannst. (ganz simple Sätze mit viel Inhalt zum nachdenken)

Und genau das ist glaube ich das was dir fehlt. Der Ausweg! Du gräbst dich in die Depression, wirst hilflos, kannst dich nicht mehr festhalten und so läuft die Spriale an, und am Ende bricht die Partnerschaft, die so gut ist, mit zusammen. Es gibt hier keinen einfachen WAY OUT. Da ist recht viel Psychologie im Spiel und da solltest du dich mit deinem Arzt mal beraten bevor dein Zustand eskaliert.

Schluss machen ist kein Ausweg, denn es verändert ja nicht die Ursache. Du gibst das verbleibende Gute auf um danach nur den Schmerz für eine Weile verlagert zu haben um dann den alten Schmerz wieder zu fühlen.

Lass dich bitte beraten, nicht alles muss man allein machen.

BlueH6

Beitrag von mandy276 08.10.10 - 13:48 Uhr

Danke für Deine Meinung.
Ich werde es erst einmal mit einer Auszeit wie es tammi beschrieben hat versuchen und mir noch einmal richtig Gedanken machen, ob ich mit einem Leben ohne Kind klar komme.

Beitrag von Pferdchen77 08.10.10 - 12:31 Uhr

Hallo Mandy,

als Aussenstehender ist es immer schwer da ein pauschales Urteil abzugeben.
Bei mir war es damals ähnlich. Nach einer Fehlgeburt klappte es einfach nicht mehr und mein Partner wurde zusehends komischer. Er hat nie mit ir darüber geredet obwohl ich es oft versucht hatte. Nach und nach wurde auch für mich sein Kind immer mehr zum "Problem".
Irgendwann habe ich mich hingesezt und mir eine Für und Wieder Liste gemacht, konnte mich aber trotzdem zu keiner Entscheidung durchringen (obwohl es zu der Zeit schon stark gekrieselt hat)

Allerletzter und ausschlaggebender Punkt war dann für mich ein Gespräch darüber, warum er nach der FG nicht zu mir getanden hat. Nie hat er mich getröstet oder mal mit mir geweint. Seine Antwort damals war: Ach mir macht das nichts, ich hab ja schon ein Kind. Das hat mir dann komplett den Boden unter den Füssen weggezogen.
So viel Egoismus und Ignoranz war mir dann doch zu viel. Ein paar Monate ging es noch sehr halbherzig hin und her und letztendlich bin ich dann ausgezogen.

Das ist zwar alles schon lange her, ist für mich aber immer noch unschön und wirklich vergesssen werde ich diese Zeit wohl nie (auch wegen anderer Dinge die zwischen uns vorgefallen sind)

Aber jetzt bin ich rundum glücklich und zufrieden, auch ohne Kind und Mann.


LG

Beitrag von mandy276 08.10.10 - 13:45 Uhr

#aerger Diese Antwort: "Ach wenn wir kein Kind kriegen ist das nicht schlimm, ich habe ja schon eins" habe ich auch schon gehört. War danach auch voll down!
Und ich bin fast der Meinung, wenn ich mir noch mehr Gedanken darum mache, wird es bei mir auch auf einen Auszug aus der gemeinsamen Wohnung hinauslaufen.

Das mit Deiner FG tut mir furchbar leid! :-(

Beitrag von Pferdchen77 08.10.10 - 23:08 Uhr

Meine FG muß dir nicht leid tun. Im Nachhinein bin ich sogar ganz froh, sonst wäre ich immer noch an diesen Mann gebunden oder hätte mich vielleicht nicht getrennt.

Wenn du auch schon den "Das macht mir nix" Spruch gehört hast würde ich an deiner Stelle nochmal alles genau überdenken. Bei mir war dieser Spruch immer mit einem schalen Gefühl verbunden, irgendwie machte mir das Angst daß er doch große Unterschiede zwischen dem bereits vorhandenen Kind und unserem gemacht hätte. Das war kein schöner Gedanke.

Ausserdem ist so ein Spruch absolut respektlos und ignorant und zeugt nicht unbedingt von übergroßer Liebe - finde ich jedenfalls. Würde mir sowas heute nochmal passieren, ich würde den Kerl gleich hochkant an die Luft setzen. Es geht ja nicht nur darum ob man Kinder bekommen kann, sondern auch darum für den Partner Verständnis zu haben und auf ihn enizugehen.
Wäre die Sache umgekehrt - dein Mann wäre nicht oder kaum zeugungsfähig - ich möchte nicht wissen wie er sich dabei fühlen würde. Und welcher Mann lässt sich nicht gerne bedauern... ;-)

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg! Bleib dir selbst treu #herzlich