Erziehungsansichten gehen ein klein wenig auseinander....

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von sashimi1 08.10.10 - 13:34 Uhr

erstmal sorry - ist doch sehr lang geworden...

Hallo zusammen!

Mein Mann und ich haben anscheinend doch ein wenig unterschiedliche Ansichten, was die Erziehung betrifft. Es sind m. E. keine gravierenden Unterschiede, aber in manchen Dingen würde ich einfach anders reagieren. Er ist (momentan?) der "strenge" Papa - momentan, weil er jetzt seit der Geburt unserer 2. Tochter (vor 4 Wochen) zuhause ist und seeeeeeeeeeehr viel mit der grossen (Lara) unternimmt. Sie fahren viel ins Schwimmbad und grad die erste Zeit haben sie viel alleine unternommen. Jetzt fällt mir halt vermehrt auf, dass er Lara ständig erpresst, wenn er was durchsetzen will - z.B. gestern im Möbelhaus: Lara guckte sich noch um (klar, gibt ja auch sooooooooviel zu sehen), mein Mann wollte aber zügig weiter und so sagt er ständig zu ihr: "Lara, willst du noch die Tiere anschauen? (wollten im Baumarkt noch zu den Kleintieren) Dann komm jetzt" das geht die ersten male noch ganz ruhig, wird dann aber immer extremer, bis er es in einer Lautstärke sagt, die mir fast schon peinlich wird, weil´s Aussenstehende auch mitbekommen. Noch dazu werden diese "Erpressungen" immer heftiger: "Sonst fahren wir gleich heim!" etc etc....
Heute MOrgen z.B. hat Lara mit der Babywanne von Romy Schildkröte gespielt etc... mein Mann wollte aber nicht, dass sie mit der Wanne spielt #kratz und sagte: "wenn du jetzt nicht brav bist, dann fahren wir nicht zum Baden" #schmoll sowas kommt ständig... ich hab dann (leise, so dass Lara es nicht mitbekommt), ihm gesagt: Lass sie doch.. schau mal, wie schön sie spielt... aber er war der Meinung, er kann ihr nicht erst was verbieten und es ihr dann doch erlauben, weil sie ihm sonst auf der Nase rumtanzen würde, so wie sie´s bei mir ja schon macht. (Seh ich zwar anders, aber gut)

Fakt ist aber tatsächlich: Lara "hört" grösstenteils super auf ihren Papa! Deshalb frag ich mich schon, ob es vielleicht doch nicht verkehrt ist, so wie er es macht.

Und meine eigentliche Frage: Ist es ok, wenn die Eltern so unterschiedlicher Meinung sind? Für mich ist wichtig, dass sie auf mich "hört" (ich hasse diesen Ausdruck!), wenn Gefahr in Verzug ist etc.... Wegen einer Babywanne mag ich mich nicht so aufregen... #augen
Ich ertappe mich jetzt schon bei dem Gedanken, dass ich froh bin, wenn mein Mann wieder in die Arbeit geht... #hicks #cool

WAs meint ihr dazu???

#danke
Sashimi & Lara *29.04.08 & Romy *07.09.10

Beitrag von michi0512 08.10.10 - 14:25 Uhr

Du scheinst da meinen Mann in Kopie zu haben.

Gerade die Sache mit der Wanne: frag ihn heut Abend mal as ihn gestört hat. Ich finds trollig - sie hat keinen verletzt, nicht mutwillig Lärm gemacht und sich SELBST bespaßt. Papa wollte sicher nicht gerade Lego spielen, oder?

Meiner ist auch so "streng". Mein Sohn hat Farbwechselautos und spielt nun im bad mit 2 schüsseln und ändert die Farben. Jaaa, es schwimmt danach das ganze Bad - aber wat solls, ist schnell aufgewischt.

Ich glaube viele Männer sehen generell kleine Erwachsene vor sich und haben vergessen wie es ist Kind zu sein. Vielleicht kannst Du an seine erinnerung appelieren wie er tote Mäuse verbuddelt hat, auf Bäume kletterte und sich Höhlen baute. Das hat bei uns recht gut "gezogen".

Dieses erpressen ist echt nicht richtg. Er hät ruhig sagen sollen: "süße, mich nerven die Möbel tierisch an. Wollen wir nicht schnell zu den Tieren gehen?"

Wir haben hier auch veschiedene Auffassungen - aber wenn ich mit den Kids alleine bin läuft es nach meinen Regeln. Das Papa das ein oder andere nicht duldet wissen sie inzwischen auch.

Da Eure Kleine erst 2 ist würde ich dem Papa einen Tip geben: immer mehr Zeit einplanen :-P JETZT wird die Welt interessant, JETZT entdeckt und lernt sie.

GlG

Beitrag von sashimi1 08.10.10 - 14:34 Uhr

Hi Michi,

danke für deine Antwort. Ja, ich wollte meinen Mann sowieso heute Abend mal fragen, was ihn an der Badewanne so gestört hat. Wahrscheinlich kann er mir darauf aber gar keine richtige Antwort geben. ;-)

Das mit den Erinnerungen ist eine gute Idee, zumal mein Mann laut seiner Mutter ein seeeeeeeeeeeeehr erfinderischer Junge war, wenn du verstehst... :-p Ich hoffe, bei ihm zieht das dann auch so gut, wie bei euch....

Das mit der Zeit einplanen ist leider etwas schwierig, da mein Mann ein seeeeehr ungeduldiger Mensch ist. Selbst, wenn wir KEIN besonderes Ziel bzw keinen Zeitdruck haben, will er immer schnell von A nach B und wird ungeduldig, wenn Lara sich nach jedem Grashalm bückt. Da muss sie dann recht schnell immer in den Buggy oder jetzt auf´s Buggy Board.

Naja, ich versuch mal mein Glück und appelliere an seine Kindheit... hoffe, es wirkt ein wenig...

VlG

Beitrag von michi0512 08.10.10 - 14:43 Uhr

"Selbst, wenn wir KEIN besonderes Ziel bzw keinen Zeitdruck haben, will er immer schnell von A nach B und wird ungeduldig, wenn Lara sich nach jedem Grashalm bückt."


Dann würd ich sagen: Schatz, wenn Du alle Grashalme unterscheiden kannst, mir deren Namen nennst und die Blütezeit (:-P), DANN darfst Du hetzen. Kannst Du es nicht müssen wir es untersuchen *g*

Ich locke meine Kleine bei Zeitdruck hin und wieder: sie bekommt ihren eigenen kleinen Beutel und darf Schätze suchen... Alles unterwegs rein (vorrausgesetzt es lebt nicht und war auch nie am Leben!) und zu Hause auspacken und untersuchen.

Er muss da einfach ruhiger werden. Ich war früher auch so: alles schnell schnell... und am Ende nur Frust. Wozu? Mein Kind darf alles anschauen und anfassen - ICH habe das schon erlebt, ICH kenne das schon. Ich habe aber auch die Aufgabe die Dinge dem Kind Nahe zu bringen. Also: alles schön langsam :-P

Beitrag von sashimi1 08.10.10 - 15:09 Uhr

#pro #pro #pro

tolle Antwort!!! #danke!!!!

Ich glaub, das drucke ich mir aus und lern´s auswendig! Und lese es jeden Abend vor dem Einschlafen meinem Mann vor! :-D

Beitrag von bine3002 08.10.10 - 14:44 Uhr

Konsequent sein finde ich schon sehr wichtig. D.h. ich erlaube auch nichts, was ich 5 Sekunden vorher verboten habe. Selbst dann nicht, wenn mir das Verbot nach genauerem Nachdenken selbst doof vorkommt. Es bleibt dann dabei: Die Badewanne bleibt verboten. Der Grund dafür ist, dass ich glaube, dass ein Kind verlässliche und berechenbare Eltern braucht, die KLARE Aussagen treffen.

Was ich aber durchaus mache, wenn ich zu dem Schluss gekommen bin, dass ein Verbot doof war: Ich hebe es z. B. am nächsten Tag ganz bewusst auf und sage das dann auch meiner Tochter. So etwas wird ja im Laufe der Kinderzeit häufiger passieren, schon allein weil das Kind älter wird und man manche Verbote lockern oder ganz aufheben MUSS. Z. B. wird mir eine 16jährige einen husten, wenn sie um 18 Uhr zu Hause sein soll, auch wenn das mit 6 noch Sinn gemacht hat. D.h. so oder so sagt man irgendwann: "So Kind nun bist Du älter und weiser geworden und wenn Du darauf achtest, den Laminatboden nicht zu verkratzen, dann darfst Du zukünftig mit der Badewanne Schildkröte spielen." ;-)

Manchmal muss man dann auch GEbote wieder aufheben, weil man merkt, dass das Kind eben nicht weise genug ist, um damit umzugehen. Dann sagt man vielleicht: "So Kind, ich habe gemerkt, dass Du scheinbar nicht in der Lage bist, auf den Boden aufzupassen, deswegen spielst Du bitte mit der Badewanne nur noch in deinem Zimmer (wo Teppich liegt)." oder so....

Was ich sagen will: Konsequenz ist wichtig, aber Regeln sind veränderbar und sollten nicht allzu starr sien. Und sie sollten meiner Meinung nach Sinn machen. Ob die Regeln deines Mannes Sinn machen, will ich gar nicht beurteilen. Das ist doch sehr individuell. Der Eine legt viel Wert auf Tischmanieren, Ordnung und Sauberkeit, dem Anderen ist es nicht so wichtig. Wer will beurteilen, ob nun der Eine oder der Andere Recht hat. Das ist Ansichtssache.

Konsequenzen sind außerdem Teil des Lebens. Meine Frage zu der Möbelhausgeschichte wäre z. B.: Hättest Du die Situation genauso beurteilt, wenn der Baumarkt mit den Tieren in einer viertel Stunde geschlossen hätte? Hättest Du deine Tochter dann nicht vielleicht auch zur Eile angetrieben, um ihr das Erlebnis mit den Tieren noch zu ermöglichen? D.h. es geht darum, WARUM man in manchen Situationen etwas durchsetzen möchte. Und ich denke, dass genau das bei Euch beiden die Uneinigkeit ausmacht. DU bist eher nachgiebig und traust dich nicht konsequent zu sein, um deiner Tochter Enttäuschungen zu ersparen (das steht da nicht direkt, abere s hört sich so an). Dein Mann dagegen traut sich nicht, mal locker und vielleicht auch mal inkonsequent zu sein, damit ihm das Kind nicht auf der Nase hgerumtanzt. Beides finde ich persönlich eine ungünstige Motivation.

Ich selbst hätte im Möbelhaus anders reagiert:
1. hätte ich mir bewusst Zeit genommen und wäre dort gar nicht erst unter Zeitdruck hingegangen. Das schützt einen selbst schon mal davor, unnötige Streitigkeiten hervorzubeschwören.

2. hätte ich die Frage nach den Tieren nur gestellt, wenn der Baumarkt wirklich gleich geschlossen hätte. In dem Fall hätte ich aber meine Tochter schon VOR dem Besuch des Möbelhauses darauf hingewiesen, dass wir es eilig haben. Hätte sie dann getrödelt, dann hätte sie eben mit der Enttäuschung leben müssen, die Tiere nicht mehr sehen zu können.

3. Ich versuche bewusst NICHT laut zu werden, bleibe höflich (bitte und danke) und freundlich. Wenn ich merke wie es sich hochschaukelt, dann entziehe ich mich der Situation. Klappt nicht immer, aber immer öfter ;-) Man muss einfach wissen: Das Kind ist ja nicht plötzlich taub geworden und hört sehr gut. Von daher genügt es, eine Aufforderung notfalls mehrfach im ruhigen Ton zu wiederholen. Manchmal lege ich auch bewusst eine Schallplatte auf und nerve meine Tochter damit: "Komm jetzt bitte, komm jetzt bitte, komm jetzt bitte... ich geb sowieso keine Ruhe... komm jetzt bitte, komm jetzt bitte." Alles auf lustige Weise. Irgendwann lacht sie dann und sagt: "Na gut, nervige Mama."

Beitrag von sashimi1 08.10.10 - 15:04 Uhr

Hi Bine,

bedingt geb ich dir Recht! :-) #pro

Ich bin in manchen Dingen manchmal inkonsequent - momentan vielleicht ein bisschen öfter, weil ich ein wenig schlechtes Gewissen hab, meiner Tochter gegenüber, weil ich nicht mehr soviel Zeit für sie hab wegen dem Baby etc. (Ich weiss, das brauch ich nicht zu haben, ist aber so ;-) )

Ausserdem denke ich, dass man manchmal auch spontan nachgeben kann und darf - mein Mann hätte doch auch gleich zu Lara sagen können: "Ok Schatz, du kannst ruhig Schildkröte spielen, aber pass auf......!" (Um bei deinem Beispiel zu bleiben). Für mich macht das keinen Unterschied, ob ich das heute in der Situation oder morgen mache - ich ändere doch trotzdem meine Meinung von Nein auf Ja.

Natürlich sollte das nicht ständig passieren, aber ab und zu nachgeben schadet dem Kind bestimmt nicht und deswegen wird sie mir hoffentlich auch nicht auf der Nase rumtanzen. Vielleicht liege ich ja falsch....?

Wegen der Möbelhausgeschichte noch:
1. Wir hatten genügend Zeit - es war mittags um 13h, der ganze Nachmittag lag noch vor uns.... nur: mein Mann hatte einfach keine Lust, noch länger im Möbelhaus "rumzutrödeln". Er wollte nur schnell nach nem Teppich gucken und wieder raus - was er uns vorher aber nicht sagte, sondern prompt ungeduldig bis pampig wurde... #augen

2. Erübrigt sich somit....

und 3. ICH bin auch so ein Mensch, der selten laut wird. Mein Mann dagegen (und dessen gesamte Familie) ist eher von der lauten Sorte. Er kann sich in bestimmten Situationen leider auch nicht zügeln - selbst wenn es ihm bewusst ist, dass er unnötig laut wird. Er meint oft selbst, er sollte mal zum Psychiater deswegen.... #rofl (darf man da jetzt überhaupt lachen?)

Tja, was soll ich da noch machen /sagen??? Ihm ist es selbst klar und trotzdem KANN er es nicht ändern?! Man kann ihm nichtmal einen Vorwurf machen, wenn man seinen Vater kennt.... :-p

VlG #winke

Beitrag von bine3002 08.10.10 - 15:41 Uhr

"Natürlich sollte das nicht ständig passieren, aber ab und zu nachgeben schadet dem Kind bestimmt nicht und deswegen wird sie mir hoffentlich auch nicht auf der Nase rumtanzen. Vielleicht liege ich ja falsch....?"

Bei mir geht es weniger darum, dass ich Angst habe, dass das Kind mir auf der Nase herumtanzt als darum, dass ein Kind verwirrt ist, wenn es mal Ja und mal Nein heißt. Und dabei ist es durchaus ein Unterschied, ob sich die Meinung morgen ändert oder wenige Sekunden nach dem Verbot oder gar dann, wenn das Kind gequengelt hat.

Ich möchte von meinem Kind, dass es ein NEIN erstmal akzeptiert. Es soll mir vertrauen, dass ich mir dabei schon was denke. D.h. ich verlange, dass es die Badewanne dann erstmal wegstellt. Anschließend kann man darüber reden, warum ich es notwendig finde, dass die Badewanne kein Spielzeug ist (nur ein Beispiel, ich hätte sie auch damit spielen lassen). Aber in Ruhe und die ist in der Regel direkt nach einem Verbot nicht gegeben (das Kind ist traurig, emotional und wenig aufnahmefähig). Sind die Argumente meines Kindes plausibel, so würde ich sagen: "Ja ist gut, ich denke darüber nach." und das Verbot dann eben am nächsten Tag aufheben. Dann ist etwas Ruhe eingekehrt und das ganze Thema ist etwas abgekühlt (auch von seiten des Kindes).

Natürlich darf man manchmal auch spontan nachgeben. Das ist dann eine AUSNAHME. Aber es kommt für mich darauf an, wie so etwas zustande kam. Quengelt mein Kind rum, werde ich selbst "bockig", dann gibt es gar nichts. Fragt es dagegen freundlich, ob es heute ausnahmsweise mal mit der Badewanne spielen darf und verspricht vielleicht noch von sich aus, auf den Boden aufzupassen, dann sage ich auch gerne mal Ja. Ich hätte einfach das Gefühl, dass das Kind meine Argumente verstanden hat. Gleichzeitg würde ich loben, dass das Kind eben nicht gequengelt, sondern freundlich gefragt hat.

"Ich bin in manchen Dingen manchmal inkonsequent - momentan vielleicht ein bisschen öfter, weil ich ein wenig schlechtes Gewissen hab, meiner Tochter gegenüber, weil ich nicht mehr soviel Zeit für sie hab wegen dem Baby etc."

Dass Du dieses Gefühl hast, kann ich nachvollziehen. Allerdings solltest Du dich fragen, ob Du deiner Tochter mit deiner Inkonsequenz einen Gefallen tust. Konsequenz ist oft so negativ belegt, so als wollten wir Eltern unsere Kinder damit ärgern. Meine Motivtaion dabei ist jedoch, meiner Tochter einen verlässlichen Raum zu geben, in dem sie sich entfalten kann. Sie weiß genau, was sie darf und was sie nicht darf. Sie weiß, dass mein Wort gilt. Und das sowohl im negativen als auch im positiven Sinne. D.h. wenn ich NEIN sage, dann heißt das auch NEIN, sage ich JA, heißt das JA. Ich halte mich an Abmachungen und Versprechen, ich denke meist auch daran, ohne dass sie mich erinnern muss (z. B. wenn ich unterwegs etwas versprochen habe). Konsequenz heißt für mich einfach Verlässlichkeit und das ist für Kinder sehr sehr wichtig (meine Meinung).

Und GERADE dann, wenn die Zeiten nicht mehr so sehr verlässlich sind, wie in Eurem Fall, wo ein Baby in die Familie gekommen und alles irgendwie anders ist, braucht ein Kind Konsequenz und KLARE Regeln. Aber vor allem auch Eltern, die KLARE Regeln aufstellen und zueinander stehen. Deswegen finde ich es bei aller Uneinigkeit ganz gut, dass Du deinen Mann nicht noch vor deiner Tochter bloßstellst und in Frage stellst. Klärt das mal in Ruhe am Abend.

Beitrag von madelaiine 16.10.10 - 19:03 Uhr

hallo.

ich find dein mann macht das gar nicht so schlecht und du sagst doch selber sie hört gut auf ihn.

find die aktion im möbelhaus absolut korrekt. wenn .... dann...

diese ganzen theorien die hier geschrieben sind lassen sich doch nur bedingt durchsetzen. ich nehme mir auch zeit im möbelhaus aber wenn dann einer in die hose gepiselt hat oder der andere dringend aufs klo muß und und und... solche sachen kann man einfach nicht planen.

ich find das zeigt doch dass dein mann sich wirklich mühe gibt und auch dein kind seine art von erziehung gut versteht.

gruß #hasi mit drei kids

Beitrag von tauchmaus01 08.10.10 - 14:53 Uhr

Er sollte sich nochmal den Unterschied zwischen Erziehung und Dressur durch den Kopf gehen lassen.

Das was da versucht durchzuziehen ist ein Machtkampf, er stellt klipp und klar dar "Ich bin der Boss, was ich sage ist Gesetz"

Hört sich jedenfalls in meinen Augen so an.
Ich würde ihm kein leises:"Aber sie spielt doch so schön damit" ins Ohr flüstern sondern ihn ganz klar fragen aus welchem Grund er das nicht möchte.

Komische Einstellung...ich denke durch "Härte" versucht er es sich einfach zu machen.

Mona

Beitrag von bine3002 08.10.10 - 15:44 Uhr

"er stellt klipp und klar dar "Ich bin der Boss, was ich sage ist Gesetz""

Aber ist das denn immer so sehr negativ zu sehen?

"Ich würde ihm kein leises:"Aber sie spielt doch so schön damit" ins Ohr flüstern sondern ihn ganz klar fragen aus welchem Grund er das nicht möchte."

Und glaubst Du, dass dem Kind damit geholfen ist? Was ist wichtiger? Spielen mit der Badewanne oder klare Eltern, die sich wegen so einer Kleinigkeit nicht in die Wolle kriegen? Wohlgemerkt: Mir ist klar, dass eine "Elternfront", die sich in allem einig ist, auch nicht toll ist. Uneinigkeit in manchen Punkten ist total in Odnung, aber wegen einer Badewanne...???

Beitrag von ug2712 08.10.10 - 16:14 Uhr

Was ist daran so schlimm, dass die Eltern die Führung in der Familie haben?
Einer muss nun einmal die Führung übernehmen und ich halte es für unabdingbar, dass das die Eltern sind.
Das Kind soll Vertrauen zu uns und unseren Entscheidungen aufbauen. Wo soll das herkommen, wenn ich ständig meine Meinung wechsle bzw. gar keine erst habe?

Außerdem geht es im Leben dann später auch immer so weiter.
Jeder hat irgend wie jemanden vor sich, dessen Weisungen er unterstellt ist.
Wo kommen wir hin, wenn jeder macht, was ihm gerade einfällt?

Sicher sollten die Kinder auch lernen kritisch zu hinterfragen, aber nicht mit 2 Jahren. Die Kritik kommt sowieso und wenn die Kinder eine gewisse Reife haben, stelle ich mich dieser auch gern.

Beitrag von bine3002 08.10.10 - 16:42 Uhr

Das Problem ist glaube ich, dass viele ein Problem damit haben, wenn die Kinder traurig sind. Ist ja auch doof. Aber ich denke, dass gerade Frustration dazu führt, dass Kinder solche Situationen in Zukunft gelassener nehmen können. Und dann geht es nicht mehr nur um eine Badewanne sondern vielleicht um existenziellere Dinge. Wichtig finde ich, dass die Kinder auch in emotioanl schwierigen Phasen begleitet werden und dann nicht alleine stehen mit ihrer Wut und ihrer Trauer.

Beitrag von ug2712 08.10.10 - 17:01 Uhr

Das sehe ich genauso.
Aber die TE hatte wohl noch nicht einmal ein Problem mit dem frustrierten Kind. Sie hat sich nur gewundert, dass die Kleine auf den Papa besser hört.
Nun auch Trauer, Frust und die ganze Pallette der negativen(?) Gefühle gehören nun einmal zum Leben eines Menschen dazu. Mit diesem Gefühlen müssen Kinder umgehen lernen, sonst landen sie später mal auf der Couch.
Begleitung dabei ist wichtig. Wenn du Eltern allerdings nicht in der Lage sind zu begleiten ohne ihre Meinung ständig zu wechseln, sollten sie es lassen.

Beitrag von juniorette 08.10.10 - 16:43 Uhr

"Er sollte sich nochmal den Unterschied zwischen Erziehung und Dressur durch den Kopf gehen lassen. "

Ich lese aus dem Ausgangsposting keine Dressur raus.
Dressur wäre z.B., wenn der Vater seinem 2jährigem Kind beibringen würde, anderen Leuten immer schön das "feine" Händchen zur Begrüßung zu geben.

"Das was da versucht durchzuziehen ist ein Machtkampf, er stellt klipp und klar dar "Ich bin der Boss, was ich sage ist Gesetz" "

Sollen Eltern und Kind deiner Meinung nach gleichberechtigt sein?
Wir sprechen hier von einem 2(!!!!)-jährigen Kind. Wenn es nach einem so jungen Kind ginge, würde es aus Spaß auf einer vielbefahrenen Autostraße spielen.
Na ja, wer nicht an seinem Kind hängt, soll es ruhig selbst bestimmen lassen, was es machen darf und was nicht #augen
Wer sein Kind liebt, wird als "Boss" klare Regeln vorgeben...

"Ich würde ihm kein leises:"Aber sie spielt doch so schön damit" ins Ohr flüstern sondern ihn ganz klar fragen aus welchem Grund er das nicht möchte. "

Und als dein Mann würde ich dir ganz klar sagen, dass ich es mir verbitte, vor dem Kind meine Entscheidungen zu hinterfragen :-p

"Komische Einstellung...ich denke durch "Härte" versucht er es sich einfach zu machen. "

Ganz im Gegenteil:
die Eltern, die ihr Kinder machen lassen, was sie wollen, machen es sich einfach - kurzfristig. Langfristig kommt dann das böse Erwachen, wenn das Kind seinen Eltern auf dem Kopf rumtanzt.

Aber irgendwo hast du Recht:
dadurch, dass mein Sohn schon als 2Jähriger grundlegende Benimmregeln beigebracht bekommen hat, habe ich es heute mit meinem 4Jährigen wirklich einfacher als Muttis, die das versäumt haben :-)

LG,
J.

Beitrag von ug2712 08.10.10 - 14:55 Uhr

Hallo Sashimi,

ich kann an den wenigen genannten Beispielen nichts besonders negatives finden.
Bei uns läuft es eigentlich ähnlich ab, wie bei deinem Mann.
Vielleicht liegt es daran, dass wir beide voll berufstätig sind und somit immer ein Auge auf die Uhr haben müssen.
Wir haben einen voll durchorganisierten Tag, wenn ich dann im Möbelhaus meiner Tochter freie Bahn lassen würde #schwitz - dann würde das Chaos ausbrechen.
Dein Mann ist vom Arbeitsalltag nicht so weit weg, wie du.
Wenn deine Tochter auf ihren Papa besser hört, solltest du vielleicht mal genauer hinhören.

Ja, es ist ok, wenn die Eltern leicht abweichende Erziehungsmeinungen vertreten. Das kommt bei uns hin und wieder auch vor.

Beitrag von juniorette 08.10.10 - 16:28 Uhr

Hallo,

ich halte es für legitim, wenn ein erwachsener Mensch, nur weil er ein Kind hat, sich nicht den ganzen Tag in einem Möbelhaus (oder sonst wo) aufhalten will. Natürlich muss man sich darauf einstellen, dass man ein Kind dabei hat. Hat er ja auch: er war bereit, eurer Tochter zuliebe in die Kleintierabteilung zu gehen. In dem Fall muss man ja nicht noch zusätzlich das ganze restliche Möbelhaus inspizieren.

Ist es wirklich "Erpressung", wenn man sagt "wenn du hier rumtrödelst, können wir leider nicht mehr zu den Tieren gehen" (weil ich als Vater keine Lust habe, den gazen Tag hier zu verbringen)?
Lässt du deine Tochter wirklich immer bestimmen, wie lange ihr euch wo aufhaltet?
Wie willst du einer 2Jährigen den Unterschied zwischen "trödel nicht so rum, weil ich keine Lust darauf habe, noch länger hier zu sein" und "trödel nicht so rum, wir haben nicht so viel Zeit" erklären? Einer 2Jährigen wird es egal sein, WARUM genau sie jetzt nicht im Möbelhaus trödeln darf.

Die Erklärung "wenn trödeln, dann keine Tiere" (einfach ausgedrückt ;-)) ist für eine 2Jährige knapp und einleuchtend.

Die Situation mit der Badewanne sehe ich so:
erst sollte man sagen, dass das Kind damit aufhören soll, weil.... (die Badewanne kaputt gehen kann, es zu laut ist, etc.). Wenn das Kind DANN nicht hört, finde ich den Satz "wenn du nicht brav bist, gehen wir nicht ins Schwimmbad" legitim. Dafür muss das Kind aber natürlich wissen, dass es in den Augen deines Mannes nicht brav ist, mit der Badewanne zu spielen.

Übrigens bewerte ich solche "Kind spielt mit der Babybadewanne"-Situationen situationsabhängig:
wenn mein Sohn (4 Jahre) in einer "ich mache den ganzen Tag nur Unfug"- und "ich sage den ganzen Tag nur nein zu allem"-Phase ist, würde ich auch von vornherein sagen "mit der Badewanne wird nicht gespielt", weil ich in diesen Phasen einfach befürchte, dass was kaputt geht.

In den verständigen Phasen meines Sohnes, wo er zuhört, wenn ich ihm was erkläre, hätte ich ihn damit spielen lassen. Hätte er dann zu wild gespielt, hätte ich immer noch sagen können "nicht so wild, bitte!".

" Lass sie doch.. schau mal, wie schön sie spielt... "

Das kommt wohl bei allen Elternpaaren mal vor.

"aber er war der Meinung, er kann ihr nicht erst was verbieten und es ihr dann doch erlauben, weil sie ihm sonst auf der Nase rumtanzen würde,"

Jein.

Wenn dein Mann eurer Tochter was verbietet, und sie jammert und brüllt dann, um es erlaubt zu kriegen, und dein Mann ändert DANN seine Meinung, dann lernt eure Tochter tatsächlich, dass sie nur entsprechend protestieren muss, damit sie sich durchsetzt.
Und nach dem Satz "wenn du nicht brav bist, gehen wir nicht baden" seine Meinung zu ändern, hätte eure Tochter nur verwirrt.

Es gab aber auch schon öfter Situationen bei uns, in denen ich spontan zu einer Bitte meines Sohnes "Nein" gesagt habe, er dann auch nicht gemeckert hat, ich derweil überlegt habe "warum eigentlich nicht?" und ihm das dann doch erlaubt habe. Entscheidend für meine Umentscheidung war auch das Nicht-Meckern meines Sohnes.

"Ist es ok, wenn die Eltern so unterschiedlicher Meinung sind? "

Findest du wirklich, dass ihr soooooooo unterschiedlicher Meinung seid?

Du magst das "Erpressen" deines Mannes nicht, gibst aber zu, dass es wirksam ist.
Mich würde interessieren, wie du die Möbelhaus-Situation gelöst hättest:
so lange da bleiben, wie eure Tochter will oder ellenlange Erklärungen, warum ihr weiter gehen wollt?

Bei mir ist das so:
in den trotzigeren Phasen meines Sohnes arbeite ich ebenfalls mit "Erpressungen", weil einfach nichts anderes funktioniert und ich keine Lust habe, zum 3.Mal am Tag zu erklären, warum er XYZ machen soll (das weiß er ja dann schon).
Wenn er in einer verständigen Phase bin, lass ich ihn vieles ausprobieren (wie z.B. mit einer Babybadewanne Schildkröte spielen ;-))

Ansonsten ist es okay, wenn ihr als Eltern einzelne Situationen unterschiedlich bewertet, aber keiner sollte dem anderen in den Rücken fallen und es sollte sich auch keine Rollenverteilung "liebe Mami, die alles erlaubt" und "böser Papi, der alles verbietet" ergeben.
Bei meinem Mann und ich wechselt das durchaus ab, dass mal ich lockerer bin, mal er.

LG,
J.

Beitrag von jazzbassist 08.10.10 - 19:16 Uhr

Finde ich ein hochspannendes Thema - da meine Frau und ich uns bei der Erziehung unseres Sohnes eigentlich immer einig sind - wobei Ausnahmen bei uns auch ganz klar die Regel bestätigen :-p

Ich hab mich bei der Erziehung unseres Sohnes (ich denke mal, für einen berufstätigen Mann) ziemlich stark eingemischt - was wohl einfach daran liegt, dass ich das Glück hatte, ziemlich lange von zu Hause aus arbeiten zu können und es da dann eher unvermeidlich ist, dass man da als Papa dann mit ganz normalen Alltagssituationen konfrontiert wird und dann auch genügend Zeit hat, seinen eigenen Weg zu finden, genau mit diesen Situationen umzugehen.

Also - ich würde das, was ihr Mann macht, wirklich nicht "streng" oder "erpressen" nennen; zumindest aus Ihrer Erzählung werden beide Worte dem Verhalten nicht gerecht. Vielleicht haben Sie sich beim Schreiben auch etwas zurückgehalten - dass weiß ich natürlich nicht :-p

Hätte ich z.B. immer auf meinen Sohn gewartet und ihm das Tempo bestimmen lassen ... wahrscheinlich wäre er dann jetzt 7 Jahre Jünger und er würde immer noch am Klettergerüst runterbaumeln. Hätte ich z.B. immer das Tempo bestimmt, hätte mein Sohn sicherlich viele - für die Entwicklung eines Kindes sehr wichtige - Erfahrungen und Eindrücke, einfach nicht sammeln können. Bei Ausflügen o.ä. haben wir unseren Sohn daher immer in die Planung einbezogen, so dass er wusste: "Erst gehen wir dahin, dann gehen wir dahin, und, wenn danach noch Zeit übrig bleibt, fahren wir noch zum Spielplatz. o.ä." So ist ein "sonst haben wir gleich keine Zeit mehr für die Tiere" keine Erpressung mehr, sondern ganz einfach die logische Folge, wenn man noch ein paar Minuten im Schuhgeschäft im Kugelbadbecken spielen möchte.

Dieser Satz ihres Mannes impliziert jedoch, dass das Kind das Tempo bestimmen darf; und ich denke, hier liegt das Missverständnis. Er eignet sich also so gesehen gar nicht, dass irgendwie als "Erpressung" zu missbrauchen. Wenn ich einem Kind 2 Möglichkeiten zur Auswahl gebe, die ein Kind in seiner Zeit machen kann, kann ich es ja schlecht damit erpressen, dass, wenn es sich für "A" entscheidet, dann weniger Zeit für "B" bleibt. Das ist nun mal so. Ich denke aber - dass genau das nicht das ist, was ihr Mann eigentlich will. Er will mE eher sagen: "So, dass war jetzt genug A, weiter zu B." Bei meinem Sohn war es am einfachsten (wenn es mal Situationen gab, wo wir Eltern das Tempo bestimmen mussten), ihm das auch genau so zu sagen: "Wir bleiben jetzt hier noch 5 Minuten, und, danach gehen wir weiter." Denn, dass ist ja genau das, was ich als Erwachsener dann möchte. Ihr Mann scheint das auch zu wollen; er sagt es nur nicht. Er überlässt ihrer Tochter diese Entscheidung und wundert sich dann darüber, dass ihre Tochter sich dann für etwas entscheidet. Also - ich habe meinen Sohn nie zwischen A und B wählen lassen, wenn ich will, dass B eintritt.

Ihre Badewanne-Situation unterstellt etwas, dass ich weder bei meinem Sohn, noch bei meinen beiden Nichten, oder einem jeden anderen Kind, jemals gesehen habe: Das Kinder ihren Eltern auf der Nase herumtanzen, wenn Eltern bemerken, dass sie gerade eine falsche Entscheidung getroffen haben (über bei einer Strafe überreagiert haben etc.), und, diese dann korrigieren. Eigentlich baut das nämlich Vertrauen in der Beziehung zwischen Eltern und Kind auf - ein Kind merkt, dass es sich auf BEIDE Eltern verlassen kann. Das lernt ein Kind nicht dadurch, dass die Eltern immer einer Meinung sind; selbst wenn alle Beteiligten wissen, dass die falsch war. Ich denke auch nicht, dass, wenn der Mathelehrer meines Sohnes sich mal verschreibt, er dass auch einfach korrigieren wird und 3+4 dann nicht für sein Lebensende 9 ergibt.

Kinder fangen eigentlich an, ihren Eltern auf der Nase herumzutanzen, wenn die Eltern ganz einfach inkonsequent sind. Inkonsequenz heißt aber nicht, etwas, dass man falsch macht, dass nächste mal besser zu machen (oder auch sofort besser zu machen). Inkonsequenz heißt nur, einem Kind der Möglichkeit zu berauben, eine logische Folge (Konsequenz) zu erkennen. Wenn ich einen Stift vom Schreibtisch schnipse, weiß ich, dass der immer zu Boden fällt; weil das immer so war. Meine ganze Weltanschauung würde zusammenbrechen, wenn der plötzlich an der Decke kleben bleiben würde. In der Erziehung ist man inkonsequent, wenn man genau letzteres macht: „Man sagt einem Kind, dass eine Konsequenz eintreten wird; und - lässt sie dann einfach nicht eintreten.“ Wenn Sie den ganzen Tag nur noch rumschreien müssen, wissen sie, dass sie diesen Punkt der inkonsequenten Erziehung mit Sicherheit erreicht haben. Das erreichen sie aber nicht dadurch, in dem der eine das Plantschen in der Badewanne verbietet und dann beide Eltern gemeinsam zu dem Ergebnis kommen: „Das es ja doch gar nicht so schlimm ist.“ Wenn Sie jeden Tag sagen: „Wenn du das Gemüse nicht aufisst, gibt es auch keinen Nachtisch“ - und, dass Kind trotzdem jeden Tag seinen Nachtisch bekommt; dass nennt man dann inkonsequente Erziehung. Es ist aber kein Problem, diesen Satz zurückzuziehen - wenn sie plötzlich merken: „Mist, hatte ich ja ganz vergessen: Erbsen mag er wirklich nicht“.

Meine Frau und ich haben unsere Meinungsverschiedenheiten eigentlich nie großartig vor unserem Sohn geheim gehalten. Wir sind auch nur Menschen - wir haben 3 Monate gebraucht, um eine gemeinsame Wohnzimmereinrichtung zu finden; da kann niemand von uns erwarten, dass wir uns jede Sekunde bei unserem Sohn einig sein. Da müssen wir unseren Sohn auch nicht anlügen; Kinder durchschauen die Eltern ohnehin sehr schnell. Mein Sohn weiß ganz genau, dass er seine Mutter fragen muss, wenn er doch mal den Kinobesuch bezahlt haben möchte; und er weiß auch, dass er mich fragen muss, wenn er Abends mal länger draußen bleiben möchte. Weil das beides Punkte sind, wo er jeweils bei meiner Frau (oder mir) besser abschneiden würde. Ich war aber immer gerne bereit, meinem Sohn dabei zu helfen, wie er seine Mutter vielleicht doch umstimmen könnte; meine Frau war immer gerne bereit, meinem Sohn dabei zu unterstützen, mich doch etwas umzustimmen. Das waren eigentlich immer durchaus spannende Erziehungssituationen; und ein Kind lernt dabei m.E. wie man Kompromisse schließt oder eine gemeinsame Lösung für Meinungsverschiedenheiten findet. Er tanzt deshalb aber weder meiner Frau, noch mir, auf der Nase herum. Zumal man als Elternteile ja ohnehin eine gemeinsamen Weg erarbeitet. Bei uns ist das oftmals auch einfach: „Ja, aber, frag bitte noch deine Mutter.“ Das hat bis zur Pubertät bei uns recht gut funktioniert; mittlerweile haben wir da andere Wege gefunden, da - mit eintritt der Pubertät - (zumindest war es bei uns so) - der jeweils Andere dann oftmals in die Rolle des Spielverderbers getrieben wurde; was wir im Kleinkindes/Grundschulalter noch gut umgehen konnten; weil halt alles noch eher kindlich ablief.

Beitrag von marion2 08.10.10 - 19:40 Uhr

Hallo,

ihr seid zwei eigenständige Persönlichkeiten. Ihr dürft und müsst auch manchmal unterschiedlicher Meinung sein -> auch und besonders in der Erziehung.

Das ist eben so.

Er macht es auf seine Weise und du auf deine. Erst wenn die Methoden total konträr und kontraproduktiv aneinander vorbei laufen MUSS man sich einigen.

Mein ich. ;-)

Mein Mann gab schnell nach, wenn die Kleinen anfingen zu #heul#heul und wer hatte dann immer die #heul#heul am Hals? Genau! Drum hab ich mich dazu geäußert. "Das geht so nicht" Nun gehts besser. ;-)

Gruß Marion

Beitrag von lisasimpson 08.10.10 - 23:58 Uhr

hmm- dein mann hört sich für mich ein bißchen "kindisch" an.

klar sage ich auch mal: wenn wir jetzt nicht die beine in die hand nehmen, schaffen wir dies und das nicht mehr"- aber das ist nun mal so.
dann ist eben die frage, ob es mir wurscht ist- dann können die kinder entscheiden (lieber trödeln oder lieber schnell machen um die tierchen anzuschauen) oder es ist mir wichtig- dann sag ich nicht "komm sonst können wir nicht", denn ICH werde ja dafür sorgen, daß wir die tierchen noch anschauen können.
also würde ich in diesem fall wohl eher darauf bestehen, daß wir jetzt unsere sieben sachen packen und hurtig richtung ausgang laufen.
ob man dies mit einem wettkampf (wert ist der erste an der tür), gut zureden (hört mal gut zu- wir müssen uns jetzt ein bißchen beeilen, denn ich möchte jetzt schnell dies und das) oder über das appelieren an vernuft, zugeständisse, über locken (dann schaffen wir sogar noch ein eis zu essen) oder oder oder oder.

diese "mach jetzt oder..." nummer würde ICH persönlich nicht so oft fahren. zum einen würde mich das in meinem alltag extrem nerven zum anderne ist das relativ schnell ausgenudelt und Kinder interessiert das nicht die Bohne- es gibt nur allem einen faden beigeschmack.

die sache mit der wanne- nun ja, manchmal passiert das doch sicehr jedem, daß er eine entscheidung trifft, die sich kurze zeit später als fehlgriff erweist.
zuzgeben, daß ds nicht besonders clever war, was man gerade gesagt hat und daß eine entscheidung zurückgenommen wird ist doch völlig normal.

so wie meine kinder erleben, daß ich ihnen sagen: "wir brauchen noch butter" und zwei minuen später mich erinnere, daß ja noch welche zu hause ist. so können sie ebenso gut damit klar kommen, wenn ich sage- ach käse. klar könnt ihr mit der wanne spielen, ich weiß auch nicht warum ich das gerade gesagt habe.
daher habe ich mir auch angewöhnt, zu jeden "nein" eine begründung (und ein "statt dessen") zu geben.
so überlege ich mir gut, ob ich diese "nein" wirklich brauche und was ich statt desse nvom Kind erwarte/ was eine alternative für das kind sein könnte und reduziere meine "neins" auf wirklich die, die mir auch wichtig sind..

lisasimpson

Beitrag von froehlich 09.10.10 - 00:06 Uhr

Ich hab mir jetzt nicht alle Beiträge durchgelesen....; also, Punkt 1: ich finde es nicht schlimm, wenn Eltern unterschiedlicher Meinung sind: Punkt 2: Deine Tochter scheint mit den unterschiedlichen Stilen von Mama und Papa sehr gut klar zu kommen. Punkt 3: mach Dich mal locker. Dein Mann nimmt Erziehungszeit und verbringt viel Zeit mit seiner großen Tochter. Da hast Du - meiner Meinung nach - nicht als oberste Instanz dabei zu stehen. Genauso wenig, wie er sich in Deine Interaktion mit Eurer Tochter einmischt, solltest Du dies auch bei ihm tun (ausser, das Kindeswohl ist gefährdet und das ist ja wohl nicht der Fall).

Beitrag von perserkater 09.10.10 - 13:21 Uhr

Hallo

Grundsätzlich stimme ich mit meinem Mann in der Erziehung unserer Kinder überein. Er macht aber auch Dinge die ich so nicht machen würde. Aber ich finde es ok, Menschen sind verschieden, auch Mama und Papa, dass dürfen sie ruhig wissen.

Das was mir sauer auf stößt bei den Äußerungen von deinem Mann ist dieses "wenn du nicht brav bist...". Also bitte, realistisch sollte er bleiben. Ist ER denn auf der Stelle brav und lieb wenn man es von ihm verlangen würde? Und wie definiert er das? Wie ein Hündchen kuschen und ja sagen? Das ginge mir gegen den Strich, beim Rest, naja, wenns so weit trotzdem klappt wirds schon passen.

LG

Beitrag von mauz87 10.10.10 - 09:20 Uhr

Morgen =)

Ich denke das könnte in manchen Sachen auch mein Mann sein ;-).

Er hat die Rolle des etwas lauteren sage Ich mal und die Mama da hört man dann eh nicht so drauf.Schon komisch.Wenn Papa etwas lauter etwas sagt dann fluppt es und wenn Mama auch lauter wird wird nur da gestanden und gegrinst -.-* manchmal denke Ich mri auch das ist schon echt gemein.
Manches mal ecken wir auch an einander was dies bezüglcih angeht.Aber da sind wir hier ja nicht allein was ein Glück.

Doch das mit dem auf der Naser rumtanzen ist schon echt was dran.


lG Tanja

Beitrag von thyme 11.10.10 - 10:33 Uhr

Das mit der Konsequenz ist ein zweischneidiges Schwert. Eltern sind schnell bei der Hand mit Verboten, zu schnell manchmal.

Mein Sohn ist jetzt in einem Alter (4.5), wo er argumentieren kann. Und manchmal komme ich beim zweiten Nachdenken zum Schluss, dass er ein Verbot etc. eigentlich überflüssig war und ändere meine Meinung. Ich finde das nicht schlimm, im Gegenteil. Eltern sind nicht unfehlbar und sollten in der Lage sein, ihre Entscheidungen zu korrigieren, wenn sie sich als falsch herausgestellt haben.

Ein Beispiel, als mein Sohn gut zwei war:

Wir waren bei feuchtem Wetter auf dem Spielplatz. Da stand ein nassgeregnetes Klettergerüst. Ein Junge wollte drauf spielen, Mutti hats verboten, weil es eben etwas rutschig war. Unsere gleichaltrige Kinder durften rauf, nur eben dieser eine Junge nicht. O-Ton der Mutter: Ok, vielleicht ist es nicht so gefährlich, aber ich habs verboten und muss jetzt konsequent bleiben.
Sowas find ich wirklich absolut sinnfrei. Der Junge hat ein Riesentheater gemacht und verstand nicht, warum er als einziger nicht drauf darf. Und die Mutter hat aus Prinzip ein Verbot durchgesetzt, das sie selber beim näheren Hinsehen als überflüssig erkannte. Was lernt das Kind? Mutti ist unfair.
Besser wäre es m.E. gewesen, sie hätte gesagt: Ok, du hast recht, es ist wirklich nicht so gefährlich. Du kannst auch rauf.

Erpressung find ich auch nicht das ideale Erziehungsmittel. Bei uns klappt gut, wenn wir sagen: Ok, schau einen Moment, dann gehen wir weiter. Sonst reicht die Zeit nicht, um noch die Tiere gucken zu gehen.
Überhaupt ist Zeit ein gutes Mittel, um Dinge zu erledigen. Wir stellen z.B. oft die Eieruhr: Du kannst noch spielen bis es Piiip macht, dann gehts ab ins Bett.

Noch was zu brav etc: Man sollte diese Wertungen aus dem Sprachschatz streichen. Kinder SIND nicht brav oder böse, sondern ihr Verhalten ist angepasst oder eben gerade nicht. Das hat nichts mit ihrem Wesen zu tun, sondern mit dem was sie tun.

LG thyme