paradox?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von liebevernunft 08.10.10 - 14:16 Uhr

keine ahnung ob ich alleine dastehe mit meinem chaos.

aber ich muss sagen, dass alle beziehungen aus liebe gescheitert sind. vernunftsbeziehungen mit gefühlen, aber keiner liebe hätten ewigs halten können.

ist das phänomen allgemein bekannt, oder bin ich da wirklich eine sonderausnahme?

Beitrag von super_mama 08.10.10 - 14:21 Uhr

Hm, also mal allgemein gesagt/gefragt: wer führt eine Beziehung ohne Liebe ? (FREIWILLIG !)
Natürlich können solche Beziehungen fortbestehen denn es mangelt an Interesse am Partner, man sorgt sich, ist sicher auch nett, hat gelegentlich Sex - nehme ich an - aber das ist keine Beziehung die man führen mag, oder ? Sogesehen denke ich nicht das solche Beziehungen wirklich langen Bestand haben oder wie du schreibst EWIG !
Aber was meinst du mit "scheitern an Liebe"
Weil sie fehlte, weil zu sehr geliebt ?

Beitrag von liebevernunft 08.10.10 - 14:28 Uhr

also ich habe schon vernunfts-beziehungen oder vielleicht auch kopf-beziehung, wie man dem auch immer wagen will, durch. und wenn ich da nicht rausgegangen wäre, würden die wohl heute noch bestehen.

die liebesbeziehungen haben immer sehr schmerzvoll geendet. trauer, wut, enttäuschung, schmerz uvm

es ist ja nicht so, dass eine kopf-beziehung nicht umrahmt ist von gefühlen. aber halt nicht die richtig tiefen, die wo man denkt, man schwebt über allen wolken - und das auch noch ein jahr (oder mehrere) später wie zu anfangszeiten.

aber eine gute beziehung kann man schlussendlich auch andersweitig definieren. treue, verlässlichkeit, gemeinsamkeiten usw
dass man die absoluten gefühle halt in hintergrund stellt, wenn dafür sonst vieles stimmt.

ich frage mich einfach, was länger währt.
ich habe eben eine beziehung hinter mir, mit so vielen gefühlen und emotionen, was ich vorher nie erlebt habe. doch unser verstand hat uns gesagt, dass wir auseinander gehen müssen. dass trotz gefühle, die beziehung so nicht gelebt werden kann.

und jahre vorher war ich in einer partnerschaft mit wenig gefühlen, aber es war harmonisch und okay.

verstehst du was ich meine?

Beitrag von frejas.sal 08.10.10 - 14:44 Uhr

Liebe hat nichts mit stürmischen Gefühlen zu tun. Das nennt man Leidenschaft. Das kann sehe belebend aber auf Dauer auch sehr anstrengend sein.

Liebe hat aber auch nichts mit Verstand zu tun. Oder mit Respekt, Treue, Verantwortung etc.

Liebe ist ein sehr tiefes und sehr dauerhaftes Gefühl. Ob sie wirklich vergeht, glaube ich nicht. Denn ich behaupte, meine Kinder zu lieben, selbstlos, bedingingslos, und das werde ich tun bis zu dem Tag, an dem ich sterbe.

Kann man einen anderen Menschen wirklich lieben? Das ist doch eine weitaus interessantere Frage....

Beitrag von ippilala 08.10.10 - 14:29 Uhr

Lieber eine Beziehung ohne Liebe,als garkeine Beziehung. Und lieber ein Leben lang eine Beziehung ohne Liebe, als ein Leben lang garkeine Beziehung.
Oder ständig neue Beziehung mit Liebe und Schmerz, die alle scheitern.

Was meinst du ist besser:
Eine Beziehung mit einem Mann, den man nicht liebt. Der aber nett ist, gut im Bett, fürsorglich, ein guter Vater, gut verdient, verantwortungsvoll . also allgemein ein guter Fang.

ODER

Eine Beziehung mit einem Mann, den man liebt. Der aber ein Arschloch ist, dich und die Kinder schlägt, den ganzen Tag aufm Sofa hockt, dich betrügt und sich keine Gedanken um die Zukunft macht.
(Und da du nicht neu bei urbia bist, gehe ich davon aus, dass du schon einige Beiträge von Frauen gelesen hast, die genau solche Männer lieben.)

Da klingt die Beziehung mit Mann 1 doch wesentlich venünftiger.

Beitrag von super_mama 08.10.10 - 14:45 Uhr

Weder noch.

Und was das ODER angeht bzw den "Fall" danach, also sobald mich/oder allgemein ein Mann schlägt, bin ich ganz ehrlich der Meinung das man nicht mehr von liebe sprechen kann sondern von emotionaler Abhängigkeit und mangelndem Selbstbewusstsein !

In dem Fall, sehen wir es wirklich so schwarz - weiß gebe ich dir ohne Umschweife Recht, da klingt eine Vernunftbeziehung allemal besser und wenn ich wählen MÜSSTE, dann würde ich natürlich so eine nehmen als einen Mann der meine Kinder und mich schlägt.

ABER es gibt mehr als schwarz und weiß und was für jeden einzelnen das Richtige ist, das muss jeder für sich erfahren, allgemein ist es für niemanden gut geschlagen zu werden, aber meine Schwägerin ist selbst eine von denen die sich prügeln lässt und will man ihr helfen ist man die Dumme die sie auseinanderbringen will. Naja, egal, anderes Thema wieder.

Für mich: möchte ich weder eine Beziehung in der ich geschlagen und abhängig bin, noch eine in der der Mann absolut super ist in jeder Beziehung, aber das Gefühl fehlt - so eine Beziehung hatte ich schon einige Male und habe mich getrennt weil ich einfach merkte das nach der Verliebtheit nichts weiter kam - Das Leben lang "allein" fänd eich gar nicht das Tragischste momentan - ich hab zwar einen Freund, aber sollte ... wie dem auch sei, ich bin dann lieber allein, habe meine Kinder die ich mehr liebe als ich einen Mann je lieben könnte und das wäre auch ok.

LG

Beitrag von ippilala 08.10.10 - 14:56 Uhr

Gut um deine eigentliche Frage zu beantworten ohne drumrum zu reden:
"Hm, also mal allgemein gesagt/gefragt: wer führt eine Beziehung ohne Liebe ? (FREIWILLIG !) "

Die Frauen die nicht alleine sein (nicht jede hat Kinder oder sonstige Familie) wollen und mit Liebe schlechte Erfahrungen gesammelt haben.


Ich erklär nur so gerne die Umstände. Und ja, das war schwarzweiß erklärt, aber ich möchte keinen Roman schreiben und alle Beziehungsarten erläutern die dazwischen liegen.

Beitrag von Vernünftige 08.10.10 - 18:32 Uhr

Stimmt so auch nicht ganz.

Ich führe so eine Beziehung. (siehe unten)

Ich kann sehr gut alleine sein, bin auch als Single glücklich. Habe Kinder und auch sonstige Familie. Eigentlich "brauche" ich keinen Mann. Ich lebe auch nicht mit meinem Mann zusammen in einer Wohnung. Werde das auch in Zukunft nicht machen. Wir sind sehr viel zusammen, mal bei mir, mal bei ihm. Aber 100 % gemeinsames Leben wird es nie geben.

Beitrag von Vernünftige 08.10.10 - 18:27 Uhr

Ich lebe (freiwillig) in so einer Beziehung. Wobei ich sagen muss, dass mein Mann mich liebt. Nur bei mir ist keine Liebe vorhanden. Enge Freundschaft, Sympathie: Ja, aber keine wirkliche Liebe, die "Ich liebe Dich" rechtfertigt, höchstens: "Ich hab Dich lieb". Verstehst Du, was ich meine?

Der Vorteil für mich ist, daß ich nicht verletzt werden kann, wenn es mal zur Trennung kommen sollte. Ich wurde in meinem Leben schon mehrere Male sehr schwer verletzt, ich will das nicht mehr.

Und Du wirst lachen, so guten Sex wie in dieser Beziehung hatte ich mit den Männern, die ich geliebt habe, nicht. Und auch nicht so häufig. Mein Mann und ich haben auch nach Jahren noch häufig Sex.

Es gab nur einen Mann, den ich liebte und wo der Sex auch gut war. Leider wollte dieser Mann mich aber nicht, so dass diese Beziehung, scheiterte und ich sehr extrem gelitten habe.

Beitrag von frejas.sal 08.10.10 - 14:29 Uhr

Wenn Du mit Liebe Romantik meinst und dementsprechend viel Romantik erwartest und NUR Romantik, kann eine "normale" Beziehung mit Alltag, Problemen, Streit, Banalität, schmutzige Socken, Aufgabenteilungsplänen und einander den Rücken im Bett zudrehen kein dauerhafter Bestand haben.

Der Trick ist, Liebe UND Vernunft zu kombinieren. Es muss schon passen. Herz, Bauch, Reife, Verstand, Portemonnaie und Zukunftswünsche. Dazu noch an sich selbst ein wenig zu arbeiten und nicht zu ernst zu nehmen. Eine Garantie ist das allerdings auch nicht.

Beitrag von anyca 08.10.10 - 14:31 Uhr

Hmmm ... wie definierst Du Liebe und aus was für Vernunftgründen gehst Du Partnerschaften ein?

Ist Liebe für Dich nur lodernde Leidenschaft, vielleicht mit viel Hin und Her und Ungewißheit, und funktionierende Partnerschaften sind Dir zu langweilig?

Vielleicht halten Deine "Vernunftbeziehungen", weil Du da realistischere Erwartungen hast, den anderen nicht einengst o.ä.?

Beitrag von liebevernunft 08.10.10 - 14:48 Uhr

uuuuu, da kommen grad sehr viele eindrücke und fragen auf mich zu. dinge die mich zum nachdenken animieren.

ja, wie definiere ich liebe? gute frage...
das ist einfach ein gefühl das man spürt, das man fühlt - das kann man eben nicht so wirklich defnieren. eine beziehung kann man definieren ja, aber gefühle?

aber nein, unter liebe verstehe ich ganz bestimmt nicht nur romantik. so realistisch bin ich ;-)

ich habe schon ein paar gedanken bezüglich LIEBE, nur möchte ich mich nicht zu fest aus dem fenster lehnen, denn jeder empfindet das ja anders, und könnte mich hier vielleicht auch falsch verstehen.

unter einer kopf-beziehung (vernunft ist vielleicht das falsche wort in diesem zusammenhang) verstehe ich eben mit nem mann zusammen zu sein, den man sehr gerne hat, aber eben nicht aus vollstem herzen liebt. mit dem man sich versteht, gemeinsamkeiten hat, vielleicht mal streitigkeiten aber grundsätzlich in harmonie leben kann. vielleicht weil man eben nicht so verletzlich ist, wenn die gefühle nicht so präsent sind. auf den man sich verlassen kann usw.

ich habe einfach das gefühl, dass ich bis jetzt noch nie beides zusammen erleben durfte :-( es geht nur entweder oder!?!?!

Beitrag von Vernünftige 08.10.10 - 18:20 Uhr

Das ist bei mir genauso.

Vielleicht kommt das daher, das in einer Vernunftsbeziehung (in der zwar starke Zuneigung, aber keine Liebe vorhanden ist) die Erwartungen nicht so hoch geschraubt sind und die Emotionen nicht so überkochen.

Ich bin jedenfalls ganz glücklich mit meiner Vernunftsbeziehung.

Beitrag von neinundja 08.10.10 - 20:55 Uhr

du bist mit der Erfahrung nicht alleine.

Mir haben Beziehungen auch viele Tränen und lange einsame Stunden geschenkt über mein Leben nachzudenken.

Ich erhoffte mir innige Tiefe in Gefühlen, Harmonie viele Gemeinsamkeiten, Leidenschaft und habe dabei nie etwas selbst eingefordert und nannte das immer wieder die Liebesbeziehung.
Habe mich dabei immer wieder stark verbrannt, obwohl ich spürte "ER ist der richtige!"

Danach kam gerne mal eine Vernunftbeziehung dazwischen. Ich wurde aufgefangen. Aber ich merkte wie ich zunehmend unglücklicher wurde und dieses Gefühl der Liebe sich nicht einstellte, weil er auch nicht wirklich viel Gefühle zu mir hatte. So scheiterte meine letzte Vernunftbeziehung und ich fühlte mich schuldig!

Meine darauf folgende und letzte Liebesbeziehung wollte ich mir sehr gut aussuchen und hoffte mit ihm so sehr das es jetzt mal passt.
Mein Traum von dieser Beziehung zerplatzte dann wie eine Seifenblase als ich einsehen mußte, dass es bei seinen Gefühlen zu mir doch nur um seine Liebe zu sich selbst und um sein eigenes Leben geht.
Er redete mir und sich ein, es wäre Liebe. Er half sich mit mir sich selbst gut zu fühlen und ich bin Mittel zum Zweck geworden.
Ich weiß es nun und er weiß das ich es weiß und er will es nicht wahr haben. Es tut mir immer noch leid um ihn, aber ich kann so nicht glücklich werden und er erst recht nicht!

Kann Liebe und Vernunft zusammen kommen? Ich glaube schon. Nur ist es sehr schwierig sie zusammen zu finden. Liebe und Vernunft sind vielleicht eng verbunden und beide zusammmen führen zu echter Leidenschaft?

Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben. Liebe ist mächtig und funktioniert nur als Geschenk und die Vernunft ist vielleicht dazu da sie wirklich zu würdigen und mit ihr dann Glück zu erleben.

Ich versuche nun aus meinem Beziehungsdrama auszubrechen und habe auch wen kennengelernt, aber das ist kompliziert und ich muss mehr über mich verstehen.

Langes nachdenken hilft nichts. Ich bin mir immer noch nicht sicher was ich falsch mache. #aerger
Ich finde die Beiträge hierzu aber echt gut und ich wollte mir das auch von der Seele schreiben. #gruebel

nein und ja #winke