Ein paar Fragen an die Abpumpmamas

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von ng82 09.10.10 - 13:38 Uhr

Hallo Mädels!

Mein Sohn kommt an der Brust nicht klar. Er trinkt zwar, wird aber nie satt, ich bin quasi ständig am stillen mit ca. 20 Minuten Pause dazwischen und ist auch nie richtig zufrieden sondern den halben Tag am weinen. Ich arbeite mit einer Stillberaterin zusammen und sie hat mir jetzt geraten die Milch abzupumpen und ihm mit der Flasche zu geben. Das klappt soweit ganz gut, nur habe ich ein paar Fragen.

- Kann ich dauerhaft ihn so ernähren oder geht mir früher oder später dadurch die Milch zu sehr zurück bzw. weg?

- Wie macht ihr das unterwegs mit Milch gekühlt transporieren und dort wieder warm bekommen?

- Gibt es irgendwo eine Tabelle wo in etwa die Menge steht die sie in welchem Alter trinken?

- Habt ihr noch irgendwelche Tipps bzw. Ratschläge was ich beachten sollte?

Vielen Dank schon mal.

Liebe Grüße,
Nadine

Beitrag von cinderella-79 09.10.10 - 16:01 Uhr

Hallo.

Ich war auch eine Abpump Mama vier Wochen lang.

Da meine Tochter zu Ungeduldig war und ihr das an der Brust anfangs zu lange gedauert hat und so nur am schreien war habe ich die Muttermilch mit einer elektrischen Milchpumpe abgepumpt.

Wegen dem aufbewaren hat mir meine Hebamme folgendes gesagt, Muttermilch hält sich bei Zimmertemperatur bis zu 6 Stunden, im Kühlschrank 24 Stunden.
Ich hab meine abgepumpte Milch immer sofort in den Kühlschrank gestellt und sie dann mit dem Flaschenwärmer bei bedarf warm gemacht. So hab ich es auch gehandhabt wenn ich unterwegs war.
Und auch genauso machen wie beim stillen, oft abpumpen zur Milchmengen steigerung.

Allerdings ging dann bei mir mit etwa drei Wochen die Milchmenge zurück, bekam nur noch 100 ml aus beiden Seiten heraus, obwohl ich alle zwei bis drei Stunden im Rhytmus abgepumpt habe. Auch mit Milchbildungstee, viel trinken, Malzbier usw. hatte ich keinen Erfolg.

Ich habe es dann mit Stillhütchen versucht und damit kommt meine Tochter jetzt super klar. Somit konnte ich die Milchpumpe wieder zurück bringen und die Milchmenge wurde auch wieder mehr bei mir. Und natürlich kann ich mir die zusätzliche Arbeit des abpumpens ersparen, denn das Essen ist dann für meine kleine immer Griffbereit.

Hast Du es schon mal mit Stillhütchen versucht?
Vielleicht klappt das bei Dir ja auch.

Wünsch Dir alles gute, vielleicht klappt es ja bei Dir auch noch mit dem stillen.


Beitrag von ng82 09.10.10 - 22:04 Uhr

Hallo Cinderella,

vielen Dank für deine Antwort. Bei meinem Großen hatte ich auch ein Stillhütchen und trotzdem ähnliche Probleme. Allerdings habe ich nicht ganz so oft gestillt und er war dazwischen zumindest zufrieden. Ich habe es jetzt auch wieder mit Stillhütchen probiert und es hat leider nichts gebracht. Meine Stillberaterin meinte dass es vielleicht später trotzdem an der Brust klappt. Ich weiß auch nicht woran es liegen könnte. Meine Vermutung ist dass er einfach ein bisschen faul ist und nicht mehr weiter saugt wenn der größte Hunger gestillt ist. Und nach 15 Minuten fällt ihm ein dass er eigentlich noch gar nicht satt ist. Bei der Flasche muß ich auch aufpassen dass er genug trinkt. Strützt sich zwar darauf aber nach ein paar Zügen geht das alles schon viel gemütlicher zu. Wieso er dann trotzdem so gut zunimmt ist allerdings die andere Seite.

Liebe Grüße,
Nadine

Beitrag von balie1705 09.10.10 - 21:17 Uhr

hallo!!!

also ich habe auch drei monate nur gepumpt. der kleine war auch zu ungeduldig, schrie die brust nur an, war irgendwie alles komisch...mit stillhütchen bin ich nicht klar gekommen. keine ahnung, war anscheinend zu blöde dafür #gruebel ständig lief die soße raus.... naja...

nun zu deinen fragen:

- ob die milch weggeht? gute frage: manche pumpen viele monate ab und es klappt. bei einigen klappt pumpen garnicht. das musst du rausfinden. ich habe z. b. immer zufüttern müssen und nur die hälfte aller mahlzeiten am tag mit mumi geben könne. für mich war das auch kein problem. hauptsache er hat überhaupt welche gekriegt.

- unterwegs: die milch kann etwa 4 stunden auf zimmertemp. aufbewahrt werden. da der kleine die milch auch auf dieser tempi gektrunken hat, musste ich notfalls garnicht nochmal war machen.

- wieviel die kleinen trinken müssen ist auch ne gute frage. auf den verpackungen von den fertigmilchs (ist das eigentlich die mehrzahl von milch?? #kratz) hinten steht ne grobe richtlinie. an die hat sich mein baby aber nie gehalten. an manchen tagen hat er so 500 ml getrunken, dann wieder 900. ich denke, es ist beides ok.

- noch was beachten? mh. vielleicht, dass du kalte und warme milch am besten nicht mischen solltest. also keine frische in die flasche mit der kalten aus dem kühlschrank.
mehr fällt mir auch nicht ein.

wielang möchtest du denn so stillen?

lg, balie

Beitrag von ng82 09.10.10 - 22:08 Uhr

Hallo Balie,

vielen Dank für deine Antwort. Das ist ja super dass man Muttermilch ein paar Stunden ungekühlt aufbewahren kann. Habe heute erfahren dass es Milchpumpen gibt die die Brust anders anregen und so soll angeblich die Milch nicht zurück gehen. Das kommt also auf einen Versuch an. Ich möchte so lange wie möglich stillen, naja, sagen wir es so: Ich möchte dass mein Sohn so lange wie möglich Muttermilch bekommt. Ich werde es immer mal wieder probieren ob es an der Brust besser geworden ist aber im Moment schafft er es einfach überhaupt nicht. Und bevor ich auf Fertigmilch umsteige probiere ich es lieber so lange wie möglich so. Er ist ja erst 4 Wochen alt.

LG, Nadine

Beitrag von lucaundhartmut 09.10.10 - 21:21 Uhr

Liebe Nadine,

ich musste zwar nicht abpumpen, kann Dir jedoch folgende Tipps geben:

- tagsüber beidseitig zur gleichen Zeit mit elektrischer Milchpumpe 10 bis 20 Minuten abpumpen, nachts alle 6 bis 8 Stunden
- das Baby oder ein Foto davon in Sichtweite haben, während man pumpt
- sich ausreichend, ausgewogen und regelmäßig ernähren und trinken
- sich ausreichende Ruhepausen und viel Schlaf gönnen
- 4 bis 6 Tassen Fenchel-, Kümmel-, Anistee am Tag trinken
- als Mutter auf Salbei- und Pfefferminztee, sowie auf Kohlensäurehaltiges verzichten
- als Mutter aus der Apotheke für sich etwas Bockshornkleesamenhaltiges besorgen
- Malzbier und/oder Malzkaffee trinken
-Freunde/Bekannte/Verwandte bitten, Dir im Haushalt zu helfen und Einkäufe abzunehmen
- Freunde/Bekannte/Verwandte bitten, etwaige Geschwisterkinder/Haustiere zu betreuen
- früh zu Bett gehen, morgens lange schlafen
- das Baby stets in der Nähe haben (es muss jedoch nicht am Körper getragen werden)
- das Baby (wenn es dies mag) im Tragetuch tragen

Leider gibt es Frauen, bei welchen die Milch im Laufe der Zeit zurückgeht.
Das ist aber nicht bei allen so.

Mein Tipp: Setze Dich nicht unter Druck und lasse Dich auch nicht unter Druck setzen.
Pumpe so lange ab, wie es Dir damit gut geht, und Du nennenswerte Mengen abgepumpt bekommst.
Sollte mal dauerhaft nicht mehr ausreichend Milch "kommen", kannst Du immer noch zufüttern.

Abgepumpte Milch würde ich unterwegs in eine Kühltasche mit Kühlakkus packen und einen Fläschchenwärmer mitnehmen (soll wohl auch kleine, handliche geben - googel doch mal danach).

Wie viel ein Baby in welchem Alter pro Mahlzeit ungefähr trinken "sollte", kannst Du gängigen Pre-Säuglingsmilchnahrungspackungen entnehmen.
Schreibe es Dir einfach ab, wenn Du das nächste Mal einkaufen gehst. :-)
Achtung: Das sind nur grobe Richtwerte: Jedes Kind is(s)t bzw. trinkt anders.


Liebe Grüße von Steffi









Beitrag von ng82 09.10.10 - 22:11 Uhr

Hallo Steffi,

vielen Dank für deine Antwort. Ich versuche es so locker wie möglich zu sehen. Ich hätte einfach so gerne gestillt und es fällt mir schon ein bisschen schwer darauf verzichten zu müssen. Aber die Hauptsache ist dass es meinem Wurm gut geht und er satt und zufrieden ist. So bekommt er wenigstens Muttermilch. Vielleicht kommt er später besser mit der Brust zurecht und ich kann doch noch "normal" stillen.

Liebe Grüße,
Nadine

Beitrag von darkangel1986 09.10.10 - 22:51 Uhr

Huhu..
Also ich pumpe seid 9,5 Monaten ab. Mein Kleiner war am Anfang zu schwach um an der Brust zu trinken und später zog er die Flasche vor. Die ersten Wochen habe ich alle 3 Std. abgepumpt, so wie das Kind eh getrunken hätte. Auch Nachts!!! Irgenwann hab ich aber gemerkt, das ich zuviel Milch habe und musste einfrieren. Ab da an hab ich nur noch alle 6 Std. gepumpt. Als auch das zu viel wurde nur noch alle 8, dann alle 10 Std. mittlerweile pumpe ich nur noch früh und abends. Habe aber immernoch so viel, das ich regelmäßig Milch aus dem Tiefkühler wegschütte und die neue einfriere. Kann aber nicht noch weniger abpumpen,dann platzen mir die Brüste:-).

Für unterwegs mache ich die Milch entweder richtig heiß und stecke die Flasche in einen Thermobeutel. Dann ist sie zur nächsten Mahlzeit noch warm. Oder ich nehme sie kalt mit und erwärme sie vor Ort.

Ich habe übrigends auch am Anfang meine Pumpe mit zu Familienbesuchen etc. genommen.

Bei mir hat es also gut geklappt und bis heute bekommt der Kleine 2 Milchmahlzeiten und auch den Milchbrei mach ich mit Mumi.

Möchte noch ca. 2Monate pumpe und dann abstillen. Habe ja noch einen großen Vorrat im TK.

Viel Erfolg!!!

Beitrag von colejoe 10.10.10 - 03:51 Uhr

Hallo Nadine,
klar geht das. Mein Sohn wurde huete ein Jahr alt und wird seit seinem 3. Lebenstag gepumpstillt.
Aber der Reihe nach:
Es kommt natuerlich vor allem auf dich un dein Baby an, ob das Pumpstillen auf Dauer klappt, aber grundsaetzlich ist das moeglich.
Ein Baby sollte in den ersten sechs Lebenswochen in etwa ein Fuenftel seines Koerpergewichts in 24h trinken, ab der 7. Lebenswoche bis zum Beikoststart sollte es ca ein Sechstel bis ein Achtel seines Koerpergewichts in 24h Stunden trinken, aber das sind lediglich Richtwerte, die in der Realitaet abweichen koennen. In der Regel kann man davon ausgehen, dass die Menge, die ein Baby mit sechs Wochen trinkt, sich bis zum Beikoststart konstant haelt, aber auch dabei muss man bedenken, dass das mal mehr, mal weniger in 24h sein koennen.
Du solltest in den ersten drei Monaten alle 2-3 Stunden am Tag und alle 4-6 Stunden in der Nacht mit einer elektrischen Doppelpumpe pumpen, danach sollte sich Deine Milchmenge so weit stabilisiert haben, dass du nur noch alle 4-6 Stunden pumpen musst und dabei die gleich Milchmenge zusammenbekommst, aber auch das ist von Frau zu Frau unterschiedlich, manche muessen haeufig pumpen damit die Menge nicht zurueckgeht, andere weniger haeufig. Wichtig ist, dass du eine entspannte Einstellung hast, dann fliesst auch die Milch.
Muttermilch ist bei Zimmertemperatur bis zu 6 Stunden haltbar, d.h. du kannst zuhause pumpen und die Milch dann mitnehmen ohne sie zu kuehlen. Ansonsten gibt es von Medela eine kleine Kuehltasche mit passendem Kuelaggregat, womit du 4 Medela Flaschen gekuehlt transportieren kannst. Welche Flaschen benutzt du (gibt es Medela Flaschen in Deutschland?) vielleicht gibt es ja was aehnliches, ansonsten funktioniert bestimmt auch ine isolierte Tasche mit einem Standard-Kuehlaggregat. Waermen solltest du die Milch im Wasserbad, das nicht heisser als 54 Grad sein sollte, damit der Milch nicht wertvolle Naehrstoffe verloren gehen. einmal aufgewaermte Milch sollte nach einer Stunde verworfen und nicht wieder gekuehlt werden.
Bevor ich's vergesse, rieche nicht an der Milch, wenn du dir bei frischer Muttermilch nicht mehr sicher bist, ob sie noch gut ist, lass dein Baby entscheiden, die wissen das instinktiv, ausserdem richt aufgetaute Milch anders als frische, das liegt an einem Enzym, die Milch ist nicht schlecht, auch wenn sie muffelig riecht!
Es wird immer wieder Zeiten geben, in denen deine Milch durch bestimmte Faktoren zurueckgeht, z.B. Stress, Krankheit, Hormone, nicht verzagen, weiterpumpen, in der Regel hat sich das innerhalb einer Woche wieder reguliert.
Mein Sohn war ein Vieltrinker und hat in den ersten Monaten zwischen 1300 und 1500ml am Tag getrunken, ich hatte keinen Tropfen in der Gefriertruhe, weil er mir jeden gepumpten Tropfen sofort weggetrunken hat. Einmal habe ich ihm Saeuglingsnahrung angeboten, die er mir bitterlich weinend verweigert hat. Pumpstillen ist wahrscheinlich die aufwendigste Art ein Baby zu ernaehren, aber es lohnt sich, selbst, wenn man hier und da ein Flaeschchen Pre zufuettern muss.
Du solltest auch unbedingt lernen, Milch it der Hand auszustreichen, falls du mal aufgehalten wirst oder die Pumpe nicht mithast usw. Es ist eine schnelle unkomplizierte Art trotzdem an Milch zu kommen und es leert die Brust besser als eine Pumpe.
Falls du noch Fragen hast, kannst du mich gerne ueber Vk anschreiben.
Toll, dass dich trotz Schwierigkeiten beim Stillen dazu entschieden hast Mumi zu fuettern.
Alles Liebe,
colejoe

Beitrag von gslehrerin 10.10.10 - 14:19 Uhr

Ich hab 9 Wochen parallel gepumpt und gestillt, dann nur noch gestillt. Ich hatte echt zu tun, die Milchmenge zu drosseln, dass ist also kein Problem.

Ich hab das aber auch nur durchgehalten, weil ich unbedingt stillen wollte und auf keinen Fall Pulvermilch füttern. Es ist toll, dass du dein Kind trotz Stillproblemen mit Muttermilch versorgen möchtest, aber das ist enorm (!!!) zeitintensiv, mach dir das bitte klar.
Insofern sollte es dein Ziel sein, das Kind wieder an die Brust zu kriegen. Gib ihm vielleicht die Milch aus der Flasche mit diesen neuen Saugern, die genau so funktionieren wie trinken an der Brust. Ich drück dir echt die Daumen, dass du das noch gebogen bekommst.

LG
Susanne