Ich fühl mich sooo alleine gelassen

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von novemberbaby06 09.10.10 - 16:32 Uhr

hallo ihr lieben...

musste ja am 2.10 und am 6.10 meine beiden sternchen ziehen lassen....ich komme ehrlich gesagt mit der trauer gar nicht klar....
mein freund ist nie da immer sucht er sich arbeit rund ums haus.....hauptsache er muss nicht bei mir sein...ich sitze hier...heule....bin fertig...hab keine kraft...und keinem zum reden.....innerlich bin ich schon total am ende...bin nur noch stark für meine tochter....

aber ich fühle mich soooo im stich gelassen...
jeder fordert nur....keiner versteht wies mir nun geht....keiner versteht das ich auch von der op noch schmerzen habe...ich soll alles so meistern wie immer...haushalt, kind....usw......:-(

warum kann mich nicht mal jemand in den arm nehmen...und für mich da sein? warum muss immer ich für jeden stark sein.....:-(

Beitrag von ivenhoe 09.10.10 - 16:49 Uhr

Hallo

Lass dich wenigstens mal von Ferne drücken #liebdrueck!

Ich finde es traurig wie du behandelt wirst. Ich kann es mir nur so erklären, dass einfach viele Leute nicht wissen, wie sie mit der tiefen Trauer eines verzweifelten Menschen umgehen sollen. Die einen stürzen sich in die Arbeit, andere ziehen sich zurück und dritte wollen mit gut gemeinten Sprüchen helfen.

Persönlich finde ich es feige, so zu reagieren. Denn schließlich bist du die Leidtragende und nicht die Menschen um dich herum.

Ich kenne ähnliche Reaktionen von sehr nahestehenden Leuten betreffs meines Kinderwunsches. Da wird ganz einfach ignoriert, dass man leidet.

Ich kann dir nur viel Kraft wünschen! Lass dir Zeit zum trauern. Sei lieb umarmt!

Lg
Ivenhoe

Beitrag von anjapasson 09.10.10 - 16:51 Uhr

hallo novemberbaby,

lass dich mal drücken von mir. du hast recht zu trauern und nimm dir das recht auch raus. mir hat damals ein psychologe sehr geholfen. die gespräche, das verständnis - ich durfte weinen, schreien und einfach ich selbst sein. für mein umfeld damals musste ich mich immer stark geben und genau das, raubte mir die kraft damals.

vielleicht würde dir auch eine mutter-kind-kur gut tun, es gibt spezielle kuren für jeden fall und auch ein psychologe würde dir dabei helfen.

verzweifel nicht an deinem mann, vllt nimmt er die trauer anders auf oder weiß einfach nicht, wie er damit umgehen soll, obwohl es bei mir damals auch so war und die wut, die trauer und den möglichen hass, der sich daraus entwickeln kann, verstehen kann.

such dir hilfe, denn oft hilft es einem schon, wenn man einfach reden kann ohne das gefühl haben zu müssen, man müsste sich verstellen oder "stark" sein oder gar verdrängen.

ich wünsche dir viel kraft für die nächste zeit und überleg dir das mal mit einer kur, sowas ist super, denn auch dort gibt es psychologen, therapeuten, speziell abgestimmte gesprächstherapien und meist auch frauen, die das gleiche schicksal teilen..


alles gute für dich und wenn dir nach weinen zumute ist, dann weine...

Beitrag von krtecek 09.10.10 - 17:00 Uhr

weißt du, andere haben es dir schon gesagt in FoKiWu bei einem anderen Beitrag...du hast mit sicherheit was unschönes durchgemacht...aber das Theater was du dabei veranstaltest, wahnsinn..

Wenn du dich im wahren leben so gibst, wie hier, dann wundere mich nicht, dass sich dein Mann zurückzieht.,.

Wenn du in deiner Situation so dermaßen aus dem Ruder bisdt, dann hole dir bitte eine psychologische Hilfe oder rufe Seelsorgerhotline...dein Mann kann nicht die Rolle von ihnen übernehmen...wenn du die Situation bisl entlasstest kommt er vllt wieder auf dich zu!

Ich erlebe ein monatelanges Trauma, was noch ein paar wochen andauern wird..mit körperlichen Schmerzen jenseits des Wahnsinns...und ich mehr als verstehen, dass man da so getroffen ist...ABER...ich gehe meinem Mann heulen, erzähle von Selbdtmord, weine mich aus...aber sonst löuft der alltag hier...mit allen Panickattacken..für meinen Mann ist es noch aushaltbar, weil ich sonst eher die fachliche hilfe in Anspruch nehmen würde..

bitte tue was....deine Beiträge tanzen schon aus der Reihe und ich bin nicht die einzige, die es denkt!

Dein Kind kriegt es mitSicherheit alles mit..

Beitrag von wertvoll 09.10.10 - 21:17 Uhr

Ich, als gerade ebenso relativ frisch Betroffene, empfinde Deinen Beitrag als unheimlich hart.

Ich habe zwar keinen Überblick, was novembermama06 sonst noch geschrieben hat, aber ich finde, dass man die ersten Tage, gerade nach den vielen Ops und den schmerzhaften Verlust durchhängen kann und das man da manchmal überreagiert finde ich auch ganz normal.
Ich denke, der eine kann es besser wegstecken, hat schon andere schmerzhafte Erfahrungen gemacht und gelernt umzugehen, und ein anderer kommt erstmal gar nicht zu recht.

Beitrag von krtecek 09.10.10 - 23:36 Uhr

Hi du wertvoll, das ist dein ,,Problem´´ , du kennst den gesamten hintergrund nicht, hier geht es nicht um die Verabreitung von FG..

du hast doch vollkommen recht, dass bestimmte Überrreaktionen nornal sind (ist es überhasupt normal eine FG zu überleben, mit Sicherheit nicht).. hier ist es mehr als von dem mehr und moch mehr las mehr...

du kannst dir die gesamten Beiträge von ihr bei rubia...nachgoogeln..

und es geht nicht um hart.. es geht darum, dass sie mit sich schleunigst etwas tun sollte..

Ich habe kein Interesse an sich herumzutrampeln...nur sie soll sich nciht wundern, wenn dann Leute so ärgerlich reagieren wie beim letzten Mal..

Die Dame tut mir leid, wirklich leid.

Beitrag von francie_und_marc 09.10.10 - 17:39 Uhr

Liebe Novemberbaby06!

Erst einmal tut es mir leid das du deinen Stern hast ziehen lassen müssen. Der Schmerz ist riesengroß, ich stecke momentan selbst so tief drinnen.

So sind die Männer, sie trauern vollkommen anders wie wir und suchen in der Arbeit den Trost. #liebdrueck Hast du das Buch Gute Hoffnung - jähes Ende zuhause? Dort steht drinnen wie unterschiedlich Frauen und Männer trauern. Das Buch ist wirklich gut und hilft so manches zu verstehen.

Mein Mann ist die ersten Tage nachdem wir aus dem Krankenhaus gekommen sind auch in den Garten gegangen Holz hacken etc. Wenn es mir drinnen dann zuviel wurde bin ich einfach hinterher gegangen, habe ihm zugeschaut und wir haben geredet oder ich habe einfach nur geweint.

Die Männer tun sich schwer damit uns leiden zu sehen und trauern um ihr Kind. Deshalb flüchten sie sich raus und zu körperlicher Arbeit. Ich verstehe das vollkommen.

Lass den Haushalt doch einfach Haushalt sein, es wird schon keiner von umkommen wenn es mal nicht so sauber wie immer ist. Bei mir glänzt es auch nicht so wie sonst, na und.

Mache irgendetwas was dir gut tut und lass die Tränen laufen. Ich habe für meinen kleinen Marten Schatz einen langen Brief geschrieben mit all meiner Trauer und Liebe für ihn. Mein Mann und ich hatten zusammen eine Baum gekauft und ihn zusammen mit dem Brief eingepflanzt. Das ist unser Erinnerungsbaum an Marten, den Ort haben wir noch schön gestaltet mit einem Engel und und und. Vielleicht kannst du auch soetwas für deine Sternchen machen? Das besorgen des Baumes, der schönen Dinge zum Andenken an den Kleinen, dass hat mir so gut getan. So konnte ich etwas für meinen Schatz tun. Vielleicht kannst du in eurer Wohnung eine kleine Trauerecke einrichten? Lass dir was schönes einfallen. #liebdrueck

Ich gehe auch viel spazieren und sitze oft an einer großen, alten Eiche und schaue einfach auf die Felder. Dort weine ich, schreie ich und komme wieder zu mir. Mir ist dort schon zweimal passiert das der dunkle Wolkenverhangene Himmel aufgerissen ist und die Sonne ihre Strahlen durch die Risse auf die Erde schickte. Dieses Naturschauspiel ist so wunderschön und gibt mir soviel Kraft.
Bekommst du schon Hilfe von einer Seelsorgerin oder einem Psychologen? Vielleicht wäre das ein Weg für dich. Oder ProFamilia zum Beispiel bietet auch Gespräche zur Trauerbewältigung nach FG an.
Suche dir bitte Hilfe.

Dann kann ich dir auch noch empfehlen wenn es dir körperlich besser geht mit deiner Familie irgendwo hinzufahren wo du dich wohlfühlst. In die Berge, die Ostsee etc. Unternehmt was, geht raus und macht nur etwas für euch.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit und falls du noch reden möchtest kannst du mich gern anschreiben.

Liebe Grüße Franca mit Marc an der Hand und Marten still geboren 21. SSW am 19.09.2010 tief im #herzlich

Beitrag von ina175 09.10.10 - 20:49 Uhr

#liebdrueck Das tut mir so leid für euch. Habe vorhin deinen Beitrag gelesen.

Ich hatte im Januar 2006 eine ELSS und weiß wie sehr es schmerzt, die körperlichen Schmerzen werden irgendwann besser aber die seelischen bleiben. Damals war mein Mann für mich da, war die erste ss und wir sind gemeinsam durch die Trauer durch.

Dann kam Marius und als ich im Nov. 2009 einen Abort hatte ließ mich mein Mann total im Stich. Er ist zu einem Meeting gefahren und irgendwie hat er mich ignoriert. Da bin ich abends zusammengebrochen und hab ihm alles an den Kopf geknallt. Erst da sagte er mir, dass er nicht wußte wie er sich verhalten sollte. Er ging einfach anders damit um, machte sich Vorwürfe, da er nach der Nachricht (ich bin ss) gesagt hatte: er weiß nicht ob es der richtige Zeitpunkt ist. Wir haben uns dann ausgesprochen und konnten zusammen da durch.

Es wird von uns Frauen so viel erwartet: laß dich nicht hängen, du hast noch ein Kind was dich braucht, das wird schon noch klappen usw. Ich habe es an mir abprallen lassen oder habe meine Meinung gesagt. Blöde Sprüche brauche ich nicht, ich braucht Halt und Trost. Das machte ich klar und deutlich und wer den Weg nicht mitgehen konnte: Bitte da ist die Tür.

Es wird ja jeden Tag ein bißchen besser, laß dir Zeit zum Trauern und sprich darüber. Der schönste Gedanke ist jedoch: ihr habt das Glück ein tolles gesundes Kind zu haben. Wünsche euch eine baldige gesunde ss.

LG, Ina

Beitrag von sandblumen 11.10.10 - 08:47 Uhr

das kenne ich. Ein Mann ist so, der vergräbt sich in Arbeit nur damit er nicht reden muß was ihn bewegt und das ist sehr verletzend weil man(frau) das gefühl hat das ihn das nicht so sehr belastet. Wenn Du reden magst mail doch mal ,höre Dir zu versprochen!!!!#winke sandblumen

Beitrag von tigerente2009 11.10.10 - 11:19 Uhr

hallo,
habe soeben deinen bericht gelesen, und mußte sofort losheulen.
hatte ende august eine fehlgeburt in der 7woche...
bin bis heute noch nicht darüber hinweg-besuche nun seit 4wochen eine beratungsstelle...mein freund, hat auch irgendwann nicht mehr mit mir über unsere fehlgeburt geredet-ich habe aber gespürt dass er auch noch traurig ist.er arbeitet sehr hart und lange...sehen uns nur wenige stunden...das übliche
meinen alltag bewältige ich nur schwer- für alle ist dieses thema abgeharkt, nur für mich nicht..
auf der arbeit könnte ich so oft losheulen, ich arbeite mit schulkindern, da kommt es schon mal vor das die kinder ungewollt, unpassende kommentare abgeben...meine kolleginnen wissen nichts von der fehlgeburt-und verstehen deshalb nicht das ich zur zeit schlecht drauf bin.
in der letzten woche bin ich dann abends ausgetickt, konnte es einfach nicht mehr aushalten-zum glück war mein partner da, und er hat mich einfach in den arm genommen-tat gut...doch jetzt ist alles bei alten, ich bin wieder mit meiner trauer allein...besuche weiterhin die beratungsstelle und rede mit einer psychotraumaterapheutin-und ich muss sagen das hilft mir sehr.villeicht versucht du es einfach auch mal.hätte nie gedacht mal so eine einrichtung aufsuchen zu müssen...aber gut das es soclche menschen gibt..
fühl dich gedrückt und wenn du reden möchtest, bin gerne für dich da-geteiltes leid ist halbes leid.. :-(