Todesfall in der Familie - 5jährige zur Beerdigung?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von hope23 09.10.10 - 22:14 Uhr

Hallo...

Mein Opa ist heute gestorben. Er war schon lange krank und ziemlich alt.

Ich möchte für meine Tochter die richtigen Worte finden, ich habe ihr gesagt, dass der Opi gestorben ist und dass sein Herz nicht mehr geschlagen hat. (Weil sie wissen wollte, woher man weiß dass jemand tot ist?!)

Sie hat gesagt, wenn ein Tier stirbt, dann wird es in der Erde vergraben. Aber was passiert mit Menschen, Mama??

Ich konnte ihr nicht antworten. Ich konnte einfach nicht in dem Augenblick. Habe ihr gesagt, dass sie mir bisschen Zeit lassen soll und dass ich ihr das später erkläre.

Was sage ich einer 5jährigen?? Ich war selbst mit 7 Jahren auf einer Beerdigung und ich fand es furchtbar eine Leiche zu sehen. Zu wissen, dass der "Mensch" in einer Holzkiste gesperrt wird usw.

Am Mittwoch ist Beerdigung. Zuerst Kirche. Dann Verabschiedung und Beerdigung und dann das Essen.

Ich weiß nicht, ob ich sie zur Beerdigung mitnehmen soll. Wozu??? Zum Essen kann sie ja kommen, aber muss sie sich das ansehen, wie alle weinen????

Für meine Familie ist es selbstverständlich, dass sie ihre Kinder mitnehmen. Ich bin die einzige, die sich Gedanken macht und wurde dabei noch blöd angeredet...... Meine Nichte (3 Jahre) hat sich sogar von der Leiche verabschiedet und alles mitbekommen, weil sie mit im Haus wohnt. Ich finde das leichtsinnig.

Hilft mir mal bitte meine Gedanken zu ordnen.....

Liebe Grüße!

Beitrag von keep.smiling 09.10.10 - 22:22 Uhr

Hallo,
erst einmal mein Beileid, das ist sicher nicht leicht für dich.

Ich würde sie mitnehmen.
Nutz mal hier die Suchfunktion, da hab ich mal sehr interessante Erfahrungsberichte gefunden - aufgrund derer bin ich dieser Meinung. Selbst Erfahrung habe ich noch keine (zum Glück). Bevor ich das gelesen hatte, hätte ich gesagt, nein laß sie daheim.
Aber die Kinder begreifen so erst einmal, was los ist, sie können sich verabschieden und es realisieren, und der Tod gehört nun mal dazu.

Dass es für dich damals so schlimm war, lag viell. auch daran, wie gut oder eher schlecht die Erwachsenen dich da begleitet / aufgeklärt haben.

Liebe Grüße
ks

Beitrag von stoltze-mami83 10.10.10 - 14:13 Uhr

Hallo

und mein herzlichstes Beileid erstmal zu den Verlust Deines Opis.

Und nun zu Deiner Frage also ich würde se nicht mitnehmen zu der Beerdigung zum sogenanten Leichenschmaus ja da hätte ich weniger bedenken.

Weist Du damals als 2008 mein Opi verstorben ist habe ich meinen Sohn Kevin damals 2Jahre und 7 Monate alt auch nicht mitgenommen zur Beerdigung hatte ihn von meinen Papa abholen lassen und dann sind wir nach der Beerdigung zu meinen Papa gefahren und haben ihn wieder geholt zum sogenanten Leichenschmaus.
Und ich muss sagen Kevin wuste nicht das es der Leichenschmaus war für Ihn war es irgend eine Feier mit vielen Leuten ich glaube das Kinder in den alter das Essen irgendwie einordnen können.
Aber auf ne Beerdigung würde ich deine Maus wirklich nicht mitnehmen ich finde das sie das vill. noch gar nicht sorecht verarbeiten kann, ich würde es lassen.Was das Essen angeht da würde ich se schon mitnehmen.

Achso und zudem was mit Deiner Nichte gemacht wurde das finde ich unverantwortlich das arme Kind wenn die jetze Alpträume bekommt weiste warum unmöglich so ein Verhalten. Kann ich nicht nachvollziehn tut mir leid.

stille lg M.

Beitrag von mirja 10.10.10 - 22:30 Uhr

Es gibt keinen Grund ein Kind nicht mitzunehmen! Schade, dass manche aus falscher Fürsorge ihr Kind beschützen wollen vor einer absolut natürlichen Sache. Wann sollen Kinder denn das erste Mal mit dem Thema konfrontiert werden? Mit 18?

Es würde mich interessieren, was Kevin gesagt wurde, wo der Opa plötzlich hin ist? Mit fast drei Jahren wird er ja bemerkt haben, dass der fehlt.... Dass er das Essen irgendwie einordnen konnte glaube ich absolut nicht, dazu ist er kognitiv noch gar nicht in der Lage, wie soll er denn darauf kommen, dass Leute zusammen essen, weil jemand gestorben ist?

Lies mal "Tabuthema Trauerarbeit" und überleg dir das nächste Mal, ob du deinem Sohn nicht doch die Möglichkeit gibst, sich von verstorbenen Angehörigen verabschieden zu können.

Beitrag von stoltze-mami83 15.10.10 - 09:17 Uhr

Hallo

und erstmal finde ich es schade das du einen gleich so angreifst nur weil jemand anderer Meinung ist.
Und zu Deiner Frage also ich hätte ihn mit 12 mitgenommen und ich empfinde meine Entscheidung als absolut richtig das ich ihn NICHT den Anblick eines Toten zugemutet habe,
denn selbst ich habe damit noch zu tun.
Noch dazu ist zu sagen das jedes Kind eine ganz andere Art hat damit umzugehn.
Mein kleiner Zwerg ist einfach dafür zu sensibel und ich glaube das Du weder das Recht hast noch weist wie weit die Entwicklung von meinen Sohn ist.
Und nun zu der Feier Frage, er wuste nur das es ne Feier ist ,denn alle Leute waren den Umständen entsprechend festlich gekleidet, das es sich um eine Trauerfeier handelt hatten wir Ihn zwar gesagt, aber mit den Begriff Trauer wuste er nix anzufangen.
Und was ich meinen Sohn gesagt habe wo sein Opi jetze ist, nun ja ich habe ihn gesagt der Opa war ganz dolle Krank und ist jetze im Himmel und passt auf Dich auf. Und das hat er verstanden.

Beitrag von drusilia 09.10.10 - 22:24 Uhr

Mein Beileid.



Ich würde sie entscheiden lassen. Probier es ihr so gut es geht zu erklären und dann soll sie entscheiden. ich war 6 Jahre als meine Oma gestorben ist. Ich kann es meiner Mutter bis heute nicht verzeihen dass ich nicht anwesend sein durfte als sie starb. Ich glaube, wenn mir auch nicht bei der Beerdigung gewesen wäre hätte ich das bis heute nicht verwunden.

Jeder geht anders mit dem Tod um, daher würde ich auch niemanden verurteilen der möchte dass sein Kind sich von dem Verstorbenen verabschiedet. Der Tod gehört zum Leben dazu.

Beitrag von angelinchen 09.10.10 - 22:25 Uhr

Hallo
ersteinmal mein herzliches Beileid!

ich kann dir nur sagen, wie wir es gehandhabt haben.
Meine Omi ist am 14.4. diesen Jahres gestorben. Da wir sie fast täglich gesehen haben, und keine ganz schlimme lange Krankheit vorangegangen war, war es für uns furchtbar, als sie gestorben ist (wenn auch irgendwo absehbar). Den Kindern (5 und 2) haben wir kindgerecht erklärt was passiert ist, haben dem Großen (die Kleine begriff es ja nicht so wirklich) auch gesagt, dass sie eine ganz schöne Gedenkstätte, das Grab, bekommen wird, die wir besuchen können und halt nun von irgendwo uns zusehen kann.
ABER ich hätte die Kinder nie mit zur Beerdigung genommen! Ich finde nicht, dass so kleine Kinder die ganze Trauer mitbekommen müssen. Lieber dann später zusammen das Grab besuchen. Wir haben die Beerdigung (Urnenbegräbnis---wie hätte ich DAS denn erklären sollen, ohne Angst hervorzurufen) ohne Kinder gemacht, was uns gut tat, weil man sich nicht der Kinder wegen zusammenreissen musste, und haben sie danach zum Essen gehen abgeholt. So hatten wir einen einigermassen klaren Kopf, nach der Urnenbeisetzung ging es uns allen in gewisser Art besser.

Alles Gute euch!
Anja

Beitrag von girl08041983 09.10.10 - 22:26 Uhr

Hallo,

erstmal mein Beileid für dich und deine Familie.

Wir hatten mehrere Todesfälle in der Familie seit die Jungs auf der Welt sind, der letzte war meine (zukünftige) Schwiegermutter. Die Jungs und ich waren nicht auf der Beerdigung, beide wissen auch noch nicht dass sie tot ist, da sie sie erst im Juli kennengelernt haben. Im Dezember fahren wir hin und bis dahin müssen wir es ihnen erklären (sie wohnen weiter weg). Wir haben das Thema schon beim Großen angeschnitten und ihm gesagt, das kranke Menschen in den Himmel kommen (sie hatte Krebs und die Jungs wissen nur, dass sie krank ist/war).

Zur Beerdigung würde ich momentan keinen der Jungs mitnehmen, vorallem nicht, wenn es für mich selber schwer wäre und ich mich nicht wirklich um die Jungs kümmern muss, weil ich mich auf die Trauer konzentriere.
Wenn das Kind selber mit dem Toten im Haus gewohnt hat, mehr Kontakt hatte und alles mehr oder minder miterlebt hat, ist das was anderes.

Lg

Beitrag von bensu1 09.10.10 - 22:45 Uhr

mein herzliches beileid!

meine oma ist vor drei monaten gestorben, und ich habe mir dieselben fragen gestellt wie du jetzt. :-(

meinen kindern habe ich sterben in etwa so erklärt: der mensch besteht aus der seele und aus dem körper. der körper stirbt, aber die seele, die den menschen ausmacht (die gefühle, die erfahrungen, die gedanken eines menschen) lebt weiter. nach dem tod kommt die seele in den himmel. sehen können wir denjenigen dann nicht mehr, und das macht die menschen traurig.
ich habe bewusst nichts von erdbestattung (bzw. im falle meiner oma feuerbestattung) erwähnt, weil ich das für so kleine kinder zu hart empfinde.
es kamen allerdings auch keine fragen...

zur verabschiedung haben wir unsere beiden mitgenommen. mein mann ist aber mit den kindern beim tor der aufbahrungshalle stehengeblieben, während ich mit den anderen verwandten drinnen war.
ob ich sie in diesem alter zu einer erdbestattung (besser gesagt im anschluss zum offenen grab) mitgenommen hätte, bin ich mir nicht sicher.

#blume
karin

Beitrag von sina236 09.10.10 - 22:46 Uhr

DAS hängt sicher ganz stark auch vom kind ab. ein sehr sensibles kind würde ich sicher nicht mitnehmen. ich war meinen eltern immer dankbar, dass ich nicht mit musste, als kind. ich konnte damit damals noch gar nicht umgehen. das hängt von der persönlichkeit des jeweiligen kindes ab.

aber was ich bei meiner tochter gemacht habe, ich habe ihr (weil ich eben auch nicht wollte, dass sie meint, die menschen vergammeln dann da unten im dunklen-diese vorstellung war als kind für mich nur schwer verkraftbar) gesagt, dass die seele des menschen, das was denkt und fühlt, sich schon bald nach dem letzten herzschlag aus dem körper aufmacht. der einfachheithalber in den himmel, denn das ist m.e. für sie am ehesten verstehbar. was dann vergraben wird oder verbrannt, ist nur noch die leere hülle, die nichts mehr spürt und auch nichts mehr mit dem lebendigen gemein hat. sie hat das gut aufgenommen. ich musste ihr leider dazu auch etwas sagen, weil sie ihren einen opa leider nicht kennen lernen durfte und immer wenn wir das grab besuchen kommt die frage, ob der opa da unter der steinplatte drunter liegt #schock. seit der erklärung ist sie beruhigter. sie weiss, dass sie am friedhof dem opa ein paar blumen hin stellen kann, er das dann von oben sieht und sich freut, auch zu ihm reden kann sie dort, wenn sie will. ich finde so einen ort wichtig. je näher man dem menschen war, desto wichtiger auch für kids. aber beerdigung würd ich meiner tochter ersparen.

ps glaube übrigens selber nicht an den himmel, schon aber an höhere mächte :-)

Beitrag von seelenkind 09.10.10 - 23:01 Uhr

Hallo,

ich hab zwar noch keine Kinder in dem Alter, aber dafür ein paar Links für dich:

http://www.beobachter.ch/familie/kinder/artikel/tod_auch-kinder-wollen-trauern/
http://www.hoefer-bestattungen.de/pdf/kind_bei_beerdigung.pdf
http://www.aspetos.at/news/index.php/ratgeber/religion/26-kinder-und-trauer

Vor ganz langer Zeit hab ich mal mit meiner Psychologin darüber gesprochen. Kindergärtnerinnen und Mütter sagen oft, man solle das Kind bloß nicht mitnehmen, um ihm die Trauer zu "ersparen"- Psychologen empfehlen bezeichnenderweise das Gegenteil. Solltest du dich entscheiden, sie nicht mitzunehmen, solltest du dir zusammen mit ihr ein eigenes "Abschiedsritual" für den Friedhof ausdenken. Sie soll ja auch Abschied nehmen können...

LG
seelenkind

Beitrag von salecha 09.10.10 - 23:01 Uhr

auch von mir erstmal mein aufrichtiges Beileid.

Ich stand vor zwei Wochen vor demselben Problem. Meine Tante war gestorben, nachdem sie schon eine ganze Weile krank war, also absehbar. Ich hatte unserer Tochter im Vorfeld schon immer davon erzählt, dass die Tante sehr krank ist und wahrscheinlich bald bei ihrer Oma und Opa im Himmel sein wird (meine Eltern leben beide auch nicht mehr).

Im Sommer hat sie, im Urlaub bei meiner Schwester mitbekommen, wie der Mann einer Nachbarin meiner Schwester gestorben war und wie traurig diese war. (Sie kam mal zu meiner Schwester und war in Tränen aufgelöst). Da hat sie auch gefragt, warum die Frau weint und wir haben ihr erklärt, dass ihr Mann gestorben ist und sie deswegen ganz traurig ist. Damit war für sie das Thema erledigt.

Zur Beerdigung meiner Tante hatte ich sie dann mitgenommen, sie allerdings im Vorfeld entsprechend darauf vorbereitet, dass es da bestimmt ganz viele Leute gibt, die sehr traurig sind und auch weinen werden. Bis jetzt habe ich nicht feststellen können, dass es ihr irgendwie geschadet hat.

Aber es ist sicherlich sehr vom Kind abhänging.

Beitrag von zahnweh 09.10.10 - 23:18 Uhr

Hallo,

mein Beileid


ich würde sie entscheiden lassen.
Gezwungen werden mitzugehen halte ich für genauso nicht gut, wie nicht mitgehen dürfen.

Ich selbst war als Kind auch schon auf einer Beerdigung. Für mich war das wichtig zum Realisieren. Aber die verstorbene Person noch mal anschauen wollte ich nicht. Das war ok.

Meine 3jährige war dieses Jahr auch mit auf einer Beerdigung. Allerdings kannte sie die Person kaum, nur vom Sehen. Wir sind nicht mit in die Kirche, sondern haben uns alles draußen vom Friedhof aus angehört.
Zum Grab sind wir aus mehreren Gründen nicht mit: ich kannte die Person seit meiner Kindheit, war aber nicht Verwandt und meine 3jährige ist halt manchmal hibbelig. Das fand ich am Grab nicht so passend.
Wir sind dann auf dem Friedhof spaziert und haben ihre Großeltern (meine Eltern) besucht. Das war dann ok für sie.

Die traurige Stimmung dürfen die Kinder durchaus mitbekommen.
Nur zum Essen würde ich sie nicht mitnehmen. Da ist zu viel los, alle sind traurig und sie versteht noch weniger was los ist.
In der Kirche oder beim Grab bekommt sie authentischer mit, wie ihr euch fühlt. Danach mit zum Essen ist dann authentischer.

Dass Tiere beerdigt werden, weiß sie ja schon. Von daher dürfte es auch kein allzu großer Schock für sie sein.
Die Person noch mal anschauen muss sie ja nicht. Bei meinen Eltern war es in einem extra Raum, so dass jeder für sich selbst entscheiden konnte.

Beitrag von gemela 10.10.10 - 00:23 Uhr

Hallo,

mein herzliches Beileid!

Vor dieser Frage standen wir vor 8Monaten auch, als mein Papa ganz plötzlich verstorben ist.
Mein Mann und ich waren uns eigentlich einig: Beerdigung ja - Verabschiedung nein.
Ich selber wollte mich aber noch verabschieden, da es wirklich total unerwartet war und ich es wohl nicht akzeptiert hätte.
Ein intensives Gespräch mit der Bestatterin brachte mich dann doch etwas ins Grübeln.
Und unsere Kinder (damals knapp 6J und 4,5J) wollten sich unbedingt von ihrem Opa verabschieden. Ich habe ihre Entscheidung mit einem flauen Gefühl dann akzeptiert und sie mitgenommen. Sie haben beide ein Bild gemalt und ein Stofftier mitgegeben.
Meine Tochter fragte beim Rausgehen, ob sie den Opa jetzt denn wirklich nie wieder sehen wird? Ich sagte ihr, nein. Darauf hin nahm sie meine Hand, trete um und sagte: Dann möchte ich noch mal kurz hin. Ich denke, sie hat es auch erst dadurch wirklich begriffen.
Ich habe beide natürlich darauf vorbereitet. Dass ein toter Mensch eben etwas verändert aussieht, weil sein Herz nicht mehr schlägt, das Blut nicht mehr durch den Körper fließt usw.
Ich bin mir heute sicher, dass es die richtige Entscheidung war.
Frage deine Tochter, was sie möchte. Und ich bin der Meinung, man soll ehrlich sein.
Ich habe den Kindern gesagt, dass Opas Herz nicht mehr schlägt, dass er tot ist. Und wenn man tot ist, kann man nicht mehr aufwachen. Dass alles was lebt auch einmal sterben wird. Auch eine Blume verwelkt einmal.
Auch wenn er nicht mehr da ist, können wir immer an ihn denken und ihn auf dem Friedhof besuchen.
Das Opa im Himmel sei, habe ich ihnen nicht gesagt. Ich habe ihnen schon gesagt, dass Opa zu Staub geworden ist. Und sie wissen ja, dass er ein Grab hat. Wenn sie mal fragen, was Opa jetzt macht. Dann sage ich ehrlich, dass ich es nicht weiß. Keiner weiß, was nach dem Tod kommt.
Auf die Schnelle fällt mir nichts mehr ein.

*Zum Essen kann sie ja kommen, aber muss sie sich das ansehen, wie alle weinen???? *

Warum darf sie nicht sehen, wie alle weinen? Wahrscheinlich wird sie fragen, warum alle weinen oder vielleicht auch nicht weinen.
Unsere Tochter fragt mich das heute noch, warum ich geweint habe. Als ich ihr sagte, dass sehr traurig war (es noch bin) und es mir innerlich weh tat, war gleich die nächste Frage.Ob mein Bruder denn nicht traurig sei, da er nicht geweint hat. Dann habe ich ihr erklärt, dass jeder anders mit seinen Gefühlen umgeht.

*Meine Nichte (3 Jahre) hat sich sogar von der Leiche verabschiedet und alles mitbekommen, weil sie mit im Haus wohnt. Ich finde das leichtsinnig*

Leichtsinnig finde ich es nicht. Krankheit und Tod gehören zum Leben dazu. Und ich denke, das sollte man vor Kindern nicht verschließen. Eines denke ich, ist sicher. Wenn die Kinder mit dabei sind, wird es mehr Fragen von den Kindern geben. Und davor haben wir, glaube ich, die meiste Angst. Weil es ein unangenehmes Thema ist.

Ich wünsche dir die richtige Entscheidung.!!

Liebe Grüße, Grit

Beitrag von jabberwock 10.10.10 - 02:47 Uhr

Nimm sie mit.

Der Tod gehört zum Leben und du kannst ihm den Schrecken nehmen, wenn du ihn als "normal" und dazugehörig vermittelst. Sie wird sich so oder so ihre Gedanken machen.

Als meine Großmutter beerdigt wurde, waren meine Neffen und Nichte und mein zweijähriger Sohn dabei. Mit das schönste, was die Pastorin in ihrer Rede sagte (spontan eingeflochten) war so sinngemäß, dass sich die Ur-/Großmutter wohl am meisten darüber gefreut haben dürfte, ihre Enkel und Urenkel zu sehen.

Mir selber hat es unheimlich Halt gegeben, meinen Kleinen während der Trauerfeier bei mir zu haben, es war alles so "sinnstiftend" auf einmal. Das Leben meiner Großmutter Revue passieren zu lassen, die ganze unheimlich bewegte Vergangenheit - und dann direkt vor mir und den Augen der anderen die Zukunft. Ich habe auch gespürt, dass die älteren Verwandten mit so einer Art hoffnungsvoller Freude auf die Kinder gesehen haben. Das gehört alles zusammen durchlebt

Beitrag von kati66 10.10.10 - 08:17 Uhr

Hallo!

Mein Sohn Fabian hat mit 9 Monaten seinen Vater verloren, ich habe Ihn nicht mit zur Beerdigung genommen, er war auch noch zu klein und hätte es nicht verstanden. Hinterher zum Kaffee habe ich Ihn dann geholt.
Im Februar diesen Jahres starb seine Oma(wichtige Bezugsperson, da wir in einem Haus lebten) und ich habe lange überlegt, ob ich Ihn mit zur Beerdigung zu nehmen soll, habe mich dann aber dagegen entschieden. Es kommt immer auch auf das Kind an. Mein Sohn ist sehr sensibel und für Ihn war schon schlimm genug, die Oma zusammen mit mir tot im Bett gefunden zu haben. Er hatte wochenlang ganz schlimme Schlafprobleme, ect.! Ich denke, das muss jeder für sich entscheiden und immer auf das Kind achten.

LG
Kati

Beitrag von silbermond65 10.10.10 - 09:52 Uhr

Ich weiß nicht, ob ich sie zur Beerdigung mitnehmen soll. Wozu??? Zum Essen kann sie ja kommen, aber muss sie sich das ansehen, wie alle weinen????

Warum sollte sie nicht sehen ,wie alle weinen? Der Tod und traurig sein gehört nun mal zum Leben dazu,genauso wie Geburt und fröhlich sein.
Ich versteh nicht,wieso man das Kindern verwehren will.
Ich würde meine Tochter auf alle Fälle mitnehmen zur Beerdigung.

Beitrag von shakira0619 10.10.10 - 10:19 Uhr

Hallo!

Wenn Dein Bauchgefühl "nein" sagt, dann höre drauf.
Bei uns ist es nicht üblich, daß der Sarg auf ist. Aber wenn alle weinen, ist es für sie auch komisch.

Was Du ihr sagen kannst?

Ich habe meinem Sohn erklärt, daß die verstorbenen Menschen in einem Bett in die Erde gelassen werden und dann können sie sich unsichtbar machen und fliegen in den Himmel zum lieben Gott.

Liebe Grüße, Shakira0619

Beitrag von schneutzerfrau 10.10.10 - 11:17 Uhr

Hallo

mein Beileid

Ich erzähle dir wie ich empfunden habe.

Bei meiner und auch bei seiner Oma haben wir die Kindernicht mit genommen. Ich habe das mit Julie zu Hause durch gesprochen und ihr alle Fragen beantwortet und das sie nicht mit zur Beerdigung geht habe ich für sie entschieden. So wie ich entscheide das sie nicht über die Strasse läuft. Es gibt sachen die haben Kindern meiner Meinung nach nicht durch zu stehen. Die Beerdigung seiner Oma war so traurig und Julies geliebte Oma (also die tochter der Toten oma) hat so gelitten und geweint, sollte ich meiner tochter dies antuen???
Nein. Ich habe garnitcht gesagt wo wir hin gehen nur das wir mit der Oma was erledigen müßen und sie bei der anderen Oma bleibt!
Ihr fragen habe ich liebevoll und ruhig, schön beantwortet. So das es für Julie ok war das die Oma jetzt im Himmel ist und immer zu schaut ..... für sie ist es jetzt nichts schlimmes mehr und sie redet heute nach 1 Jahr immer noch sehr oft und gern über ihre Uroma, manchmal winkt sie sogar vom Himmel.

Ich habe damals bei meinem Opa meine 10 Jahre alte Qusine zusammen brechen sehen, das war für mich ein so furchtbarer Moment das ich meinen Kindern das bevor sie es verlangen nicht antuen werde.

Einen Menschen beerdigen , sich verabschieden kann der kleine Mensch auch ganz ohne Beerdigung und dabei haben wir Julie unterstützt.

Lg und dir alles erdenklich gute

Sabrina

Beitrag von joel-laurin 10.10.10 - 12:13 Uhr

Hallo,

meine Oma ist ende August gestorben mein Sohn wurde zwei Tage später 5 Jahre. Habe ihn nicht migenommen zur Beerdigung wollte ihm das nicht antun. Er kannte sie sehr gut und hat auch einiges mit ihr gemacht.

Er war den ganzen Tag im Kindergarten als die Beerdigung war. Am nächsten Tag kam alles aus ihm heraus und hat seinen gefühlen ausnahmsweise mal zugelassen. Wir sind zusammen zum Grab gefahren und er hat als Abschied für seine Uroma einen Engel hingestellt der passt jetzt auf ihr auf. Für uns war es so das beste. Ich glaube das wäre zu viel für Ihn gewesen wenn er mit auf der Beerdigung mitgewesen wäre.

Wir haben uns dann auch noch ein Buch von seiner Erzieherin ausgeliehen nie wieder Oma Lina Tag das hat unserem Sohn auch geholfen vieles zu verstehen. Ist echt toll das Buch.

Also kurz gesagt ich würde sie nicht mitnehmen. Ich hätte an diesem Tag auch nicht ertragen wenn mir mein großer so viele Fragen darüber gestellt hätte.

LG Sandra

Beitrag von clautsches 10.10.10 - 12:53 Uhr

Mein Beileid!

Ich habe mir über die Thematik auch Gedanken gemacht, als mein Großvater kürzlich verstorben ist und mich bewusst dafür entschieden, meinen Sohn (3,5) mit zur Beerdigung zu nehmen.

Der Tod gehört zum Leben und da wir sowieso oft den Friedhof besuchen (Grab meines Bruders) war es mir wichtig, mein Kind an der Zeremonie teilhaben zu lassen.

Ich hab ihm erklärt, dass nach dem Tod der Körper nur mehr als Hülle da ist, der Mensch ansich nicht wiederkommt. Der Körper wird irgendwann zu Erde, aus der wieder neues Leben wachsen kann. Aber das innendrin, das was wir sind, was uns ausmacht, das wird nicht begraben, sondern lebt immer weiter... in unseren Erinnerungen und - wer weiß - vielleicht auch im "Himmel"..

In der Kirche war mein Kleiner nicht dabei, aber auf dem Friedhof (der Sarg war geschlossen) und nachher beim Essen.
Er war ganz still auf dem Friedhof, sehr andächtig. Er hat gut verstanden, warum alle traurig sind und hat mitgefühlt und getröstet.
Seinem vorher schon recht kindlich-entspannten Umgang mit Leben und Tod hat das jedenfalls ganz bestimmt nicht geschadet.

LG Claudi

Beitrag von kati543 10.10.10 - 13:31 Uhr

Als mein Opa gestorben ist, haben wir die Kinder von einer Nachbarin betreuen lassen und dann zum Essen sind sie gebracht wurden. ICH wollte auch von meinem Opa Abschied nehmen - und man mag mir meinen Egoismus verzeihen - aber ich habe wesentlich mehr von meinem Opa gehabt, als meine Söhne und ich kann mich auch besser an ihn erinnern. Ich wollte nicht meinen Söhnen während der Beerdingung erklären was nun warum und weshalb passiert und warum alle weinen.
Ein Urgroßvater ist nun auch nicht sooooooo nah verwandt. Anders wäre es bei den Großeltern, Geschwistern oder Eltern. Da würde ich das Kind - egal in welchem Alter - immer mitnehmen.

Beitrag von kati543 10.10.10 - 13:33 Uhr

Bei uns war es übrigens eine Urnenbeisetzung - nur wie erklärt man das einem Kind - das Opa verbrannt wurde???

Beitrag von anja1968bonn 10.10.10 - 16:36 Uhr

Hier wurde viel geschrieben, dass es auf das Kind ankommt - was ja auch stimmt - vor allem ist aber auch Deine Einstellung zu dem Thema wichtig.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass meinem Sohn die Teilnahme an der Beerdigung (Kirche, Friedhof, Leichenschmaus) seines Großvaters gut getan hat - allerdings ist bei uns das Thema "Tod und Friedhof" ohnehin allgegenwärtig, weil mein Mann beruflich Musik auf Beerdigungen macht. Der Tod seines Großvaters war für meinen Sohn (damals 6) sehr schmerzlich, aber die Gelegenheit sich zu verabschieden, war ihm wichtig.

Wenn Du selbst Kirche, Friedhof, weinende Menschen, Grab etc. als Belastung empfindest und einfach mit Deinen eigenen Gefühlen beschäftigt bist, kannst Du nicht gut für Dein Kind da sein - unter diesen Umständen denke ich auch, dass es besser ist, Dein Kind nicht mitzunehmen.

Euch alles Gute in der Zeit der Trauer

Anja

Beitrag von robingoodfellow 10.10.10 - 17:18 Uhr

Mein Opa ist im Juli gestorben, da waren meine Jungs auch gerade noch 5 und 3.

Ich habe sie an diesem Tag zu meiner Freundin gebracht und es war gut so.
Mir ging es bei der Trauerfeier unheimlich mies, ich hab ab dem betreten der Kirche geweint es war fürchterlich.

Ich wollte mich in Ruhe verabschieden ohne ständig erklären zu müssen warum ich jetzt so am weinen bin oder was denn da los sei und überhaupt.

Ich würde es auch jederzeit wieder so machen in den nächsten 2 Jahren.

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