Ziehe ich mir einen Sadisten groß? (Bitte lisasimpson, Jazzbasist)

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von stringersmum 10.10.10 - 12:26 Uhr

Moin,

sorry für die reißerische Überschrift, aber sie beschreibt meine momentane Gefühlslage.:-(

Unser Sohn ist 27 Monate alt, hat eine gut 1 1/2 Jahre ältere "große" Schwester (bald 4) und eine 1 1/2 Jahre jüngere Schwester (9 Monate).
Ich kann nicht genau benennen, wann mir zum erstenmal aufgefallen ist, dass er anderen weh tut. Ich erinnere mich aber, dass es vor ziehmlich genau einem Jahr schon so war, dass er seine große Schwester immer wieder wirklich wüst an den Haaren gezogen hat. Mich hat er auch immer wieder gerupft, Hund und Katzen blieben vergleichsweise einigermaßen verschont. Hin und wieder kam Beißen dazu und - nachdem ich ihm mal in die Hand gezwickt hatte #hicks weil ich nicht wusste, wie ich ihn dazu bringen soll, meine Haare wieder los zu lassen - Zwicken. Es scheint, er nimmt jede Anregung gerne auf, wie man andern weh tun kann.
Seit seine kleine Schwester auf der Welt ist, ist sie sein bevorzugtes Opfer. So lange ich ganz nah dran bin, geht es gut. Sobald ich abgelenkt bin, oder mich mal kurz abwende kann es sein, dass er sie angeht. Manchmal scheint er regelrecht die Gelegenheit abzupassen.
Er fordert immer wieder, dass ich sie zu ihm auf den Boden setze weil er mit ihr spielen will. Dann ist er eine kleine Weile vorsichtig und tastet sich dann immer mehr an die Schmerzgrenze heran, bis sie anfängt zu jammern und - falls ich nicht eingreife - zu weinen.

Er besucht seit ein paar Monaten zweimal in der Woche eine Spielgruppe mit 6 Gleichaltrigen. Auch da gab es bisher einen Vorfall, dass er aus scheinbar heiterem Himmel ein anderes Kind angefallen hat. Kleinere Übergriffe, wie Sand in die Klamotten schippen, andere Plattliegen usw. natürlich nicht mitgezählt.

Der aktuelle Anlass hier zu schreiben ist, was gestern passiert ist: Die Kleine spielt alleine im Spielzimmer bei angelehnter Tür. Mein Sohn ist erst mit mir in der Küche und erklärt dann, er wolle nach oben in sein Zimmer. Ich sage o.k. und beobachte - inzwischen bin ich ja vorsichtig - ob er wirklich zur Treppe läuft. Kurz darauf schreit die Kleine. Als ich schaue, sitzt sie in der Tür, hat den Kopf zwischen Tür und Türstock und ihr Bruder haut die Tür immer wieder zu. Ich finde keinen Urbini, der meine Gemütslage darstellen könnte.

Was mich daran am meisten erschreckt ist, dass es ihm offenbar eine Riesenfreude bereitet, anderen weh zu tun. Es macht ihm so viel Spaß, dass ich mit vertretbaren Mitteln nicht dagegen an komme.

Bisher habe ich versucht, ihm möglichst wenig Gelegenheit zu geben, die Kleine zu attackieren. Wenn es passiert, nehme ich einen von beiden aus der Situation mit der Ansage, je nach Nervenkostüm mehr oder weniger ruhig, dass hier niemand gehauen, getreten, was auch immer... wird. Er darf dann erst mal nicht mehr an sie ran, weil "Kinder, die hauen, treten, was auch immer... können nicht mit anderen spielen. Das tut weh und ist gemein.
Auch Ansagen im Vorfeld, wie: Wenn du... dann hören wir sofort auf, gehen sofort Heim usw. helfen genau so weit, wie ich kucken kann.

Die Kleine ist zwar meist das Opfer, ich habe aber nicht den Eindruck dass es wirklich etwas persönliches ist. Sie ist nur klein genug und verfügbar. Dass er sich so Aufmerksamkeit sichert ist mir auch klar, aber ich glaube nicht, dass sich das Problem darin erschöpft. Es macht ihm einfach Spaß.

Sonst ist er übrigens nicht schwierig. Man kann ihn gut lenken und er ist kooperativ und freundlich. Nur als Beispiel: Ein Ikeabesuch im Freilauf ist kein Stress. Sprachlich ist er auch recht fit und spricht seit ca 3 Monaten in der Ich-Form.

Ratlose und frustrierte Grüße
Helga

Beitrag von drusilia 10.10.10 - 13:00 Uhr

Der Sohn einer früheren Freundin hat seine kleine Schwester auch so behandelt. Wenn er abgelenkt und beschäftigt war war alles gut. Aber alleine mit ihr ging gar nicht (er hat sie z. B. genommen als sie ca. 4 Monate war und mit dem Kopf mehrmals gegen den Türrahmen geknallt).
Bei uns ist es eher so dass die Kurze etwas rabiat veranlagt ist (da wird der Hund schon mal am Hals durch die Wohnung gezogen wenn ich es nicht verhindere).

Ich kann dir keinen wirklichen Tip geben. Zieh es einfach durch, wenn du sagst ihr geht wenn er haut u.ä. dann geht ihr, keine Kompromisse machen.


LG

Beitrag von stringersmum 10.10.10 - 13:09 Uhr

Hi,

danke für die Rückmeldung.
Weißt du, wie sich der Sohn deiner Freundin weiterentwickelt hat?

LG Helga

Beitrag von drusilia 10.10.10 - 13:22 Uhr

Ja, vollkommen normal. Es hat sich irgendwann gelegt. Sie hat angefangen zu Arbeiten und er war erst bei der Tagesmutter und dann im KiGa, dort gab es keine Probleme.

Beitrag von stringersmum 10.10.10 - 13:27 Uhr

#danke:-)

Beitrag von froehlich 10.10.10 - 14:01 Uhr

Ich fand die Überschrift auch sehr reisserisch....als ich dann gelesen habe, wie klein Dein Sohn ist, dachte ich nur...."ach sooooooo". ;-)...... . Der Knabe ist ja grad mal 2 geworden. In dem Alter hat mein Sohn auch gebissen (vor allem!) oder geschubst....er hatte damals noch keinen jüngeren Bruder, aber wenn er einen gehabt hätte, hätte er ihn wahrscheinlich auch attackiert. Das ist natürlich nervenaufreibend für die Mutter (oder den Paps), aber ich bin mir sicher, daß sich das legen wird....... . Du hast zwei Mädels, in der Mitte einen Buben. Ich will jetzt nicht alte Klischees bedienen (bei denen ich auch selbst vorsichtig bin), aber ich denke schon, daß Jungs einfach oft physischer sind als Mädchen und schneller bei der "Hand" - sozusagen. Kinder im Alter Deines Sohnes probieren einfach auch noch wahnsinnig viel aus - wie ist es, wenn ich jemanden anderen an den Haaren ziehe? Ohhh, Mama schreit, wie interessant, das versuche ich gleich nochmal! :-)... . Ich kann mich an folgende Szene erinnern: mein Sohn hatte mit 2 oder 3 eine kleine Babypuppe (schließlich wollten wir das Kind nicht geschlechterspezifisch aufziehen, gelle?!), mit der eigentlich auch ganz lieb spielte....oft war er aber auch regelrecht brutal mit ihr zugange und einmal schmiss er sie hochkant die Treppe runter. Ich: "Warum wirst Du denn die arme Annabell auf den Steinboden?". Er: "Ich wollte mal sehen, wie lange es dauert, bis sie unten aufknallt...:-p..ähem...würde einem Mädchen sowas einfallen? Die Augendeckel waren eigentlich auch nur dazu da, hinter den Mechanismus zu kommen und an den Armen war das Rausdrehen am Interessantesten...sprich: das technische Interesse überwog. Da dachte ich mir auch manchmal...au weia, wo soll DAS denn noch hinführen? Bei wem sieht er das? Bei uns bestimmt nicht. Heute ist mein Sohn 7 und ein ganz reizender großer Bruder für unseren Kleinen (15 Monate) - was nicht heisst, daß er nicht auch manchmal von ihm genervt ist. Er ist immer noch ein "Wilder", aber er weiß jetzt mit seiner Kraft umzugehen und kann sich auch wenn er wütend ist zurückhalten.

Kinder erwecken ja oft den Eindruck mangelnder Emphatie.....das ist ja auch Deine Sorge, nicht? Aber glaub mir, auch das ist normal. Kinder haben erstens noch eine ganz andere Art als wir, bestimmte Gefühle auszudrücken und begreifen zweitens im Alter Deines Sohnes (und auch später!) oft nicht, daß Dinge einfach wirklich WEH tun...auch, wenn Du ihm das immer wieder erklärst. Da hilft im Moment nur: dranbleiben, aufpassen daß nichts passiert und ihm das Richtige vorleben. Aus Deinem Sohn wird bestimmt kein Sadist! ;-)

Lg, Babs

Beitrag von lisasimpson 10.10.10 - 20:11 Uhr

so, mußte mir deine antwort jetzt erst mal durchlesen.

deine strategie (abwarten und tee trinken) ist sicher nicht die schlechteste, wenn man zwei kinder im Abstand von 5-6 jahren hat.
Die TE hat aber das Problem, daß zum einen ihre anderen Kinder ständig zum opfer werden, zum anderen der Sohnemann viiiel mehr Möglichkeiten hat, mit seinem verhalten zum erfolg zu kommen, als es dein Sohnemann hatte.
Der vergleich hinkt also völlig.

du mußtest weder jemanden schützen noch hattest du ds Problem, daß durch die Interaktion mit dem Geschwistern sich das Verhalten selbst verstärken hätte können.

wen ndie TE das so laufen läßt, wie du das hast machen können, kann ds durchaus ein problem werden (auch wen nich es im Moment nicht als problematisches verhalten einstufe, was ich ja auch geschrieben habe)
bei deinem Sohn war die situation eine völlig andere- von daher war es in DEINE fall ganz sicehr richtig ,es sich "auswachsen" zu lassen

lisasimpson

Beitrag von stringersmum 10.10.10 - 21:08 Uhr

Hi Babs,

danke für deine Antwort!
Ja, ich glaube die mangelnde Empathie ist das, was mich so erschreckt. Und die unverhohlene Freude daran, wenn sie weint. Das kenne ich von meiner Tochter so nicht. Die hat ihrem Bruder auch ab und an eine mitgegeben, aber wenn er heftig reagiert hat, ist sie erschrocken und hat gemerkt, dass das zu viel war.
Sein „Baby“ (seine Puppe) behandelt er übrigens recht pfleglich.

LG Helga

Beitrag von froehlich 10.10.10 - 21:27 Uhr

Dein Sohn ist ZWEI! Das musst Du immer bedenken! Ausserdem ist das "unsere" Interpretation: diese "unverhohlene Freude". Dein Sohn tickt bestimmt völlig anders... . Ich sag Dir noch kurz ein Beispiel von gestern. Da waren wir mit 10 Jungs unten im Park und haben gespielt. Auf dem Heimweg kam ein Cockerspaniel vorbei, der Jüngste (5) erschrak sich und lief davon - für den Hund natürlich eine Aufforderung zum Spielen, er rennt also hinter dem Jungen her. Der Kleine rannte immer weiter, wie ein Hase und schrie und weinte dabei - er hatte sichtlich Angst. Und was machen die anderen Jungs (inklusive sein 8-jähriger Bruder, der ihn aber wirklich heiss und innig liebt)? Sie lachen sich nen Ast ab! Und keiner hilft, keiner tröstet! Also sorry, ich war vielleicht sauer! Hab mir dann gleich seinen größeren Bruder geschnappt und ihn angeschnauzt, warum er lacht, wenn sein kleiner Bruder furchtbare Angst hat?! Guckt er mich an wie ein Ufo und meint: wieso? Ähemm, ja, stimmt schon, aber es sah einfach so LUSTIG aus. Und es war ja nur ein kleiner Hund.

HÄÄÄÄÄÄ? Soviel zum Thema Empathie. Dazu möchte ich aber noch sagen, daß alle diese Jungs prima Kerle sind und gerade der ältere Bruder ein super Sozialverhalten hat und sich wegen anderer Dinge (Hunger in der Welt etc.) die Augen aus dem Kopf weint.

Also: ich möchte Dir noch mal sehr ans Herz legen, dieses "Lachen" Deines Sohnes und diese von Dir aus gesehene "unverhohlene Freude" nicht überzuinterpretieren. Womöglich freut er sich nur, daß er aus seiner Schwester so tolle Töne herausbringen kann. Jungs SIND manchmal so, glaub mir!

Beitrag von lisasimpson 10.10.10 - 15:11 Uhr

Hallo Helga,

uiuiui- da mußte ich jetzt erst mal schlucken- NEIN, nicht wegen des Verhalten deines Sohnes- sondern wegen des Kurzen Geschwisterabstandes.
Ich habe ds nur zwei mal hier ( zwei Jungs mit 1,5 jahre nabstand) und hatte vor kurzem den Hund meiner eltrn zu besuch- das hat mir voll und ganz ausgerecht!
Wenn ich mir nun vorstelle nochmal ein kleines Würmchen hier zu haben und daherhauft auch noch Tiere, die meine Aufmerksamkeit, liebe, Fürsorge, Beschäftigung... bräuchten,.. würde ich wohl durchdrehen.

Und da vermute ich ehrlich gesagt den Schlüssel im verhalten deines Sohnes.
Kinder in diesem alter haben eine allmachtsvorstellung. Um sie alleine kreist die Welt- sie sind in der lage alles zu bestimmen und zu beeinflussen.
wenn ich daran denke, wie stark ich meinen ersten sohn gespielgte habe, wie schnell ich auf ihn reagieren konnte, wie augenblicklich er reaktionen von mir (und allen anderen aus seiner umwelt) bekam- dann kan nich sagen, daß ich seine allmachtsvorstellung in aller regel gut erfüllen konnte.
mein zweiter mußte schon sher viel mehr anstrengung unternehmen, um dies alles zu bekommen- wenn ich mir nun vorstelle, es komt noch ein drittes kind dazu. nun ja, dann wird die sitaution einfach noch viel schwieriger (und im moment für den mittleren, der genau in dieser phase ist- die kleine ist noch zu klein, die große da schon wieder raus und hatte vielleicht am anfang einfach auch noch viel mehr spiegelung und befriedigung ihrer Allmachtsphantasie)

nun hat dei nsohn entdeckt, wie er es DENNOCH schafft, daß die welt sich um ihn dreht und daß er die Ursache von allem ist.
er hat ein sher einfaches mittel gefunden,wie er über andere bestimmen kann und entscheidet, was diese tun (ich kneife- der andere weint mutti kommt und motzt)

das ist bis dahin alles völlig normal und recht clever.
nun mußt du allerdigns auf zwei sachen aufpassen
1. ihn nicht darin verstärken (denn diese verhalten ist grundsätzlich schon sehr selbstverstärkend) und
2. keine "täter" und "opfer" rollen verteilen.

schon alleine die befürchtung er könnte sadistische tendenzen haben (ja ich weiß, das sollte eine übertreibung sein) bestimtm dein verahlten- deine ängste und befürchtungen und deine rollen, die du damit verteilst entscheiden mit darüber wie er sich selbst sieht.

Daher würde ich dem problem folgendermaßen begegnen:
1. er ist ein völlig normales kind, das gelernt hat, daß es durch dsa zufügen von schmerzen etwas erreicht, was es braucht.
2. du mußt dir überlegen, wie er es anders bekommen kann. versuche so viele gelenheiten wie möglich zu suchen, wo ER entscheiden darf, bestimmen, wo ER wichtig ist und es um IHN geht.
3. versuche es zu verhindern wo nur möglich, daß er in die lage kommt, jemandem weh zu tun. jedes mal, wo er erfolg damit hatte verstärkt sich das verhalten!
4. immer dann wenn er anderen weh tut- kümmerst du dich: um das verletzte Kind. es bekommt eine große Belohnung (schade, daß die kleine schwester so klein ist- gummibärchen und co sind a immer ganz gut). er darf das ruhig sehen- es soll nichts hämisches dabei sein, sondern zeigen, daß du dich um den kümmerst, der einen nachteil hatte aus der sitaution.
5. immer dann, wenn er liebevoll war, ODER wenn er es anders geschfft hat, deine aufmerksamkeit zu erregen, zu bestimmen, anzuleiten, der "chef" zu sein, dann belohnst du ihn (du lobst ihn, sagst, ihm wie toll er das macht, wie schön er das spiel erklärt hat, wie toll er das spielzeug dem kleinen schwesterchen gebracht hat, wie zärtlich er war und und und)

am besten du nimmst dir 2 Wochen zeit. In der ersten wochen verstärkst du jedes kleine bißchen von erwünschten verhalten, daß du siehst (dazu ist es hilfreich, wenn du dir vorher ein paar Notizen machst- welches verhalten erwartest du REALISTISCHER weise von einem 2 jährigen. was kann er schon und wann macht er das normalerweise. dann schau, daß du diese Situationen herbeiführst, wo es normalerweise gut läuft!)
und dann machst du das eine woche lang durch (am besten du hängst dir dazu nen beutel Gummibärchen um und wirklich JEDES mal, wen nwas gut läuft (und sei es nur ein paar minuten), dann lobst du ihn, er bekommt ein gummibär, darf aussuchen, was ihr als nächstes spielt, darf entscheiden wohin der spaziergang geht, darf den hund an der leine führen oder was eben für ihn eine belohnung ist (aber die muß SOFORT erfolgen!)
in der zweiten wochen macht du das gleich, wartest jedoch immer ein bißchen länger, bis du belohnst, lobst, verstärkst.
wenn er das schwesterchen haut oder verletzt: ignorierst du ihn und kümmerst dich um die schwester- verhätschelst sie, knuddelst sie, singt mir ihr und spielst mit ihr und dan ndarf er sich bei ihr entschuldigen- danach ist alles gegessen. du bist nicht sauer, nachtragend oder beleidigt.

du achtest wieder auf das erwünschte verhalten und belohnst, was das zeug hält.


Wäre zumidnest meine Idee., um euch aus dem kreislauf rauszuholen- denn wenn der sich zuspitzt (was ich jetzt nicht rauslese, daß das schon der fall sei), dann kann ds tatsächlich nervig werden!

lisasimpson

Beitrag von froehlich 10.10.10 - 17:48 Uhr

"wenn er das schwesterchen haut oder verletzt: ignorierst du ihn und kümmerst dich um die schwester- verhätschelst sie, knuddelst sie, singt mir ihr und spielst mit ihr und dann darf er sich bei ihr entschuldigen- danach ist alles gegessen. du bist nicht sauer, nachtragend oder beleidigt."

Diese Reaktion finde ich völlig falsch. Sorry to say. Deine Vermutung ist ja, daß dadurch das Verhalten des Bruders abgeschwächt wird - meine ist (und das ist nur auf meinem Mist und meiner Erfahrung gewachsen, sondern das kannst Du auch in vielen Erziehungsberatern so nachlesen), daß so ein Verhalten von Seiten der Mutter die Attacken sogar noch verstärkt. Was meinst Du wohl, wie der Junge sich fühlt, wenn Mutter sich ganz betont "nur" dem jüngeren Kind zuwendet....ganz egal, ob sie nun gerade in der "Opferrolle war oder nicht... . Das wird seine Eifersucht bodenlos verstärken, das prophezeie ich...das nächste Mal wird er noch stärker draufhauen, wenn Mama gerade nicht guckt. Auch diese Gummibärchensache kommt mir nicht sehr ausgereift vor. So nach dem Motto: Wohlverhalten wird belohnt, Fehlverhalten wird bestraft (durch Missachtung)....klingt eher nach Hundedressur. Und eine Entschuldigung verlangen...? Na, DAS finde ich ja sowieso immer völlig sinnlos bei so kleinen Kindern - wenn überhaupt kann man eine Entschuldigung in dem Alter nur erzwingen, von "sich aus" kommt da gar nichts, was soll das also? Natürlich muß man reagieren, wenn 2jährige Kinder hauen oder sonstwie aggressiv sind. Aber mit kurzen, knappen Ansagen - Du lässt das, denn das tut weh. Punktum. Kleine Schwester hochheben (ausser Reichweite), trösten (natürlich!!!), aber dann bitte normal weiter reden....nicht etwa das kleine Schwesterchen dann noch weiter betutteln und den "Schwerenöter" links liegen lassen. Das bringt nicht nur nichts, sondern ist kontraproduktiv.

Beitrag von mamavonyannick 10.10.10 - 19:43 Uhr

Das denke ich nicht. Ich finde die Vorschläge gut. Denn sie hat nicht nur gesagt, dass die TE sich um das "misshandelte" Kind kümmern soll, sondern die TE soll außerdem den Fokus bei dem Jungen auf das gewünschte Verhalten legen soll- etwa, weil es besonders liebevoll oder aufmerksam war. Dem Jungen ist doch grundsätzlich egal, wie er an die Aufmerksamkeit seiner Mutter kommt. Hauptsache, er wird beachtet. Und er wenn er nun merkt, dass sein rabiates Verhalten nicht mehr zieht, sondern nur das "liebevolle" Verhalten belohnt wird, dann sollte der Mensch eigentlich dahin gehend anpassungsfähig sein.
Es sei denn, man unterstellt dem Kind eine grundauf böse Natur, die Erfüllung nur durch die Quälerei anderer findet. Dann wirds mit der belohnung des postitiven Verhaltens natürlich nichts. aber ich denke, soweit brauchen wir hier nicht zu gehen.
Und zum Thema entschuldigung: Wann soll man den den Kindern beibringen, sich zu entschuldigen? Zwar hast du recht, am beginn ist keine Entschuldigung aus der eigenen Einsciht heraus. Aber das Kind lernt: Wenn ich jemandem weh getan habe, dann muss ich hingehen und diesem jenigen nochmals unter die Augen treten. Ich muss Verantwortung übernehmen, mein Verhalten hat eine gewisse Konsequenz. Nur so können das Kinder lernen. Und wenn dann irgendwann die geistige Reife hinzu kommt und das Gefühl des "mir leidtuns" dann ist es für ein Kind deutlich einfacher, sich bei jemandem zu entschuldigen, wenn es damit aufgewachsen ist. Denn mit der geistigen Reife musst dann erstmal die Scham wieder "besiegen", was du nicht brauchst, wenn das Kind es von klein auf gelernt hat.
Mein Sohn ist inwzischen 4. Vor kurzem wurde anerkennend von der Erzieherin bemerkt, dass er eines der wenigen Kinder ist, die sich in der Kita für Missgeschicke entschuldigen. Das wäre nicht alltäglich. Und diese Aussage macht mich schon ein bißchen stolz und bestätigt mir, dass es nie zu früh ist, Kindern Mitgefühl und den Mut zur Entschuldigung beizubringen. Denn dazu gehört Mut, Fehler zuzugeben. das können viele Erwachsene nicht und mM nach wurde da irgendwann in der Kindheit mal der entscheidene Moment verpasst.

vg, m.

Beitrag von lisasimpson 10.10.10 - 20:04 Uhr

Hallo

hm, dazu muß ich wohl weiter ausholen.
Also grundlegend sei zu sagen, daß ich kein großer freund von Verhaltenstherapeutischen Methoden für den Hausgebrauch bin.
zweites rennst du bei mir offene türen ein, wen nes um berechtigte Kritik am operanten konditionieren geht.
ABER die Argumente "in einem erziehungsratgeber steht das aber anders" oder "das funktioniert bei einem hund genauso" hauen mich da ehrlich gesagt nicht aus den socken.

also. mein grundhypothese, was dsa menschliche verhalten angeht ist, daß wir grundsätzlich das machen, wovon wir uns erfolg versprechen und das eher sein lassen, daß uns mißerfolge bringt.

mein Hypothese in diesem fall habe ich dargelegt. es besteht ein berechtiges "entwicklungstypisches" Interesse des Jugend nach macht, aufmerksamkeit und der Befriedigung seiner allmachtsphantasien.
Situationstypsich (altersstruktur der Geschwistgerkinder) ist ds für dieses Kind eher schwierig zu verwirklichen.
Er hat aber eine nweg gefunden, um diese (berechtigten!!) bedürfnisse zu befriedigen.
Die mutter ist nicht glücklich mit seienr wahl und möchte dieses Verhalten verändern.

Ich bin der meinung, daß das verhalten nur zu verändern ist, wenn andererseits seine Bedüfrnisse anderweitig befriedigt werden können (habe aufgezeigt, wie dies passieren könnte)
und wenn das bisher gezeigte verhalten weniger häufig zum erfolg führt.
das problem bei aggressivem verhalten ist, daß es unheimlich selbstverstärkend ist und wir uns nichts vormachen sollten- wir als eltern können nicht IMMER verhindern, daß es zum erfolg führt.
daher der rat, WENN sie es mitbekommt, DANN ist es wichtig keine große sache für IHn draus zu machen (ihn also nicht bestrafen, nicht schimpfen, nicht fragen..- ihn ignoreiren. NICHT als strafe- sondern weil er etwas anders erwartet!) sondern der schwester die aufmerksamkeit zu teil werden lassen, die er sich erhofft hatte.

Aber ds kann ja nur EIN teil sein (die anderen haben ich in den anderen Punkten aufgeführt)
EIN weiterer teil ist die absolute belohnung JEDES positiven verhaltens.
JA- das wird bei der erziehung von Hunden sicher auch so eingesetzt- weil die lerntheoretischen grundlagen da ähnlich sind.
auch Hunde sind so clever ihr verhalten den anforderungen ihrer Umgebung anzupassen.

Abgesehen davon, daß eine sofortige Versätärkung für ein so kleines kind wichtig ist, um eine verknüpfung herzustellen UND sofort VIELE Erfolgserlebnisse zu haben hat diese methode den angenehmen nebeneffekt, daß sich auch die sicht der mutter verändert.
1-. sie schreibt eine liste mit positiven Eigenschaften, die das Kind JETZT schon zeigt.- das kann schon eine veränderung im blickwinkel sein, der im moment auf "sadistenerziehung" gerichtet ist.
zum anderne wird sie ihn durch die auswahl der siatuionen zu vermehrten erfolgserlebnissen führen, was seinen blickwinkel verändert.
Beide haben eine bessere ausgangslage.
Wenn du dan nweiterhin gezsungen bist, so achtsam zu sein, wirklich JEDES gewüschte verhalten wahrzunehmen und zu belohnen, wirst du feststellen, daß dein Kind die aller, aller meist zeit des tages sich toll benimmt- die 5 mal 5 minuten am tag , wo es nicht klappt werden dann viel geringer erscheinen. und der krislauf dreht sich einfach in die andere richtung.
je mehr ich verstärke (wir reden hier über einen Zeitraum von einer woche extrem und einer woche abgeschwächt!), desto mehr erfolge hat der kleine ,desto besser wird das zusammenspiel, desto besser wird die Einstellung beider zu ihm und zu seinem verhalten.
mit einer solcherart veränderten Einstellung (mutter " na, ist doch ein cleveres Kerlchen und hat so viele positiven Eigenschaften" und sohn "mensch, ich bin ein ganz toller hecht und mama fährt voll auf mich ab")) läßt sich erheblich entspannter und besser weiterarbeiten, als mit einer mutter, die vor ihrem inneren auge den kleine Knirps als sadistischen 14 jährigen Gewalttäter imaginiert und einem Kleinkind, der täglich erfährt, daß er nicht genügt und daß seien art zur Befriedigung seiner Bedürfnisse überhaupt nicht anerkannt wird.


so, aber nun butter bei die fische: mit welchem Erziehungsratgeber wolltest du mich hier belehren?

lisasimpson

Beitrag von froehlich 10.10.10 - 21:10 Uhr

Nix belehren...;-)....davon halte ich nichts. Wir haben alle unsere Erfahrungen gemacht, ich bin ja schließlich keine Übermutter - jede(r) hier schreibt eben so, wie er/sie sich das im Moment denkt..; ausserdem gibt's oft kein eindeutiges "richtig oder falsch". Da halte ich's mit Axel Hacke: wir wurschteln uns halt so durch (mal besser, mal weniger gut). Aber wenn Du fragst: meine "Bibel" in Sachen Erziehungsfragen ist meist der gute alte Remo Lago (ein Klassiker) oder Jan-Uwe Rogge. Desgleichen schätze ich die angelsächsische Literatur zum Endlos-Thema "Erziehung", obwohl ich NICHT - ich betone NICHT - total "Erziehungsberater"-gläubig bin, Gott bewahre. Da gebe ich Dir recht: Literatur kann letzten Endes immer nur ein zusätzliches "Schmankerl" sein. Mein Punkt war ja auch nicht zu sagen, daß ein riesen Gedöns um die Attacken des Zweijährigen gemacht wird (eigentlich eher im Gegenteil, wenn ihr genau lest) und das kleine Geschwisterchen quasi "hinten runter" fällt - (mir ist durchaus klar, daß das nur negative Aufmerksamkeit für Burschi bringen würde), sondern daß ich es für fatal halte, mit dem Opfer ewig "duziduzi" zu machen, sie zu herzen und zu knuddeln und damit dem Kleinen (der ja bitteschön auch erst ZWEI! ist) zu zeigen, wie wenig lieb man IHN im Gegensatz zur kleinen Schwester hat. Daß er so eine Reaktion von Seiten der Mutter nämlich als logische Konsequenz seines Verhaltens interpretieren würde, halte ich für eher unwahrscheinlich in diesem Alter. Sehr viel wahrscheinlicher ist es, daß er auf den bewussten "Liebesentzug" mit vermehrter Aggression reagieren würde. Der Punkt ist doch, daß er vermutlich gar nicht KAPIERT, was er da eigentlich anrichtet. Deshalb, ich bleibe dabei: "Übeltäter" kurz aber dezidiert und mit sehr klaren Worten schimpfen, Baby aus der Situation rausnehmen und trösten (aber auch nicht ewig) und dann SCHLUSS. Und das immer wieder, ruhig und bestimmt.

Und natürlich lobe ich "gutes Verhalten" - das tut glaube ich jede Mutter. Darin kann ich Dir ja auch folgen. Aber Gummibärchen und Leckereien als Belohnung...? Nun ja, das ist Ansichtssache. Meins ist's nicht. Das riecht mir - wie gesagt - zu stark nach Konditionierung.
Ich glaube beim nochmaligen Lesen unserer Beiträge auch, daß wir von verschiedenen Grundvoraussetzungen ausgehen. Du interpretierst die Attacken sehr stark als Eifersuchtshandlung...(wird natürlich mit reinspielen, ist aber sicherlich nicht alles). Ich glaube einfach, daß der Knabe ziemlich am Experimentieren ist und OHNE Geschwisterchen genauso ins Kraut schießen würde von Zeit zu Zeit. Wie gesagt: mein Sohn hatte in dem Alter keine Geschwister, mit denen er um Liebe und Aufmerksamkeit hätte konkurrieren müssen und hat trotzdem gebissen und gehaut (manchmal). Natürlich haben wir eingegriffen, die Sache aber auch nicht allzu hoch gehängt, und schon gar keinen kleinen "Sadisten" vor unserem geistigen Auge gesehen. Dazu hatte ich zu der Zeit schon viel zu viele Neffen :-)....wir sind einfach eine riesen "Bubenfamilie" (WO bitte bleiben die Mädchen?!) und da lernt man mit der Zeit, daß sich vieles auswächst und man sieht Dinge einfach gelassener. Wie gesagt: mein Sohn ist ein ganz prima Spatz, wird in der Schule für sein Sozialverhalten gelobt und ist sehr liebevoll mit seinem kleinen Bruder.

Das mit dem "Entschuldigen" sehe ich nun mal einfach kritisch. Wenn ich diese Mütter im Sandkasten immer sehe, die ihre 2- und 3jähriges Stopse (die kaum sprechen können) mit vorwurfsvoller Stimme dazu auffordern, sich zu entschuldigen (wenn sie nem anderen Kind die Schipper übern Kopp gezogen haben)...Mannomann! Meistens folgt Riesengekreische, Geschrei, Geweine und am Ende eine gepresste (und erpresste) Entschuldigung, oder (noch schlimmer) ein erzwungenes "eiei" oder ein Küsschen. Das hab ich mir wirklich gespart, dafür bin ich einfach nicht der Typ! Ich hab doch gesehen, daß mein Sohn in diesem Alter unfähig war, sowas wirklich von sich aus zu formulieren. Natürlich wurde er geschimpft - aber das andere...?! Hat er von sich aus gelernt, und zwar einfach durch NACHAHMUNG. Bin froh, daß mein Sohn heute von sich aus und ehrlich ankommt und sich entschuldigt, wenn er Mist gebaut hat. Nicht, weil er weiss, daß ich das erwarte.

LG zum Abend, Babs

Beitrag von stringersmum 10.10.10 - 21:35 Uhr

Ich hänge mich mal dazwischen,

ich glaube schon, dass die Familiensituation eine große Rolle dabei spielt. Wenn ich mit ihm alleine bin oder nur eine Schwester dabei ist, läuft es deutlich entspannter. Ich bin überzeugt, er wäre als Einzelkind ein echtes Vorzeigekind, mit dem man sich überall sehenlassen kann.
Die ganz normale Erziehung: Wer Mist baut wird geschimpft, und natürlich wird auch fleißíg gelobt, reicht offensichtlich im Moment nicht. Es ist wie bei der Echternacher Springprozession, es bewegt sich letztlich nichts:-(
Ich habe bisher auch nicht mit Süßigkeiten belohnt (ich nehm ja nicht mal die Wurst an der Wursttheke an:-p), aber wenns hilft mache ich sogar Klickertraining mit ihm. Immer noch besser als das Halsband mit dem Elektroschocker.
Im Ernst, es geht ja nicht darum, es nun für immer so zu machen, sondern endlich etwas in Bewegung zu bringen. Seit wir dieses Problem haben, haben wir schon zich "Phasen" ausgesessen, aber hier wird mir der Stuhl langsam zu warm.

Dieses Erziehungs-schaulaufen an Sandkastenrand kann ich übrigens auch nicht leiden.

LG Helga

Beitrag von lisasimpson 10.10.10 - 22:42 Uhr

"aber wenns hilft mache ich sogar Klickertraining mit ihm. Immer noch besser als das Halsband mit dem Elektroschocker. "

na, klar- hatte ganz vergessen, daß ichs ja mit einer Hundebesitzerin zu tun habe..
dann weißte du ja eh bescheid- auch wenns vielleicht ein komisches gefühl ist (und der klicker kann natürlich durch lob ersetzt werden:)

wie gesagt, ich bin die letzte, die einer solchen Verhaltensmodifikation nicht auch kritisch gegenübersteht- aber wenn du das gefühl hast, daß das eine Möglichkeit wäre euch aus einem "teufelskreis" rauszubringen und erst mal die situation zu entspannen, dann würd ichs durchziehen.

Er ist einfach auch in einer schwierigen lage so als Junge zwischen den beiden Mädels und hat nun einfach was tolles gefunden, wo er macht genießen, anführerqualitäten beweisen kann, wo er steuert und manipuliert und einfach der "macher" ist.


lisasimpson

Beitrag von lisasimpson 10.10.10 - 22:22 Uhr

"Und natürlich lobe ich "gutes Verhalten" - das tut glaube ich jede Mutter. Darin kann ich Dir ja auch folgen. Aber Gummibärchen und Leckereien als Belohnung...? Nun ja, das ist Ansichtssache. Meins ist's nicht. Das riecht mir - wie gesagt - zu stark nach Konditionierung.
Ich glaube beim nochmaligen Lesen unserer Beiträge auch, daß wir von verschiedenen Grundvoraussetzungen ausgehen. Du interpretierst die Attacken sehr stark als Eifersuchtshandlung...(wird natürlich mit reinspielen, ist aber sicherlich nicht alles)."

ähm, du hast in keinster weise gelesen was ich geschrieben habe- zumindest nicht verstanden.

JA_ ich beschreibe in meiner Empfehlung ds operante KONDITIONIEREN- ja, das hört sich nach konditionieren an.
ich habe erwähnt, daß ich offen bin für eine kritische Auseinandersetzung darüber- aber allein die Benennung ist kein Argument dafür oder dagegen!

NEIN!!!!!!!!!
Ich habe mit keiner silbe erwähnt, angedeutet oder vermutet, daß das Porblem hier eifersucht ist!
ich habe mehrfach meine Hyothesen dargelegt, aufgrund derer ich eine Empfehlung egeben habe- nicht ein einziges mal ist das Wort Eifersucht gekommen- wie kommst du also darauf?

Natürlich entschuldigen sich meine Kinder, wenn sie ein anderes Kind verletzt haben (und natürlich machen sie dies ohne Geschrei).
und natürlich lebe ich ihnen dies vor- das ist doch völlig unabhängig.
Es geht dabei um mehrer sachen. neben dem erlernen unser kurlurtypschen verhaltensmuster gibt das Kindern die Chance einen "schlußstrich" zu ziehen.
Sie können mit dieser geste der versöhnung zum Tagesgeschehen übergehen und wenn sie erleben, daß sie damit sowohl den spielpartner wie die moralische Instanz zufrieden stellen, ist dies eine wichtige lernerfahrung und eine möglichkeit sich selbst erleichtern.

also nochmal zum mitschreiben
1. es geht heir nicht um eifersucht
2. das verhalten des sohnes begründet sich auf legitime bedüfnisse, die er im moment lernt mit illegitimem verhalten zu befriedigen.
da ein kind in einer sozialen Umgebung, die nur teilweise von erwachsenen gesteuert werden kann sehr viel eher durch anders verstärkt wird als durch die reaktion der eltern KANN dies in einen ungünstigen kreislauf treten.
die TE hat das früh erkannt und will den Kreislauf druchbrechen.
Ich habe ihr Ideen gegeben wie- du sagst: a>"bwarten und tee trinken".
kann dabei wenig hilfreiches herauslesen, denn in ihrer augenblicklichen situation MUSS sie jedes mal reageirn. das problem ist, daß sie mit ihrer reaktion eher verstärkt als das problematische Verhalten minimiert.

Das alles hat nichts mit einer situation einer einzelkindmutter mit einem beißenden, tretenden Kleinkind zu tun

lisasimpson

Beitrag von froehlich 10.10.10 - 22:47 Uhr

Koch Dich mal wieder runter....hör mal, ich hab jetzt eigentlich keine Lust mehr, zu schreiben. Jede hat ihre Meinung hier dargelegt, die eine so, die andere so, punktum. Jetzt noch was hinzuzufügen führt nur zu sinnlosem Hin- und Hergekeife (Dein letzter Beitrag kommt dem schon verdammt nahe). Ausserdem geht's ja nicht um uns. stringersmum wird sich schon das rausholen, was sie braucht und von wem sie's braucht. Ich jedenfalls bin hier nicht mit missionarischem Eifer unterwegs.

good night

Beitrag von lisasimpson 11.10.10 - 08:07 Uhr

ich habe keine MEINUNG dargelegt- darum ging es auch nicht.
Ich habe aus den paar Infos die wir hatten eine Hypothese begründet.
aufgrund dieser habe ich eine Handlungsempfehlung erarbeitet.

Ich gehe wirklich gerne in eine kritische auseinandersetzung darüber- aber finde es befremdlich dann Kommentare zu hören von jemandem, der überhaupt keine Ahnung hat und mir weismachen will, daß der eigene tip (nichts tun) besser sei, weil genau dies bei ihm selbst (unter völlig anderen Bedingungen) gut funktioniert hatte.

zumdem liest du in meine texte sachen rein, die dort nirgends stehen (eifersucht, bestrafen...)

und ja- ich habe auch nicht verstanden, warum du dich da reinhängs, denn meine Anregungen waren explizit für genau diese situation gemeint.
nirgends habe ich geschrieben, daß diese tips hilfreich für deine oder eine andere situation sein könnte- von daher ist es völlig unerheblich, ob es "für deinen geschmack" gut oder nicht so gut ist- es ist hier auch keine frage des geschmacks, sondern eine frage, ob man ein wirksames Instrument (das operante Konditionieren) einsetzten möchte in einer situation, die sich gerade zu einem teufelskreis entwickelt, weil einem die möglichkeit des "nicht-reagierens" eben nicht bleibt.
nicht reagieren heißt nämlich in diesem fall eine verstärkung des verhaltens (ganz anders als in einer Einzelkindsituation)

lisasimpson

Beitrag von froehlich 11.10.10 - 08:46 Uhr

:-p rababerrababerrababer.......und wenn sie nicht gestorben ist, dann keift sie morgen noch....; Du musst immer das letzte Wort haben, oder? Von mir aus. Ich klinke mich jetzt komplett aus diesem Thread aus, das ist mir zu doof. Schreib also bitte, was Du willst - brauchst Du anscheinend, um Dein Selbstwertgefühl aufzuplustern. JAAAA - Du bist die Tollste, Beste, Gescheiteste, Durchgeglühteste.......Bravo.#winke

Beitrag von thyme 11.10.10 - 10:16 Uhr

#kratz

Beitrag von lisasimpson 11.10.10 - 12:04 Uhr

keine ahnung...

lisasimpson

Beitrag von lisasimpson 11.10.10 - 12:04 Uhr

das letzte WORT

lisasimpson

Beitrag von magnoliagarden 10.10.10 - 21:22 Uhr

Abend,

das ist eine großartige Antwort (um nicht zu sagen rechts-links-knock out)

Gruß, Magnolia

Beitrag von thyme 11.10.10 - 10:11 Uhr

Wohlverhalten wird belohnt, Fehlverhalten wird bestraft (durch Missachtung)....

Klar, was denn sonst? Wenn das Fehlverhalten dazu dienen soll, Aufmerksamkeit zu erringen ist doch Beachtung genau der falsche Weg.
Das Kind lernt: Ich bin böse, Mama kommt und beachtet mich.

Hingegen wenn die Schwester getröstet wird, dann führt das Verhalten (Schwester quälen) aus Sicht des "Täters" zum Misserfolg. Sein Verhalten hat die Mutter NICHT dazugebracht, ihn zu beachten, sondern der Schwester ihre ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Kind lernt: Schwester quälten bringt mir Nachteile, also nützt es nichts.

LG thyme

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