Hab mich schon lange nimmer so dumm gefühlt...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von zonenbiene79 10.10.10 - 19:24 Uhr

Eigentlich hatte ich immer gedacht das ich ja nicht ganz dumm im Kopf bin, normal halt. Ich kann logisch denken ich kann mich gut unterhalten, schreibe Gedichte und Roman, kleine Kurzgeschichten, ich mache Musik.

Ich empfand mich bisher als guten Gesprächspartner mit dem man sich intellektuell austauschen kann. Bisher war ich nie in der Situation das ich dämliche Antworten gab, hab immer erst nachgedacht bevor ich was gesagt habe. Oder auch zugegeben wenn ich was nicht wußte und mir dann einfach die neuen Dinge erklären lassen.

DOCH seid ich mit meinem jetzigen Freund zusammen bin komm ich mir unerträglich dumm vor. Einfache Dinge wie einen Satzbau bekomme ich fast nicht mehr hin, ich bin nervös, verdreh Worte, vergesse Worte. So dämlich kam ich mir noch nie vor. Ich bin total verschossen in meinen Freund und ich weiß halt das er wirklich viel weiß, er ist in meinen Augen sehr intelligent, nicht zuletzt auch durch seinen Beruf.

Er gibt mir zwar nicht das Gefühl das ich dümmer sein könnte als er, aber ich hab selber das Gefühl das es halt so ist. Es ist ja wirklich so das ich in seiner Gegenwart plötzlich nichts mehr weiß. Wie weggeblasen. Erzähl ich das meinen Freundinnen kucken sie ganz komisch, weil sie mich so nicht kennen.

Jetzt bin ich total verunsichert und heute wieder so eine saudämlich Antwort die ich sogar richtig wußte, aber irgendwie kam erst das falsche raus.

Was denn los mit mir??

Beitrag von witch71 10.10.10 - 19:33 Uhr

Versagensangst.

Das kann man sich sogar "antrainieren", Du kennst doch z.B. Fälle, in denen Frauen von ihren Männern immer wieder klein gemacht und erniedrigt werden? Da kommt das dann zwar von aussen, aber bei Dir kommts eben von Dir selbst, von innen.

Setz mal die rosa Brille ab, Dein Freund wird auch nicht alles wissen. Vielleicht ist er von Berufs wegen sogar ein Fachidiot? ;-) Weiss alles über seinen Bereich, aber nichts grossartig weiter? Dann begib Dich doch mal bewusst auf Dein Terrain, sprich mit ihm gezielt über Dinge, in denen Du Dich sehr gut auskennst. Und wenn Du dann feststellst, Du weisst auch mal mehr als er, ist er schon nicht mehr so weit "oben" wie Du ihn hinstellst.

Du hast ihn selber auf dieses Podest gestellt und Dich auf die Knie begeben, wenn Du da raus willst, musst Du den Höhenunterschied eben wieder ausgleichen.

Beitrag von zonenbiene79 10.10.10 - 20:47 Uhr

Das hört sich plausibel an, normal hab ich mich nie so abgewertet, wenn ein Mann sehr intelligent ist und auch offensichtlich intelligenter als ich.

Im Gegenteil ich finde es ja anziehend einen Mann zu haben der vieles weiß. Nun ich habe es schon versucht auch mal von mir zu überzeugen bei ihm. Jedoch möchte ich da ja keine kleinen Machtkämpfe ausfechten mit ihm wer nun mehr weiß.

Jetzt wo ich es mir recht überlege versucht er schon immer Recht zu haben und das auch sehr überzeugend, ich gebe doch eher nach.
Leider bin ich ja auch nur ein kleiner Fachidiot. Merke aber auch selber das es mir fehlt wieder was zu lernen, es fehlt mir Wissen anzueignen.
Das blieb die letzten drei Jahre total auf der Strecke mit Kind und Job.

Beitrag von ich_auch 10.10.10 - 19:54 Uhr

Hallo,

das kenne ich leider nur zu gut. Ich schwärme seit Jahren einen Mann an.#verliebt Ein paar Mal hatte ich inzwischen die Chance, ihn zu treffen. Leider muss er denken, ich bin ein bisschen doof. Denn sowie ich mit ihm zusammen bin, bringe ich kaum mehr ein Wort raus. Und wenn ich was sage, denke ich hinterher#klatsch - was war das?:-[

Ich kann es nicht fassen, mein Kopf ist hohl, wenn ich mit ihm zusammen bin. Dabei ist es mir so wichtig, dass er mich auch auf der "intellektuellen" Ebene mag. Denn ich weiß, dass der "Rest", also die erotische Anziehung usw. vorhanden ist. Aber nur damit kann ich bei ihm nicht punkten.

Dazu kommt noch, dass wir beide aus ziemlich unterschiedlichen Lebensumfeldern kommen.

Ich habe richtig Angst, bei unserem letzten Date großen Bockmist gebaut zu haben, da ich den Mund mal wieder nicht aufbekam und auch auf das, was er sagte, nicht "richtig" reagierte. Es hätte sich ein tolles Gespräch entwickeln können. Aber das ist mir erst klar geworden, nachdem wir uns verabschiedet hatten und ich habe mich schwarz über mich selbst geärgert.

LG

Beitrag von zonenbiene79 10.10.10 - 20:51 Uhr

Bei mir liegt es nicht daran das ich keinen Ton rausbekomme sondern eher daran das ich die falschen Sachen sage, obwohl ich weiß das es falsch ist. Aber ich rede zu schnell statt erst nachzudenken. Das gab es vorher aber gar nicht bei mir. Deshalb bin ich so verunsichert zur Zeit und traue mich schon bald wirklich gar nichts mehr zu sagen, damit nichts falsches rauskommt.

Beitrag von backtoblack 10.10.10 - 20:06 Uhr

Was ist denn der gute von Beruf?

Beitrag von zonenbiene79 10.10.10 - 20:49 Uhr

Genau kenn ich die Bezeichnung nicht, er arbeitet in einer höheren Position in einem Kernkraftwerk und hat es auch studieren müssen, die chemischen Reaktionen der Atommoleküle, sämtliche elektrische Leitungen, physikalische Reaktionen, mir ist das halt zu hoch.

Ich hab mich mehr auf das alltägliche Leben mit meinem Sohn konzentriert statt mich weiterzubilden, das merke ich jetzt. :-(