Verhältnis zur Mutter

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von bbbblack 11.10.10 - 17:26 Uhr

Hi liebe Urbia Gemeinschaft.

Ich schreibe hier weil ich mich so schäme und es so privat ist, bitte verzeiht es mir also, dass ich hier poste obwohl es die falsche Kategorie ist.

Ich halte das einfach nicht mehr aus.
Meine Mutter ist in den letzten Jahren sowas von krank geworden.
Krank im Kopf.

Sie stellt sich immer als leidendes Opfer dar, was von jedem fertig gemacht wird, aber sie provoziert die schlimmsten Situationen hervor.

Sie hat mich ein Jahr lang betrogen, sexuell, mit einem Mann den ich geliebt habe und sie wusste das.
Dieser Mann ist dabei Nebensache, auf so einen verzichtet man eher mal, Männer gibts wie Sand am Meer, aber man hat doch nur eine Mutter.
Sie hat diesen Mann durch mich kennengelernt und aus Angst dass ich etwas von dieser Affäre erfahre, ein Jahr lang geschwigen und mich angelogen.
Meine eigene Mutter, ekelhafte Vorstellung.
Sie wusste dass ich mit diesem Mann ab und zu was habe, und hat ihn trotzdem rangelassen.
Er hat gleichzeitig Mutter und Tochter gepimpert und ich wusste nichts davon.
Als es rauskam, hat sie mir unterstellt dass ich wusste dass die beiden was haben, wie man so dumm sein kann und davon ausgeht dass da nichts läuft usw.
Ich dachte dass die beiden sich gut verstehen, freundschaftsmäßig.
Dass beide und vor allem SIE mich so hintergehen, hätte ich NIE gedacht.
War ich denn so naiv in der Annahme, dass eine Mutter sowas nie machen würde?

Sie macht mich überall schlecht, missgönnt mir meinen beruflichen Erfolg, sagt dass jeder so einen Bürojob machen könnte und ich mir mal ja nichts einbilden solle.
Ich sei genauso ein Haufen Dreck usw.
Sie hat sich nie für meine Erfolge gefreut, mich hinterrücks überall schlecht gemacht, dass ich es nie zu was bringen werde und auch nur vom Amt leben werde, so wie sie es jahrelang schon tut.
(Sie hat nie gearbeitet und lebt schon seitdem ich denken kann von Sozialhilfe, später abgelöst durch ALG2.)

Ich verachte diese Frau so sehr.
Sie geht absichtlich nie ans Handy wenn ich sie versuche zu erreiche, denn egal was sie mir alles angetan hat, sie ist meine Mutter.

Ich habe so oft das Gespräch mit ihr gesucht, sie einfach mal gefragt warum sie so bösartig ist und warum sie nicht einsieht, dass sie alle um sich herum und sich selbst vergiftet, sie will es einfach nicht wahrhaben.
Solche Gespräcke eskalieren im Streit.
Ich solle nicht denken ich sei was Besseres usw.

Heute sagte ihr zu ihr dass Neid hässlich macht und es kein Wunder sei, dass sie in ihrem Alter schon soviele Falten hat.
Sie meinte dann, dass wenn sie so fett wäre wie ich, sie auch keine Falten hätte usw.

Alle sagen ich solle sie abschreiben, ich solle endlich realisieren dass ein normales Mutter-Tochter-Verhältnis nie wieder möglich sei, dass diese Frau krank ist und ich mich nicht jedesmal wie das kleine Mädchen anstellen soll, dass sehnsüchtig die Liebe ihrer Mutter erwartet.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich weiß das alles selbst.
Aber es gibt schon soviel Hass und Leid auf der Welt, wie kann dann das Verhältnis zur eigenen Mutter so krank sein, warum macht sie das alles mit mir?
Warum???
Ich habe nur eine Mutter, sie war damals lieb-ja ich habe sie immer sehr geliebt.
Als Mutter von Kleinkindern hat sie gut funktioniert, aber sobald die Erziehung ins Spiel kam hat sie aufgegeben, uns Kinder und irgendwann sich selbst.

Sie hat sich dann so eine Art Schutzmauer aufgebaut und glaubt tatsächlich dass wir(ICH, die ja die anderen gegen sie aufhetzt)die Bösen sind.

Ich bitte euch einfach mir Ratschläge zu geben, mir Erfahrungen zu euren Beziehungen(Mutter-Tochter)mitzuteilen.

Ich habe ihr schon so oft gesagt, dass sie eine Therapie braucht(sie ritzt sich, oder brennt sich mit dem Feuerzeug Löcher in die Haut)...

Sie meinte die Einzige die krank wäre sei ich, und dass ich nen Lattenschuss habe.

Ich hasse diese Frau so sehr, dass sie nicht einfach die Mutter sein kann, die ich auch Kindheitstagen in Erinnerung habe.
Andererseits will ich sie nicht aufgeben, sie ist die Frau die mich 9 Monate lang unter ihrem Herzen getragen hat.
Warum hasst sie mich so sehr??

Was soll ich bloß machen???
LG
bbblack

Beitrag von bbblack 11.10.10 - 17:30 Uhr

Sorry für die Fehler, die sich hier und dort eingeschlichen haben#hicks

Beitrag von witch71 11.10.10 - 17:56 Uhr

Also mal vorneweg: Sie hasst nicht Dich, sie hasst sich selbst und projeziert das auf willige Opfer.
Und im Grunde weisst Du das schon lange.

Dann: Würde es Dir denn etwas bringen, wenn die Krankheit Deiner Mutter einen Namen hätte, eine Diagnose, mit der Du etwas anfangen kannst?

Beitrag von bbblack 11.10.10 - 18:02 Uhr

Die Frage ist ja nicht was mir irgendeine Diagnose bringen würde, sondern was es in allererster Linie IHR bringen würde.
(Wenn man weiß was los ist, dann weiß man wogegen man ankämpfen muss, welche Therapie in Frage kommt usw...)

Die Veränderungen wären dann für alle Beteiligten ein positiver Nebeneffekt, nicht nur für mich, sie hat noch andere Kinder und die leiden auch.
Nur ist keiner von denen so sensibel wie ich.
Die anderen haben sie teilweise schon abgeschrieben.

Beitrag von witch71 11.10.10 - 18:07 Uhr

Du kannst aber ja nicht gegen Windmühlen ankämpfen. Solange Du selbst nicht genau weisst, wie sie "tickt" und was bei ihr "falsch tickt" redest Du ja gegen eine Wand. Du hast auch kaum eine Handhabe gegen sie, um ihr das Verhalten mal vor Augen zu führen. So wird sie von selbst oder eben durch Gespräche mit Dir nie einsehen, dass ihrerseits Handlungsbedarf besteht.

Beispielsweise könntest Du sie mal ganz ernst fragen, wieso sie eigentlich so viel Wert darauf legt, dass ihre Kinder sich von ihr abwenden, warum ihr das wichtiger ist, als dass sie von ihren Kindern geliebt wird.
Diese Diskussion ist aber kein Gewinn für Dich und wird kaum positiv ausgehen, wenn Du aufgrund ihrer Antworten dann wieder zusammenbrichst und weinst, weil die Reaktion darauf nicht an Dir abprallen kann.
Weisst Du, wie ichs meine?

Beitrag von bbblack 11.10.10 - 18:12 Uhr

Ja du hast ja recht.

Aber sie wird nie was einsehen, nie was ändern.
Was muss denn erst passieren?

Sie ist Mitte 40, hat mich mit 17 bekommen, ich gehe auf die 30 zu.

Soll sie erst alt und schrumpelig werden, sehen dass sich keines ihrer Kinder im Alter für sie interessiert, für all die Dramen die sie uns zugemutet hat als sie jünger war?

Das wäre verschwendete Lebenszeit, irgendwann sind wir tot und das solls dann gewesen sein???

Was muss passieren, damit solche Menschen einsehen, dass man es gut mit ihnen meint??

Ich weiß es nicht...

Beitrag von witch71 11.10.10 - 18:25 Uhr

Der Knackpunkt ist ja, wie Du selbst schreibst, herauszufinden, ob es hoffnungslos ist oder ob doch noch die Chance besteht, sie zur Einsicht zu bewegen.

Da musst Du aber zu einem Fachmann gehen, sprich Dich selbst in Therapie begeben. Das hat einerseits natürlich den Effekt, dass Du Dich mal so richtig auskotzen kannst, ohne befürchten zu müssen, Dein Gegenüber mit Deiner Geschichte zu erschrecken oder zu langweilen. Allein das wird dafür sorgen, dass Du Dich aus der Opferrolle langsam heraus entwickeln kannst, Stärke gewinnst und den ganzen Berg mal von Deiner Seele reden kannst.
Zweiter Effekt: Auch sie wird das merken, Du bist nicht mehr so angreifbar, kannst ihr auch mal Kontra bieten. Und das ganz ohne zu schreien, sondern ruhig und besonnen, das wird sie verdutzen und je nach passender Antwort hast Du auch endlich mal das letzte Wort.
Drittens könnte der Therapeut wirklich auch gezielt mit Dir über die Vorgänge im Kopf Deiner Mutter sprechen, Dir ihre Denkweise näher bringen. Das wiederum hätte den von mir erwähnten Effekt: Du könntest ihr irgendwann mal direkt stecken, dass sie krank ist und ihr sagen, dass auch ihr eine Therapie viel weiteres Leid ersparen könnte.

Fazit: Wenn Du etwas tun willst, musst Du Dir Hilfe suchen, von jemandem, der tatsächlich viel Erfahrung mit solchen Menschen hat.

Beitrag von king.with.deckchair 11.10.10 - 20:15 Uhr

"Sie ist Mitte 40, hat mich mit 17 bekommen"

Interessanter Nebenaspekt: War bei mir genauso. Und ganz offen sowie auch allzu oft unteschwellig bekam ich es ab, dass die Schwangerschaft mit mir und die Ehe mit meinem Vater ihr Leben "verpfuscht" hätten... Vielleicht ist es bei deiner Mum wirklich so, wie ich es meiner auch mal in einem schlimmen Streit an den Kopf geworfen habe - An sich wollte sie so früh verständlicherweise kein Kind. Aber auf Grund von äußeren Zwängen hat sie ausgetragen, statt abzutreiben (wir schrieben 1968) und holt diese Abtrebung nun seit Jahren kräftig nach. #schmoll

LG
Ch.

Beitrag von king.with.deckchair 11.10.10 - 20:05 Uhr

DIR könnte eine Diagnose helfen, die Dinge, die sie nicht mehr auf Dich zu projezieren. Innerlich Abstand zu gewinnen.

Bei meiner Mum gab es die Diagnose "Psychosen aus dem schizoiden Formenkreis" und später kam "Borderline" dazu. Mir half das. Denn ihre Bosheit hatte nun einen "Grund". Und der war nicht ich. An mir war es nun nur noch, mich und die Meinen (= Kind und Mann, MEINE Familie) aus ihrer Schusslinie zu bringen, nachdem alle Versuche (fast 16 Jahre lang), sie zu Therapien zu bewegen, nicht fruchteten.

Beitrag von sorry, sorry 12.10.10 - 01:19 Uhr

Alle schreiben immer "projezieren", es heißt "projizieren", musste mal raus jetzt, ebenso wie im Kochforum stänig "Hollondaise" zubereitet wird statt "Hollandaise".
Nicht böse sein ;-)

Beitrag von king.with.deckchair 12.10.10 - 08:28 Uhr

"Alle schreiben immer "projezieren", es heißt "projizieren","

Echt? #kratz

*googlegooglegoogle*

#hicks Stimmt.

http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/projezieren.shtml

#danke

Beitrag von emestesi 11.10.10 - 17:57 Uhr

Hallo,

ich frage mich ernsthaft, wie du es so lange überhaupt aushalten konntest und dann immer noch und wieder und wieder versuchst, eine Beziehung zu deiner Mutter aufzubauen.

Wir können nicht wissen, warum sie so ist wie sie ist. Die Gründe liegen mit ziemlicher Sicherheit in ziemlich weiter Vergangenheit.

Sei doch endlich gut zu dir selbst und mache einen Break zwischen deiner Mutter und dir. Du hast nichts aber auch gar nichts Positives von ihr zu erwarten.

Ich habe mit meiner Mutter gottlob weder Ähnliches noch irgendwie Vergleichbares erleben müssen. Es klingt ziemlich kalt, wie ich hier über meine Mutter schreibe, aber glaube mir, leicht fiel mir der Break damals nicht! Ich habe sehr darunter gelitten, zumal meine Erinnerungen in der Kindheit an sie immer sehr liebevoll waren und sind. Es wurde erst unerträglich, nachdem ich ausgezogen bin. Schlichtweg alles wurde von ihr ins Negative gezogen; von der Art, wie ich meinen Haushalt führte, mein Freund - und jetzt seit 12 Jahren Ehemann - war der grundweg falsche und wurde dauerhaft schlecht geredet, ich hätte keine Ahnung vom Umgang mit Geld etc.pp. So ging es jahrelang und jahrelang habe ich die Zähne zusammengebissen und meinen Mund gehalten. Schließlich ist sie doch meine Mutter. Eskaliert ist es aber dann, als ich meine Tochter zur Welt brachte und sie es nicht einmal für nötig befand, mich im Krankenhaus zu besuchen, um sich ihr Enkelkind anzuschauen. Als ich sie vom Krankenhaus aus anrief, entschuldigte sie sich damit, dass sie soviel zu tun und ganz einfach keine Zeit hätte. Sie würde dann irgendwann kommen, wenn ich wieder Zuhause wäre, um nach dem Rechten zu schauen und ob ich es mit dem Baby auch gut hinbekäme. DAS war meine persönliche Schmerzgrenze, wo es dann knallte. Und das gewaltig.

Es gab wirklich lange absolut keinen Kontakt. Nichtmal zu Geburtstagen oder zu Weihnachten. Mittlerweile telefonieren wir mehr oder weniger regelmäßig wöchentlich miteinander, aber der nähere Kontakt bleibt aus. Ich finde es für meine Kinder zugegebenermaßen schade, dass ihre eine Oma nurmehr eine Fremde für sie ist, aber meine Mutter ist ganz einfach nicht an ihnen interessiert (weder ruft sie sie zu Geburtstagen der Kinder an, noch denkt sie an einen Weihnachtsgruß - wir im Gegenzug rufen aber IMMER an zu ihren Geburstagen oder auch an Weihnachten) und so ist es vielleicht auch besser, dass ich mich in dieser Hinsicht nicht bemühe.

Mir und auch meiner Familie tut es jetzt gut so wie es ist. Ich brauche für mein Glück nicht auch noch bewusst herbeigezogenes Krisenmanagement, sondern lebe lieber mehr oder weniger mutterlos aber glücklich vor mich hin. Und zum Glück habe ich eine ganz, ganz liebe Schwiegermutter auf die ich immer zählen kann und sie auf uns.

Alles Gute für dich
Emestesi

Beitrag von auch in schwarz 11.10.10 - 18:13 Uhr

Hallo,

also ich kann Dir nur raten, den Kontakt zu Deiner Mutter abzubrechen.
Es bringt Dir doch so nichts, außer das Du immer trauriger und wütender wirst wenn Du weiterhin den Kontakt aufrecht hältst und ich denke nicht, dass sich Deine Mutter irgendwann noch ändern wird.

Glaub mir, es hört sich zwar im ersten Moment hart an und wird Dir vielleicht auch nicht leicht fallen, aber es ist das Beste für Dich. Ich denke, Du interpretierst zuviel in das Verhalten Deiner Mutter hinein und besitzt noch die Illusion, dass sie irgendwann wieder eine liebende Mutter für Dich sein kann. Sieh bitte endlich der Realität ins Auge, sonst macht es Dich nur noch kaputt.

LG

Beitrag von emestesi 11.10.10 - 18:23 Uhr

Jepp ... Das sehe ich genauso.

Beitrag von xenotaph 11.10.10 - 19:29 Uhr

hallo,

auch wenn du verständlicherweise sauer bist - die aussage mit den falten stellt dich auf eine ähnliche stufe. lass dich doch nicht auf ihr niveau herab.

brich den kontakt ab und fange an, selbständig zu leben. das mag schwer sein, aber du bist nicht auf sie angewiesen.

LG

Beitrag von king.with.deckchair 11.10.10 - 20:01 Uhr

"sie ist die Frau die mich 9 Monate lang unter ihrem Herzen getragen hat."

Und? Mal ganz brutal gesprochen: Bumsen und Nachkommen austragen, das bekommt auch das dümmste Vieh im Stall hin.

Warum sollte man einen Menschen nur dafür sonderlich respektieren, dass er es geschafft hat, ein Kind auszutragen und halbwegs unfallfrei durch die Kleinkindzeit gebracht zu haben?

Was nach der Geburt kommt, das ist es, was zählt. Und Eltern haben nicht unbedingt das Recht, dass man sie allein weil es die biologischen Eltern sind, respektiert. Diesen Respekt haben sie sich verdammt noch mal auch zu erarbeiten (mittels Erziehungs"arbeit") und zu verdienen (mittels respektvollem Umgang ihrerseits mit ihren Kindern).

Ich mag nicht immer wieder meine Story wiederkäuen, nur: Ich hatte auch so eine kaputte Mutter, ich kenne diese "runterzieh"-Sprüche, das hintenrum oder auch ganz offen fertig- und schlechtmachen.

Auch Versuche, mir an Existenzielles, wie mein Kind, meine Liebesbeziehungen oder meinen Beruf mit Zerstörungswut zu gehen, kenne ich zu genüge. Was mir half? Kontaktabbruch. Rigoros. Und endgültig.

Das war vor über sieben Jahren. Ich trauere zwar immer noch ab und an um das, was ich "zugewandte, liebevolle Eltern" oder "Mutter" nenne, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich nichts verloren. Man kann nämlich nichts verlieren, was man nie hatte.

Manchmal muss man sich von Menschen, auch von Eltern, trennen, damit man gesund bleibt und vor allem auch die eigenen Kinder in einigermaßen gesunden Strukturen groß werden können.

#liebdrueck
Ch.

Beitrag von badguy 11.10.10 - 20:15 Uhr

hart aber wahr

Beitrag von king.with.deckchair 11.10.10 - 20:39 Uhr

War auch eine harte Schule, durch die ich da musste.

Wie du in deinem anderen Beitrag sehr richtig schreibst: Man muss/sollte/kann sich in dem ganzen Heckmeck aber auch irgendwann entscheiden, sich auf sich selbst zu konzentrieren und aufhören, den (Eier)Tanz mitzumachen.

Beitrag von badguy 11.10.10 - 20:52 Uhr

Ich habs auch hinter mir und fühl mich befreit wie sonst was.

Beitrag von emestesi 11.10.10 - 20:22 Uhr

Gut geschrieben, hart und ehrlich empfunden. Hut ab für dich #pro .... Ich weiß selbst, wie schwer so ein Break ist. Gut, kein Schicksal ist vergleichbar, jede von uns hat ihre eigene Schmerzgrenze, dennoch weiß ich, wie schwer der Entschluss ist, sich zu lösen und wie lange man daran knabbert.

VLG Emestesi

Beitrag von nele27 12.10.10 - 09:53 Uhr

Absolut richtig.

Ich habe auch keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter (Alkoholikerin, krasse Egoistin - ihrer Meinung nach Opfer der Weltverschwörung) und bin nach zwei gescheiterten Versöhnungsversuchen heute heilfroh, dass ich diese Last los bin.

Und ich geb Dir recht: Nur ein Kind kriegen und dieses ernähren macht noch keine Mutter aus. Eine richtige Mutter habe ich daher nie gehabt.

Ich kann der TE nur raten, sich von dieser Person zu lösen. Aus mir ist doch auch ohne Mutter was geworden :-)

LG, Nele
mit 15 von z.H. ausgezogen - und das war eigentlich viel zu spät

Beitrag von badguy 11.10.10 - 20:13 Uhr

Du hast eine Vorstellung, wie das Verhältnis zwischen Tochter und Mutter sein sollte. Diese Vorstellung ist für dich ein Trugschluß. Es ist nicht so. Du liebst deine Mutter und wünschst dir die Anerkennung, die dir d. E. zusteht. Die bekommst du nicht. Warum du sie nicht bekommt, weißt du. Mißgunst, Neid.

"Heute sagte ihr zu ihr dass Neid hässlich macht und es kein Wunder sei, dass sie in ihrem Alter schon soviele Falten hat."

Kann es sein, dass dir diese Aussage so richtig gut getan hat, es für dich den Touch einer Generalabrechnung hatte? Du hast ihr mal so richtig nen dicken fetten Scheißhaufen vor die Tür gesetzt, von dem du weißt, dass er jetzt noch dampft und so richtig schön müffelt. Endlich mal so verletzen wie man selbst verletzt wird?

Die Kehrseite der Medaillie war, dass sie dir sinngemäß sagen konnte, dass du eine fette Kuh bist.

Die Moral dieser Geschichte ist, dass ihr euch heute so richtig gehabt habt. Nicht nur so ein kleines Bißchen, sondern so richtig volle Elle. Manchmal ist es eben so, dass man im Guten nicht miteinander kann, dann hat man sich im Streit, sprich im Schlechten. Bevor man gar nicht kommuniziert zofft man sich lieber.

Schau, irgendwann lösen sich Kinder von ihren Eltern (Du schreibst nichts über deinen Vater), sagen wir mal, mit dreizehn, vierzehn Jahren geht das so richtig los. Hier hat für dich Versagen deiner Mutter statt gefunden. Nehmen wir mal an, das stimmt so, was bist du dann für deine Mutter? Der lebende Beweis für ihr Versagen. Ich bin mal vor ner halben Ewigkeite meinem Nachbarn in die Tür gerollt. Der Schaden wurde nie gemacht, ich hab ihn aber jeden Tag gesehen. Was meinst du, wie mich das abgefuckt hat, jeden Tag die blöde Delle zu sehen.

Sich zu ritzen oder abzukokeln sind auto-aggressive Eigenschaften. Quasi Selbstbestrafung. Mach ein normaler Mensch so etwas?

Ich kann mir bildlich vorstellen, wie das kleine Mädchen um die Anerkennung der Mutter kämpft. Du kannst sie bekommen. Mach dich selbst klein und heb sie empor, dann bekommst du Anerkennung. Aber keine, die von Herzen kommt.

Du kannst natürlich auch anfangen, dich auf dich selbst zu konzentrieren. Für dich überlegen, was du willst, was für dich wichtig ist. Willst du dich immer auf das Tänzchen mit deiner Mutter einlassen oder ist für dich der Punkt gekommen, wo du dich umdrehen möchtest, dich auf dich und Leben fokussierst und anfängst deiner Mutter die Grenzen zu setzen, die sie braucht? Sprich mal mit deinem Hausarzt über das Thema. Er wird dir helfen.

Beitrag von flying-phoenix 11.10.10 - 21:48 Uhr

ich habe nicht alle kommentare gelesen, aber ich kann von meinem verhältnis zu meinen erzeugern reden.

meine erzeuger haben mir ein leben lang gesagt, dass ich es zu nichts bringen würde, würde unter der brücke landen usw. also, quasi das gleiche, was du gesagt bekommst.

ich war nie gut genug, und egal welchen erfolg ich hatte, es war doch nie gut genug.

kontakt habe ich seit mehr als 3 jahren nicht mehr, auf meiner hochzeit waren sie alle ("familie") nicht. haben das bereits 2 jahre vorher angekündigt.

es ist schwer zu verstehen, aber manchmal glaube ich, dass nciht alle eltern ihre kinder lieben können. warum auch immer. ich hätte alles für sie getan, und das wurde jahre lang ausgenutzt.

manchmal kommen eltern mit sich selbst nicht klar und suchen dann einen sündenbock. ich war der grund, warum meine beiden erzeuger nicht arbeiten konnten usw. mittlerweile kann ich akzeptieren, dass es nicht an mir liegt, und doch ist es wirklich schwer und man hängt trotz allem an seinen eltern.

ich hoffe, dass du für dich einen weg finden kannst, es zu akzeptieren, denn verstehen wirst du es wohl leider nicht. deine mutter macht dich wohl dafür verantwortlich, dass ihr leben nicht so läuft, wie sie es gern hätte (du machst sie auch angeblich schlecht).

wie du schon gesagt hast, sie ist KRANK und genau deshalb wirst du ihr definitv nicht helfen können. nimm abstand und lass es nicht so an dich ran.

viel glück!

Beitrag von maddi2704 11.10.10 - 23:51 Uhr

Hmm,schwer zu sagen.Einerseits würde ich sagen,beende den Kontakt zu deiner Mutter aber auf der anderen Seite kann ich auch verstehen das du sie nicht aufgeben willst.

Es ist wirklich hart,wenn man von der eigenen Mutter so behandelt wird.Da du dir ja nur schadest,wenn du dich weiter mit ihr rum ärgern musst würde ich sagen ziehe ein Schlußstrich.Deine Mutter ist Krank aber sie will es nicht wahr haben und solange wie das nicht passiert kannst du nichts machen.


Beitrag von redrose123 12.10.10 - 06:25 Uhr

Schwer ich würde zu so einer Person keinen Kontakt haben wollen, auch wenn es meine Mutter wäre.....#schock

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