kann man wieder anfangen mit stillen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von 13.10.2009 11.10.10 - 19:51 Uhr

hallo ihr lieben...

gerade hat mich eine freundin nach rat gefragt. es geht darum:

sie hat eine tochter sie ist jetzt 4 monate. sie hat sie den ersten monat gestillt und dann hat sie aufgehört wohl wegen zu wenig milch. ihr milch war komplett weg. jetzt lag sie vorhin in der wanne und sie hat bemerkt das aus ihrer brust milch kommt. sie fragt mich ob wie wieder stillen kann. problem sehe ich darin sie raucht und nimmt wieder die pille.
was kann ich ihr jetzt raten?

danke schon mal für eure hilfe

lg melli

Beitrag von lilly7686 11.10.10 - 20:02 Uhr

Wenn sie möchte kann sie sicher!
Pille: sie soll sich Cerazette holen. Ist so sicher wie die normale Pille, aber Stillverträglich.
Rauchen: wenns denn wirklich unbedingt sein muss, dann soll sie reduzieren auf weniger als 7 pro Tag.

Dann kann sie ihr Baby natürlich wieder anlegen, wenn sie das möchte.
Sie soll sich aber ne Stillberaterin holen und evtl. mit einem Brusternährungsset arbeiten.

Liebe Grüße!

Beitrag von lucaundhartmut 12.10.10 - 16:12 Uhr

Liebe melli,

manchen Frauen gelingt eine vollständige oder anteilige Relaktation durchaus.

Dies bedarf in der Regel viel Geduld, Ausdauer, Liebe und Verständnis (besonders fürs Baby).

Eine grobe Faustregel besagt, dass man in Wochen so lange für eine Relaktation benötigt, wie das Abstillen in Monaten zurückliegt.

Deine Freundin sollte sich eine gut aus- bzw. weitergebildete Hebamme oder ein Stillberaterin suchen.

Wenn sie nicht vom Tabak lassen kann (ich kenne leider auch viele Brustmütter, die "trotzdem" rauchen, Alkohol trinken, überwiegend Fast Food zu sich nehmen etc. und dann noch den Nerv haben, sich als was Besseres gegenüber Müttern, welche das Fläschchen geben, darzustellen), sollte sie wenigstens nur nach der Gabe der Brust rauchen und den Konsum auf ein Minimum beschränken.

Helfen könnte es ihr, das Kind möglichst oft anzulegen.
Am Anfang ist es meist ratsam, ein Brusternährungsset zu verwenden, durch das ein Baby beim Saugen an den mütterlichen Brüsten zusätzlich Abgepumptes oder Säuglingsmilchnahrung aus einem Geschäft zugeführt bekommt, damit es auch wirklich satt wird und alle benötigten Nährstoffe erhält:

http://www.medela.com/DE/de/breastfeeding/products/breastmilk-feeding/special-feeding-devices.html

Das Brusternährungsset sollte jedoch nur nach fachkundiger Unterweisung durch eine gut aus- bzw. weitergebildete Hebamme oder Stillberaterin verwendet werden.

Folgendes könnte evtl. auch helfen:

Milchanregend können Fenchel-, Kümmel-, Anistee (oft auch als "Stilltee" deklariert), Bockshornkleesamen (bitte mal in der Apotheke beraten lassen), Malzbier, Malzkaffee etc. sein.
Lege häufiger (nicht länger) an.
Lasse von Hebamme oder von einer Stillberaterin die Anlegetechnik überprüfen.

Stilltee ist übrigens in Maßen zu genießen (maximal 4 bis 6 Tassen am Tag), sonst kann er kontraproduktiv wirken.
Zudem bietet er keine Garantie für Milchmengensteigerung, ebenso wenig wie Abpumpen (versuchen kann man es natürlich dennoch).

Sie sollte versuchen, sich noch regelmäßiger/ausgewogener/reichhaltiger zu ernähren.
Sie sollte daran denken, ausreichend zu trinken (allerdings nur wenig Kaffee, Schwarztee, Kohlensäurehaltiges).

Weitere Tipps für Deine Freundin:

- Freunde/Bekannte/Verwandte bitten, im Haushalt zu helfen und Einkäufe abzunehmen
- Freunde/Bekannte/Verwandte bitten, etwaige Geschwisterkinder/Haustiere zu betreuen
- ausreichend, ausgewogen und regelmäßig essen und trinken (wenig Kaffee und Schwarztee, lieber Wasser, 2 bis 4 Tassen Fenchel-, Kümmel-, Anistee, Malzbier)
- früh zu Bett gehen, morgens lange schlafen
- das Baby stets in der Nähe haben (es muss jedoch nicht am Körper getragen werden)
- das Baby (wenn es dies mag) im Tragetuch tragen
- den Druck von sich zu nehmen
- nicht nach der Uhr zu schauen - ein gesundes und gut gedeihendes Baby sollte Brust oder Fläschchen so oft bzw. so lange bekommen, wie es diese(s) benötigt
- evtl. eine elektrische Doppelmilchpumpe verschreiben lassen und damit tagsüber alle 2 bis 3 Stunden beidseitig zu gleichen Zeit abpumpen und nachts alle 6 bis 8 Stunden


LG
Steffi mit Luca, der zwar ein Brustkind gewesen ist, jedoch sicher auch mit Säuglingsmilchnahrung "aus dem Laden" groß und stark geworden wäre