5babygräber in einem 2000einwohner-dorf

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von katrin-ma 11.10.10 - 20:33 Uhr

bitte nicht lesen, wenn euch sowas belastet. ich muss es irgendwie mal loswerden. obwohl ich ein positiv denkender mensch bin, war das gestern sehr belastend bezüglich eigenr ängste und dem mitgefühl 8soweit das geht..) für die eltern.
wir waren auf dem friedhof bei den großeltern meines mannes. ich bin dann mal zu so ner grabreihe gelaufen, bei der ich noch nie war. und diese kleinen, liebevoll gestalteten gräber waren allesamt von babys, die mit einem bis hin zu einem jahr von uns gehen mussten. ich hab nur noch geweint. wie gehen eltern mit so einem verlust um!?
und...wenn schon in so einem kleinen ort so viele babys gehen mussten, wie ist das dann erst in großstädten.. irgendwie beschäfigt mich das seit gestern.
verdrängt ihr solche gedanken oder wie geht ihr mit sowas um!?

liebe grüße.

Beitrag von mausimaus18 11.10.10 - 20:40 Uhr

so, nun könne wir darüber offen reden.

es ist leider auch hier so, das es sehr viele kindergräber gibt.
auch als ich neulich mit meiner mama bei meinen großeltern am grab war sind wir einfach mal über den friedhof gelaufen, haben dort die sonne, die zwischen den blättern her blitzte, und die ruhe genossen und den frieden, der dort herrscht einfach frieden sein lassen.

bis wir an die kindergräber kamen.

meine mama hat selber ein kind verloren in sehr später ss.
mein sohn wäre bei der geburt fast gestorben und auch zwischen weihnachten und neujahr wäre er fast von uns gegangen.

nur dieses fast macht uns heute teilweise noch fertig, wenn wir das alles vorm inneren auge nochmal hervorrufen!
wirklich damit klar kommen tut glaub ich kein elternteil.
es wird immer schmerzen und zum leben dazu gehören für die eltern toter kinder.
ich persönlich will nciht mit ihnen tauschen.
eine bekannte von uns brachte ein totes kind zur welt. sie hat heute noch probleme damit, ein strampler hängt noch immer im schrank und auch die bilder zieren noch die whg mit ihrem sohn!

und leider ist es in der tat so. umso mehr menschen in einer stadt, desto mehr kinder sind unter den verstorbenen!
ich mag gar nicht die realität so nahe an mich ran lassen und darüber nachdenken!

wir können froh sein, wenn uns sowas niiiiemals passiert...

liebe grüße

nadine

Beitrag von danimitben 11.10.10 - 20:48 Uhr

Liebe Katrin,

es ist nicht zu beschreiben wie sehr der Tod seines eigenen Kindes schmerzt. Dieser tiefe Schmerz der nie mehr vergehen wird, der zerreißt einen fast. Mein kleiner Sohn ist schon 15 Monate nicht mehr bei uns und er durfte nur 12 Monate bleiben.

Nie wieder werde ich so unbeschwert sein wie früher, nie wieder werden wir so durchs Leben gehen. Immer wird unser kleiner Engel fehlen, jeden Tag und jede Minute.

Der Schmerz ist auch nach 15 Monaten jeden Tag präsent, es tut nur nicht mehr jede Minute eines Tages weh.

Leider hat man aber keine Wahl.

"Es wird schon wieder. Wieder? Wieder wie was? Wieder wie vorher? Es wird irgendwann, aber nicht wieder!!!"

Danke für dein Mitgefühl

DANI mit BEN im Herzen *29.06.08 +08.07.09 (Morbus Alexander)
http://www.ben-sternenkind.de

Beitrag von katrin-ma 11.10.10 - 21:01 Uhr

an dich habe ich gestern auch gedacht.. (hatte dir hier mal vor längerer zeit eine nachricht geschrieben, seitdem denke ich öfter an euch & diese liebevoll gestaltete homepage von euch für euren sohn.
es wurde mir irgendwie so bewusst, dass menschen mit diesem schmerz einfach jeden tag, jede minute leben lernen müssen. ich hoffe, dass gott allen eltern die kraft gibt, die sie brauchen, um irgendwie mit dem schmerz umzugehen..

Beitrag von mona1879 11.10.10 - 20:49 Uhr

ich habe nie im leben an so etwas gedacht, bevor meine tochter in der 34.ssw still zur welt kam.
es kommt einem dann nur unwirklich vor, wenn man gefragt wird: welches grab möchten sie denn? garkeins!
man kommt nicht zurecht und trotzdem geht es weiter.
ich wohne ich einer großen stadt und meine tochter ist auf einem teil des fiedhofs, auf dem nur stillgeborene kinder liegen. jeden monat kommt eins dazu. ich weine jedes mal und irgendwie tröstet es auch, dass man nicht ganz alleine ist.

mona

Beitrag von naddi1206 11.10.10 - 21:15 Uhr

Hallo,

auch wir haben NIE an sowas gedacht.
Ok die ersten 12 Wochen können immer kritisch sein aber denn sollte doch auch alles glatt laufen!
Klar, hat man auch vom plötzlichen Kindstod gehört...
Wir haben unseren Luca in der 39+5 SSW zu den Sternen reisen lassen müssen. Er war kerngesund und die Geburt war in vollem Gange und denn ist er einfach zu den Sternen gezogen! Das war im Juli 2008 und es tut immer noch weh aber wir wissen das er uns liebt und das wir ihn sehr lieben und auch vermissen. Nun sind wir wieder Schwanger in der 31 SSW und die Angst ist natürlich sehr präsent und wir hoffen das Luca weiterhin so toll aufpasst denn er wird ein toller großer Bruder da gehen wir fest von aus!!!
Bei uns auf dem Friedhof wo auch Luca seinen eigenen Garten hat, sind auch ein paar Kindergräber und unsere Stadt hat ca. 14 000 Einwohner. Es ist einfach so ungerecht das die Kinder VOR den Eltern gehen, das ist doch nicht der Lauf der Natur...?!
Aber wie mona schon geschrieben hat, es tröstet auch zu wissen, dass man dieses Schicksal nicht ganz alleine trägt.

Drücke Euch mal ganz lieb und zünde #kerzen für unsere und alle anderen #sternchen an...!!!

Liebe Grüße
Nathalie mit #sternchen Luca-Joel im Herzen und #ei inside

Beitrag von arwen1979 11.10.10 - 23:10 Uhr

Hallo!
Meine Sohn Cedrik war fast 4 als wir ihn gehen lassen musten, es ist jetzt über 7 Jahre her, aber es vergeht keine tag an dem ich nicht an ihn denken muß, es vergeht kein tag ohne dietrauer, diese trauer vergeht nie man lernt nur mit ihr zu leben.
es vergeht auch kein tag ohne die angst eins meiner 3 anderen kinder auch noch zu verlieren, irgendwann lernt man mit der angst zu leben , aber sie ist immer da und wird immer bleiben.
gruß hannah

Beitrag von romy1311 12.10.10 - 07:19 Uhr

da kann ich hannah nur zustimmen.
bei uns im dorf leben etwas über 2500 menschen.
kindergräber haben wir 5 oder 6.... man darf nicht vergessen das sie über einen gewissen zeitraum leider dahin kamen. so ein grab hat glaube ich eine zeit von 20 jahren...bin mir aber nicht sicher.

wir mussten vor 2 jahren auch das schmerzhafteste in unserem leben duch machen. unser sohn wurde mit fast 8 jahren aus dem leben gerissen(durch einen unfall).

beim gedanken allein ihn in so ein kleinen grab.... die größenvortstellung war schon schlimm. nun ja und dann bekommt man gesagt er wäre zu alt für ein kindergrab. mit 7 jahren zu alt?
bei uns ist das so das diese gräber nur bis 5 jahre gehen und alle anderen ein erwachsenen grab bekommen.

ich habe mir nir über soetwas gedanken gemacht aber jetzt ist einem bewusst das es noch mehr kinder geben könnte und auch irgendwo wird wo man das nicht an diesen kindergräbern ausmachen kann.

dieser schmerz wird nie vergehn, das eigene kind wird auch immer ein teil des lebens bleiben und wir halten es so:
wir haben bilder von ihm und auch unseren anderen kindern in der wohnung hängen- wer nicht damit klarkommt und auch nicht das wir immer noch über ihn reden (er ist ein teil unserer familie) der soll doch bitte da bleiben wo er ist.
es heißt nicht aus den augen aus dem sinn!!!

Beitrag von verzweifelte04 12.10.10 - 08:17 Uhr

hallo!

ich wohne seit 7 jahren in einem 2000-einwohner-ort.. ich kenn hier kaum leute, weil ich/wir uns wenig am dorfleben beteiligen. aber trotzdem weiß ich von 4 fällen von totgeburten in den letzten 2 jahren.. leider war einer davon dich :(

ich weiß nicht wieviele kindergräber es hier im ort gibt, weil unser kleiner Schatz Raphael nicht am friedhof liegt. er wurde eingeäschert und seine urne bei uns am grundstück beigesetzt.

wie man mit so einem verlust umgeht? ..ich weiß nicht, unser Schatz ist am 19.08. still zur welt gekommen, in 2 wochen wäre ET.. ich kanns noch immer ned fassen, ich weine viele und ich versuch so oft es geht drüber zu reden, reden hilft unwahrscheinlich!
ich hab ständig die frage im kopf, warum wir? warum schon wieder? warum musste Raphael gehen, er war doch kerngesund? warum? ..aber darauf werden wir nie eine antwort bekommen und selbst wenn, es bringt Raphael nicht zurück!

ich hab morgen den ersten termin bei einer psychologin.. ich hab angst doch noch in ein tiefes loch zu fallen.

lg
Claudia

Beitrag von urbia-Team 12.10.10 - 09:47 Uhr

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