Zwillinge bekommen und Große völlig durch den Wind......

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jacqueline81 11.10.10 - 21:06 Uhr

Guten Abend,

unsere Zwillinge sind seit letzten Montag zuhause. Es war eine schwere Zeit für unsere große Tochter. Lag über 2 Wochen mit Unterbrechung im KH während der ss (+ eine Woche nach Entbindung) und dazwischen musste ich 3 Wochen zuhause liegen. In der Zeit war meine Schwiegermutter da und hat sich um Lana gekümmert. Wenn ich im KH lag fragte Lana immer wann ich nach Hause komme, sie würde mich vermissen.#schmoll Süß, aber es hat mich auch fertig gemacht dass es sie so mitnimmt. Nach Startproblemen durften die Kleinen vor einer Woche endlich nach Hause. Es ist eine sehr anstrengende Zeit. Lana geht vormittags zum Glück im KH, aber Zwillinge nehmen soviel Zeit in Anspruch das sie definitiv zu kurz kommt. Ich versuche sie einzubeziehen, aber so einfach ist es nicht immer. Heute Abend ist sie völlig ausgerastet. Wollte die Schlafanzughose nicht anziehen, dann waren es die Socken und so weiter. Sie wusste später garnicht mehr warum sie so aufgelöst ist. Ich habe lange gebraucht um sie zu beruhigen. Sie war richtig am Schluchsen und hat nur geschrien, sie möchte dieses und jenes nicht. Sie tut mir so leid, aber wir versuchen doch schon alles. Wir zeigen ihr immer wie sehr wir sie doch lieben, dass sie die Große, die Tolle ist aber es scheint nicht zu reichen. Sie ist sehr verständnisvoll, lieb und aufmerksam, das es mir manchmal das Herz zerbricht. Sie ist einfach zu gut und hat das alles nicht verdient. Ich hoffe ihr versteht was ich meine.#heul Morgen möchte sie nicht in den Kiga. Wir schwer für mich, aber da muss ich durch.

Wie kann ich ihr nur helfen, obwohl ich doch auch schon unter extremen Schlafmangel leide und auf dem Zahnfleisch gehe???? Ich gebe mir wirklich alle Mühe, aber ich stehe kurz vor einem Heulkrampf. Ich möchte doch das es meinen Kindern gut geht. Und jetzt bitte keine Sprüche. Ich weiß das es einige Mütter mit mehr als einem Kind gibt und die es auch schaffen. Mir ist auch bewusst, dass es nur eine Phase ist, aber auch eine sehr wichtige für meine Große.

LG
Jacqueline mit Lana 3,5 Jahre + Marissa und Vanessa 5 Wochen

Beitrag von anja1971 11.10.10 - 21:36 Uhr

Hallo!
Das wird sehr schwierig werden, ist aber machbar. Zuerst einmal würde ich die Zwillis so oft es geht liegen lassen (in der Wiege oder WIppe oder so) und mich mit der Großen beschäftigen. Mit 5 Wochen schlafen die Kleinen ja in der Regel noch sehr viel, aber vielleicht kannst Du in dieser Zeit mit Lana ein Puzzle machen, etwas malen oder einfach auf dem Bett liegen und schmusen. Und wenn Du spazieren gehst, läßt Du sie entscheiden, wo es hingehen soll. Z.B. auf den Spielplatz, wo Du Zeit mit ihr verbringst. Laß sie mal den Popo eincremen, wenn Du am Wickeln bist, und vielleicht kann sie auch schon ein Fläschchen halten, wenn Du fütterst (falls Du nicht stillst). Unsere Großen konnten das bei unserer Kleinen schon gut! Wenn sie merkt, wie Du ihre Hilfe genießt, wird sie das unglaublich stolz machen!

Ich weiß sehr gut, wie sehr Zwillis einen in Anspruch nehmen und das wird auch noch ein paar Monate so gehen, bis Du wieder etwas mehr Schlaf bekommst. Bei uns war es damals so, daß ich nach 4 Monaten im Stehen eingeschlafen bin. Aber so schwer es Dir fällt, Du mußt die beiden Kleinen auch mal liegenlassen, damit Lana merkt, daß Du nicht immer gleich wegrennst, wenn eines der Würmchen meckert. Unsere Konstellation war zwar anders herum, aber es hat sich ausgezahlt, daß meine beiden Großen ihre kleine Schwester unglaublich lieben und umgekehrt....

Alles Gute!

Beitrag von momo538 11.10.10 - 22:02 Uhr

Ochje...die arme Kleine :-(, sicher versteht sie die Welt nicht mehr - aber da muss sie durch und ich bin mir sicher, es wird ihr nicht schaden :-)!

Kann dir irgendwie nachfühlen, wies dir geht... ziemlich hilflos und verzweifelt, oder?
Aber du kümmerst dich ja gut um deine kleine Große :-) Das wird schon, nur keine Angst #liebdrueck.

Liebe Grüße
von Momo, die dir jetzt einfach schreiben musste #herzlich

Beitrag von tanja.1980 11.10.10 - 23:00 Uhr

Hallo Jacqueline,

ich kann deine Gefühle total nachempfinden. Mich hat es nach der Geburt der zweiten Tochter auch total getroffen.

Ich war deswegen auch psychisch am Ende. Mir hat meine Große auch so was von Leid getan. Ich hatte das Gefühl, es kommen irgendwie beide zu kurz und ich werde keinem gerecht.

Ich hatte zwar keine Zwillinge, das stelle ich mir noch ein Tick härter vor #schwitz, aber mir hat´s gereicht...

Meine Große ist damals total ausgetickt, war teilweile richtig hysterisch bei jeder Kleinigkeit. Alle meinten, das sei nicht normal, ich soll sie mal besser erziehen bla, bla, bla... Aber ich wußte ja, woher das kommt. Und sie hatte mir sooo leid getan. Ich habe teilweise mitgeheult.

Ich habe dann versucht, so viel Zeit es geht, mit ihr zu verbringen. Zum Glück war die Kleine total brav. Teilweise schon so brav, daß ich ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber hatte, weil sie die meiste Zeit sich selber überlassen war. Sprich, sie wurde gewickelt, gestillt, unters Mobile gelegt und da lag sie bis zur nächsten Stillmahlzeit. War aber erstaunlicherweise total zufrieden damit #kratz.

Es hat schon so 2 - 3 Monate gedauert, bis sich das eingependelt hat. Danach ging das besser. Die Große hat wohl erkannt, daß ich sie trotzdem genauso liebe.

Tja, was kann ich dir als Tipp auf den Weg mitgeben? Halte durch, zeig Verständnis für deine Große. Versuche so viel Zeit es geht mit deiner Großen zu verbringen. Lass die Zwillinge, wenn möglich, mal für eine Stunde mit dem Vater und mach was NUR mit der Großen alleine. Und vor allem, gib ihr Zeit sich an die Situation zu gewöhnen. Du machst nichts falsch und es wird ihr ganz bestimmt nicht schaden. Hauptsache, du zeigst ihr weiterhin, daß du sie liebst, aber das machst du sowieso ganz bestimmt.

Wenn ich meine 2 jetzt anschaue, sie lieben sich abgöttisch, hängen immer zusammen und rennen immer aufeinander zu, wenn wir die Große vom KiGa abholen. Dann wird erstmal kräftig umarmt und geküsst. Da geht das Mutterherz auf und ich weiß, daß ich alles richtig gemacht habe.

Und dieses Gefühl wird du auch bald erleben, versprochen! Es kann nur besser werden! Halt durch! Es lohnt sich!

lg

Tanja mit Sophia (4) und Lara (2)

Beitrag von paula74 12.10.10 - 15:39 Uhr

Hallo Jacqueline

Wir haben zwar nur zwei Kinder, aber der Altersabstand ist ähnlich. Als unser Baby gerade geboren war, hat sich meist einer mit der Grossen abends ins Bett gelegt, bis sie eingeschlafen ist. So gab es absolute Exklusivkuschelzeit, die alle genossen haben.
Solche Ausraster sind für das Alter normal, das haben wir auch so immer mal wieder... Da lass ich sie in ihrem Zimmer bocken und geh etwas später hin, nehm sie in den Arm und tröste sie. Wenn sie allzu frech war, muss sie sich aber auch noch entschuldigen. Meist klappt das.
Ansonsten versuch doch so viel Hilfe zu bekommen wie möglich!

Viel Kraft schicke ich Dir!
Paula

Beitrag von mistral68 12.10.10 - 22:30 Uhr

Hallo Jacqueline,

lass Dich mal drücken!!! Ich kann es Dir 100% nachfühlen. Unser Großer war fast 4 als sein kleiner Bruder auf die Welt kam.

Ich hatte während der Geburt einen extremen Blutverlust und war sehr schwach als ich mit dem Kleinen nach Hause kam. Der kleine war ein Schreikind, er hat teilweise von morgens um 8 bis abends um 22 Uhr gebrüllt. Ich war total am Ende. Nachts war er oft jede Stunde wach. Ich habe oft vor Erschöpfung geweint. Dazu das Gefühl gegenüber Vincent, dass ich ihn vernachlässige, weil sich alles nur noch um den kleinen Schreihals gedreht hat. Dazu niemand, der mir die Kinder mal abnehmen konnte. Als Valentin 10 Wochen alt war, wurde er schwer krank und ich müsste mit ihm ins Krankenhaus. 4 weitere Krankenhausaufenthalte folgten. Der arme Vincent musste also ziemlich viel ohne Mama auskommen.

Ich habe versucht, wann immer ich eine Minute hatte, die mit Vincent zu verbingen. Am Wochenende, wenn mein Mann zu Hause war, hat er den Kleinen genommen und ich habe mit Vincent alleine etwas Nettes gemacht. Wir sind Eislaufen gegangen, waren mal im Sealife, haben Bücher angeschaut, etwas gebastelt.

Obwohl er für die exklusive Mama Zeit sehr dankbar war, fing es dann auch an, dass er nicht mehr in den Kindergarten wollte. Er hatte immer "Bauchweh" oder bekam im Kindergarten "Bauchweh" und wollte abgeholt werden.
Ich habe ihn an manchen Tagen einfach zu Hause gelassen. Er hat dann gesehen, dass er nichts Tolles verpasst. An manchen Tagen habe ich ihn einfach schon um 12:00 statt um 15:00 abgeholt. Wenn der Kleine dann nach dem Mittagessen geschlafen hat, habe ich mit Vincent gespielt.

Irgendwann hat sich alles eingespielt. Vincent und Valentin lieben sich heiss und innig. Heute nachmittag war Vincent bei einem Freund zum Spielen und die Begrüßung der beiden heute abend war so, als hätten sie sich wochenlang nicht gesehen. Sie haben sich umarmt und wollten sich gar nicht mehr loslassen. Beide sind übrigens auch immer mal wieder sehr eifersüchtig und ticken dann auch aus. Aber ich glaube, das gehört dazu.

Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Nerven. Mach Dir nicht allzu viele Gedanken. Du kannst Dich nicht zerreissen. Vincent ist übrigens rückblickend in der Zeit sehr "groß" geworden. Er hat gelernt, auch mal auf etwas zu warten, sich auch mal alleine zu beschäftigen etc.

Alles Gute für Euch!

LG

Kathrin & Vincent (*16.01.2005) & Valentin (*1.12.2008)

Beitrag von madelaiine 15.10.10 - 11:33 Uhr

hallo,

kann dich gut verstehen. habe selber drei kinder. ein große mit 4 und zwillinge mit 2.

war ne sehr harte zeit, allen gerecht zu werden. ich war viel allein. mein mann viel arbeiten bis spät nachts. omas arbeiten auch noch. kurz gesagt ich mußte es alleine schaffen.

hier ein paar hilfen, so hab ich mir zeit gespart. hab sobald der erste zwilling geschrien hat den zweiten auch gleich geweckt. somit hatten beide bald den gleichen rhytmus. hab dann beide aufs sofa gepackt kissen auf den bauch und flasche drauf so konnten sie klein schon alleine nuckeln. in der zeit hab ich dann spülmaschine ausgeräumt oder schnell wäsche neben den kleinen zusammengelegt. (ja auch nachts) sonst wäre ich nicht fertig geworden. jeden abend nachdem die kleinen im bett war hab ich eine stunde was mit der großen gemacht. lesen spielen usw was sie wollte, egal wie die bude ausgesehen hat. das war ihre zeit, die sie auch brauchte.

hab die große viel mit eingebunden. hab ihr das gefühl gegeben das ich sie brauche. sie half mir dann gerne die kleinen zu wickeln oder creme an den popo zu schmieren. flasche zu geben. und hab sie schwer gelobt dass ich ohne ihre hilfe es nicht schaffen würde. das hat die eifersucht genommen. außderdem haben ihre geschwister ihr bei der geburt was mitgebracht. bei uns war es was zu spielen und eine kette. fand sie super.

hab die kleine auch ganz wenig verzogen, somit haben sie auch im wagen geschlafen ohne das ich ihn schiebe. in der zeit konnte ich schon wieder was mit der großen machen anstatt kinderwagen zu schieben.

liebe grüße