Bin soooo enttäuscht von meiner Tochter

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von bruchetta 12.10.10 - 01:03 Uhr

Hallo!

Ich habe vor ein paar Tagen schon einmal geschrieben (meine Tochter ist so ängstlich und schüchtern).

Nun ist etwas passiert, was mich irgendwie total enttäuscht. Sie wird nächste Woche 6 Jahre alt. Seit 2 Jahren geht sie (auf eigenen drängenden Wunsch damals hin) einmal in der Woche zum Ballett.

Sie ist ein sehr zartes Kind und das Ballett hat ihr immer gelegen. Nun habe ich mit der Zeit gemerkt, dass sie da irgendwie nicht mehr gern hingeht (MÜSSEN wir heute denn dahin???? usw.).

Da mir die Ballettschule zu teuer ist, um jedes dritte oder zweite mal zu fehlen, habe ich sie dann gefragt, ob sie überhaupt noch Lust dazu hat. Nein, hat sie nicht.
Okay, ich habe den Vertrag dann gekündigt, sie hat ja noch zweimal in der Woche Schwimmen und das reicht ja für den Moment auch.

Nun kam sie heute an, sie möchte nicht mehr zum Schwimmen. Sie würde die Tür nicht aufkriegen, weder wenn sie rein möchte, noch wenn sie rausmöchte.
Ich habe ihr mehrere Vorschläge gemacht, wie man das "Türproblem" lösen kann, aber sie möchte einfach nicht mehr.
Nebenbei hat sie mir noch erzählt, dass sie mit dem Ballett aufgehört hat, weil sie eine bestimmte Übung nicht konnte und diese ihr in den Beinen wehgetan hat.

Alternativ möchte sie Schwimmen, wenn Mama mitschwimmt (also Babyschwimmen) und am liebsten noch Mutter-Kind-Turnen dazu (also für 1-2 jährige). #schock

Mich ärgert das alles ein wenig und ich bin richtig enttäuscht.
Für mich ist das ein Davonlaufen von (für sie zugegebenermaßen größeren) Problemen.
Sie hat gerade ihr Seepferdchen gemacht und ich habe versucht, sie davon zu überzeugen, wenigstens noch ihren Freischwimmmer zu machen. Große Weinerei, NEIN!

Sie kann doch nicht immer weglaufen, wenn sie ein Problem hat!?

Beitrag von redrose123 12.10.10 - 06:37 Uhr

Sie ist doch erst 6 #schock Gib Ihr Zeit und ausserdem merckt sie das du so fühlst und setzt sie unbewusst unter 'Druck. Die 6 jährige meines Mannes hat niht so dauertermine wie schwimmen oder ballet wöchentlich, die aufgaben fangen früh genug an.....

Beitrag von galeia 12.10.10 - 07:37 Uhr

Wir könnten uns zusammentun, meine Tochter wird am kommenden Freitag 6 Jahre alt und ist genauso. Ballett hat sie probiert, nach dem zweiten Mal wollte sie da nicht mehr hin - dieselbe Begründung wie bei dir. Sie konnte eine Übung nicht sofort! !Beim zweiten Mal! Nutzt auch nichts, mit ihr zu reden, sie macht dann dicht. Sie will immer alles sofort können. Wenn etwas nicht 100%ig klappt, gibt sie sofort auf.

Ich versuche im Moment sie zu nehmen wie sie ist. Bestärke sie weiterhin (das haben wir aber immer schon gemacht) und schlucke runter, wenn sie mal wieder aufgibt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es wohl in der Schule werden wird.

LG H. #klee

Beitrag von sunny42 12.10.10 - 09:39 Uhr

Hallo,

ich verstehe Eure Sorgen sehr gut.
Meine Tochter (inzwischen 8 Jahre alt) ist genauso.
Ich warte immer noch darauf, dass der Knoten irgendwann platzt.

Sie findet immer wieder neue Ängste und Sorgen und verbaut sich damit selbst so manche schöne Sache.

Ich versuche inzwischen ganz klar abzuwägen.
Manche Dinge macht sie dann halt nicht.
(Sie fährt ganz toll Einrad, traut sich aber nicht in die AG ---- ihr Problem!)
Und andere Dinge MUSS sie machen.
Unser schlimmstes Thema ist im Moment der Hort.
Ich bin erst um 16:00 Uhr zu Hause und sie hat meistens so gegen 13:00 Uhr Schulschluss. Sie will lieber alleine zu Hause sein, als in den Hort zu gehen (in dem Sie sich allerdings jedes mal wenn sie sich überwunden hat doch wohlfühlt)
Ihre ständigen Ängste und Sorgen saugen mir manchmal alle Kraft aus.
Jeden Morgen will sie diskutieren ob Hort oder nicht.
Wir haben jetzt eine klare Regelung: 3 Tage in der Woche darf sie nach Hause und zwei Tage geht sie in den Hort.

Ich hoffe dieser Kampf hört irgendwann auf.

Erstaunlicherweise ist sie allerdings, wenn Sie sich von uns wegbewegt sehr Selbständig. Stundenlang kann sie draußen unterwegs sein ohne uns zu sehen oder zu brauchen. Aber wehe wir wollen uns mal entfernen!

Ich tendieren also zu einem Mittelweg zwischen Bestärken, manche Dinge sein lassen, aber manche Dinge auch durchziehen.
Schließlich muss sie auch begreifen das man seine Ängste überwinden kann.

Kinderturnen, Ballett o.ä. habe ich allerdings nicht mehr gemacht.
Was man da für Blicke erntet weil es den Eindruck erweckt als zwingt man sein Kind zum Hobby, dabei steht einem hinterher ein strahlendes Kind gegenüber, was unbedingt wieder hinwill, aber eine Stunde vorm nächten Termin wieder in Tränen ausbricht ... dem war ich dann auch nicht gewachsen.

Es scheinen ganz besonders sensible Kinder zu sein.

Liebe Grüße
und ganz starke Nerven!
Sunny
die froh ist das Kind Nummer zwei da ganz anders ist!

Beitrag von hanni123 12.10.10 - 07:56 Uhr

Huhu,

dieses Verhalten kenne ich von mir, ich war als Kind auch so. Vielleicht ist der Grund bei Deiner Tochter ähnlich?

Ich habe immer Ausreden erfunden, wenn ich vor etwas Angst hatte, damit meine Eltern nicht merken, dass ich Angst hatte. Es war mir mehr als unangenehm, meine Eltern sollten bloss nicht denken, dass mich solche "lächerlichen Dinge" beschäftigen. Ich dachte, wenn ich ihnen das sage, dann lachen auch sie mich aus. :-(

Ich hatte immer Angst, dass mich die anderen auslachen. Dass ich etwas falsch mache, und alle auf mich gucken und denken "wie doof ist die denn!?". Und dazu gehörte gerne auch soetwas, dass ich eine Tür nicht gut aufbekomme und dann die anderen Kinder mich deswegen auslachen. Das habe ich mich aber nicht getraut, meinen Eltern zu sagen, und bin also tapfer immer zum Schwimmen, zum Musikunterricht, etc. Mit Ausreden (Bauchweh, Training fällt aus, Bus ist nicht gekommen, Türe war abgesperrt,...) habe ich es auch öfter mal versucht.

Ich weiss erst, seit ich erwachsen bin, dass das nicht normal ist, als Kind war mir das natürlich gar nicht bewusst und ich habe mich täglich gequält.
Es war mangelndes Selbstbewusstsein, ich hatte Angst, mich zu blamieren. Ich dachte allen Ernstes immer, alle starren mich an und lachen über mich. Ich kann mir erziehungstechnisch bis heute nicht erklären, warum ich mir selbst so eine grosse Wichtigkeit zugeschrieben habe, ich war nicht mal ein Einzelkind...

Wenn es bei Deiner Tochter ähnlich gelagert ist, muss sie lernen, mit "Fehlschlägen" umzugehen, und, dass es gar nicht schlimm ist, wenn man Fehler macht, wenn einem mal ein Missgeschick passiert, etc. Die Angst ist bei mir durch Überwinden (sprich: weiterhin hingehen) nicht weggegangen, denn die Ursache (will mich nicht blamieren) war ja immer noch da.

Ehrlich gesagt weiss ich leider nicht, wie das konkret gehen kann, aber es ist ihr Selbstbewusstsein, welches etwas Aufbau vertragen kann. Loben und Bestärken hat bei mir z. B. gar nicht geholfen, denn ich habe eh kaum etwas falsch gemacht, bei dem Anspruch, den ich an mich selbst hatte.

Wie Du sagst, sie ist zart, ängstlich und schüchtern. Dann unterstütze sie und gib ihr noch etwas Zeit! Ärgere Dich nicht, sie ist doch noch kein fertiger Mensch, der an seinen Problemen aktiv aus sich heraus arbeiten kann. Da musst Du ihr schon helfen. Fangt doch einfach kleiner an.

LG

Hanna

Beitrag von metalmom 12.10.10 - 08:57 Uhr

Mein Gott, wieso soll das Kind denn bitteschön DEINE Erwartungen erfüllen?
Wieso muss eine knapp Sechsjährige stramm irgendwelche Programme durchziehen?
Sie hat Sachen ausprobiert und sie gefallen ihr nicht mehr. Sei doch froh, dass sie es überhaupt versucht hat.
"Sie kann doch nicht immer weglaufen, wenn sie ein Problem hat!?" Das würde ich nachvollziehen können, wenn es sich um wichtige Dinge wie Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben, soziale Probleme oder ähnliches handeln würde. Aber es geht hier nur um Freizeitangebote. Sie wird mit Sicherheit bald etwas finden, was ihr mehr liegt.
LG,
Sandra

Beitrag von juniorette 12.10.10 - 09:09 Uhr

Sehe ich auch so!

LG,
J.

Beitrag von xxtanja18xx 12.10.10 - 09:09 Uhr

Sorry, ich finde DEIN Verhalten eher krass....Sie ist 6Jahre alt.

Mein Großer, MUSSTE auch das Seepferdchen machen....konnte sie aber danach aussuchen, ob er weiter Schwimmen möchte ODER lieber Fussball,Karate o.ä!

Mehr als eine sache in der Woche finde ich viel zu stressig.

Da kommen erst die Hausaufgaben und gleich danach wieder los, um dem einen oder anderen Hobby nach zu gehen.

Mein Großer spielt Fuba...das reicht.

Gruß

Beitrag von raena 12.10.10 - 09:37 Uhr

Interessant das du das schreibst, denn vor nicht mal einer halben Stunde hab ich diesen Artikel gelesen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,721984,00.html#ref=nldt

Laut dieser Studie hat man festgestellt, dass ängstliche Menschen bereits so geboren werden und auch immer "ängstliche" bleiben. Es somit eine genetisch definierte Charaktereigenschaft ist. Allerdings sollte man SANFT die Kinder mit ihren Ängsten konfrontieren, damit sie Strategien lernen diese zu überwinden.

Bei dir ist es im Moment scheinbar aber andersrum. Je höher dein Erwartungsdruck ist, desto größer ihre Versagensängste. Wenn du nicht aufpasst, kann es auch passieren, dass sie dir bald nicht mehr die Wahrheit über das "warum" sagt, weil sie Angst vor deiner Reaktion hat. Kein Kind will seinen Mama enttäuschen, jedes Kind will das die Mama stolz ist!

VG
Tanja

Beitrag von krokolady 12.10.10 - 09:40 Uhr

Enttäuscht vom eigenen Kind welches man grad erst 6 ist???

Himmel herjeee.....Dein armes Kind.......lass sie das bitte nicht spüren oder so!
Die geht ja dran zu Grunde.

Und ein kleines Kind läuft sicher nicht irgendwovor weg, nur weil sie keine Lust auf Sport hat

Beitrag von frauke131 12.10.10 - 09:58 Uhr

Mh, ich kann Dich einerseits verstehen, andererseits ist Deine Tochter erst knapp 6 und muss ihre "Passion" vielleicht erst noch finden. Ich bin aber auch der Meinung, Kindern deutlich zu machen, dass man nicht von einem zum anderen springen kann, sondern auch mal etwas durchhalten muss. Diese Kinderhobbys sind oft sehr teuer und es ist einfach schade, wenn sie alles anfangen, man viel Geld bezahlt und letztendlich können sie nichts richtig.

Wenn sich meine Kinder nach einer Probestunde für etwas entscheiden, dann müssen sie eine gewisse Zeit dabei bleiben, das wird ihnen vorher gesagt. Temporär mal keine Lust zu haben, bedeutet keineswegs, dass sie nicht mehr hingehen.

Einen Rat kann ich Dr nicht geben, vielleicht solltest Du Deine Tochter in einem Sportverein anmelden. Meine Kinder haben ab ca. 3-4 Jahre Leichtathletik gemacht, meine Tochter blieb auch dabei, mein Sohn hat den Sport gewechselt.

Beitrag von frauke131 12.10.10 - 10:04 Uhr

zu früh abgeschickt:

Bei den meisten Hobbys ging es bei meinen Kinder eben nicht um Leistumg, sondern um Spaß!So sehe ich es heute noch. Gerade wenn sie ängstlich ist, ist es viellecht gut, mit anderen Kindern gemeinsam etwas zu machen, wo sie nicht vorgeführt wird.

Beitrag von lisasimpson 12.10.10 - 09:59 Uhr

Hallo

ich hatte dir ja schon im letzten Beitrag geschrieben, daß ich mich fragen würd, welchen Vorteil deine Tochter aus ihrem Verhalten zeiht.
vielleicht war der begriff vorteil zu wertend dabei.
Ich denke aber nach wie vor, daß es bei ihrem verhalten in großen teilen um die Wirkung geht.
Und offenbar ist es so, daß sie mit ihrem Verhalten eine sehr starke Wirkung bei dir erzeugt.
offenbar weckt dieses ängstlich- vermeidende Verhalten etwas in dir.

meine frage wäre also nach wie vor: was weckt das in dir- und wie hast du in der Vergangenheit darauf reagiert?

Das andere, was ich rauslese ist, daß sie offenbar den Wunsch hat, ihre Freizeit mit dir zusammen zu verbringen und mit dir gemeinsam etwas zu unternehmen.
wenn ich mir vorstelle, daß deine tochter an 5 tagen die woche den Vormittag über (bis 13 uhr?) im Kindergarten ohne dich ist und du hier schon von 3! fixen Terminen schreibst, die sie am nachmittag ohne dich wahrnimmt (2 mal schwimmen ein mal Ballett- ist das so richtig? gibt es noch andere Termine?) und sie vielleicht ja auch ein mal pro Woche eine Freundin besuchen möchte ohne dich, dann bleibt euch nach meiner Rechnung unter der Woche maximal EIN tag für eine GEMEINSAME Aktivität.
vielleicht ist ihr das einfach auch zu wenig?
zu viel verplantes?

Da ich eben einfach nur sehr begrenzt einblick in eurer Interaktion habe, kann ich da wenig "raten".
spontan würde ich jedoch dir empfehlen, mal in dich zu gehen und zu schauen, was das verhalten deiner Tochter in dir auslöst und wie deine Reaktionen bisher den verlauf evtl. mitbestimmt haben könnten
und zum anderen würde ich schauen, welche Aktivitäten ihr gemeinsam machen könnt, bei denen sie immer ein BISSCHEN Selbstständigkeit zeigen muß, ohne jedoch ganz alleine zu sein und so ihr Selbstbewusstsein zu stärken (mit dir in den wald gehen und auf einen Baum klettern- mit dir eis essen und das eis selbst bestellen, mit dir schwimmen und die Übungen machen, die für den Freischwimmer nötig sind und erst wenn sie diese beherrscht, die Prüfung ablegen lassen, mit zur zusammen sich etwas vornehmen, wovor sie im Moment noch angst hat und dann eine sitaution herstellen, in der sie Erfolgserlebnisse hat- in kleinen Schritten)

ich glaube, daß du sehr viel von ihr verlangst und sie immer das gefühl hat, nicht zu genügen- nicht den Anforderungen zu entsprechen.
das zermürbt auf dauer.
wenn sie nicht Ballett machen will- ist das doch o.k.- wenn sie lieber mit dir schwimmt als im schwimmkurs- ist das doch o.k.- wenn es dir ums schwimmen lernen geht (wenn es dir um die Kindergruppe geht, dann überlege, ob nicht der Kindergarten am Vormittag schon ausreicht. ICH persönlich mag auch den wechsel zwischen "in einer Gruppe sein" und "in der familie sein". ich finde das leben in einer Gruppe sehr anstrengend und brauche einen ausgleich dazu. - vielleicht kommt der ausgleich zu kurz?)

alles liebe
lisasimpson


Beitrag von thyme 12.10.10 - 10:30 Uhr

-->Alternativ möchte sie Schwimmen, wenn Mama mitschwimmt (also Babyschwimmen) und am liebsten noch Mutter-Kind-Turnen dazu (also für 1-2 jährige).

Ich finde das nicht so schwer zum interpretieren: Sie braucht schlicht mehr Zeit mit dir. Offenbar fehlt ihr die Sicherheit und der Halt der Familie. Sie spürt deine Enttäuschung und es frustriert sie, dass sie deine Erwartungen nicht erfüllen kann. Ich würd ihr mehr Zeit lassen, mehr ungeplante Zeit mir ihr verbringen.


-->Sie kann doch nicht immer weglaufen, wenn sie ein Problem hat!?"

Nein, kann sie nicht. Aber es braucht Mut und Selbstvertrauen, sich den Problemen zu stellen. Und die Sicherheit, dass Mami sie auch dann noch lieb hat und unterstützt, wenn etwas nicht grad klappt.

LG thyme

Beitrag von bruchetta 12.10.10 - 10:35 Uhr

Da meine Mutter mich mit meinen Problemen früher immer allein gelassen hat und ich weiß, wie schlimm das ist, wenn man damit nicht ernstgenommen wird, bringe ich ihr im Alltag größtes Verständnis entgegen und versuche, wie gesagt, die Probleme mit ihr zu lösen bzw. ihr vorzuleben, dass man Probleme lösen muß und nicht davor wegrennen sollte.

Genau das macht sie zur Zeit. Ich habe einfach Angst, dass sich das verfestigt und sie später nicht in die Schule will, weil irgendwas vorgefallen ist und anschließend ihre Jobs kündigt, wenn ihr was nicht paßt usw.

Ich weiß, dass ist noch lange hin, aber wie gesagt, vieles verfestigt sich ja schon in der Kindheit.

Sie ist ein extremes Mama-Kind, es kommt oft vor, dass ich auf Kindergeburtstagen sitze, weil sie allein sonst nicht hingegangen wäre usw.

Das, was ich auch problematisch finde, ist, dass es vor 2 Jahren z.B. tendentiell sicher auch schon so war, sich aber immer mehr verschlimmert.
Also sie wird nicht selbstständiger (wie vielleicht andere Kinder), sondern immer unselbständiger!

Ich habe einfach Angst, dass ich mich jetzt nicht richtig verhalte und sie gesellschaftliche Probleme für den Rest ihres Lebens bekommt.

Beitrag von froehlich 12.10.10 - 11:28 Uhr

Sie wird immer unselbstständiger, weil Du sie - meiner Meinung nach - nicht selbstständig werden lässt. Bist Du sicher, daß nicht vielleicht DU diejenige bist, die klammert? Unbewusst? Ich habe nicht alle Beiträge gelesen.....aber wenn ich von Dir höre, daß Du auf Kindergeburtstagen dabei sitzt, denke ich mir: hoppla! Da läuft aber irgendetwas schief. Ich bin wirklich nicht für Brachialgewalt und denke mir auch oft bei meinem Sohn: wenn er noch nicht soweit ist, dann ist er eben nicht soweit. Aber bei bestimmten Dingen hört's dann bei mir doch auf. Ich würde NIE auf einem Kindergeburtstag mit dabei sitzen, weil mein Sohn sich alleine nicht traut! Finde ich übrigens auch eine Zumutung für die Gastfamilie. Ich hätte mich bedankt, wenn auf der Geburtstagsfeier unseres 7-jährigen Sohnes die Mütter der anderen Kinder gesessen wären! In dem Fall würde ich - glaube ich - sagen: lass sie wirklich mal ALLEIN dort (auch wenn sie kurzzeitig weint) und sieh, wie's läuft. Und wenn sie partout nicht will - dann kann sie eben nicht auf den Kindergeburtstag gehen! Wie soll denn das werden, wenn sie nächstes Jahr in die Schule kommt? Da muß sie doch auch ALLEINE hin und kann nicht weinend nach Hause rennen, wenn ihr irgendetwas nicht gefällt. SO weit sollte ein Kind mit 6 dann doch sein. Würde auch nicht immer alles gleich abbrechen, nur weil Deine Tochter keine Lust mehr hat. Ist doch normal bei Kindern, daß sie manchmal mosern und meckern oder sogar weinen vor bestimmten Terminen - da habe ich aber nicht immer gleich nachgegeben. Bei uns gilt die Devise: wenn man sich für etwas angemeldet hat, muß man dem Ganzen mindestens bis Weihnachten eine faire Chance geben. Das bestimmte "Verpflichtungen" gelten und eingehalten werden müssen sollten, finde ich, Kinder in diesem Alter verstehen. Vielleicht signalisierst Du ihr das nicht deutlich genug? Und lässt sie Deine eigene Unsicherheit spüren? Wie reagiert sie denn, wenn Dein Mann sie bringt? Papas machen ja oft weniger Federlesens als Mamas und erzielen damit oft erstaunliche Resultate (auch beim Kindergarten-Bringen).

LG, Babs

Beitrag von bruchetta 12.10.10 - 14:39 Uhr

Du hast das schon ganz richtig erfaßt.
Ganz besonders das mit der Schule im nächsten Jahr.

Du schreibst, dass man manche Dinge eben machen MUSS und Du nicht immer gleich nachgegeben hast, in anderen Beiträgen steht sinngemäß, dass meine Tochter derjenigen leid tut und ich zu hohe Erwartungen an sie stelle (sie MUSS, sie MUSS, sie MUSS!).
Letzteres ist auf keinen Fall so, sie WOLLTE Ballet machen (ich war erst gar nicht so begeistert davon, finde es aber schade, dass sie, gerade weil sie schon 2 Jahre dabei ist, wegen eines Kinkerlitzchens nicht mehr hin möchte).
Sie WOLLTE einen Schwimmkurs machen, das ist alles nicht auf meinem Mist gewachsen, ich versuche nur, es ihr auch zu ermöglichen, und ihre Interessen zu unterstützen.

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 12.10.10 - 14:50 Uhr

ich war das gewesen ;-)

vielleicht ist es auch so, das deine tochter pprobleme beim ballet hat, denn sie ist ja auch im wachstum.
hat sie schwierigkeiten gegenüber anderen kindern das sie nicht mit halten kann?

es können so viele ursachen sein warum sie nicht mehr mag.

klar wollte sie die dinge von alleine beginnen. aber kinder haben weit aus noch gar kein zeitverständnis was über wochen oder monate geht, geschweige welche ausmaße eine anmeldung hat beim verein.

sag ihr das du stolz auf sie bist das sie ihr seepferdchen hat und sie schon schwimmen kann bevor die schule los geht.

wer sagt, das sie die dinge nicht mehr machen mag wenn sie älter ist?

ich finde ihre woche als kindergartenkind recht voll geprobt. die schulzeit wird auch noch hart werden, was meinst du wie viele eltern schon verzwiefelt sind an ihren kindern und beiträge zum fenster raus warfen, aber man sollte nie sagen. "bin soooo enntäuscht von meiner tochter"

;-)

Beitrag von froehlich 12.10.10 - 19:55 Uhr

Eben, genau, sie WOLLTE...:-)....und jetzt hat sie aus irgendwelchen Gründen keine Lust mehr. Deine Tochter ist zwar vielleicht insgesamt besonders schüchtern (solche Kinder gibt's natürlich, da muß man Geduld haben), andererseits aber kommen solche Reaktionen früher oder später natürlich von vielen Kiddies (mein Sohn eingeschlossen). Wenn ich da jedes Mal sofort nachgeben würde, würde mein Sohn wahrscheinlich heute noch X-Sachen anfangen und nichts durchziehen. Wer hat das an anderer Stelle hier geschrieben?: oft ist es ja wirklich so, daß Kinder einfach auch mal durch ein "Tal" durchmüssen bevor sie begreifen, daß Dinge (wieder) Spaß machen können...und dann sind sie oft besonders stolz, wenn sie sehen, daß sie's GESCHAFFT haben...; und daß es sich lohnt, sich durchzubeissen!. Natürlich soll man nichts auf Biegen und Brechen durchziehen, aber bei Dir hört sich's schon so an, als ob ihr sehr früh das Handtuch werfen würdet jeweils. Ich glaube auch im Gegensatz zu vielen Schreiberinnen hier nicht, daß Du besonders ehrgeizig bist - hast Dich vielleicht ein bisschen unglücklich ausgedrückt in Deiner Überschrift....;-). Ich würde es schon eher so handhaben in Zukunft, daß - WENN Deine Tochter sich für etwas entschieden hat - das auch mindestens ein halbes Jahr durchgezogen wird. In der Schule weht ein rauer Wind - da müssen die Kinder gewappnet sein. Mein Sohn z.B. muß bereits nach 4 Wochen mit der Situation zurecht kommen, daß seine Lehrerin krankheitsbedingt eine ganze Woche ausfällt. Nun gibt's einige Kinder in seiner Klasse, die der Wechsel zur Aushilfslehrerin derartig Angst einjagt, daß sie überhaupt nicht mehr zur Schule gehen wollen - die wehren sich mit Händen und Füßen. In der Schule nutzt das aber nichts mehr. Da muß man dann eben gehen, ob's einem passt oder nicht. Besser, die kids lernen früh, auch mit solchen (Frust)situationen umzugehen. Ich glaube nicht, daß Deine Tochter jemandem leid tun muss, denn Du bist bestimmt eine super Mutter. Aber versuch doch einfach mal, "dran" zu bleiben an den Dingen...sieh mal, wie's läuft.

LG, Babs

Beitrag von binnurich 12.10.10 - 12:31 Uhr

ich verstehe dich nicht wirklich.

dein Kind muss lernen, auch mal durchzuhalten, wenn man ein Ziel erreichen muß. Und das ganze Leben besteht nicht nur aus Zuckerschlecken.

Aber DU musst ihr helfen, das zu lernen. Dass man sich manchmal quälen muss um zum Ziel zu kommen. Aber sie ist doch erst 6!!!!!!

Sie steht ganz am Anfang dieses Prozesses.
Sie muss auch für sich herausfinden, was ihr Spaß macht und vielleicht gehört da Balett nicht dazu...

Aber Schwimmen muss man lernen, da darf man zwar schon mal Schisser sein, aber Mama ist dazu da, sie mt sanften Druck auch mal über solch ein Tief hinwegzubekommen

Beitrag von bibi.d 12.10.10 - 13:29 Uhr

Mein Sohn hatte in der Schule Fußball belegt als AG in der OGS es ist freiwillig irgendwann merkte ich das er nicht mehr gerne hingeht "Mama ich möchte nicht mehr er musste trotzdem bis zum letzten Tag hingehen weil er es sich ausgesucht hat und was soll ich sagen es wurde besser er hat sich gelernt anzupassen und gelernt mehr zu laufen um die größeren jungs einzuholen !
Dieses problem hatten wir auch dieses Jahr mit der OGS habe aber zu Ihm gesagt das er wenigstens diesen mon. zu ende geht und was war er wollte sogar freiwillig in den Herbst Ferien hingehen. Ich denke Kinder geben schnell auf sie müssen ja erst mal lernen das negative sachen sich auch posetiv auswirken können genau so wie sie lernen müssen das man lernen muß wenn man was erreichen will.
Was machst du denn wenn dein Kind aufeinmal sagt es geht nicht gerne in die Schule weil es z.B nicht lesen kann muß sie ja auch erst lernen!
Mein diesen Satz nur böse will nur damit andeuten das es oft auch and die handlungen der Eltern liegt wie sich ein Kind verhält!
Finde es toll das du deiner Tochter die möglichkeit gibst so viel zu erlernen dies ist ja heut zu Tage nicht bei allen Eltern möglich oder den Eltern Intressiert es nicht!

LG Bibi

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 12.10.10 - 13:47 Uhr

hallo bruchetta,

dein kind, gerade mal 5jahre alt, tut mir leid.

ein kind muss dinge durchhalten und lernen das man auch was zu ende bringen muss und nicht gleich alles nieder legt.

sie macht für ihr alter mehr als genug in der woche an verpflichtungen.

was sieht sie bei dir? was lebst du ihr vor?

was spricht dagegen mit der tochter gemeinsam schwimmen zu gehen - was siehst du als "ausrede" es nicht durch zu ziehen?

was spricht gegen ein "mutter-kind-turnen" wie sie es sich wünscht?
das turnen ist nicht für babys gedacht, sondern auch für vorschulkinder, nicht nur kleinkind-turnen. was gibst du als begründung an es nicht zu wollen?

du sagst sie rennt davon, wie lange soll sie deiner meinung nach dinge durchhalten wenn sie auf langer sicht gesehen keine lust mehr aht!?

was hast du alles als kind gemacht und wie lange? warst du kind, oder hast du dioe erwartungen deiner eltern umgesetzt?

für mich klingt das alles irgendwie danach, das sie es machen soll, weil DU es so willst?

woher soll sie selbstbewusstsein bekommen? durchs schwimmen gehen? durch das ballet? selbstbewusstsein bekommt man durch anerkennung und zuwendung - in diesem alter hauptsächlich von den eltern.

hier wird aber nur wieder gespiegelt: du musst, du musst, du musst - nicht gerade fördernd.


es soll keine kritik an dich sein, ich mag nur antworten geben. antworten die vom herzen kommen.

vg

Beitrag von jenny133 12.10.10 - 14:27 Uhr

Hallo

ich kann nicht wirklich mitreden, mein Sohn ist erst drei. Aber mich stört die Überschrift gewaltig. Du bist "entäuscht" von ihr? Wegen solchen Sachen? Überlege dir lieber, wie du ihr Selbstbewusstsein steigerst, denn dann wird sie zu sich selbst sagen "Mensch ich versuchs einfach mal!!"

Wünsch euch alles gute!

LG
Melanie

Beitrag von pcp 12.10.10 - 19:44 Uhr

Hallo!

Sie ist offensichtlich überfordert und sucht vor allem Deine Nähe, Du erwartest Dir hingegen von Deiner (Zitat: ängstlichen und schüchternen) Tochter Toughness und Ehrgeiz...?

In erster Linie sollten diverse Freizeitaktivitäten doch Spaß machen. Mein Sohn hat sich auch schon mal einen Kurs ausgesucht der dann nicht der Richtige war, na und? Ein Kind in dem Alter kann ja auch oft nicht abschätzen was ihn da erwartet, das sollte einer Mutter aber auch klar sein. Dann mit Enttäuschung und Strenge zu reagieren finde ich total übertrieben und unangebracht. Wenn Du sie damit unter Druck setzt erreichst Du genau gar nichts.

Mutter-Kind-Turnen gibt es übrigens nicht nur für 1-2jährige Kinder, schade daß Du auf Ihren Wunsch so herablassend reagierst.

lg

Beitrag von lilly7686 12.10.10 - 19:50 Uhr

Hallo!

Also meine Große wird im Dezember 7 Jahre alt und hat einmal in der Woche Klavier (jetzt das zweite Jahr). Mehr macht sie nicht. Würd ich auch nicht wollen. Ein Nachmittag pro Woche ist mehr als genug für so ein kleines Wesen.

Ich hab deinen anderen Beitrag nicht gelesen.
Aber was ich hier rauslese ist, dass du deine Tochter einfach überforderst! Ich hab das Gefühl, du erwartest verdammt viel von deiner Tochter. Und sie reagiert, indem sie dir vorschlägt, etwas mit dir zusammen zu machen.
Was wäre denn so schlimm daran, einmal in der Woche zusammen mit deiner Tochter schwimmen zu gehen?
Was wäre so schlimm dran, mit deiner Tochter zusammen zu turnen?

Weißt du, ich mache Kangatraining, einmal pro Woche im Kurs und einmal mit der DVD daheim. Daheim macht meine Große immer mit, und sie liebt es, etwas mit mir gemeinsam zu machen!

Ich glaube fast, deine Tochter sucht nach Ausreden, weil sie eben nicht alleine wohin gehen will. Sie möchte etwas mit dir gemeinsam machen! Und anstatt, dass du auf ihre Sehnsucht nach Nähe eingehst, stößt du sie weg und sagst, du bist von ihr enttäuscht.

Warum bist du enttäuscht? Weil sie deine Nähe will? Weil sie gewisse Dinge nicht allein machen möchte?
Genieß es doch, solange deine Tochter noch mit dir zusammen sein will! Bald kommt die Zeit, wo Mama total doof ist und du am besten ganz weit weg sein solltest, wenns nach ihr ginge!

Versuch, dich mal in deine Tochter rein zu versetzen!
Sie ist ein kleines Kind, das total selbstständig sein soll, aber offenbar noch nicht bereit dafür ist. Ein kleines Mädchen, das mit seiner Mama zusammen sein will! Ein Kind, das Nähe und Geborgenheit braucht!

Liebe Grüße!

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