Erklärt es mir bitte - warum glauben Eltern eigentlich

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von mimi1410 12.10.10 - 19:35 Uhr

ganz oft, dass Lehrer ihren Kindern schaden wollen? Wir hatten heute unseren ersten Elternabend und ich fand es extrem, wieviel Inkompetenz den Lehrern zugesprochen wird. Jede Note wird hinterfragt, soll am besten schriftlich oder telefonisch abends mit den Eltern abgesprochen werden - hmmm, ich bin grad recht genervt.
Klar gibt es einige wenige Kollegen, die ihre Arbeit nicht 100 %ig ernst nehmen - wie in jedem anderen Beruf auch, aber der Großteil weiß ganz genau, was und wie er / sie zu arbeiten hat. Warum glauben das viele Eltern nicht?

LG Mimi, die - wie schon gesagt - ganz schön genervt ist im Moment!

Beitrag von glueckskleechen 12.10.10 - 19:40 Uhr

ich arbeite zwar in einer anderen Branche, hab aber auch mit Menschen zu tun und kann dir aus Erfahrung sagen: Die Angehörigen sind immer die schlimmsten Patienen :-) (in meinem Fall)

Das ist so im KH, im KiGa, in der Schule,...
Warum??
Keine Ahnung...#gruebel

LG #klee

Beitrag von mansojo 12.10.10 - 20:09 Uhr

"Die Angehörigen sind immer die schlimmsten Patienen "

richtig

und die steigerung davon:wenn die angehörigen selber aus der pflege kommen#zitter


lg manja

Beitrag von glueckskleechen 12.10.10 - 20:33 Uhr

#roflhihi, du sagst es!

Beitrag von golm1512 13.10.10 - 08:58 Uhr

Hallo!
Oh, da möchte ich euch heftig widersprechen. Ich habe sehr, sehr lange in der Pflege, inm Krankenhaus gearbeitet. Auf verschiedenen Stationen. Ich habe gern MIT den Angehörigen gearbeitet. Ohne sie ging es auch oft nicht. Ich habe dabei sehr viele, sehr schöne Erfahrungen gemacht.
Manchmal sind "harte Nüsse" dabei, aber meine Kollegen und ich waren immer sehr darum bemüht, alle ernst zu nehmen und immer und immer wieder zu erklären, warum wir gerade das so tun wie wir es tun. Wir haben versucht, ein offenes Ohr zu haben und ehrlich zu sein. die meisten Nüsse haben wir ziemlich bald geknackt und dann waren Angehörige durchaus eine Hilfe und keine Last mehr.

Angehörige haben auch nur Angst und sind hilflos. Auch, wenn Pflegepersonal selber zum Patienten wird. Ey, die sind bestens über das informiert, was da gerade in ihrem Körper passiert. Bei mir würde da auch sofort das Kopfkino abgehen!

Da ist auch die Parallele zur Schule: Eltern haben Angst, dass es ihren Kinder nicht gut geht. Ein paar Ehrgeizige haben auch Angst, dass nicht ausreichend gefördert wird. Und die lautesten sind doch immer die Unsichersten.

Gruß
Susanne

Beitrag von mansojo 13.10.10 - 15:38 Uhr

ich bin its schwester


der größte anteil der angehörigen sind wie du beschreibst

aber ausnahmen bestätigen die regel


und mein post bezieht sich auf mich#schein#zitter#schwitz

liebe grüße manja

Beitrag von morjachka 12.10.10 - 20:02 Uhr

Hallo!

Auf deine Frage kann ich leider nicht Antworten, aber ich kann dir sagen, dass dieses einer der Gründe ist, weshalb ich nicht in der Schule arbeite.

Versuche aber ein paar Theorien aufzustellen:

-Eltern sind schon seit Jahren aus der Schule und wissen nicht mehr genau, wie das System funktioniert

-Sie wurden früher selbst von Lehrern geschlagen

-Lehrer sind eben "böse", genauso wie Zahnärzte und Kontrolleure.

Übrigens glaube ich, dass es theoretisch unmöglich ist ein guter Lehrer zu sein. Man kann sich einfach nicht om so viele Schüler kümmern, man bräuchte in einer Klasse so ca. 2 Lehrer, aber wer soll das bezahlen?

Beitrag von luka22 12.10.10 - 20:33 Uhr

Ich denke früher war ein Lehrer automatisch eine Autoritätsperson. Er musste nichts machen, konnte die unfähigste Person sein, aber er wurde von allen geachtet, weil es eben, so wie Pfarrer oder Arzt ein ehrbarer und achtbarer Beruf war.
Heute gibt es keine Vorschusslorbeeren mehr für den Lehrer. Er muss sich seine Achtung hart verdienen #schwitz. Erschwerend kommt hinzu, dass die heutige Elterngeneration von Eltern der 68er erzogen wurden.
Zumindest ich habe das GEfühl, dass im Allgemeinen erwachsene Menschen weniger geachtet werden. Ein junger Azubi, der noch grün hinter den Ohren ist, hat keine Probleme seinem Chef Paroli zu bieten. Das ist denke ich doch ein Stück weit anerzogen, dieses "Kind, lass dir ja nichts bieten!".
Und dann ist eben auch ein Stück weit das Internet "schuld" bzw. die Möglichkeit sich binnen Sekunden über alle Theme zu informieren. Was haben meine Eltern über Anlauttabelle oder Silbenmethode gewusst? Gar nichts! Heutige Eltern wissen, was das ist, welche Vor- und Nachteile die jeweilige Methode hat und fühlen sich dadurch kompetent. Manche Eltern knieen sich in die Themen so tief rein, dass sie es nicht nur anscheinend, sondern tatsächlich kompetent sind! Ich glaube dass die wenigsten Lehrer, die 20 Jahre nach ihrer MEthode unterrichten an neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen interessiert sind - Eltern durchaus ;-).
Ich denke der Mittelweg ist gefragt: Weder sollten Eltern dem Lehrer Inkompetenz in allen Bereichen unterstellen, noch sollten Lehrer die Augen verdrehen, sobald Eltern zu bestimmten Methoden fragen haben. In der Regel benehmen sich doch auch beide "Parteien" und das Gefühl der gegenseitigen WErtschätzung überwiegt doch.
Es gibt wenig unangenehme Eltern. Die sind nur dafür umso lauter #schwitz und können es leider auch schaffen, schlechte Stimmung zu verbreiten.

Grüße
Luka

Beitrag von ylenja 12.10.10 - 20:34 Uhr

Hallo Mimi,

ich denke, dass viele "Eltern" gut dastehen wollen, und sich über ihr Kind definieren möchten. Eltern wollen ja "stolz" sein auf ihren Nachwuchs.
Noten sind für die Eltern immer wichtiger wie für die Kinder.

Wenn mal etwas nicht so läuft, müssten sich manche Eltern ja mit einem Problem ihres Kindes beschäftigen. Aber das Kind hat nie ein Problem, zu Hause läuft ja immer alles ganz toll und die Erziehung ist grundsätzlich fehlerfrei. Also kann doch nur der Lehrer Schuld sein - wer sonst. Ist ja auch einfach, die Probleme bei anderen zu suchen.

Leider gibt es aber auch Lehrer, die nun mal nicht ganz so gut sind.
Auch welche, die sich selbst nie hinterfragen und von sich immer total überzeugt sind, teilweise auch "betriebsblind" sind.
Wer mit solch einer Lehrkraft schon Erfahrung hat, ist eventuell noch kritischer wie jemand anderer.
Bei uns sind auch die Notenschlüssel sehr streng und eng.
Bei halber Punktzahl noch eine 4 funktioniert eben nicht. Wenn dann noch ein halber oder ganzer Punkt auf die bessere Note fehlt - ja dann würde ich die Arbeit meines Kindes auch genau ansehen.
Auch Lehrer können mal einen Fehler machen.

Es ist aber eben auch so, dass eben viele verschiedene Meinungen aufeinandertreffen. Da kann es ein Lehrer auch nicht jedem Recht machen.

Dann gibt es auch Eltern, die sich prinzipiell über alles aufregen.
Weil 2 Proben in einer Woche geschrieben werden, ein Rechenweg als richtig gilt, den die Kinder eben anders lernen wie wir damals oder sei es sonst etwas, und wenn es nur das "Wichtig-sein-wollen-der-Eltern" ist.

Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass genau diese Eltern bei anderen "vernünftig" denkenden Eltern nicht gerade beliebt sind.

Wenn diese Beschwerden sehr gehäuft kommen, solltest Du vielleicht Deine eigene Ansicht, Arbeitsweise usw. überdenken.
Bei einer einzelnen Beschwerde würde ich auch mal klar die Meinung sagen. Wobei mancher eventuell Angst hat etwas zu sagen: das Kind muss es ja ausbaden. So ist oft die Meinung.

Hm, ob Dir das jetzt geholfen hat ?
Ist halt so meine Sicht der Dinge...


LG

Ylenja

Beitrag von katici 12.10.10 - 22:06 Uhr

jeder war schonmal in der schule und deswegen meint jeder (oder die meisten),dass er oder sie mitreden kann.
denn schließlich hatte man ja auch schon den oder den lehrer und hat diese oder jene erfahrung gemacht.
mir ist es allerdings noch nie vorgekommen,dass ich für meine arbeit nicht respektiert wurde, im gegenteil.aber ich arbeite glaub mit einem ganz speziellen klientel in der hauptschule...
lg
katii

Beitrag von aylin80 14.10.10 - 21:49 Uhr

Hallo, bin genau derselben Meinung. Jeder meint, er kann da mitquatschen. Schlimm ist es, dass den Eltern gar nicht bewusst ist, wie sehr sie auch mit ihren Meinungen und Äußerungen die Autorität der Lehrer untergraben.

Beitrag von barbarelle 13.10.10 - 07:41 Uhr

Hallo Mimi,

hier wurde das Argument gebracht, dass manche Eltern selbst in der Schule schlimme Erfahrungen mit Lehrern machen musste. Ich gehöre zu dieser Kategorie und habe mir damals als Kind schon geschworen: "Sollte das meinen Kindern passieren, werde ich sofort dagegen angehen".

Meine Eltern trauten sich nicht. 1) Weil sie "Ausländer" waren und 2) Weil Lehrer in deren Heimat und zur damaligen Zeit noch Autoritätspersonen waren.

Lange Rede - kurzer Sinn: Ich bin froh, dass mein Kind sehr gute Lehrer bisher hatte und hat. Demütigungen, bloß stellen vor allen anderen Kindern ist nicht der Fall, also kontaktiere ich den Lehrer nur dann, wenn es irgendwas gibt, was er wissen müsste.

Ansonsten weiß ich, dass die Lehrer sich bei uns melden würden. Zumindest so lange sie noch in der Grundschule ist.

LG
Barbarelle

Beitrag von erstes-huhn 13.10.10 - 09:16 Uhr

Naja, irgend jemand muß ja Schuld sein und da sich die wenigesten Eltern eingestehen, das sie vielleicht nicht unfehlbar sind und mit ihrem Verhalten viel versauen bei ihren Kindern, dann müssen doch die LehrerInnen Schuld sein. In vielen Fällen verbringen DIE ja mehr Zeit mit den Kindern als die Eltern.

Nimm dir das nicht zu Herzen. Es geht ja um die Kinder und die können ja nichts für ihre Eltern. Ich denke auch nicht, das die ihren Eltern sagen ruf mal da an und bitte um eine bessere Note. Die Kinder finden in den meisten Fällen ihre Noten gerecht.

Im Selbstexperiment:
In einer Klasse wurde vor den Zeugnissen viel über die Noten geredet und da im Sportunterricht ja keine Tests oder Arbeiten das Können zeigen kann man es ja mal mit reden versuchen. Nach dem Auspacken des Würfels und dem Angebot jeder dürfe 1 mal würfeln und diese Note gäbe es dann, wurde von der Klasse einstimmig beschlossen die Noten zu nehmen, die in dem kleinen roten Buch stehen, ohne weitere Diskussionen.

Beitrag von jezero 13.10.10 - 09:33 Uhr

Liebe Mimi,

auch ich bin nach den Elternabenden immer extrem genervt. Ich habe immer den Eindruck, dass mein Sohn ausschließlich mit Hochbegabten die Klasse besucht und das ist einfach sehr anstrengend.

Für mich als Mutter ist es nicht immer einfach, zu verstehen, was in der Schule passiert, worauf ich zu Hause achten soll etc.

Einerseits spüre ich seitens der Lehrerinnen unseres Sohnes eine große Erwartungshaltung, was an Förderung alles noch nachmittags zu Hause passieren soll, andererseits habe ich so gut wie keinen Einblick in das, was in der Schule passiert. Diese Spannungen führen bei mir dazu, dass ich vieles auch oft sehr kritisch sehe, da ich keine Chance habe, es einzuschätzen.

Die Klassenlehrerin schränkt die Kommunikation mit uns Eltern auf das Notwendige ein, d.h. man kann sie telefonisch oder per Mail nur über das Schulsekretariat erreichen bzw. eine Notiz im Hausaufgabenheft des Kindes machen. Das ist für mich einfach zu wenig. Ich möchte sie ja nicht täglich anrufen, aber wenn mein Kind nächtelang Alpträume hat, weil es Probleme auf dem Schulhof gibt, sogar deswegen einnässt, dann hätte ich gerne eine direkte Kommunikation.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass von mir erwartet wird, Lerninhalte im Freizeitbereich zu vertiefen und aufzuarbeiten, ich aber keinesfalls wissen soll, was eigentlich in der Schule passiert. Und das nervt mich.

LG Petra

Beitrag von luka22 13.10.10 - 18:49 Uhr

Das kann ich sehr gut verstehen.
Bei uns an der Schule begann ja vor ein paar Jahren auch die Präsentationshysterie. Einerseits haben sich die Kollegen aufgeregt, dass Eltern hier perfekte Powerpoint-Präsentationen abliefern, andererseits gab es kein Fach, wo das Präsentieren von der Pieke auf gelernt wurde...immer nur soetwas wie ein Crashkurs. Tja, und was sollen Eltern dann machen, wenn sie zuhause hören: "Das REferat zählt wie eine Klassenarbeit und ich habe keine Ahnung wie das geht!"
Bei euch ist es noch verschärfter: Elterliches Engagement und Nachhilfeunterricht wird vorausgesetzt, ein Nachfragen/ Nachhaken ist dann aber nicht erwünscht. Das widerspricht sich.

Grüße
Luka

Beitrag von frauke131 13.10.10 - 10:53 Uhr

(Nicht nur) Hier bei Urbia habe ich gelernt, dass allein die Eltern über ALLES Bescheid wissen. Alle anderen sind dumm und faul und verkennen das Genie des Kindes (Lehrer) oder wollen nur die dicke Kohle machen (Pharmazeuten und Ärte). Wenn dann ein verzogenes und lernunwilliges Kinder vor den Eltern steht, sind die Lehrer schuld!

Fakt ist, dass sich die Wahrnehmung auf die Kinder verschoben hat. Das Kind darf heute nicht scheitern, so machen auch immer häufiger die Eltern die HA für ihre Kinder. Mit dem Ergebnis, dass ein Lehrer oft nur schwer nachvollziehen kann, wo die Schwächen der Schüler liegen. Des Weiteren werden Kindern heute Kompetenzen zugeschrieben, die sie nicht haben können, ihnen werden Entscheidungen überlassen, die sie nicht fällen können und das Anerkennen von Authoritäten wird ihnen gar nicht vermittelt. Mit dem Ziel, dass Lehrer immer mehr erziehen und immer weniger Stoff vermitteln können. Tja, und da wird ihnen wieder Inkompetenz unterstellt.

Lehrern wird abverlangt, die Erziehungsarbeit in die Hand zu nehmen und gleichzeitig werden alle Erziehungsmethoden ihrerseits abgelehnt. Weil sie die leiben kleinen ja schädigen könnten...Es ist ein weites Feld und wir werdens erleben, wenn diese lieben Kleinen mal erwachsen sind.

Beitrag von 3wichtel 13.10.10 - 23:26 Uhr

Oft sind Eltern nur verunsichert:

Es ist mittlerweile auch dem letzten Pappenheimer klar, dass ohne vernünftige Bildung nichts mehr läuft.
PISA war in Deutschland auch nicht der Knaller.
Jetzt machen viele Schulen auch noch alles anders als zu den Zeiten, als die heutigen Eltern selber Schüler waren.
Dann noch G8 und die Sauce ist perfekt.

Oft werden Eltern noch zusätzlich verunsichert, weil Frau X schon etwas weiss, das Fr. Y noch nicht gehört hat.
In Klassen, wo die Lehrer gut informieren (gute Elternabende, tolle Elternbriefe) läuft in unserer Schule eigentlich alles ganz gut.

Dann kommt noch dazu, dass nicht alle Elternvertreter ihren Job ernst nehmen und zu den Schulelternratssitzungen gehen.
Dann bekommen einige Klassen z.B. keine Infos über strukturelle Neuerungen.

Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Information der Schlüssel zum Glück ist.
Sind die Eltern (frühzeitig) über alle Neuerungen informiert und bekommen alles gut und ausführlich erklärt, dann legt sich die Meckerei sehr schnell.

Wir hatten mal eine ganz tolle Referendarin: Sie wurde in der Klasse meines Sohnes im Matheunterricht geprüft. Ausserdem musste sie eine Arbeit über ein bestimmtes Mathethema (und den Umgang der Kinder damit) schreiben.
Sie hat schon im Vorfeld einen ganz netten Elternbrief rausgegeben, in dem sie genau erklärt hat, dass sie jetzt aufgrund ihrer Prüfungsvorbereitung ein wenig vom Lehrplan abweichen muss aber die anderen Dinge natürlich im laufenden Schuljahr noch nachholt.
Der Brief hat sie bestimmt nur ein paar Minuten Arbeit gekostet und alle Eltern waren zufrieden, weil sie sich aus den Rückmeldungen ihrer Kinder über den Matheunterricht plötzlich einen Reim machen konnten.