Spannendes, gefahrloses Surfen im Netz - wie?

Archiv des urbia-Forums Jugendliche.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von meileinstein 12.10.10 - 20:12 Uhr

Unser knapp zwölfjähriger Sohn beginnt so langsam, sich für den Computer zu interessieren. Es sind weniger die Spiele sondern eher das Surfen im Netz, dass ihn reizt. Wie können wir ihn dabei begleiten?

Beitrag von jazzbassist 12.10.10 - 21:21 Uhr

Meiner ist auch 11, und, dass ist eine der wenigen Fragen bei der Erziehung meines Sohnes, die ich nie so wirklich beantworten konnte. Bei uns fing das mit 8 an, dass mein Kleiner in meinem Arbeitszimmer stürmte und es mit: „Können wir mal auf www.“ gehen. Vorher hatten wir ihn ab und an mal Dinge gezeigt, oftmals auch, um ihm etwas einfacher zu erklären - und dieses - „Jetzt will ich selbst mal (von ihm aus gehend)“ kam halt entsprechend bereits mit 8. Das fing mit Seiten von irgendwelchen Kindersendungen an und hangelte sich dann über Cheats/Komplettlösungen/Tricks für X-Box Spiele einfach immer weiter seinen Hobbys entlang. Das Alter hatte es uns ziemlich einfach gemacht; er war in meinem Arbeitszimmer, ich stand im Regelfall dahinter oder war mal kurz nicht im Raum, und, er hat eigentlich (ohne von uns hier großartig eingeführt zu werden) das ganz kindlich entdecken können.

Die Neugierde kam dann ganz alleine, und, dabei hatten wir ihm dann langsam erklärt, worauf er achten muss, und, was er im Internet z.B. nicht darf und auch, wo Gefahren und Risiken lauern. So sind eigentlich die Regeln respektive Erklärungen entstanden. Irgendwann - so ein paar Wochen vor seinem 10. Geburtstag - merkten wir dann ziemlich extrem, dass er da irgendwie seine Privatsphäre nicht mehr bei gewahrt sah, bei Papa im Arbeitszimmer zu surfen. Zum einen wollte er einen eigenen Computer haben; zum anderen kamen dann von ihm dieser „Willst du nicht ins Wohnzimmer gehen und lässt mich hier einfach mal alleine; du störst nämlich gerade“-Blick. Darauf hatte er dann zu seinem 10. Geburtstag einen ausrangierten Laptop meiner Frau bekommen, der noch im WLAN „hang“. Wir hatten ihm noch mal ganz genau die Regeln erklärt, an die er sich halten muss (hauptsächlich, um ihn zu schützen) und etwaige Gefahren und Risiken noch mal ausführlich erklärt und seither fragen wir uns, ob das eine gute Idee war.

Denn, Meiner hat da ziemlich früh auf seine Privatsphäre bestanden, so das ein „Wir begleiten ihn“ nicht mehr gegeben ist - das haben wir im Alter zwischen 8-10 gemacht - und - momentan vertrauen wir darauf, dass er sich an unsere Regeln und Abmachungen hält und so seine „Sicherheit“ gewährleistet ist. Denn, was er genau im Internet macht, entzieht sich eigentlich unserem Wissensstand - hauptsächlich Foren über X-Box Spiele und das Skateboarden und klassische Web 2.0 Angebote natürlich. Aber - so ein Grundrauschen ist da bei uns momentan schon noch. Wir hatten mal überlegt, irgendein Kinderschutzprogramm zu installieren - nur - wir haben nicht mal das Kennwort für seinen Laptop :-p Ich könnte den WLAN Router so programmieren, dass er die Internetseiten, die mein Sohn anruft, einfach protokoliert - nur - wir wollen ihm nicht (zumindest nicht verdachtslos) nachspionieren, da wir eigentlich ein sehr schönes gegenseitiges Vertrauensverhältnis in der Familie haben.

Was würde ich bei einem fast 12-Jährigen machen, der gerade anfängt. Ich denke, mir irgendeine gemeinsame Zeit ausdenken, wo er im Internet surfen darf (eine, wo die Mama größtenteils dabei oder in der Nähe ist), und, ihn einfach mal stöbern lassen. Wenn er ein Fussball-Fan ist, z.B. die Seite seiner Fussballmannschaft ansteuern. Ihm mal zeigen, wie man die google findet. Vielleicht bei den Hausaufgaben mal gucken, was man bei Wikipedia so zu einem Thema findet. Wenn er sich mal ein „Spiel“ o.ä. kaufen möchte, mal gemeinsam bei eBay oder Amazon gucken. Ich würde mit ihm gemeinsam eine Emailadresse einrichten, mit irgendeinem kindlichen Phantasienamen. Ihm vielleicht mal Startseiten (oder Portale) für Kinder zeigen (wenn ihm diese nicht bereits zu kindisch sind) und dann mal sehen, wie sich das entwickelt, und, ihn dabei aufklären. Z.b. bei der Einrichtung der Emailadresse ihm erklären, dass er solche Sachen (sich irgendwo Anmelden) nur mit ihrer Erlaubnis darf; und auch, warum das so ist. Ihn mal einen Chatraum für Kinder zeigen und ihn dann auch dort über etweilige Gefahren aufklären. Ihm auch Regeln an die Hand geben, was er darf, was er nicht darf. Was persönliche Daten angeht, aber auch das „Beleidigen im Chatraum“ etc., wie er sich verhalten soll, wenn er sich plötzlich „unwohl“ fühlt. Sich mit ihm vielleicht mal gemeinsam als Mädchen ausgeben, um ihn zu zeigen, dass auch sein Gegenüber nicht der sein muss, der er vorgibt, zu sein. Und - irgendwann hat man dann (zumindest war es so bei uns) als Elternteil schon das sichere Gefühl, dass man die auch mal ein paar Minuten lang alleine surfen lassen und man sich mal schnell einen Espresso ziehen kann. und - irgendwann wird diese Zeit länger - bis man das sichere Gefühl hat: Das geht in Ordnung, wenn wir die Freiräume hier erweitern.

Beitrag von lichterglanz 13.10.10 - 07:32 Uhr

Hallo,

Unsere Tochter (fast 14) surft auch schon seit 2-3 Jahren durchs Internet. Am Anfang hat sie auch bei uns gesessen und gesurft- so mit 12 fand sie das dann aber irgendwie bescheuert. Schließlich wollte sie ja auch ihre Privatsphäre haben.

Was ich wichtig fand, sie über die Gefahren aufzuklären. Ihr zu sagen, dass es in manchen Chatroom einfach Menschen gibt, die nicht unbedingt etwas Gutes wollen. Wir sind da auch recht deutlich und klar geworden. Sie hat die Auflage bekommen, weder Wohnort noch vollständigen Namen irgendwo zu hinterlegen. Telefonnummer darf nicht raus gegeben werden. An diese Regeln hält sie sich. Da vertraue ich ihr auch vollkommen.

Auf welchen Seiten sie nun unterwegs ist, weiß ich nicht. Ich kontrolliere sie da auch nicht. Ich weiß, dass sie viel bei youtube ist und bei schueler.cc und natürlich chattet sie über Messenger. Das find ich alles bedenkenlos, weil sie sich eh nur mit Freunden aus der Schule oder dem bekannten Umfeld austauscht.

Die einzige Seite, die ich wirklich explizit verboten habe ist Spinchat. Dort sind nach meinem Wissensstand einfach zu viele Leute unterwegs, die sexuelle Kontakte suchen. Da muss sie sich nun wirklich nicht rumtreiben. Das weiß sie und sie nimmt es hin (auch wenn sie denkt, dass ich übertreibe). Aber eine verbotene Seite, bei der Fülle an Internetmöglichkeiten kann sie gerade so annehmen, ohne das sie uns für Rabeneltern hält *lach*

Ich denke auch beim Umgang mit dem Internet ist es wie überall= Aufklärung, Hinweisen auf mögliche Gefahren und dann Vertrauen.

Liebe Grüße
Lichterglanz