Gehandicapt oder doch normal?

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von nadinefri 12.10.10 - 20:44 Uhr

Hi!

Ich mach mir irgendwie Sorgen..
Geht um ein Kind einer Freundin!

Mal kurze Fakten:

8 bzw. fast 9 Monate alt
Kopf zu groß bei der U5 und sehr sehr flach
Bauchlage geht nicht, nur schreierei (schmerzen??)
Kein robben etc.
Reflux gehabt
Tränenkanäle zu (seit Geburt eitrige Augen)
Steif beim hochnehmen (rundrücken, wie ne Banane)
Lippenspalte , war bis in die Nase offen, Nase schief an der Seite
greift noch etwas unsicher
ist halt noch ein richtiges Baby

Ich kenne viele kleine Kinder und alle sind weiter und sie wurde schon drauf angesprochen, sieht all das aber irgendwie nicht bzw. sagt es sei nicht so schlimm oder schon besser geworden.

Ist das alles so normal? Hinkt sie einfach nur einw enig hinterher oder kann es andere Gründe haben?

LG
Nadine


Beitrag von haruka80 12.10.10 - 22:18 Uhr

Huhu,

mal davon abgesehen, dass mein Sohn erst mit 8 Monaten robbte(allerdings wg Schiefhals) habe ich mittlerweile einige Kinder kennengelernt, die etwas später dran sind. Viele haben allerdings auch entweder ein Handicap oder der Arzt wußte bescheid und hat dann regelmäßig zur Kontrolle gebeten.

N zu großer Kopf z.B. sollte ja untersucht werden (Wasserkopfgefahr z.B.), sowas sagt einem aber auch der Arzt. Ich als Mutter fand es immer sehr schwer zu beurteilen, was nun spät dran ist und was im Rahmen, ich habe mir einen kompetenten Arzt gesucht, der mir meine Fragen beantworten konnte (schon sehr früh, bis zum 4. Monat 3x Arztwechsel) und denke auch, das deine Freundin sowas beim Arzt abklären lassen sollte. Ich meine, wenn sie bei der U5 war, hat der Arzt denn nichts gesagt oder vorgeschlagen? Man kann sich ja auch immer bei nem anderen Arzt nochmal ne Meinung einholen oder das Kind mal beim Osteopathen vorstellen, unser Osteopath hat damals die KG angeregt, woraufhin wir dann ein 3. mal den Arzt gewechselt haben, der das genau so sah (wir hatten seitdem über 50 Std KG und mittlerweile ist bis auf ne Kleinigkeit alles bestens).

Wirklich, ich würde als Freundin versuchen das sich n Arzt sowas anschaut, n anderer vielleicht, bei dem, was du aufzählst, klingelts bei mir, ich bin allerdings kein Arzt und durch meinen Süßen ein bisschen überempfindlich.

L.G.

Haruka

Beitrag von nadinefri 12.10.10 - 22:25 Uhr

Hi!

Das Ding ist, die Ärztin bei der sie ist soll wohl nicht toll sein, sie ist selber unzufrieden mit ihr aber wechseln will sie nicht weil sie dann 5 km weiter fahren muss #schwitz
Sie hatte schonma, einen Termin beim Osteopathen, den hat sie aber abgesagt weil sie der Meinung ist das es nicht so schlimm ist..
Sie traut sich auch nicht was zu sagen, das ist ein großes Problem.. deswegen mach ich mir ja solche Sorgen.. eine scheibar unkompetente Ärztin, eine Mutter die sich nicht traut auf Sachen anzusprechen bzw. evt. "Fehler" (weiß grad nicht wie ich es anders schreiben soll) am Kind nicht anspricht. Hätte sie vergessen sagt sie wenn ich mal frage...

Wie gesagt, ganz normal kann das alles nicht sein weil Leute sie drauf ansprechen!

Beitrag von kati543 13.10.10 - 08:18 Uhr

Ich bin bei Laienbeschreibungen und versuchten Diagnosen immer sehr vorsichtig. Es kann einfach beides sein. Sie soll eben mal mit der Kleinen zu einem anderen KiA gehen.
Kinder können sich an jedem Punkt in ihrer Entwicklung als doch behindert erweisen. Bei meinem Großen wurde die Schwerbehinderung mit 3 Jahren festgestellt - beim Kleinen die schwerst Mehrfachbehinderung mit 1,5 Jahren. Man sieht das den Kindern nicht immer sofort an. Andersherum kann ein Kind auch auffällig aussehen und sich doch völlig normal entwickeln. Mit Sicherheit kann das noch nicht einmal ein Arzt sagen. Aber eine Diagnose eines Arztes ist doch zu einer höheren Wahrscheinlichkeit richtig, als die eines Laien.

Beitrag von nadinefri 13.10.10 - 09:19 Uhr

Ich hab ja auch nichts diagnostiziert ;-)

Wollt mal fragen ob es vielleicht zusammenhänge gibt mit der Lippenspalte, den Tränenkanälen und den anderen Sachen... und wie ihr das seht.. klar ihr seht sie nicht, aber weil eben viele sagen das ihr "was fehlt"

Beitrag von kati543 13.10.10 - 14:58 Uhr

Spaltbildung gibt es bei verdammt vielen Syndromen und noch viel mehr Kinder haben einen Spalt einfach so ohne Syndrom. Eitrige Augen haben sehr, sehr viele Neugeborene immer wieder mal im ersten Lebensjahr - das ist auch "normal". Die Sachen, die sie hat sind einfach zu allgemein. Das sind generell sehr häufig auftretende Erkrankungen. Ich sehe das derzeit bei meinen Söhnen. Bei ihnen wird eine genetische Erkrankung vermutet, da beide ähnliche Symptome zeigen. Hypospadie haben z.B. beide - aber das ist auch so eine Allerweltsfehlbildung. Das gibt es bei fast jedem Syndrom und genauso gibt es das häufig als einzelne Erkrankung. Wenn es wirklich entwicklungstechnisch Probleme gibt, sollte deine Freundin einfach mal eine zweite Meinung einholen. Falls dieser Arzt dann denkt, dass es ernstere Probleme sind, dann wird er zusehen, dass sie einen Platz im SPZ bekommt und eventuell mal eine genetische Untersuchung gemacht wird. Aber der Weg bis dahin ist lang und beschwerlich.

Beitrag von manyatta 14.10.10 - 18:43 Uhr

Hi!

Ich will gar nicht weiter auf alles eingehen, da ich auch der Meinung bin, dass das alles mal durchgescheckt werden sollte.

Aber eins wollte ich sagen.
Es gab einen Reflux? Ist der nun weg? Das kann nämlich mit dem Schreien in Bauchlage zusammenhängen.
Mein Sohn hat auch einen Reflux und ein Problem mit der Speiseröhre (immer wieder entzündet, verengt, etc). Er wollte damals auch NIE auf dem Bauch liegen! Er schrie immer, offensichtlich aus Schmerzen.
Erst mit 7 Monaten wurde dann alles festgestellt und behandelt und seitdem ging es. Auch drehte er sich dann endlich, vorher hat er es einfach vermieden weil er offensichtlich Schmerzen hatte.

Alles Gute!

Beitrag von nadinefri 14.10.10 - 23:21 Uhr

Naja, also sie sagt es sei weg weil sie nun keine AR Nahrung mehr gibt und die kleine was bei sich behält.
das heißt, die kleine hat evt. in Bauchlage sowas wie Sodbrennen? So stell ich es mir grad vor!
Naja, Problem ist aber ja, sie wird damit nicht zum Arzt gehen weil sie das ja alles als nicht so schlimm ansieht und denkt das sich das von alleine richtet.. vielleicht werden die Ärzte im KH, die die kleine vor der Lippen OP ja untersuchen was erkennen und weiter handeln...

Beitrag von manyatta 15.10.10 - 10:38 Uhr

Hallo!

Also "normal" ist das auf keinen Fall und ich finde deine Beobachtungen schon sehr gut. Es sind ja durchaus einige Dinge zu sehen, die nicht in Ordnung sind. Mit 9 Monaten sollte das Kind durchaus schon etwas weiter sein, obwohl natürlich jedes Kind anders ist. Aber es ist halt doch ein Unterschied, ob man einfach nur etwas hinterher hinkt oder ob es deutliche Anzeichen eines Problems gibt.
Das Kind wäre mit Sicherheit ein Fall für einen Physiotherapeuten, nur sollte halt vorher abgeklärt sein, was das eigentliche Problem ist.

Ob ein Reflux weg ist, lässt sich aber meiner Meinung nach nicht wirklich 100% beurteilen, wenn es nicht untersucht wurde.
Wie schon gesagt, mein kleiner Sohn drehte sich auch sehr lange nicht und machte auch keine Anstalten dazu. Legte man ihn in Bauchlage, schrie er immer und machte sich steif. Durch seine fehlende Beweglichkeit deswegen bekam er Physiotherapie, da er ja hinterher hinkte und er immer steifer wurde.
7 lange Monate wusste ich überhaupt nichts vom Reflux! Mein Kind hat nie übermäßig gespuckt oder so! Alles wurde nur entdeckt, weil ein Mini-Essensstückchen in der Speiseröhre festhing und er ununterbrochen spuckte und alles sofort wieder erbrach. Bei einer OP wurde das dann herausgeholt und dabei eine extreme Verengung der Speiseröhre, eine hochgradige Entzündung und der starke Reflux festgestellt. Und noch einige andere Dinge. Entzündet und verengt war alles wegen dem Reflux, weil der regelrecht alles verätzte.

Den Reflux und die anderen Probleme hat er bis heute, die Entzündung ist natürlich nicht mehr so stark, wenn auch immernoch ständig da.
Auch heute werde ich immer gefragt, ob mein Sohn denn nicht dauernd Spucken würde. NEIN! Dennoch ist er vor kurzem der immernoch starke Reflux nachgewiesen worden.
Er bekommt Medikamente, die die Säure neutralisieren und eine erneute starke Entzündung verhindern.


Ja, die Kleine könnte Sodbrennen haben. Gerade in Liegeposition. Wenn der Reflux stark ist, ist die Speiseröhre mit Sicherheit angegriffen und das schmerzt wenn sie drauf liegt. Die Kinder haben auch meist erhebliche Schlafprobleme, hatten wir auch. Besonders in Ruhe und im Liegen ist das Sodbrennen dann stark.

Naja, jedenfalls scheint das Kind wirklich ein Fall für den Arzt zu sein. Also ich würde mir als Mama jedenfalls Sorgen machen... Probier mal nochmal mit ihr zu reden!
Was sagt denn der Kinderarzt? Dem müsste das doch auch auffallen oder?

LG

Beitrag von nadinefri 15.10.10 - 10:47 Uhr

Hi!

Danke für deinen Bericht. Wer weiß, vielleicht ist es das ja! ich werde es bei Gelegenheit einfach mal ansprechen!

Die Ärztin soll wohl ne komische sein. Verschreibt keinerlei Medikamente, guckt schnell drauf bei den U`s, ist wohl "anders"
Was die Medikamente angeht ok, ich muss auch keine Tonnen zuhause haben, aber ein verdammtes Fiebersenkendes Mittel finde ich wichtig.
Meine Freundin musste so schon mehrmals nachts aufstehen um bei der Kleinen Fieber zu messen damit sie bei einem Fieberkrampf schnell handeln kann. (mit was auch immer...)

Alles komisch da. Find ich echt schade :-(

Aber versuch nochmal mit ihr zu redene.. aber nun hat sie sicher die Ausrede das sie ja arbeiten muss und keine Zeit hat und all sowas.. irgendwas ist immer. Selbst sie sollte ja schon dreimal wegen ihrer MS behandelt werden, hatte nie Zeit (Blödsinn).. ist halt etwas, wie nennt man das?? Schluderich?

Beitrag von manyatta 15.10.10 - 17:00 Uhr

Hi!

Schluderich hin oder her, das kennt ja jeder und ich schieb auch manchmal Dinge vor mir her. Aber spätestens bei den Kindern hört es auf, gerade wenn sie Auffälligkeiten bzw Krankheiten haben und davon haben meine beiden auch genug. Dann ist es nur noch traurig wenn man als Mama die Augen davor verschließt.... Ich kenn da leider auch jemanden.

Appelliere nochmal an sie bitte, sie darf die Augen nicht verschließen!
Vielleicht hat sie auch nur Angst es zu sehen und dem nachzugehen, aus Angst was rauskommen könnte.... Aber da muss man sich als Mama einfach mal zusammenreißen denn schließlich gehts ja nicht um einen selbst sondern ums Kind. Und das Kind kann sich allein nicht helfen... :-(


Alles was dir hier geantwortet wird muss ja nichts heißen, es sind nur Mutmaßungen. Aber was man ziemlich sicher sagen kann ist, dass die Kleine wirklich irgendein Problem zu haben scheint denn ein wenig komisch hört sich das alles schon an.

Ich wünsch euch alles Gute!

LG

Beitrag von fraz 17.10.10 - 11:03 Uhr

Hallo

Kann dir nur das sagen:
Bei unserem Sohn war der Kopf auch lange zu gross und die Tränenkanäle waren zu, er hatte schrecklich eiterige Augen und hat dadurch auch sehr viel geschrien, ich denke, das ist total unangenehm. Mit einer Operation hat man zugewartet, weil sich das vielfach von alleine gibt. Und tatsächlich: Mit 10 Monaten haben sich die Tränenkanäle geöffnet und er war von einem Tag auf den anderen beschwerdefrei. Der Kopf war auch auffällig gross, aber das muss nichts heissen. Erst jetzt, mit 10 Jahren, kann man sagen, dass der Kopf zum Rest des Körpers passt, allerdings trägt er Herrenmützen Grösse 58. Dass der Kopf zu flach ist kann daher kommen, dass der Kleine immer auf dem Hinterkopf liegt. Sobald er mehr sitzt oder dann auch steht, wird er automatisch runder.

Vieles gibt sich wirklich von alleine, mach deiner Freundin nicht unnötig Angst.


Alles Gute

Fraz

Beitrag von nadinefri 17.10.10 - 12:02 Uhr

Ja ja, das sind zwei sachen von vielen und diese zwei Sachen können normal sein. Das weiß ich auch!

Hab nur mal alles augeschrieben damit vielleicht jemand ein Zusammenhang oder so sehen kann..
Weil ich finde es nicht normal das ein Kind mit 9 Monaten noch teilnahmslos wie ein Baby rum liegt, ganz shclimm schreit wenn man es auf den Bauch liegt und solche Sachen halt...

Beitrag von paula74 18.10.10 - 10:53 Uhr

Hallo

Und was wären die Konsequenzen...???
Ich würde nur etwas ansprechen, wenn Du den Eindruck hast, die Eltern vernachlässigen ihr Kind. Oder halt, wenn es sich so ergibt. Und dabei aber nur nachfragen, keine grossartigen Vorschläge machen.

Wir hatten einen änlichen Fall: gute Freunde haben ein entwicklungsverzögertes Kind. Da mein Mann Arzt ist, war es immer besonders heikel, weil er viele Sachen anders gehandhabt hätte. Aber sie haben nicht um unsere/seine Meinung gefragt und es hat sich nicht wirklich ein Gespräch ergeben! Also haben wir auch nichts gesagt, obwohl wir untereinander darüber gesprochen haben. Mittlerweile waren sie auch schon im SPZ und an der Uniklinik, d.h. richtige Profis kümmern sich um das Kind. Wenn sie nicht mit uns darüber reden wollen, ist das doch okay. Trotzdem sind wir ja weiterhin Freunde!

LG Paula