Till Jaden`s Geburt am 05.10.10 (Sectio)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von aleasmama 12.10.10 - 21:28 Uhr

Am 21.09. wurde entschieden, dass unser kleiner Sohn schon bald das Licht der Welt erblicken sollte. Am 05.10. sollte es soweit sein!
Ein seltsames Gefühl das Geburtsdatum seines Kindes planen zu müssen.

Eine Woche vor Termin lagen bei mir die Nerven absolut blank. Ich machte mir unheimlich viele Gedanken über die Geburt, da vor fünf Jahren meine Tochter bereits per Sectio geholt wurde. Die Geburt war ein sehr traumatisches Erlebnis.
Mein Mann hielt tapfer die Stellung und stärkte mir den Rücken.

Die letzten beiden Nächte vor dem 05.10. waren sehr kurz. Kreisten die Gedanken doch immer wieder um das, was da auf uns zukommt. Wie wird dieses Mal die Geburt? Wie wird es unserem Zwerg nach der Geburt gehen? Wie wird er aussehen?

Der große Tag war gekommen. Um 7 Uhr mussten wir im Krankenhaus sein. Da die Uhr meines Mannes stehen geblieben war, kamen wir fast zu spät. Total abgehetzt ereichten wir den Kreißsaal. Eigentlich nicht schlecht, so hatten wir nicht viel Zeit uns Gedanken zu machen.
Wir wurden von einer sehr netten Hebamme begrüßt und wurden in einen schönen Kreißsaal mit einem riesen Bett geführt. Ich sollte mich direkt umziehen und wurde an`s CTG geschlossen-ein letztes Mal! Mein kleiner Bauchzwerg war die Ruhe selbst, was der Hebamme nicht ganz Recht war. Selbst nach den Weckversuchen der Hebamme schlummerte unser kleiner Till nach kurzer Zeit gemütlich weiter.
Ein Arzt, welcher aus seinem verdienten Schlaf gerissen wurde, lag mir den Zugang für die Infusion. Leider ließ mein Kreislauf mich im Stich, was den Arzt jedoch nicht so wirklich interessierte. Mein Mann reagierte, hielt mir die Beine hoch und die Hebamme drehte den Tropf komplett auf. Ich merkte, wie die Flüssigkeit durch meinen Arm floß, mir ging es relativ schnell wieder besser.

Um acht Uhr kam der Anästhesist und nahm mich mit in den OP. Im Op wurde ich von einer ganzen Reihe von grün gekleideten Menschen empfangen. Es wurde hier und dort etwas angelegt, geklebt, getupft und gedrückt. Mein ganzer Körper zitterte, was ich nicht unterdrücken konnte. Zu groß war die Anspannung vor der Spinalen, die doch vor fünf Jahren nicht gewirkt hatte. Der Anästhesist machte Mut und dazu eine perfekte Spinalanästhesie! Als ich dann wie ein Käfer auf dem Rücken lag, kam mein Mann. Nie zuvor war ich so froh über die Worte "ich bin da". Er gab mir unglaubliche Sicherheit! Mein Mann streichelte mein Gesicht und reagierte wieder sofort, als ich sagte, mir wäre plötzlich unglaublich übel.
Ich bekam ein Mittel gespritzt und verbrachte die Minuten bis Einsetzen der Wirkung vom Medikament stöhnend und jammernd unter der Sauerstoffmaske.
Ein paar Minuten vergingen und wir hörten wie jemand sagte: "oh ist der süß"-unser kleiner Sonnenschein war geboren und begrüßte uns mit einem ordentlich durchdringendem Schrei!
Was für ein Gefühl, was für ein Geräusch! Zum ersten Mal erfuhren wir, wie sich eine Geburt und der erste Schrei anfühlt.
So schmierig und nass, wie unser Baby war, bekam ich ihn an die Wange gehalten-diesen Geruch werde ich nie vergessen.
Der Kleine wurde nach der ersten Untersuchung in warme Tücher gewickelt und zurück in den Op gebracht. Mir war es aber lieber, meinen Mann und Till in einer wärmeren Umgebung zu wissen und bat darum, dass die beiden kuscheln gehen. So war`s dann auch. Eine ganze Stunde-bis ich endlich fertig genäht wurde-gehörte nur meinem Mann und unserem kleinen Sohn Till Jaden.
Zurück im Kreißsaal bekam ich unseren Kleinen direkt nackt auf die Brust gelegt. Till hatte etwas Probleme damit, die Temperstur zu halten. Durch das Kuscheln unter der Decke, Haut an Haut, legte es sich allerdings relativ schnell.
Nach gut zwei Stunden bezogen wir unser Familienzimmer. Mein Mann versorgte unseren kleinen Till mit einer Gelassenheit und einer Routine, als wenn er nie etwas anderes gemacht hätte.

Die Tage nach der Op und der Geburt waren sehr anstrengend. Ich hatte mit ordentlich Lufteinschlüssen unter den Rippen und der Schulter zu kämpfen, an Schlaf war nicht zu denken, da ich nicht liegen konnte. Leider klappte auch das Stillen nicht und ich pumpe nun ab.
Zur Ruhe kam man im Krankenhaus überhaupt nicht. Ständig stand jemand vom Personal im Zimmer. Angefangen von der Putzfrau, Leute vom Kiosk, Physiotherapie, Massage, Visite, Krankenschwestern. Und dies dann häufig in dreifacher Ausführung.

Am Freitag habe ich dann darauf bestanden, nach Hause gehen zu können. Ich war physisch und psychisch vollkommen am Ende. Hinzu kam der nette Baby Blues mit einer Verlustangst, von der ich nicht hätte zu träumen gewagt.

Nun Zuhause erhole ich mich, zusammen mit meiner Tochter und meinem wunderbaren Mann.

An dieser Stelle möchte ich meinem Mann danken! Für seine Nervenstärke, seine Loyalität und seine in letzter Zeit oft zum Weinen genutzte Schulter!

Till Jaden, geb. 05.10.2010, 3100 g, 51 cm, 35 cm KU

Beitrag von doreenchristian 13.10.10 - 10:21 Uhr

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin alles Gute.
Mein kleiner Mann wurd auch am 5.10. allerdings 2009 geboren:-)

Liebe Grüße Doreen mit Maximilian

Beitrag von herzelchen 13.10.10 - 12:46 Uhr

Ganz herzlichen Glückwunsch zu Söhnchen Till Jaden.

Dein Bericht könnte fast meiner sein.
Ich hatte richtig Gänsehaut und genau das selbe traumatische Erlebnis.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute, das der Baby Blues bald nachlässt und du glücklich bist !!

Alles Liebe für euch 4 ;-)

LG

Beitrag von katzenfrau 14.10.10 - 12:01 Uhr

Huhu #winke

hi, ersteinmal herzlichen Glückwunsch. Ich habe deinen Bericht mit grossem Interesse gelesen. Ich habe meine Tochter Jule am 04.10.10 allerdings nicht ganz geplant ( geplanter KS war der 14.10.) auch per Sectio zur Welt gebracht. Hatte 2 Tage vorher heftige Wehen und die Herztöne von Püppi waren am CTG sehr hoch. Deshalb wurde beim Eintreffen in der Klinik direkt der sofortige Kaiserschnitt angesetzt. Um neun waren wir da, um 12:13 Uhr war sie geboren.

Viele Dinge in deinem Bericht habe ich genauso empfunden. Bin meinem Mann auch sehr dankbar, dass er bei der OP dabei war. Und mir wurde auch kurz im Op sehr übel, bekam dann auch schnell ne Spritze.

Zudem hatten wir auch 2 Tage ein Familienzimmer und mein Mann hat mich super unterstützt, tut er heute noch.

Aber was mich am meisten beschäftigt ist, dass du schreibst, du hattest Lufteinschüsse unter den Rippen. Ich hatte in der 2. Nacht tierische Schmerzen rechts unter den Rippen und hatte das Gefühl mir sitzt jemand auf den Schultern, dachte mich reisst es auseinander, war schlimmer als jede Wehe. Ich rief die Nachtschwester und die erklärte mir das mit der Luft und brachte mir ein Schmerzmittel. War dann auch sofort besser.

Als ich das bei der Visite am nächsten Morgen dem Doc erzählte und mich lobend über die Nachtschwester äusserte sah er mich ganz verwundert an und meinte das könnte eigentlich nicht an der Luft gelegen haben, sowas hätte er noch nie gehört. Da hätte die Schwester was verwechselt. #kratz
War schon ganz verunsichert, wo denn die Schmerzen jetzt herkamen. Jetzt bin ich erleichtert und habe gelernt, dass Ärzte auch nicht immer alles wissen.

Wünsch dir und deiner Familie eine schöne spannende Kennlernzeit und danke dir für den Beitrag.

Liebe Grüße

Frauke mit Noah und Jule