Zweisprachig erziehen und dann noch eine dritte Sprache dazu??

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von clumbsy 12.10.10 - 21:29 Uhr

Hallo zusammen!

Die Frage richtet sich vor allem an Eltern, die ihre Kinder zwei- oder mehrsprachig erziehen.

Mein Mann ist Südafrikaner, ich Deutsche, deswegen wollen wir unser Kind deutsch/englisch erziehen. Leider haben wir gerade immense Probleme einen Kita-Platz zu finden und nun habe ich endlich eine Zusage von einer Kita, bei der der Tagesablauf allerdings auf deutsch und französisch abläuft.....

Nun stehen wir vor der Entscheidung: überhaupt einen Kita-Platz und der dann halb französisch oder gar keinen Kita-Platz bzw. weiter suchen. Ich weiß nicht, ob wir unserem Kind damit etwas gutes tun, eine dritte Sprache so früh schon zu "lernen" oder ob wir ihn damit total überfordern.

Ich würde mich freuen, ein paar Meinungen vielleicht von erfahrenen Mehrspracheneltern zu bekommen :)

Danke Euch!

Beitrag von bml 12.10.10 - 22:00 Uhr

Hallo,

unsere Tochter wird auch 3 Sprachig erzogen.
Mein mann ist portugise und ich bin italienerin
Er redet mit ihr portugisisch ich italienisch und deutsch und das klappt super um so früher sie es lernen um so besser.
Französisch ist ja dann auch ein vorteil für sie in der Grundschule weiß nicht wie es bei euch ist in der Grundschule bei uns lernen sie ab der 3.Klasse französisch.

Beitrag von katinka1711 12.10.10 - 22:19 Uhr

Hallo!
Beide Töchter von Freunden wachsen dreisprachig auf. Die Mutter ist Deutsche, der Vater ist Ire und die Oma ist Serbin. Wenn die Eltern tagsüber arbeiten sind, spricht die Oma mit den Mädchen serbisch, wenn die Eltern abends zuhause sind reden sie deutsch und englisch mit ihnen. Die Mädels kommen super damit zurecht.

Viele Grüße
Katinka

Beitrag von sommersprosse09 12.10.10 - 22:53 Uhr

wir sprechen auch drei sprachen.
Ich spreche Deutsch mit den Kindern, mein Partner Französisch. Da er nicht wirklich gut deutsch und ich nicht so gut französisch spreche, sprechen wir gemeinsam englisch. (wir beide lernen noch die anderen sprachen..)
Es klappt prima und die kinder können eigetnlich nur davon profitieren

Beitrag von lena10 12.10.10 - 23:15 Uhr

Hallo,

ich denke, ihr solltet es ausprobieren und schauen, wie euer Kind damit zurecht kommt!

Ich hatte in meiner Klasse (bin Lehrerin) vor Jahren einen Jungen, der 3sprachig (deutsch/englisch/französisch) aufwuchs. Er hatte damit keine Probleme und konnte sogar innerhalb eines Satzes "umschalten" (je nachdem, wen er beim Sprechen anschaute).
Seine kleinere Schwester dagegen hatte größere Schwierigkeiten damit und auch in der Schule im Fach Deutsch deshalb Probleme.

Gruß, Lena

Beitrag von seelenkind 12.10.10 - 23:38 Uhr

Hallo,

bis zu fünf Sprachen sind angeblich kein Problem, ihr müsst nur damit rechnen, dass es möglicherweise etwas länger dauert, bis die Kleine so viel plappert wie ihre Altersgenossen ;)

Unsere Tochter wird zweisprachig erzogen, der Sohn von Freunden dreisprachig- der Papa spricht Englisch mit ihm, die Mutter und mein Mann Spanisch, die Tagesmutter (und ich natürlich) Deutsch (Umgebungssprache). Er sucht sich im Moment einfach aus jeder Sprache das heraus, was am leichtesten auszusprechen ist- Schuhe sind z.B. "schus" (shoes), das Essen ist "eiß" (heiß) und der Saft ist "ugo" (jugo). Er redet mit seinen zwei Jahren noch nicht besonders viel, nur einzelne Wörter, hat aber ein enormes Sprachverständnis.

Wichtig ist, dass ihr konsequent bei "euren" Sprachen bleibt und der Papa viel mit ihm redet, ihm auf Englisch vorliest usw., dann klappt das schon- das Kinderhirn ist da erstaunlich flexibel.

LG

Beitrag von barbarelle 13.10.10 - 09:09 Uhr

Hallo,

wir haben unser Kind zweisprachig erzogen. Deutsch - griechisch. Ich sprach ausschließlich griechisch mit ihr, mein Mann deutsch.

Den grösten Wert legten wir aber immer auf die Sprache, die in der Schule
am wichtigsten ist und das ist Deutsch.

Kinder lernen schnell und auf eins haben wir immer streng geachtet, dass die Sprachen nicht "vermischt" werden. Ein Glück hat das bei uns gut geklappt.

Weniger erfolgreiche haben nun Probleme in der Schule. Im Kindergarten merkt man das noch nicht so aber sobald es in der Schule (vor allem dritte Klasse) los geht, merkt man ein gewisses Defizit bei manchen wie z.B. Satzbau etc. Wohlgemerkt nicht bei allen.

Was diese Kinder allerdings auszeichnet ist ein sehr gutes Sprachgefühl. Sie tun sich leichter mit jeder Sprache die neu dazukommt. So hat meine Tochter mit englisch keine Probleme.

Viel Erfolg.

Gruß
Barbarelle

Beitrag von ballroomy 13.10.10 - 09:38 Uhr

Es gibt hier einen Club zu dem Thema: zwei bzw. mehrsprachige Erziehung


Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von qrupa 13.10.10 - 10:17 Uhr

Hallo

mein Onkel ist vor einigen jaghren nach Frankreich ausgewandert und die Kinder wachsen 3 sprachig auf (Vater Deutsch, Mutter Kroatisch und eben Französisch). Klappt wunderbar

Beitrag von jazzbassist 13.10.10 - 11:57 Uhr

Meiner ist zweisprachig erzogen worden; Papa (Englisch), Mama und Umgebung (Deutsch). Ich denke, auch eine 3. Sprache ist da kein Problem, da Kinder neurologisch 2 Bereiche im Gehirn haben, die zum lernen der Muttersprache verwendet werden. Und - die werden dann bei der 2. und 3. Sprache mitverwendet; hier gibt es lediglich ein "zu spät" - da - Kinder diese Bereiche des Gehirns nur etwa bis zum 10. Lebensjahr verwenden können. Danach müssen die andere Bereiche im Gehirn verwenden, die sich wesentlich weniger gut zum lernen einer Sprache eignen.

Wobei ich ein Kind nur mehrsprachig erziehen würde, wenn es einen Sinn macht. Bei Ihnen z.B. mit ihrem Mann kulturell bedingt; bei uns war das beruflich bedingt, da damals nicht absehbar war, wie lange wir noch in Deutschland leben würden. Aber - ein Kind in einem Kindergarten zu stecken, in dem zu einem Teil französisch gesprochen wird (obwohl man da als Familie überhaupt keinen bedarf zu hat), würde ich nicht machen. Auch nicht, wenn Not am Kindergartenplatz herrschen würde und es nicht wirklich notwendig ist.

Beitrag von meckikopf 13.10.10 - 17:33 Uhr

Sie sind Engländer??? #schein#gruebel#kratz *wunder* *staun*! Wusste ich ja bislang noch gar nicht, aber dafür schreiben Sie ja echt SUPER Deutsch! Wo haben Sie das so gut gelernt - oder haben Sie viele Jahre bei uns in (der) (BR)D gelebt?

Beitrag von jazzbassist 13.10.10 - 19:14 Uhr

Oh - bei mir ist das etwas unübersichtlicher. Ich bin Deutscher, habe aber die größte Zeit meiner Kindheit in den USA verbracht (da mein Vater amerikanischer Staatsbürger ist). Ich habe also (noch) ein paar Tage in einem deutschen Kindergarten verbracht, und, fand mich dann irgendwann nach langer Abstinenz von Deutschland in einer deutschen Oberstufe wieder und habe dort (trotz leichter sprachlicher/kultureller Schwierigkeiten :-p) meinen Abschluss gemacht. Wobei ich mich da schon eher als Ausländer gesehen hatte :-p Während des Studiums bin ich an einem englischen Pharmakonzern geraten, dem ich dann letztendlich auch meine Seele verkauft hatte. Eine Zeitlang bin ich zwischen Deutschland und England gependelt; eine Zeitlang lang bin ich beruflich etwas zurückgetreten, damit ich von zu Hause (Deutschland) aus arbeiten konnte; und - seit noch nicht ganz einem Jahr leben wir (zumindest meine Frau und Ich; unser Sohn nur Teilweise) gänzlich in England.

Das war auch die Motivation, warum wir unseren Sohn zweisprachig erzogen hatten; wir haben zwar damals immer in Deutschland gelebt, wobei wir nie so genau wussten, ob wir nicht doch mal nach England ziehen würden. So konnten wir uns diese Möglichkeit ziemlich gut offenhalten und mussten zumindest schon mal keine Rücksicht auf sprachliche Schwierigkeiten bei unserem Sohn nehmen.

Beitrag von meckikopf 13.10.10 - 19:34 Uhr

#danke für Ihre rasche und ausführliche Antwort!:-)#freu

Ach SO ist das... jetzt klingelt's - und im Land selber lernt man ja eine Sprach am allerbesten (ganz egal, in welchem und welche Sprache) und das ist ja allgemein bekannt.
Und wenn man selbst - auch als Erwachsener - etliche Jahre/jahrelang im Ausland gelebt hat, kann man es dann ja auch "wagen", sein Kind 2- oder mehrsprachig zu erziehen. Denn dann kann man die jeweilige Sprache selbst ja auch nahezu bis ganz perfekt. Und das Kind hat und genießt dadurch - also durch die 2- bis mehrsprachige Erziehung - ja jede Menge Vorteile bzw. NUR Vorteile. Und das ist ja auch dem späteren Berufsleben sehr, sehr dienlich.

Beitrag von ballroomy 16.10.10 - 17:46 Uhr

Hallo,
unser Sohn ist auch zweisprachig mit deutsch/spanisch.
Im Moment leben wir in Deutschland, aber Anfang 2012 gehts ins Ausland. Wohin wissen wir noch nicht. Spanien oder Südamerika wäre von der Sprache her halt ideal, es kann aber auch ein anderes Land werden. Und dann käme für Vincent ja auch die dritte Sprach hinzu.
Ich glaube, dass er das gut schaffen wird, also bei Französisch und Englisch würde ich nicht so dass Problem sehen. Aber das muss man natürlich schauen. Sollte er Probleme bekommen würde ich ihn aus dem jeweiligen Kindergarten/Schulsystem rausnehmen und auf eine deutsche Einrichtung geben. (Er ist 3,5 wenn wir weggehen und 5,5 wenn wir wiederkommen)

Viele Grüße
ballroomy