Wettstreit: Mutter gegen Sohn, ein Drama in 3 Akten (lang)

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 09:28 Uhr

Guten Morgen.

Heute war ein "wundervoller" Morgen, den ich mal kurz mit euch teilen muss (kennt bestimmt jeder hier):

Akt I

Nacht ist um 5:30 vorbei, Sohn tappst ins Elternbett (bei uns ist das durchaus erwünscht), fängt dort aber an zu singen und toben. Katze kratzt ob des Lärms an der Zimmertür, könnte ja schon Frühstück geben. Kaffee reicht nur noch für einen - den Hausherren. Kind, Vater, Mutter im Bad, allmorgendliches Wasch- und Zähneputzdrama, welches Mutter & Vater jedoch schon so gewöhnt sind, dass hier eine Beschreibung unnötig erscheint. Frühstück noch eingermaßen friedfertig. Mutter hochschwanger, unausgeschlafen, Sodbrennen + kurze Nacht = unfit.

0. Kind schnappt sich die - nebenbei gesagt tolle und einzigartige - Brotdose, die liebevoll mit Weintrauben, Apfel und Frühstücksbrot mit Lieblingswurst und Lieblingsbrot bestückt wurde... und wirft sie auf den Boden. Kann ja mal passieren, denkt Mama, hebt sie auf und repariert den kaputten Bügel mühsam. Darüber kommt Mama leider nicht mehr zum Frühstücken.

--> Stand nach 60 Minuten Spielzeit: 0:1 für den Sohn (noch glauben alle an einen Zufall)

Akt II: Vater verlässt das Haus.

1. Kind schnappt sich die mühsam reparierte Brotdose und wirft sie ein zweites Mal auf den Boden. Der Erfolg bleibt nicht aus, der Deckel zerspringt - 20 EUR zerschellen auf dem Küchenboden, Weintrauben verteilen sich in der Küche.
2. Kind ist offensichtlich entzückt, zerdrückt feinsäuberlich die Weintrauben mit den Händen.

---> Mutter ganz cool: sammelt alles ein und wirft es in den Mülleimer. Kind brüllt und kreischt. 1:1 für Mama.

3. Mama auf Toilette, Kind kommt rein, nimmt den Fußhocker, wirft ihn mehrmals durch die Wohnung. Mama ist fertig im Bad, sammelt wortlos den Hocker ein und wirft ihn in die Restmülltonne zur kaputten Brotdose samt Frühstück.

--> Kind wütet und tobt. 2:1 für Mama.

4. Kind schnappt sich seine Schuhe und wirft sie mehrmals durch das Wohnzimmer, Mutter droht, dass er ohne Schuhe los muss.
5. Aufforderung, Kuschelhasen "Bengt" für den Mittagschlaf im Kiga aus dem Kinderzimmer zu holen, wird durch trotziges Schreien quittiert. Bengt bleibt zuhause. Stattdessen fliegt Rucksack durch die Gegend - der bleibt daher auch zuhause.
6. Mutter mittlerweile angezogen (Jacke & Schuhe), rotziges Kind heult und ist immernoch auf Socken, dafür ohne Pausenbrot, ohne Rucksack, ohne Jacke oder Mütze.

--> Mama nimmt Kind an die Hand und geht so - auf Socken, ohne Jacke, Rucksack, Schuhe, Mütze - mit ihm los. Kind brüllt und kreischt, will Schuhe anziehen. Kind darf zurück und Schuhe & Jacke anziehen sowie Mütze aufsetzen. 3:1 für Mama.

7. Kind verweigert weiterhin Rucksack, dieser fliegt erneut durch die Gegend. Rucksack wandert in den Müll (wobei dies nur die halbe Wahrheit ist, in Wirklichkeit wird er in der Abstellkammer versteckt), Mutter packt heimlich einen ganzen Apfel & Banane ein (Kinder hungern lassen ist gemein) und erläutert, dass es kein Frühstück im Kiga geben wird. Diesen Wutanfall wird der Kiga ausbaden müssen --> sorry, kein Punkt für Mama.
8. Kind wirft auf dem Weg zum Auto - diesmal mit Jacke & Schuhen und bislang Mütze - eben letztgenannte weg und freut sich. Mutter sammelt wortlos Mütze ein und geht zur Restmülltonne. Kind heult, bettelt, jammert, will Mütze haben.

--> Mama gewährt Kind die Mütze, bevor sie im Müll landet, Kind setzt sie selbständig auf. 4:1 für Mama.

Akt III
Im Kindergarten fliegen die Hausschuhe mit Geschrei durch die Gegend, daher Kind auf Socken in die Gruppe. Kurze Ankündigung der Verfassung des Sprösslings, Erzieher sind jedoch verständnisvoll und sehr kooperativ. Kind beruhigt sich zusehens (trotz lautstarkem Protest gegen die Anwesenheit im Kiga). Mutter und Kind verabschieden sich, Kind verweigert Küsschen, Mama jedoch ist ganz säuselnd-lieb und knuutscht den Herzallerliebsten noch, bevor sie ein "Bis später" flötet ........ und schnell flieht.

--> Endstand am Morgen: 5:1 für Mama ( da Mama unbeeindruckt vom Liebesentzug des Kindes trotzdem voller Liebe für den Zwerg ist).

Mit einer ordentliche Portion Wut im Bauch aber stolz auf die erzieherisch so konsequente Leistung, ohne auch nur ein einziges Mal die Stimme erhoben zu haben, fährt Mama nach Hause. Und durchwühlt zunächst den Kühlschrank nach geeignetem Frustfressen, um diesen Morgen zu verdauen.


Nachtrag: uns ist bewusst, dass dieses Verhalten nur ein Aufschrei nach Aufmerksamkeit war. Die konsequente Haltung fiel mir ehrlich nicht leicht (wem fällt das schon leicht, Erziehung kann ätzend sein), es sind 2 Grad bei uns und ein Kind ohne Jacke, Mütze und Schuhe sowie ohne Kuscheltier oder gar Frühstück in den Kiga zu schicken... ohje, das ist schon harter Tobak. Daher hat er Obst mitbekommen (v.a. Banane, die macht auch satt) und auch den Erziehern habe ich gesagt, dass es - falls es ohne den Hasen Probleme beim Schlafen gibt - ich ihn natürlich abholen würde. Aber etwas anderes fiel mir beim besten Willen nicht ein und erschien mir auch nicht sinnvoll.
Vielleicht spürt der Zwerg, dass seine Schwester bald geboren wird und ist verunsichert. Ich werde ihn heute Nachmittag ein wenig verwöhnen (spielen bis zum Umfallen - zuhause!), dann wird er sich wieder beruhigen.... bis zum nächsten Mal ;-).

Gruß, C.

Beitrag von binnurich 13.10.10 - 09:37 Uhr

vielleicht liegt es am Wetter ;-) bei uns war es heute ähnlich

ich ausgeglichen und ruhig trotz tobendem Zwerghase ;-)

haste schön geschrieben

Beitrag von clautsches 13.10.10 - 09:52 Uhr

Das hast du super gemacht und schön geschrieben - Respekt! :-)

Beitrag von engelchen2711 13.10.10 - 09:58 Uhr

Guten Morgen...

das hast Du echt schön geschrieben und ich denke so wie Du reagiert hast war es genau richtig.... Ich wünschte ich hätte manchmal sooo die Ruhe weg!

LG und einen schönen Spiele-Nachmittag!
Melanie

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 10:49 Uhr

Hi,

habe ich ja auch nicht immer, heute hat es mal - trotz meiner schlechten Verfassung - geklappt. Daher feiere ich mich ein wenig, muss ja auch mal sein ;-).

J. Juul hat mal gesagt: Gute Eltern machen 20 Fehler am Tag, schlechte ca. 50. Solange wir uns in der ersten Kategorie befinden, ist ja alles gut :-).

LG, C.

Beitrag von zucchini78 13.10.10 - 09:58 Uhr

Nicht das ich das nicht kennen würde, aber

>Mit einer ordentliche Portion Wut im Bauch aber stolz auf die erzieherisch so konsequente Leistung, ohne auch nur ein einziges Mal die Stimme erhoben zu haben, fährt Mama nach Hause<

wenn man die Stimme erhebt, zeigt das dem Kind, das man eben nicht alles hinnimmt. Immer nur liebevoll alles in den Müll zu schmeißen verfehlt m.E. auch ein bischen das Ziel, oder? Und erheben heißt ja nicht gleich anbrüllen.

Am besten 2-3 Androhungen, dabei die Stimme immer ernster erklingen lassen und wenn dann nichts passeirt - ab in den Müll.

LG

Beitrag von juniorette 13.10.10 - 10:06 Uhr

Hallo,

sicher, sicher, sehr witzig geschrieben das Ganze.

Trotzdem bin ich entsetzt, dass du deiner Erziehungspflicht nicht nachgehst.

Woher soll dein Sohn denn wissen, dass das heutige Rumwerfen von Sachen nicht in Ordnung war, wenn du ruhig bleibst und alles nur wortlos einsammelst?

"stolz auf die erzieherisch so konsequente Leistung,"

Wo war hier Erziehung im Spiel, und wo warst du konsequent (außer dass du konsequent NICHT erzogen hast)?

Du hast deinen Sohn Sachen rumwerfen lassen, wie er wollte - tolle "Erziehung".

"ohne auch nur ein einziges Mal die Stimme erhoben zu haben"

Du bist stolz darauf, kein einziges Mal die Stimme erhoben zu haben und ich bin stolz darauf, mit dem Mittel einer erhobenen Stimme und eines äußerst wütendem Tonfall meinem damals 2Jährigen klar gemacht zu haben, wie ungezogen es war, wiederholt etwas auf den Boden zu werfen oder gar etwas absichtlich (!) kaputt zu machen.

Ich wurde durch meine Erziehung damit belohnt, dass mein Sohn bis heute nie absichtlich irgendwelche Sachen kaputt gemacht hat, sondern es immer nur bei einem Versuch blieb.

Natürlich hätte auch ich ein gewisses Verständnis für die schwierige Lage meines Kindes, wenn bald ein Baby kommt, das ist aber trotz allem kein Freifahrtschein für ungezogenes Verhalten.
Außerdem hat dein Kind ein Recht darauf, von dir erzogen zu werden und Grenzen gesetzt zu bekommen.

"Nachtrag: uns ist bewusst, dass dieses Verhalten nur ein Aufschrei nach Aufmerksamkeit war."

Entweder, er bekommt genug Aufmerksamkeit von euch, dann ist das keine Entschuldigung. Oder aber dein Sohn wird wirklich vernachlässigt, was Aufmerksamkeit betrifft, dann solltet ihr daran arbeiten.

Die meisten Trotzanfälle sind übrigens ein Schrei danach, endlich Grenzen gesetzt zu kriegen, nach dem Motto "bis hierher und keinen Schritt weiter!".

Ich kenne Trotzanfälle von 2Jährigen - in der Situation nur zu schweigen, halte ich aber für falsch und ohne Lerneffekt fürs Kind ("kann ja nicht so schlimm sein, wenn Mama nichts dazu sagt").

LG,
J.

Beitrag von ug2712 13.10.10 - 10:34 Uhr

Danke, nun kann ich mir das Schreiben sparen.

Beitrag von kimmi 13.10.10 - 11:11 Uhr

Super! Bin ganz genau deiner meinung!

Beitrag von binnurich 13.10.10 - 11:32 Uhr

ich vermute, ... denke, ...gehe davon aus, dass die Mutter schon immer erst was ein oder zwei mal sagt, bevor sie handelt

denkste sie handelt nur ohne erst zu sagen "mach bitte...." und dann "ich habe gesagt mach bitte..." wenn du das noch einmal machst, dann passiert das und das mit der Brotdose?

Meinst du sie schweigt und handelt? Glaub ich nicht

Beitrag von juniorette 13.10.10 - 11:45 Uhr

"Kann ja mal passieren, denkt Mama,"

Denken bedeutet, sie hat nichts gesagt, oder?

"Mutter ganz cool: sammelt alles ein und wirft es in den Mülleimer"

Einsammeln ist für mich auch "nicht reden"

"sammelt wortlos den Hocker ein "

"Mutter sammelt wortlos Mütze ein und geht zur Restmülltonne."

"Wortlos" sollte unmissverständlich sein, oder?

Die TE hat ja nachgeschoben, dass sie "ruhig und bestimmt" ihrem Kind erklärt, dass es was falsch gemacht hat, aber es ist ja auch ersichtlich, wie ernst das Kind die "ruhigen und bestimmten" Erklärungen genommen hat - gar nicht.

Manchmal muss man eben auf den Tisch hauen und klar machen, dass man sich so ein Verhalten nicht mehr gefallen lässt. Z.B. in dem man lauter wird als normal oder indem man das Kind festhält, bis es sich wieder beruhigt hat.

LG,
J.

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 11:55 Uhr

Richtig siehst du das :-) Danke.

Ich gestehe allerdings: ich erläutere, mahne Konsequenzen an und ziehe diese dann durch. Ich mahne nicht mehrmals (zumindest nicht in relevanten Situationen), das hat sich bei unserem Sohn als nicht zielführend erwiesen. Zu vielen Worten folgt er nicht (verständlich). Außerdem nerven uns lamentierende Eltern, wir wollen so nicht sein.

Aber dem Text hätte es nicht gut getan, wenn ich noch mehr Details rein verfrachtet hätte, wir nennen das mal künstlerische Freiheit ;-) Freut mich aber, dass einige von euch schmunzeln konnten.


Gruß, C.

Beitrag von juniorette 13.10.10 - 12:10 Uhr

Nochmal ich :-)

"Freut mich aber, dass einige von euch schmunzeln konnten. "

1) ich fand deinen Text sehr witzig geschrieben. Du hast einen tollen mitreßenden Schreibstil, mir hat nur der Inhalt nicht so sehr gefallen

2) dass du deinen Unmut kund getan hast, habe ich in deinem ersten Posting nie gelesen, da stand immer nur "ich sammelte WORTLOS das ein, was mein Sohn ungezogenerweise durch die Gegend gepfeffert hat"

3) Erklärungen in ruhigem bestimmten Ton sind meine 1.Wahl, wenn mein Sohn etwas macht, von dem er nicht mit Sicherheit wissen konnte, dass es falsch ist. Mein 2Jähriger wusste in dem Alter schon lange, dass Sachen rumwerfen ungezogen ist, dass musste ich ihm nicht erst noch erklären, deswegen gab es für meinen 2Jährigen in der Situation keine Erklärungen mehr, sondern ich habe ihn geschimpft (ohne zu nörgeln, zetern oder zu brüllen) und sicherlich nicht wortlos seine Sachen aufgehoben

LG,
J.

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 13:06 Uhr

Hi,

dann sind wir ja doch einer Meinung ;-).

Hast Recht, es stand nicht drin, was ich gesagt habe und in welchem Ton, das konntest du nicht wissen. Daher habe ich es nochmal erläutert. Ich war nachher so sauer (innerlich), dass ich bestimmt Dinge dann wortlos getan habe (die Mütze bspw.), weil - wie du schon richtig gesagt hast - auch unser Sohn weiß, das mutwillige Zerstörung so ziemlich das letzte ist.

Lustigerweise hat er 2 Schalter bei uns gefunden, auf die wir immer so reagieren, dass es ihn offensichtlich anspornt, es wieder zu tun: Sachen durch die Gegend werfen (ich hasse es, wenn Menschen Gegenstände nicht würdigen) und in die Hose pieschern. Letzteres kann er mutwillig, wenn er nicht bekommt, was er will. Er weiß schon lange, dass beides unerwünschtes Verhalten ist, aber es ist nicht immer leicht, auf diese Aktionen richtig zu reagieren, denn er benutzt sie immernoch als sein letztes Mittel, seinen Willen durchzusetzen (ja auch aus seiner Verzweiflung heraus, denn in seiner Allmachtsphantasie ist er halt egoman, das liegt am Alter).
Ich bin jetzt bei Ignoranz angekommen - und gnadenloser Konsequenz. D.h. mein fast 3jähriger musste gestern Abend den Fußboden wischen und die Sachen "waschen" (inkl. selbst an- und ausziehen), weil wieder mutwillig etwas daneben ging, genauso wie heute morgen alles, was er wegwarf, in den Müll wanderte (zumindest dachte er das, aber den Rucksack schmeiße ich bestimmt nicht wirklich weg, ich bin nicht Krösus. Vieleicht bekommt er ihn zum Geburtstag wieder). Das ist der Deal: wenn er etwas wegwirft, scheint er es nicht mehr zu brauchen, dann geht es in den Müll. Ich spreche daher in solchen Fällen nur noch das nötigste (die Situation war von Anfang an nicht durchschaubar, als die Brotdose das erste Mal fiel, hielt ich es für einen Unfall). Und du hast vollkommen recht, das war schwer zu interpretieren :-).

Kennen wird jeder diese Situationen, ein paar Posts drüber ist es das Anziehen, beim nächsten das Essen. Wir alle haben unsere Schalter :-). Aber ich war einigermaßen stolz, das sich es trotz meiner gerade echt schlechten körperlichen und geistigen Verfassung geschafft habe, nicht durchzudrehen. Denn ehrlich gesagt kann ich bei einem solchen Morgen nicht dafür garantieren, dass ich nicht sehr laut werde. Das hatten wir nur gestern Abend schon und es hat gar nichts gebracht, außer, dass sowohl mein Sohn als auch ich total aufgelöst waren. Denn er tut das alles ja nicht, um mich zu ärgern. Er macht seinem Frust einfach Luft. Und ich versuche ihm zu erklären, dass er dafür leider jetzt andere Ventile braucht, als Dinge rumzuwerfen ;-). Hoffe, er versteht es bald. Mit Säugling werden meine Nerven nicht besser werden.

Gruß, C.

Beitrag von anira 13.10.10 - 12:28 Uhr

sie war z.b. auf der toilette wie soll sie dennd a früher eingreifen
sie wirdi hms chon gesagt haben höhr auf zu werfen oder es wandert ind en müll

muss man hier jeden einzige secunde aufschreiben und erklären^^

Beitrag von hedda.gabler 13.10.10 - 18:59 Uhr

#pro

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 10:41 Uhr

Lustig: bei "fliegenden Steinen" (@ Vorschreiberinnen) sieht man sich tatsächlich zur Richtigstellung gezwungen. Schauen wir mal, wohin mich das bringt ;-).

"Nicht die Stimme erheben" meint hier: nicht zetern, nörgeln und/ oder schreien (alles ziemlich kontraproduktiv). Ich habe ihm jedes Mal erklärt (ruhig und bestimmt), dass es sich um Fehlverhalten handelt und dass dieses Verhalten Konsequenzen haben wird (eben die, die ich danach durchgezogen habe).
Seine kleinen Protest-Aktionen hat er in meiner Abwesenheit durchgezogen, ich hätte ihn nicht hindern können. Er hat bei uns freies Aufenthaltsrecht im Haus, ich bin nicht in jeder Sekunde um ihn rum (er wird in ein paar Tagen 3). Und zum Thema Aufmerksamkeit: leider ist nicht jeden Tag eitel Sonnenschein für ihn. Gestern hatten wir viele Termine, mussten einiges besprechen und er schien sich bereits gestern Abend nicht ausreichend gewürdigt zu fühlen (da hatten wir ebenfalls ein paar Zusammenstöße), einfach, weil der Tag für ihn subotpimal verlief. Das kann man vorkommen, muss er auch durch, dass es nicht immer nach seiner Nase geht).

Es ist immer schwierig, geschriebene Texte zu interpretieren, das sehe ich ein. Er ist schon so lang genug, wenn ich noch weiter ausgeführt hätte, hätte ihn ja keiner gelesen. Und eigentlich wollte ich nur etwas unterhalten, ich denke, viele kennen solche Situationen, wo man eigentlich Ausrasten möchte, aber tschakka, man schafft es doch, sich zu bremsen udn ist dann auch mal etwas stolz. Darf man auch sein, finde ich.

Also: schmunzeln oder einfach weiter Steine werfen, ich kann das ab heute ;-).

Gruß, C.

Beitrag von kimmi 13.10.10 - 11:09 Uhr

Erstmals ein grosses lob, dass du dieses nervenaufreibende spiel so amüsant beschrieben hast und es auch vom abstand betrachten kannst.

Ich finde du schätzt es sehr gut ein, dass dein kleiner nach viel aufmekrsamkeit strebt. Ich finde auch sehr gut, dass du die ganze zeit über ruhig geblieben bist. Ich habe nur das gefühl, dass dein sohn nicht genau weisst, wann die grenze überschritten ist. Ich würde durchaus die stimme erheben und ihm ganz deutlich sagen wann der spass aus ist. Denn wenn er nur den rucksack ducrh die gegen schmeist und die einzige konsequenz ist, dass die mama weiterhin nett und ruhig bleibt und der rucksack vielleicht kurz verschwindet ist für ihn vielleicht zu wenig. Wie wäre es mit einem strengen ton und der aufforderung, dass er den rucksack selber wieder aufhebt.
Mir scheint es nämlich so, dass der kleine weisst, dass er sich alles erlauben kann und alle sind weiterhin sehr ruhig und nett zu ihm. Ich finde es nicht schlimm wenn kinder deutlich merken, dass sie die eltern geärgert haben und die durchaus den ton erheben.

Aber ich kenne auch selbst die situationen wo rein gar nichts hilft und man nur abwarten kann, bis sich alles von alleine wieder beruhigt :-).

Alles liebe euch,
kimmi

Beitrag von erdbeerschnee 13.10.10 - 11:26 Uhr

Kannst du mal zu uns kommen und mir deine Ruhe und das "nicht schreien" für unser morgendliches Theater ausleihen ???

Ich kann einfach nicht so ruhig bleiben #schmoll heute Morgen flogen schon wieder die Fetzen #heul

Erdbeerschnee

Beitrag von pusteblume25 13.10.10 - 11:43 Uhr


Echt spitze!

Ich wünschte ich könnte auch "immer" so ruhig reagieren!

Schön zu wissen das es auch anderswo so läuft;-)

Lg
Jenny mit Runa (8Wo) und Merle (3J) im KiGa

#winke

Beitrag von dupdup23 13.10.10 - 11:49 Uhr

kannst stolz auf dich sein ;-)))

Übrigens ganz klasse geschrieben... falls du mal ein Buch schreibst - ich würd es kaufen ;-)

Liebe Grüße

Anne

P.S. Hoffe das Frustfrssen war gut #winke

Beitrag von mel130180 13.10.10 - 12:49 Uhr

Ich beneide deine Ruhe.

Spätestens nach dem fliegenden Hocker hätte meine Tochter die Ohren angelegt, von der Standpauke, die sie erwartet hätte.

Zudem hätte ich sie bis zu unserer Abfahrt auf einen Stuhl gesetzt, wo sie hätte warten MÜSSEN! Morgens ist mein Geduldsfaden extrem kurz, dass weiß meine Tochter auch. Und bei mutwilliger Zerstörung reagiere ich ganz, ganz empfindlich. Da kann ich sie auch nicht mehr mit lieblicher Stimme abmahnen.

Gruß
Mel

Beitrag von woodgo 13.10.10 - 15:49 Uhr

Hallo,

sehr schön geschrieben, aber leider ist das keine Erziehung, sondern eine Hinnahme und Bestätigung der Dinge, die Dein Sohn aus Wut tut, oder aus sonst was. Mit der Einstellung hat Dich Dein Kind jetzt schon komplett in der Hand.

LG

Beitrag von lilli1983 13.10.10 - 19:26 Uhr

Ich finds nicht so gut. Man kann doch nicht alles angeblich in den Müll schmeißen was das Kind rumwirft? Und heute holst es dann wieder vor und taataaa! Mama hat also geschwindelt ;-)
Sind doch alles 0 Punkte für Dich oder? Und wo ist das Problem wenn man lauter wird? Heißt ja nicht das man rumschreien muss. Denke auch das Dein Kind am Ende nichts verstanden hat vom ganzen. Mama schmeißt alles weg was ich rumwerfe und am Ende holt sie es doch wieder hervor.

VG