Streit - Fahrrad beschädigt

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von aquila-et-arbor 13.10.10 - 09:51 Uhr

Hallo,

ich weiß gerade gar nicht wie ich reagieren soll und frage hier mal nach euren Meinungen.

Also: Gestern abend rief hier ein Vater an und behauptete mein Sohn hätte das Fahrrad seines Sohnes beschädigt indem er mit seinem Fahrrad dagegen gefahren wäre. Ich habe mir meinen Sohn natürlich gleich vorgeknöpft, dieser bestritt aber vehement eine Beschädigung.

Version des einen Jungen: Es gab Streit und mein Sohn ist gegen sein Fahrrad gefahren, nun ist der Ständer kaputt.

Version meines Sohnes: Es gab Streit aber er hat das Fahrrad des anderen nicht mal berührt.

Bei der ganzen Geschichte anwesend waren 5 Jungs, von denen 2 die erste Version vertreten (beide 10J. ) und 3 die zweite Version (2 sind 13J. einer 10J.). Jeder glaubt natürlich seinem Kind. Wie löst man denn jetzt die Situaton?????

Vielen Dank schon mal für eure Meinungen!

Beitrag von jazzbassist 13.10.10 - 10:30 Uhr

Toller Spruch meiner Mutter: "Der Klügere gibt nach"

Also unter den Erwachsenen würde ich einfach fragen, ob die den Schaden ersetzt haben wollen, oder nicht. Damit wäre das Thema erledigt.

Erziehungstechnisch würde ich eigentlich gar nichts machen. Wenn ihr Sohn wirklich etwas getan hat, ist das m.E. eine ganz normale Situation, die in einer jeden Kindheit mal vorkommen darf; da war also sicherlich keine Absicht bei, sondern, einfach "Dumm gelaufen".

Wenn ich mir als Vater nicht sicher wäre (*), ob mein eigenes Kind mir die Wahrheit sagt, oder, hier doch (aus Angst) nicht ganz bei der Wahrheit bleibt, würde ich ihm erklären, dass es ganz normal ist, dass Kindern in seinem Alter einfach mal Dinge passieren, die "Dumm gelaufen" sind, und, er dann keine Angst vor eine Bestrafung o.ä. haben muss, sondern, immer bei der Wahrheit bleiben kann. Da auf der Anderen Seite ja auch jemand steht, der jetzt eventuell einen Schaden hat - und - Eltern sind genau für solche Situationen nun mal versichert.

(*) Zumindest habe ich hier bei Ihnen den Eindruck, dass Sie sich da schon unsicher sind - zumindest interpretiere ich das aus der Wortwahl "gleich vorgeknöpft, dieser bestritt aber vehement ab". Ich hätte meinen Sohn einfach gefragt, ob und was da vorgefallen wäre, und, dann hätte ich mich darauf verlassen können, dass das auch so (in etwa) abgelaufen ist. Er brauch da also gar nichts abzustreiten; denn - dass hieße ja bereits, dass wir ihn für schuldig halten. Passt irgendwie zu unserem Rechtstaat sind.

Beitrag von arienne41 13.10.10 - 11:16 Uhr

Hallo

Ich würde meinem Kind saen das wir eine Haftpflichtversicherung haben und wenn er es war ruhig sagen kann und es keinen ärger gibt.

Wenn dein Sohn dann immer noch sagt das er nichts getan hat würde ich ihm glauben und den Ständer auch nicht ersetzen.

Beitrag von eiramenna 13.10.10 - 11:36 Uhr

#kratz wie teuer ist denn dieser Ständer? Und warum geht ein Fahrradständer kaputt, wenn ein Fahrrad dagegen fährt? Fahrräder kippen doch immer wieder um und ein Ständer sollte das aushalten. Hört sich für mich seltsam an.

Ich würde noch mal versuchen, das mit dem Vater zu klären. Im Zweifel zahle ich halt die paar Euro für einen neuen Ständer und der Vater kümmert sich dann um den Einbau.

Beitrag von luka22 13.10.10 - 12:04 Uhr

Wirklich schwierig. Aber es steht nun Mal Aussage gegen Aussage. Ich würde eher der Version deines Sohnes glauben. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Ständer beim Drauffahren kaputt gehen kann. Das hätte mit so einer Wucht passieren müssen, dass das Fahrrad samt Kind hätte umkippen müssen. WEnn es so drastisch gewesen wäre, glaube ich nicht, dass die drei Freunde lügen würden.

Was ich allerding tun würde, weiß ich jetzt auch nicht. Ersetzt du den Ständer ist es ja quasi ein Schuldgeständnis, obwohl sich dein Sohn wahrscheinlich nichts hat zuschulden kommen lassen. Rein rechtlich seid ihr auf der sicheren Seite. Der Geschädigte muss ja erst einmal beweisen, dass Person xy ihm einen Schade zugefügt hat. Ansonsten könnte ja jeder jeden beschuldigen.

Grüße
Luka

Beitrag von frengelchen152 13.10.10 - 12:28 Uhr

Hallo,

also mein Mann meint auch, das so ein Stânder ne menge aushalten sollte. Einmal dagegen gefahren oder getreten und er ist kaputt?? Dann war er vorher schon beschädigt. Vielleicht sehen Sie sich den Schaden mal selbst an und sagen dem Vater, das sie das von jemanden prüfen lassen. Also mal zum Fahrradreparaturdienst und einfach mal fragen, ob der durch ein einmaliges Stossen schon kaputt gehen kann. Währt sich der Vater in irgendeiner Form dagegen oder ist gleich auf Negativkurs, dann ein freundliches Aufwiedersehen, denn wer etwas repariert oder ersetzt haben will, sollte dem Beklagten die Möglichkeit zur Reparatur bieten.

Ich glaube selbst eher Ihrem Sohn.

LG von Susi

Beitrag von mc3 13.10.10 - 12:54 Uhr

> Wie löst man denn jetzt die Situaton?

Zu lösen gibts da nicht viel, ob du den Schaden zahlst ist ja eh eher eine freiwillige Geschichte. Eltern haften im Normalfall NICHT für ihre Kinder. Nur wenn du die Aufsichtspflicht verletzt hast, müsstest du zahlen.

Beitrag von aquila-et-arbor 14.10.10 - 08:23 Uhr

Danke für eure Antworten. Auf den Gedanken, dass so ein Ständer eigentlich nicht so leicht kaputt gehen dürfte war ich noch gar nicht gekommen.

Mein Sohn wollte gestern nachmittag unbedingt zu dem anderen Jungen um die Sache nun zu klären, aber dieser war leider nicht zu Hause. Na vielleicht heute.......

LG an alle Schreiber#winke

Beitrag von anja1968bonn 14.10.10 - 10:41 Uhr

Wir hatten so einen ähnlichen Fall auch schon mal, nur das bei uns mein Sohn der "Beschädigte" war. Er hatte in der Schulbetreuung sein Rad einem älteren Mädchen geliehen, danach war der Gepäckträger gebrochen und das Schutzblech hinten so verbeult, dass sich das Hinterrad nicht mehr drehte. Gesehen hat den Vorfall wohl keiner so richtig, das Mädchen hat nur gesagt, sie habe nur mal heftig gebremst und dabei sei das Rad umgefallen, passiert sei aber nichts weiter, und wie das Rad kaputt gegangen sei, wisse sie nicht.

Der neue Gepäckträger und das Ausbeulen kosteten immerhin 40 Euro - ich habe mich mit der Mutter des Mädchens ins Verbindung gesetzt und wir haben uns dahingehend geeinigt, dass sie uns die Hälfte des Schadens zahlt. Was wirklich passiert ist, weiß bis heute keiner - mein Sohn hat gelernt, dass er sein Rad nicht mehr einfach so verleiht ...

Vielleicht klärt sich die Situation bei Euch ja noch oder ihr könnt auch einen Kompromiss finden.

LG

Anja