Wie geht Kigaleitung mit Kritik von Eltern = Elternbeirat um?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von pia1971 13.10.10 - 10:57 Uhr

Hallo,

der letzte Elternbeirat war wohl eher ein Feste und Geld organisieren Beirat. Jetzt der neue hatte in der letzte Sitzung auch Kritikpunkte angebracht. z. b. das die Bringzeit chaotisch ist, oder Erzieherinnen beim Abholen nicht wissen wo einzelne Kinder, etc. So einige Punkte, die sich wohl über das letzte Jahr so angestaut haben.
Man hat bei den Erzieherinnen gleich gemerkt, wie die Mienen "sich verdreht haben" - so als "jetzt wollen die auch noch mitreden" !? Sie haben die meisten Punkte auch gleich null und nichtig geredet, "das war weil ... krank war und dann Personalmangel" oder das können wir nicht machen, weil so viele kleine da sind"? Komisch - es ging ja all die Zeit vorher.

Wie ist das bei euch - seit ihr nur ein Festefeier Oranganisier Beirat? Wie gehen die Erzieherinnen mit Kritik um? Was macht ihr wenn vermehrt kritische Punkte gibt? (habe jetzt gehört, dass sich bei uns schon 2 Familien abgemeldet haben und in den anderen Kiga im Ort gehen). Wie sollte man Kritik vorbringen? Vielleicht liegt ja der Fehler auch beim Elternbeirat!
Oder ist es nicht die Aufgaben des EA die Kritik alle Eltern an den Kiga heranzutragen (natürlich auch das positive).

Danke für eure Antworten

lg pia

Beitrag von schnuckimama 13.10.10 - 11:33 Uhr

Hallo,

THEORETISCH ist der Elternrat ja genau dafür da, um Kritik der Eltern zu äussern. Leider ist es in der Praxis oft anders. Immer dranbleiben kann ich nur sagen. Alles hinterfragen. Wir hatten letztes Jahr Probleme mit dem Personalschlüssel und sind bis zum Erzbistum gegangen. Das hat dem Kiga nicht gepasst, aber es geht ja darum, dass die Kinder gut betreut werden.

Die Erzieher müssen das aushalten. Kritik ist doch auch positiv, immerhin will dann jemand etwas ändern und interessiert sich. Sonst kann man auch keine Mitwirkung der Eltern erwarten, wenn deren Meinung egal ist.

Mal ehrlich, auf meiner Arbeit beschweren sich die Kunden auch, und nicht immer besonders nett. Muss ich halt aushalten und bin trotzdem immer noch freundlich.

LG

Schnuckimama

PS: finde es aber toll, dass Du dich engagierst. Solche Leute machen nämlich einen guten Kindergarten aus.

Beitrag von zahnweh 13.10.10 - 16:28 Uhr

Hallo,

ich denke, es kommt auch drauf an, wie man die Kritik rüberbringt.

- ob man erst mal hinterfragt, wie der Stand der Dinge aus deren Sicht ist
- ob man kompromissvorschläge hat oder gemeinsam bespricht, was man ändern könnte
- ob man zeigt, dass man die Arbeit ansich wert schätzt, aber eben diese paar Punkte mal ansprechen möchte
- oder ob man mit der Tür ins Haus fällt, bzw. gleich mal klar stellt, was man fordert

Bei uns macht der Ton die Musik. Viele Eltern hatten gute Ideen und vorschläge. Die Erzieherinnen sind drauf eingangen, haben aber auch gesagt, was sie rechtlich (nicht mehr) dürfen. Manches ist ja auch ein bürokratischer Aufwand geworden.
Wichtig ist denke auch ihre Arbeit wert zu schätzen und auch Änderungs-Versuche anzuerkennen, aber eben doch etwas hartnäckig bleiben und evtl. einen Kompromiss zu finden.

Beitrag von sillysilly 13.10.10 - 16:58 Uhr

Hallo

ich fand Kritik nicht immer gut, aber wichtig.

Ich fand es gut, wenn die Kritik offen und ehrlich, aber freundlich rüber kam.
Nicht immer das ständige, genörgel wegen Kleinigkeiten die aber aufgrund der Gruppengröße nun mal so sind, oder wenn Probleme verallgemeinert wurden.

Probleme, Kritik die einzelne Erzieherinnen betreffen sollten immer erstmal an die Erzieherin heran getragen werden.
Ich fand es immer unfair, wenn die Erzieherinnen ihre Probleme, ihre Kritik nicht erstmal selbst klären konnten. Sie keinerlei Chancen hatten pädagogische Gründe zu erklären. Und bei berechtigter Kritik ihr Verhalten ändern können.

Eltern die immer gleich zur Leitung rennen sind nicht gerne gesehen ....... das ist einfach über das Ziel hinaus schießen.
Und die Erzieherinnen taten sich schwer, den Eltern danach noch dasselbe Vertrauen entgegen zu bringen.
Sie hatten immer Angst sich mit den Eltern auseinander zu setzen, weil sie befangen waren.

Hat die Erzieherin die Kritik nicht annehmen können, fand sie unberechtigt, waren es größere Probleme haben wir ein Gespräch zusammen gemacht.

Wichtig ist die Kritik fachlich, ohne persönliche Angriffe vor zu bringen.
Organisatorische Sachen, oder Kritik im Ablauf nicht mit der pädagogischen Arbeit vermischen.

Das Problem mit der Bringzeit und Abholzeit könnte ich viel eher annehmen, wenn nicht gleich der ganze pädagogische Arbeit im Kindergarten in Frage gestellt wird.

Und bei uns mußte man deutlich Trennen ob es wirkliche Probleme waren die den Kindergarten als solches Betreffen,
oder einzelne Situationen von Familien, die nicht unbedingt in ein Elternbeiratsthema waren.

Also kurz und knapp:
es kommt einfach auf die Art an, mit welcher die Kritik rüber gebracht wird.

Grüße Silly

Beitrag von rina1982 13.10.10 - 20:23 Uhr

Guten Abend!

Also bei uns ist der Elternbeirat überhaupt nicht für die Organisation von Festen verantwortlich. Er ist Ansprechpartner für Eltern und Erzieher wenn es zu Problemen oder Missverständnisse kommt, evtl. sammelt er mal Geld für ein Geschenk für die Erzieherinnen.
Deshalb hat unser Elternbeirat auch einen leichten Job! :-D

Ich, als Erzieherin, kann gut mit Kritik umgehen aber ich habe ein Problem mit Kritik wenn
1. erst Jahre lang nichts gesagt wird und dann alles Sinnflutartig auf mich einprasselt was sich ewig angestaut hat. Denn dann fühle ich mich betrogen und hintergangen und das Vertrauen ist futsch.
2. wenn ich persönlich angegriffen werde und es unsachlich wird.

Allerdings heißt es für mich "gut mit Kritik umgehen" auch nicht, dass ich mir jeden Schuh anziehe und alles umsetzten muss. Denn es gibt nun mal Vorstellungen und Erwartungen von Eltern die ich nicht erfüllen kann und evtl. auch nicht erfüllen will. Aber ich würde drüber nachdenken und evtl. einen Kompromiss finden. Grundsätzlich hälte ich Kritik für eine gute Sache, denn nur so kann man sich weiterentwicklen und verbessern.
Schrecklich finde ich aber auch, wenn Eltern nur meckern können aber nie ein gutes Wort finden oder auch mal Danke sagen.

Gut finde ich, wenn
1. ich erstmal persönlich angesprochen werde (Wie schon geschrieben wurde, kann man sich ganz schnell unbeliebt machen, wenn man gleich zur Leitung rennt.)
2. man es gleich anspricht, wenn man Sorgen oder Bedenken hat.
3. man nicht gleich angemotzt wird.
4. man zu Kompromissen bereit ist und man mir auch verständnis für meine Belangen entgegen bringt.

Liebe Grüße Rina#winke

Beitrag von gemela 21.10.10 - 22:35 Uhr

Hallo,

ich bin jetzt das 4.Jahr im Elternbeirat in unserem KiGa.
Der EB ist schon dazu da, um zwischen den Eltern und dem KiGa zu vermitteln. Und natürlich helfen wir auch bei der Organisation von Festen mit oder stellen selber Aktionen auf die Beine.
Unsere Erzieherinnen können sehr gut mit Kritik umgehen. Ich denke auch: Der Ton macht die Musik!
Und bei uns ist es so, dass versucht wird, Ideen und Anregungen auch umzusetzen. Aber manches geht natürlich nicht gleich und sofort und manches auch gar nicht. Gar nicht oder nur begrenzt, wenn es rechtlich, räumlich oder konzeptionell eben nicht machbar ist. Aber auch das gehört zur Aufgabe des EBs, bei den Eltern Verständnis für das Erziehungs- und Bildungsziel des KiGa zu wecken.
Das Vortragen von Kritik allein sollte für einen EB nicht reichen. Natürlich die Gegenseite anhören und er sollte auch Vorschläge zur gemeinsamen Lösung des Problemes haben. Aber eben nicht nach dem Motto: "Wir wollen ...., Sie müssen ...." Kritisieren allein ist einfach :-).

* Sie haben die meisten Punkte auch gleich null und nichtig geredet, "das war weil ... krank war und dann Personalmangel" oder das können wir nicht machen, weil so viele kleine da sind"? Komisch - es ging ja all die Zeit vorher*

Damit sollte sich der EB nicht zufrieden geben. Wir hatten letzten Winter auch mal eine Phase, wo wegen Krankheit wirklich akuter Personalmangel herrschte, die Stadt keine Springerkräfte mehr übrig hatte, nicht berufstätige Mütter gebeten wurden, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Auf gut deutsch, der KiGa war vorübergehend nur noch eine Aufbewahrungsstätte. Aber auch hier kann und muss der EB reagieren. Immer wieder beim Träger nachhaken und sagen, dass das so nicht geht. Es ist zwar manchmal müsig und nervend, aber wir hatten Erfolg. Wir haben jetzt sogar eine feste Haushaltshilfe bekommen und seit Sommer noch eine Extrakraft in Teilzeit. Man muss nur manchmal einfach zäh sein :-).
Und niemals etwas über ein Jahr anstauen lassen. Probleme immer gleich auf den Tisch bringen.

Es gibt ja unter den Eltern auch notorische Nörgler (haben wir nämlich). Dass man bei denen mit einer entsprechenden Mimik reagiert, kann ich dann verstehen.

Bei uns ist es so, dass sich der EB jedes Jahr über einen Elternbrief kurz vorstellt. Dort stehen sowohl unsere Telefonnr. und auch Emailadressen drauf. Die Eltern werden aufgefordert, sich bitte jederzeit zu melden, wenn es Probleme gibt. Diese werden eben dann kurzfristig mit dem KiGa besprochen. Bei uns läuft es meist über die Leitung, da es sich eigentlich nie um Kritik an Erzieherinnen handelt. Betrifft es eine Gruppe, dann geht es direkt zu der Gruppenerzieherin.
Außerdem geben wir vor einer anstehenden EB-Sitzung mit dem KiGa noch mal einen Brief an die Eltern raus und wir organisieren u.a. 4x pro Jahr einen Elternstammtisch.
Und es gibt immer eine Rückmeldung an die Eltern. Von der EB-Besprechung gibt es dann ein Elternprotokoll (da stehen eben keine vertraulichen Sachen drin).
Also bei uns läuft es eigentlich ganz gut und auch innerhalb des EBs herrscht eine sehr gute Kommunikation.

Liebe Grüße, Grit