ß-Strep. pos. - ambulante Geburt?

Archiv des urbia-Forums Geburt & Wochenbett.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 12:49 Uhr

Hi,

muss mal kräftig jammern, mein Tag ist versaut.
Unseren 1. Sohn habe ich ambulant entbunden. Etwas anderes kam bisher nicht in Frage (höchstens Hausgeburt).
Jetzt ist das Abstrich-Ergebnis da: ß-Strep. pos. Das macht mir meine Planung zu nichte und ich bin ziemlich verzweifelt.

Ich habe zwei Kliniken zur Auswahl: eine tolle, leicht alternative mit Beleghebamme (die ich schon habe und die auch schon bezahlt ist), ca. 30 Min. entfernt. Und eine technisch-orientierte, sehr kaiserschnittlastige, ca. 5 Min entfernt. Dort habe ich das letzte Mal ambulant entbunden, mir haben einige Prozeduren jedoch nicht gefallen, daher wollte ich wechseln.

Ich habe mit den KiÄ beider Kliniken gesprochen und man empfiehlt mir bei beiden, mind. 48h im KKH zu bleiben - wg. Überwachung des Kindes. Ich werde dieser Empfehlung folgen, inbesond., weil das Immunsystem von mir und meinem Sohn aktuell sehr schlecht ist und wir beide quasi dauerkrank (kleinere Infekte). Auch mein Mann ist sehr angeschlagen. Ich halte das in der Gesamtsituation für unglücklich. Wenn ich jedoch bleiben muss, ist es ätzend für meine Familie, wenn ich so weit weg bin, daher werde ich wohl in das nahegelegene KKH gehen.

Jetzt bin ich nur so wütend und traurig. Traurig, weil ich mich in Punkto Geburtssituation in der techn. Klinik nicht wohl fühle bzw. ich bin unsicher, ob ich mich durchsetzen werde können. Der Ausblick, nach einer Geburt in einer Klinik zu bleiben (obwohl die gerade ganz neu renoviert ist), macht mich nervös. Zudem habe ich Sorge wg. unseres Sohnes, ich hatte mir das einfach anders vorgestellt. Hoffentlich ergattern wir ein Familienzimmer oder zumindest ein Einzelzimmer. Ansonsten werden ich depressiv, befürchte ich. Aber was mache ich da nachst allein ohne meine Familie, das ist so unnatürlich für mich!

Trauriger Gruß, C.

Beitrag von goldengirl2009 13.10.10 - 12:52 Uhr

Hu Hu,

ich habe zwar eine Nacht im Krankenhaus verbracht, häte aber auch gleich gehen können und das obwohl unter der Geburt nicht alles an Antibiotika per Zugang reinlaufen konnte (Madame hatte es auf einmal sehr eilig auf die Welt zu kommen).

Frag noch einmal gezielt nach,ich war auch positiv und hätte gehen können.

Gruß

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 13:09 Uhr

Hey,

ja, ich KANN gehen. Niemand kann mich festhalten im KKH. Aber man empfiehlt es einfach nicht. Und mein Mann - eher der Schulmedizin hörig - legt hier einfach sein Veto ein.

Wäre zuhause alles in Ordnung, würde ich auch gehen. Aber da wir alle so angeschlagen sind..... es ist einfach die Gesamtsituation, die so suboptimal ist.

Und ich bin so wütend, das ich mir diese Dinger eingefangen habe! So ein Dreck, wie werde ich die denn wieder los (wenn jetzt das Immunsystem schon streikt, was wird erst danach sein...???).

Gruß, C.

Beitrag von goldengirl2009 13.10.10 - 13:12 Uhr

Nun atme erst einmal tief durch, hast Du den schon mit Deiner Hebamme gesprochen ?
Mein Mann und ich sind aus dem Bereich der Schulmedizin,aber es gab da bei uns absolut keine Diskussion oder ähnliches.
Die Hebamme fragte uns noch im Kreißsaal ob wir gehen möchten und erst da haben wir entschieden eine Nacht zu bleiben.
Es hätte uns keiner "verboten" zu gehen oder ähnliches, wir hätten gehen können wie andere Frauen die ambulant entbunden haben auch.

Gruß

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 13:38 Uhr

O.k., Einatmen, Ausatmen ;-).

Die KiÄ beider KKH´s haben erläutert, dass die "Empfehlung" lautet, 48h überwachen zu lassen. Wobei Überwachung in beiden Häusern unterschiedlich gehandhabt wird (im technischen natürlich mit ständigen Blutabnahmen, Abstrichen etc, im alternativen eher Beobachtung durch Hebamme).
Da zumindest ich Nicht-Mediziner bin, folge ich eher der Empfehlung.

Auf was müsste ich den achten, wenn ich zuhause wäre? Welche Anzeichen einer Neugeborenen-Sepsis gibt es und wir schnell müssten wir reagieren (KKH wäre halt in der Nähe, so ist es ja nicht).
Kind wäre die ganze Zeit mir (am Körper), schläft auch im Familienbett/ Beistellbett und erfahrungsgemäß schlafe ich die erste Nächte eh nicht (bin beschäftigt damit, das kleine Wunder anzuschauen).

Kannst du mir Tipps geben? Warum habt ihr euch keine Sorgen gemacht wg. möglicher Spätreaktionen des Kindes?

LG und Danke - C.

Beitrag von goldengirl2009 13.10.10 - 13:47 Uhr

Du wirst es nicht glauben,aber wir haben auf nichts weiter geachtet.
Wir hatten die Nachsorgehebamme die bescheid wusste und gut war.
Ich hab ja unter der Entbindung Antibiotika bekommen und damit war es das auch.
Schau,dass Du es in Deiner Wunschklinik angibst damit man dort bescheid weiss.
Du wirst dann per Infusion das Antibiotika bekommen (so war es bei mir) und damit ist gut.
Mehr haben wir auch nicht gemacht und ich hätte damit sogar im Wasser entbinden dürfen.

Gruß

Beitrag von kugel2010 13.10.10 - 13:42 Uhr

Also laut meiner Ärztin wird man die Streptos nie wieder ganz los! Sie meinte auch zu mir, falls ich die Praxis wechsle bis zu einer nächsten Schwangerschaft, gibt sie mir den Tipp, einen Test nie wieder zu machen, sondern gleich zu Anfang mitzuteilen, dass ich positiv bin!

Da die Anzahl dieser Bakterien wohl variieren kann und bei einem weiteren Test unter der Grenze der Bakterienanzahl liegen könnte, die der Test braucht um positiv zu werden, könnte ein weiterer Test ein negatives Ergebnis hervorbringen - obwohl man Streptos hat!!

Beitrag von nadja.1304 13.10.10 - 14:34 Uhr

Hallo,

ich selbst bin bei weitem noch nicht so weit, und kann dir keinen Tipp bezüglich bleiben oder nicht bleiben geben, da ich da schlicht nicht auskenne. Aber wenn ich du wäre, würde ich trotzdem das "Wohlfühl-KH" nehmen. Wenn du schon mit dem Gefühl, da nicht hinzuwollen ins andere rein gehst, dann wird die Entbindung sicher sehr schwierig. Und eine Fahrtdauer von 30 min ist nicht die Welt. Die hab ich als Dorfbewohnerin so oder so. Im besten Fall gibts eben ein Familienzimmer und ruck zuck ist die Zeit vorbei, und wenn nicht, ich geh mal davon aus, dass dein Mann frei nehmen wird und dann wenigstens tagsüber mit deinem Sohn bei dir ist.

Ich wünsch dir alles Gute,

LG Nadja 25+4

Beitrag von anarchie 13.10.10 - 18:53 Uhr

Hallo!

Da die Antibiose gewöhnlich schon während der Geburt verabreicht wird, ist es im Grunde durchaus möglich heimzugehen - mit einer versierten Nachsorgehebamme und genauem Blick aufs Baby.

mich persönlich hielte bei einem fitten Baby NICHTS im KH...#schein
beobachten kann ich es auch selber - und das genauer als jede schwester, die noch 1000 andere Dinge tut.

Man könnte ja auch den KiA bitten schon am 3. tag zur U2 zu kommen...am 2. tag kommt dann ja eh die hebi...

es gibt auch creme und zäpfchen die man prophylaktisch nehmen kann um die Übertragung zu vermeiden...

ich meine auch zu wissen, dass man die 48 stunden da bleiben soll, falls die zeit zu knapp war das nötige AB zweimal zu geben...

lg

melanie mit den 4 hausgeburtsmäusen

Beitrag von claerchen81 13.10.10 - 20:01 Uhr

Herzlichen Dank an alle.

Ich habe jetzt sowohl mit den KiÄ der KKHs als auch mit meinem KiA, mit zwei Gyns und zwei Hebammen telefoniert sowie das Internet gewälzt.

Fazit: nichts genaues weiß man nicht, die Fachwelt ist sich nicht einig (ich liebe die Medizin.... grmpf).

Beide KKH´s empfehlen einen längeren Aufenthalt (24h/ 48h), zumindest jedoch abzuwarten, ob sich bestimmte Entzündungswerte feststellen lassen. Ansonsten habe ich im I-Net eine Liste von möglichen Symptomen gefunden, auf die wir achten werden. Darin werden wir uns in der Klinik noch schulen lassen, ich gehe jedoch davon aus, dass ich es merken werde, wenn mein Kind lethargisch wird oder wenn sich die Haut verfärbt...

Unser Kind wird die ersten Tage permanent in meiner Nähe sein, wir haben ein Familienbett, ich besitze keinen Stubenwagen o.ä. und werde es daher immer am Körper tragen. Erfahrungsgemäß schlafen wir die ersten Nächte nicht, weil ohnehin beide mit Adrenalin aufgeputscht sind und die ganze Zeit verliebt das Kind anstarren :-). Besser überwachen kann man ein Kind nicht.

Wir haben uns daher für meine Wunsch-Klinik entschieden, da dort auch eine Wassergeburt noch möglich ist. Wir werden - wenn alles gut läuft - 12h-24h dort bleiben - je nach Geburtszeit, um die Testergebnisse der Entzündungswerte abzuwarten. Danach gehen wir nach Hause. Inbesondere aus dem Grund, dass durch die Antibiose, die ich so oder so bekommen werde, da Klinikleitlinie, das Kind gegen alle anderen Keime, die in der Klinik herum schwirren und die viel gefährlicher sind als die, die wir zuhause haben, anfälliger sein wird. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich eigentlich gar nicht in einer Klinik entbinden möchte (ambulante Geburt ist ein Kompromiss zwischen meinem Mann und mir, er ist sehr Schulmedizin-affin).

Ich kann Betroffenen diesen Link empfehlen http://b-streptokokken-projekt.blog.de/2009/09/29/willkommen-beratungs-blog-b-streptokokken-projekt-7064594/ . Er räumt mit einigen Mythen auf (z.B. weiß ich jetzt, dass ich nicht aufgrund meine sexuellen Aktivität oder gar wg. mangelnder Hygiene infiziert bin #nanana).

Und nun lehne ich mich entspannt zurück ;-).

Gruß, C.