Fiebersenkende Mittel?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von shorty23 13.10.10 - 16:53 Uhr

Hallo ihr,

heute habe ich gleich noch eine Frage ... unsere Tochter (26 Monate) hat seit gestern Abend Fieber (gestern Abend 38.7 und heute nachmittag 38.2) mein Mann war vorher bei der Ärztin (wegen des Attests weil er nicht bei der Arbeit war) und sie hat ihm einen Fiebersaft mitgegeben. Ich dachte man müsste erst bei höherem Fieber Medis geben? Wie macht ihr das? Generell halte ich mich an die Sachen, die mir die Ärztin sagt, sie ist ja schließlich die Ärztin, aber hier bin ich jetzt doch etwas am zweifeln, ob ich das so machen will / soll. Unsere Tochter hatte noch nie wirklich Fieber (welch Glück, ich weiß) insofern habe ich da keine Erfahrungswerte und wäre dankbar für Meinungen.

LG

Beitrag von dentatus77 13.10.10 - 16:57 Uhr

Hallo!
Empfohlen wird fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen, wenn das Fieber über 39° steigt. Abends sollte man unter Umständen auch schon früher etwas geben, um zu verhindern, dass das Fieber in der Nacht unkontrolliert steigt und das Kind schlimmstenfalls einen Fieberkrampf bekommt.
Liebe Grüße!

Beitrag von schullek 13.10.10 - 19:57 Uhr

hallo,

wieso sollte das fieber denn einfach ewig weitersteigen?
fieberkrämpfe kommen in den allermeisten fällen bei schnell ansteigendem fieber vor. das heisst, ist dein kind bereits bei 39-39,5, dann ist die größte gefahr auch schon vorbei.

lg

Beitrag von flammerie07 13.10.10 - 17:01 Uhr

schließe mich meiner vorschreiberin an und will noch hinzufügen: mach es abhängig davon wie dein kind drauf ist, wenn sie total matt und quengelig ist würd ich was geben, aber wenn sie trotzdem einen munteren eindruck macht, würd ichs lassen. ich geb selten was bis 39 °C

Beitrag von shorty23 13.10.10 - 17:03 Uhr

Danke euch beiden! Dann messe ich heute abend nochmals und gebe ihr vielleicht was für die Nacht. Tagsüber werde ich sie mal beobachten. Sie war heute relativ matt, hat sich oft hingelegt, aber sonst war alles ok.

LG

Beitrag von sailing08 13.10.10 - 19:02 Uhr

Meine hat auch grad 38.2. Ich geb nix. Wir gehen aber heut nacht bevor wir schlafen gehen noch einmal rein und schauen, wie es aktuell ist. Ich hab ihr über den Tag verteilt 3 x Belladonna Globulis gegeben.

LG

sailing08

Beitrag von miau2 13.10.10 - 17:08 Uhr

Hi,
jetzt muss ich mal die Ärztin etwas in Schutz nehmen.

Wenn wir mit einem unserer Kinder beim Arzt sind wegen oder mit Fieber fragt sie immer, ob wir ein Rezept brauchen.

Nicht, weil wir zwangsweise senken sollen. Sondern weil es ihrer (und meiner ;-)) Meinung nach gut ist, derartiges in der Hausapotheke zu haben, falls das Fieber z.B.nachts stark ansteigt o.ä..

Heißt, ich habe vor zwei Monaten ein REzept bekommen, den Saft geholt - und der steht nach wie vor unangebrochen in der Hausapotheke, ist ja auch kein Problem - beim nächsten mal verneine ich halt die Frage, ob ich ein Rezept brauche.

Sprich mal deinen Mann darauf an, dass er einfach in solchen Fällen direkt mit der Ärztin bespricht, ob und ab wann und wie viel von dem Medikament gegeben werden soll.

Wir senken "pauschal" erst wenn es auf die 40 zugeht, oder wenn etwas anderes dazu kommt - das Kind sehr schlapp ist, oder die Ohren weh tun oder ähnliches - dann gibts den Saft aber nicht wegen dem Fieber, sondern als Schmerzmittel.

Was deine Kleine hat ist leichtes Fieber, lass sie sich ausschlafen, wenn sie unruhig ist hilft bei uns Viburcol (auch bei kranken und deshalb unruhigen Kindern) beim Schlafen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von shorty23 13.10.10 - 17:21 Uhr

Hallo Miau 2,

das dachte ich zuerst auch (für den Notfall usw.), aber sie hat ihm wohl gesagt, dass sie das nehmen soll, er hat nämlich gesagt, dass wir Zäpfchen haben und ihr bisher nichts gegeben haben und er hat gefragt, ob wir was geben sollen und sie meinte "ja". Viburcol haben wir übrigens auch und das hat sie auch gestern schon bekommen.

LG

Beitrag von miau2 13.10.10 - 17:27 Uhr

Hi,
wir haben halt schon etwas mehr Übung, aber bei so niedrigem Fieber (fängt ja bei 38,5 überhaupt erst an, darunter ist es noch erhöhte Temperatur) würde ich nachfragen, warum so schnell gesenkt werden soll.

Beim nächsten Mal ;-).

Ist natürlich per Ferndiagnose eines Laien gewagt, die Anweisung der Ärztin in Frage zu stellen...

Viele Grüße
miau2

Beitrag von shorty23 13.10.10 - 17:34 Uhr

Mh, vielleicht muss ich aber meine Aussage auch nochmal revidieren, ich war ja nicht dabei und mein Mann hat es mir nur erzählt, vielleicht hat er ja was falschverstanden oder mir nicht alles erzählt ... Ich glaube er war darauf gar nicht eingestellt, also das nachfragen, obwohl ich es ihm aufgeschrieben habe (fragen, ob wir schon Medis geben sollen). Vielleicht hat sie ja aber auch gesagt, falls es höher wird oder für die Nacht, werde das versuchen herauszufinden.
Und dann schauen wir mal wie es läuft. Auf jeden Fall werde ich ihr den Saft nicht geben, wenn sie nur erhöhte Temperatur hat.

Danke und LG

Beitrag von schullek 13.10.10 - 19:55 Uhr

hallo,

Das Fieber hat eine wichtige Funktion in der Immunabwehr des Organismus. Wird es als einzelnes Symptom unterdrückt, so ist dies eine schwere Belastung für den um Heilung bemühten Körper.
Viren und Bakterien haben ein Temperaturoptimum. Verändert der Körper seine Temperatur, so werden die Keime geschädigt und es findet eine Stimulation des Immunsystems statt.
Gibt man nun sofort Fieberzäpfchen, senken diese zwar das Fieber, dieses schießt nach Abklingen des Wirkstoffes aber meist sofort wieder hoch. Das ist ein kreislaufbelastender Vorgang und ständiges Fiebersenken ist unnatürlich und belastend für den Körper, der seine Kraft eigentlich für das Gesundwerden bräuchte.
Meist ist das Fieber für die betreuenden Personen viel belastender als für den Patienten selbst.
Aber eins sollten wir nicht vergessen: Der Körper weiß was er tut!

Es gibt natürlich Kinder und auch Erwachsene, bei denen die Gabe fiebersenkender Mittel wichtig ist. Kinder die bereits einen Fieberkrampf hatten sollten vorsorglich etwas bekommen.
Aber deshalb generell alle Kinder aus Angst vor einem Fieberkrampf zu behandeln ist unsinnig.
Fieberkrämpfe betreffen vor allem kleinere Kinder zwischen einem halben und fünf Jahren. Etwa drei bis fünf Prozent aller Kinder sind davon betroffen. Bei einem Drittel aller Kinder mit einem Fieberkrampf bleibt es bei einem einmaligen Ereignis, bei den anderen Kindern gibt es Wiederholungen.
Der Fieberkrampf tritt meist in der Phase des ersten Fieberanstieges auf. Das bedeutet aber, dass der Fieberkrampf häufig bei niedrigeren Temperaturen auftritt und mitunter sogar das erste Symptom einer fieberhaften Erkrankung sein kann.

Mit fiebernden Babys sollte man natürlich zum Arzt gehen, aber bei Kleinkindern, bei wlechen die Eltern schon gut abschätzen können und wo das Fieber einen normalen Verlauf nimmt, ist ein Arztbesuch ncith zwingend notwendig. Klingt das Fieber jedoch nach 3 Tagen nicht ab, wird ein Besuch notwendig. Ebenso, wenn die Eltern sich nicht sicher sind, was die Ursache des Fiebers ist und das Kind noch weitere beunruhigende Symptome zeigt.

Fazit: Akzeptieren, dass Fieber wichtig und meist gut ist und kein Grund sofort zu Medikamenten zu greifen. Der Körper weiss was er tut und sollte darin unterstützt werden.

Selbstredend ist es klar, dass fiebernde Kinder nicht allein gelassen werden. Auch nicht nachts.

Ich gebe so gut wie nie fiebersenkende Mittel und habe die Erfahrung gemacht, dass das Fieber nach seinen drei Phasen: Anstieg, Hochphase und Abfalls nach Sschwitzen meist schnell verschwunden ist. Meist geht es meinem Sohn bereits am nächsten Morgen wieder viel besser und er ist fieberfrei.

Allerdings bin ich die ganze Zeit bei ihm und gebe ihn auch nicht in andere Hände, denn nur ich kenne ihn bestens und kann seine Reaktionen abschätzen. Auch und vor allem Nachts!

und noch ein Tipp zu Wadenwickeln: auch diese, wie auch hom. sog. Fiebermittel sind nicht unbedingt angesagt.
Wer bei hohen Temperaturen Wadenwickel machen möchte sollte unbedingt darauf achten, dass die Wadenwickel nur einen Grad kälter sind als die momentane Körpertemperatur! Sonst ist das ganze zu anstrengend für den Kreislauf.

und hier noch eine gute www adresse zum Thema:
http://babyernaehrung.de/fieber.htm