Oma pflegen

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ivlamu 13.10.10 - 18:40 Uhr

Hallo, alle zusammen.
Meld mich mal, weil ich irgendwie nicht weiter weiß. Die Oma meines Mannes hat Krebs im Endstadium. Nach langen Krankenhausaufenthalt ist Oma wieder zu hause, sie hat eine kleine Wohnung mit bei uns im Haus.
Die "Hauptlast", ich will es eigentlich nicht so nennen, liegt natürlich bei meinem Mann und mir, da wir ja immer da sind. Große Unterstützung bekommen wir von meiner Schwiegermutti, sie kümmert sich früh zum Frühstück um Omi und um das Mittagessen. Das Abendbrot und die Nachtwache übernehmen wir. Der Pflegedienst kommt früh, mittag und abends zum waschen und Medikamente geben.
Omi ist nicht mehr die Selbe, ab und zu hat sie kleine Aussetzer. Ich versuche das alles etwas mit Humor zu nehmen, aber trotzdem fühle ich mich etwas überfordert.
Das Schlimmst für mich ist, das sich ihr anderer Sohn mit Familie von allem fern hält, obwohl auch sie nur 3 KM entfernt leben.
Ich möchte nicht klagen, ich mache das gern, wollte auch das Omi nach hause kommt, und nicht wie es ihr Sohn wollte in ein weit entferntes Pflegeheim oder Hospitz.
Vielleicht habt ihr gleiche oder ähnliche Erfahrungen und könnt mir ein paar Tipps oder Anregungen geben.
Bin über jeden Beitrag dankbar, und wünsche einen schönen Abend.
LG

Beitrag von morjachka 13.10.10 - 19:06 Uhr

Hallo!

Arbeitest du?
Als mein Vater im Endstadium war habe ich ganze 4 Monate nicht gearbeitet (verständnisvoller Arbeitgeber), meine Mutter arbeitete im Winter sowieso nicht und mein Bruder hat sein Studium erst Mal unterbrochen. Ausserdem war eine Tante schon Rentnerin und die andere hat nie im Leben gearbeitet. Also hatte mein Vater 5 Personen immer um sich. Ich "durfte" leider nie weg, das war besonders belastend.
Tanten und angeheirate Onkel rissen sich darum, ihm beizustehen.
Mich hat die Sache eher moralisch mitgenommen, nicht körperlich.

Warum kümmert sich der andere Sohn nicht? Angst? Desinteresse?
Wenn er die Oma nicht sehen möchte, könnte er ja für euch einkaufen und eure Wohnung putzen...
Was genau macht dir denn zu schaffen? Wie steht es mit Freunden? Kannst du vielleicht eine Woche in Urlaub fahren? Hat eine Freundin von mir gemacht, das tat ihr gut.

Wünsche dir ganz viel Kraft!

Beitrag von kathrincat 13.10.10 - 19:31 Uhr

meine eltern würden sowas nie von uns verlangen, auch weil sie es selber gemacht haben.
es gibt pflegeheime, auch gute.

Beitrag von syhana 13.10.10 - 19:46 Uhr

Es gibt ja auch Kinderheime... ;-)

Meine Eltern würden das auch nicht " verlangen" aber ich möchte die Menschen die mich mein ganzes leben um sorgt haben auf keinen fall in ein Heim abschieben!

Ich denke das man seinen Eltern es einfach schuldig ist ihnen im Alter zu seite zu stehen und für sie da zu sein.



lg Syhana

Beitrag von 96kati 13.10.10 - 20:02 Uhr

Man kann auch für seine Anghörigen da sein, ohne dass man sie bei sich zu Haus bis zum Ende pflegt.

Beitrag von mamavonyannick 14.10.10 - 08:23 Uhr

"Da sein", heißt aber auch, die Zeit qualitativ zu nutzen. Was hat den die pflegebedüftige Person davon, wenn sich der Pflegende abhetzt, um zu ihm zu kommen, die Wohnung sauber zu machen und Essen zu kochen. Aber für die eigentliche Betreuung, das erzählen, bleibt keine Zeit.
Pflege um jeden Preis? Nein danke!

Beitrag von oma.2009 13.10.10 - 20:50 Uhr

Hallo kathrincat,

würdest du deinen Mann auch in ein Heim abschieben wenn er so schwer krank wäre?

Dann mußt du ja ein Vermögen verdienen...... ich pflege meinen Mann z.Zt. noch zu Hause (er liegt allerdings z.Zt. im Krankenhaus) weil ich mir die Zuzahlungen für ein Pflegeheim nicht so ohne weiteres leisten kann. Das ist evtl. nämlich ein Grund, das Ganze dann eben doch zu Hause zu machen.

Ich selber nutze die Zeit jetzt, um mich zu erholen..... Denn es ist verdammt hart, jemanden rund um die Uhr zu pflegen.

LG

Beitrag von mamavonyannick 14.10.10 - 08:26 Uhr

"würdest du deinen Mann auch in ein Heim abschieben wenn er so schwer krank wäre?"

Deine Frage passt für mich nicht zu deiner Erklärung. Denn die läßt durchblicken, dass ein Heim deswegen nicht in Frage kommt, weil es finanziell nicht möglich ist. Was wäre denn, wenn es du genug Geld hättest?


vg, m.

Beitrag von oma.2009 14.10.10 - 09:54 Uhr

Hallo,

ich pflege meinen Mann....... und ein Heim steht überhaupt nicht zur Diskussion.... Ich hole mir lieber 2x am Tag de Pflegedienst ins Haus, ansonsten: ES IST MEIN MANN! Und wir haben uns vor Gott versprochen: in guten wie in schlechten Zeiten. Die guten hatten wir, jetzt kommen eben halt die etwas schlechteren Zeiten für mich. Mein Mann hat es auch nciht so leicht mit seiner Krankheit.
Da muß ich eben durch, und ich mache es gerne.

LG

Beitrag von glucke68 13.10.10 - 21:17 Uhr

tut mir leid,sowie du es nicht verstehen kannst jemanden zu Hause zu pflegen so versteh ich dich nicht.

Deine Eltern sagen das vllt jetzt,aber was ist wenn es wirklich mal so ist?

Wir haben unseren Vater bis zum Tod gepflegt und auch unsere Oma- es war eine verdammt harte Zeit,aber ich würde es jederzeit wieder machen-für Menschen die mir sehr nahe stehen.

ich bin der Meinung,mein Vater war sein ganzen Leben immer für uns da wenn wir ihn brauchten und dann ist es für mich selbstverständlich das ich für ihn da waren als er unsere Hilfe brauchte.
Meine Mutter starb leider viel zu früh und plötzlich.

Als ich meine Oma pflegte bekam ich auch von jemanden den Vorwurf zu hören,was ich meinen Kindern alles zu muten würde,erst die Krankheit und den Tod meines Vaters und dann meine Oma.

Aber ich kann nicht immer das Mäntelchen um meine Kinder legen und alle Probleme die das Leben nun mal mit sich bringt von ihnen fern halten und was ich vor allen Dinge nicht möchte,dass ich Egoisten groß ziehe,die nur an sich denken und ihnen egal ist,was mit ihren Mitmenschen passiert.

Mittlerweile sind meine Kinder älter und ich bin froh das ich sie richtig erzogen habe ;-)


LG
Daniela

Beitrag von frauke131 14.10.10 - 10:01 Uhr

Nicht selten arbeiten aber beide, meine Eltern arbeiten auch noch, genau wie meine Tante und mein Onkel. Niemand kann einfach seinen Beruf aufgeben, es müssen Häuser abgezahlt werden und man kann auch nicht auf die Rente verzichten. Im "Osten" war die Nur-Hausfrau die Ausnahme und nicht alle haben ihren Job verloren. Das Pflegegeld liegt zum Beispiel deutlich unter dem Gehalt.

Das hat nichts mit Erziehung zu tun.

Andererseits erziehe ich meine Kinder nicht so, dass ich alles aufgebe und das im Notfall auch von ihnen erwarte. Aufopferung ist zudem oft ein ziemlich egoistisches Motiv, weil man sich da so schön gebraucht fühlt.

Jemanden ins Hospiz oder Heim bringen bedeutet nicht, ihn abzuschieben, denn es ist ja nicht nach dem Prinzip, aus den Augen aus dem Sinn!

Also bitte erstmal nachdenken, bevor Du anderen Herzlosigkeit vorwirfst!

Beitrag von mamavonyannick 13.10.10 - 19:44 Uhr

Hakko,

fordere doch deinen Schwager und seine Familie. Überlegt, wo ihr Hilfe braucht, beruft eine Familienkonferenz ein und verteilt die Aufgaben neu.

vg, m.

Beitrag von silver206 13.10.10 - 20:07 Uhr

Hallo,

meine Oma kam letztes Jahr Ostermontag ins Krankenhaus, im August ist sie verstorben.

Wir haben uns zu dritt bzw. zu viert (meine Tante, meine Mama, mein Papa und ich) abgewechselt. Oma hatte 24h Service, das heisst, es war immer jmd von uns da.

Ich bin ehrlich, es war schlimm. Sie hat zunehmend abgebaut, erkannte uns nicht mehr, erzählte komische Sachen. Sie fing an mich zu siezen, schmiss mich aus dem Zimmer. Je nachdem, wie hoch das Morphium eingestellt war.

Und sie hat viel geschlafen. Also saß man auf dem Stuhl, hat ihre Hand gehalten, gelesen und gedöst. Und das 6 Stunden am Stück. Es war zermürbend. Wir haben ihr Frühstück, Mittag und Abendbrot gebracht, weil ihr das Essen aus dem Krankenhaus nicht schmeckte. Ich habe ihr vorgelesen, Geschichten von meinem Sohn erzählt, ihrem einzigen Urenkel. Ich habe ihr kleine Videos vorgespielt. Beim Singen der Kinder hat sie gelächelt.

Gegessen hat sie nur anfangs ein wenig, später gar nicht mehr.

Es war eine schlimme Zeit, aber ich würde es jederzeit wieder tun. Es gab Tage, da hat sie 6 Stunden (so lange war meistens eine "Schicht") geschlafen, aber gelegentlich hat sie die Hand gedrückt und dann war ich immer froh, dass sie gespürt hat, dass sie nicht alleine ist.

Ich wünsche Euch viel Kraft für die kommende Zeit und dass Deine Oma sich nicht sehr quälen muss. Meine musste es leider...

Alles Gute


Irene

Beitrag von derhimmelmusswarten 13.10.10 - 20:57 Uhr

Ich weiß, wie hart das ist. Ich habe kurze Zeit meinen Opa gepflegt. Erst hatte er eine Art Schwächezustand, dann fiel er hin und zog sich einen Oberschenkelbruch zu. Er war dann kurze Zeit daheim in einem Pflegebett, ehe er eine Blutvergiftung bekam und nach drei Wochen im Krankenhaus verstarb. Es war eine harte Zeit, aber ich hätte ihn niemals, wenn machbar, ins Heim gegeben. Vielleicht könnt ihr euch weitere Hilfe holen. Erkundige dich da beim Pflegedienst/Krankenkasse/Hausarzt etc.

Beitrag von stineengel 13.10.10 - 21:26 Uhr

Hallo,

erstmal meine allerhöchsten Respekt! Ich könnt das nicht leisten. Und ich weiß, wovon cih spreche. Meine Mama ist vor fast 5 Jahren an Krebs gestorben, wurde auch eine zeitlang zu hause gepflegt. Überwiegend durch einen Pflegedienst, teils durch meine Schwester und mich. Ich konnte es nicht. zum einen musste ich arbeiten, dann hatte ich einen kleinen Sohn (sie starb kurz vor seinem ersten Geburtstag) und ich habe es einfach nicht verkraftet, keine Mama so zu sehen. Sie war die letzten 6 Tage in einem ganz tollen Hospiz. Hatte vorher nie eine Vorstellung, was das sein soll, dachte auch an ein abschieben, aber es war total anders. Sehr liebes, fürsorgliches Personal, wir durften rund um die uhr bei ihr bleiben, keiner hat sich an uns gestört, auch wenn wir gelacht haben....es war schön dort und mir wurde eine riesen Last von den Schultern genommen.
Vielleicht kann also der Sohn eurer Oma es einfach nicht, seelisch gesehen. Sei stolz auf Dich/ Euch, dass ihr in der Verfassung seit, dies zu leisten aber bitte verurteilt niemanden, der es nicht kann. Sollte er einfach nur kein interesse etc. haben, dann ist das natürlich was anderes. Redet doch einfach mal alle zusammen. es geht euch alle etwas an!

LG und ganz viel Kraft

Steffi

Beitrag von kati543 13.10.10 - 21:39 Uhr

Ich pflege zwar nicht meine Oma - aber meine beiden schwerbehinderten Söhne. Ich weiß von anderen Eltern, dass der Hospizaufenthalt von allen Beteiligten immer sehr genossen wird und sogar wie Urlaub beschrieben wird. Mit einem normalen Pflegeheim hat das wenig zu tun. Habt ihr euch denn mal so eine Einrichtung angeschaut? Ihr sollt sie ja nicht für immer dort lassen. Nehmt nur eure Verhinderungspflege dafür und gönnt euch ein paar Tage Ruhe und Erholung. Eure Oma hat nichts davon, wenn ihr kaputt seid und nicht mehr könnt. Also macht einfach mal Pause.

Beitrag von ivlamu 14.10.10 - 06:30 Uhr

Guten Morgen und erst einmal Danke.

Oma war heut Nacht sehr gut drauf, hat fast bis auf einmal wach werden durchgeschlafen.
Oma möchte nicht in ein Pflegeheim, sie wollte ja nicht mal ins Krankenhaus. Und wir haben zu hause die Möglichkeiten. Sie ist in ihrer eigenen Wohnung die sie kennt. Und das wichtigste: ihre Katze ist hier!
Ich möchte es eigentlich versuchen sie so lang wie möglich zu versuchen. Wenn es nicht mehr geht, muss ein anderer Weg eingeschlagen werden. Aber einen Versuch muss man doch wagen.
Ihr Sohn war gestern sogar da und hat sie ins Bett gebracht, vielleicht war er sich auch der völligen Tragweite dieser Entscheidung nicht bewusst. Ich fand es sehr schön das er da war.
Und was mich belastet?: Ich bin nur das Schwiegerenkel und dazu noch die jüngste von allen, habe also am wenigsten mit zu reden/entscheiden. Ich versuche mich in meinen Äußerungen sehr zurückzuhalten. Auch könnte man uns ja vorwerfen, das wir so lang Omi zu hause ist auch noch Mieteinnahmen haben.

Vielleicht brauch ich auch einfach nur noch ein bißchen Zeit. Ich wünsche allen einen schönen Tag.

LG

Beitrag von kati543 14.10.10 - 09:22 Uhr

Lol...ja Vorwürfe bekommt man immer ab, agal was man macht. Das kenne ich :-(. Ich höre permanent, die Jungs sind schwerbehindert, weil ich sie falsch erzogen habe. Und das Schlimme daran ist, dass man irgendwann an sich selber zweifelt.
Ich kann verstehen, dass sie nicht ins Pflegeheim - noch nicht einmal kurz - will. Meine Oma war einmal dort für 14 Tage weil meine Mama nicht mehr konnte. Danach hatte sie so extrem abgebaut. Dort werden nur noch die einfachsten Grundbedürfnisse erfüllt. Es war ganz schlimm für meine Oma da. Aber wir hatten keine andere Wahl. Meine Mama war nach 8 Jahren Pflege total am Ende und ich habe schon 2 pflegebedürftige Kinder. Noch eine Person mehr geht einfach nicht.
Daher war ja auch mein Vorschlag das Hospiz. Da kannst du dich mal erkundigen, ob dort die Katze nicht sogar mit darf.

Beitrag von redrose123 14.10.10 - 06:55 Uhr

Meine Oma, die Mutter meines Vaters ist demenz krank, man kann sie auch nicht mehr alleine lassen. Das meiste, bzw so gut wie alles, macht meine Mutter, mein Vater ist beruflich eingebunden, meine Tante holt sie wenn sie lustig ist....Sie hat aber eine Pflegekraft aus Polen da die rund um die Uhr nach Ihr schaut....