Bezahlung für weniger Stunden trotz bestehendem Arbeitsvertrag erlaubt

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von mamaneuburg 13.10.10 - 20:54 Uhr

Hallo!

Ich habe folgendes Problem: Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von 26 Unterrichtsstunden (36,21 Wochenstunden). Nun hat mein Schulleiter nur noch 24 Unterrichtsstunden für mich zur Verfügung (angeblich) und jetzt will man mir auch nur noch die 24 Stunden bezahlen. Mein Vertrag wurde bisher jedoch noch überhaupt nicht geändert, ich würde einen geänderten Vertrag auch nicht unterschreiben, da ich schwanger bin und das Geld für das Elterngeld natürlich gut gebrauchen kann, ebenso stehe ich ja jederzeit für die 2 Stunden zur Verfügung.
Muss ich mich damit abfinden, dass man mir trotz bestehenden Vertrages einfach weniger Geld bezahlt oder könnte ich da unter Umständen rechtlich dagegen vorgehen?

Vielen Dank für eure Antworten!

Liebe Grüße

Steffi

Beitrag von almala 14.10.10 - 10:05 Uhr

Hallo Steffi,

arbeitest Du in einem Betrieb mit mehr als 15 Festangestellten?

Ja?

Dann muss er Dir eine Änderungskündigung des bestehenden, unbefristeten Vertrages unterbreiten. In der eben steht, dass das Arbeitsverhältnis zwar weiter besteht aber sich die Stunden reduzieren (das muss er begründen! Auftragsrückgang, etc.)

Weiß Dein Chef dass Du schwanger bist?

Ich würde an Deiner Stelle das persönliche Gespräch mit ihm suchen, ihm sagen dass Du die 26 Std. arbeiten möchtest, das habt ihr vertraglich vereinbart und, dass zumindest DU Dich daran halten wirst. Wenn er im nächsten Monat das Geld für die fehlenden Stunden nicht nachvergütet und das neue Gehalt auch auf 24 Std. basiert würd ich zum Anwalt gehen.


Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von parzifal 14.10.10 - 11:21 Uhr

Und wenn es weniger als "15 Festangestellte" sind darf der AG einfach die Stunden kürzen?

Oder wie ist Deine Auskunft im Umkehrschluss zu verstehen?

Auf welcher Rechtsgrundlage beruht eigentlich Deine Auskunft?

Beitrag von almala 14.10.10 - 12:34 Uhr

Schau mal bei den "Arbeitsgesetzen", darunter findet man das Teilzeit- und Befristungsgesetz in dem Du meinen Kommentar nachvollziehen kannst.

Bei weniger als 15 Angestellten ist die Lage anders, das ist ein sog. Kleinbetrieb, bei dem u. a. auch das Kündigungsschutzgesetz nicht greift.

Ich arbeite im Personalwesen.

Beitrag von mamaneuburg 14.10.10 - 13:44 Uhr

Hallo!

Erstmal danke für deine Antwort.
Also wir sind insgesamt jenseits der 100 Beschäftigte insgesamt.
Mir wurde nach wie vor kein geänderter Vertrag vorgelegt, den ich ja wie schon geschrieben auch nicht wirklich unterschreiben würde, weil ja eben nächstes Jahr das Elterngeld ansteht und mein Schulleiter auch meint, dass er jedes Jahr mit den Stunden hin- und herjongliert, wie er gerade lustig ist (andere haben ja dieses Jahr mehr Stunden, dafür müssen dann andere kürzen, find ich so aber nicht wirklich in Ordnung).
Er weiß auch von meiner Schwangerschaft seit der 8. Woche glaub ich, da waren die Ferien zu Ende und ich wurde für 3 Wochen krank geschrieben.
Ebenso habe ich ihn darauf hingewiesen, dass ich die zwei Stunden arbeiten möchte, am ersten Schultag hatte ich ja auch noch 26 Stunden, dann ging es mit dem Stundenplan plötzlich nicht mehr auf (ich hätte gleichzeitig eine Doppelstunde Englisch und Kunst gegeben, was ursprünglich so gar nicht gewesen wäre) und ich sagte dann, wenn er mir noch zwei andere Stunden findet, dann verzichte ich auf Kunst. Da meinte er: "Das ist gar kein Problem, die zwei Stunden findet er schon noch." Und jetzt sagt er, ich wisse ja, dass wir sparen müssen und bla, bla bla.
Ich finde das momentan echt unerträglich, weil man sich irgendwo echt veralbert vorkommt. Aber zur Not werde ich nach dem Gespräch morgen einen Rechtsanwalt kontaktieren.

Liebe Grüße

Steffi

Beitrag von parzifal 14.10.10 - 14:28 Uhr

Du hast einen Vertrag mit 26 Stunden. Diese muss der AG zahlen bis zu einer wirksamen Änderung dieser Regel. Letzteres geht nicht mit einfachen Worten wie "wir müssen sparen".

Bis dato ist also auch kein Anwalt notwendig.

Erst wenn der AG eine Änderungskündigung ausspricht wird gegebenfalls ein Anwalt notwendig (den Du selbst zahlen musst, wenn kein Rechtsschutz besteht; Rechtmäßigkeit der Änderungskündigung hin oder her).

Solltest Du die zwei Stunden abgezogen bekommen verweist Du auf den Arbeitsvertrag und bittest um Nachzahlung.

Beitrag von mamaneuburg 14.10.10 - 14:49 Uhr

Hallo!

Ja, der Anwalt kommt natürlich erst dann ins Spiel, wenn man mir die Stunden nicht zahlt und auch nicht nachzahlt bzw. wenn eine Änderungskündigung ins Haus flattert. Dank Rechtsschutz und Gewerkschaft bin ich auf dem Gebiet momentan zum Glück doppelt abgesichert.

Vielen Dank für deine Antwort!

Beitrag von parzifal 14.10.10 - 14:20 Uhr

Wenn Du im Personsalwesen arbeitest solltest Du dich dringend nachschulen lassen.

Rechtsberatung ist nichts für Laien, wenn der Background fehlt.

Was hat der Künigungsschutz mit der Arbeitszeitänderung zu tun?

Kündigungsschutz besteht im Übrigen bereits dann, wenn der AG 10 oder mehr AN voll beschäftigt (manchmal sogar schon ab 5!). Woher hast Du das mit den 15 AN???

Und hier wíll außerdem der AG die Arbeitszeit verringern und nicht der AN. Weshalb soll hier die Regel mit den 15 AN also Anwendung finden?


Beitrag von parzifal 14.10.10 - 18:11 Uhr

@ almala,

deine Kritik die Du mir ins Postfach gepostet hast kann ich nicht nachvollziehen, da Sie inhaltlich nicht auf mein Posting eingeht.

Du begibst Dich auf das Feld der Rechtsberatung und untermauerst Deine Behauptung explizit mit dem Hinweis auf Deine Tätigkeit im Personalwesen.

Dann muss ich auch feststellen dürfen, dass diese Tätigkeit anscheinend keinen erhöhenden Einfluss auf die Qualität Deiner Rechtsauskunft hat.

Lasse doch das nächste mal den Hinweis auf Deine Tätigkeit weg, wenn dieser inhaltlich mehr schadet als nützt (hier durch vermeintliche Erhöhung der Richtigkeit der Aussage).

Bist Du nicht der Ansicht, dass eine Schulung sinnvoll wäre, wenn Du so daneben liegst?



Beitrag von parzifal 14.10.10 - 11:25 Uhr

Solange ein Vertrag in der Welt ist müssen sich beide Seiten auch daran halten.

Der AG kann also nicht einfach weniger zahlen ohne das er vorher die Vereinbarung rechtmäßig aus der Welt schafft.