Frage wegen Sorgerecht

Archiv des urbia-Forums Forum für Väter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Forum für Väter

Ob ihr gerade Vätermonate nehmt, werdender Vater seid oder einfach eine engagierte Vaterrolle einnehmt: Hier ist der Platz für männerspezifische Fragen und Probleme. Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen. Neu: Unser Newsletter für werdende Väter.

Beitrag von zaubermax 14.10.10 - 15:07 Uhr

Erst mal ein Hallöchen an alle Väter,
erst mal zu mir ich komme aus Bayern und meine jetztige Ex freundin wohnt in Mönchengladbach. Wir haben vor kurzem ein Kind zusammen gekriegt und sie hat mich auch als Vater eingetragen und Papiere sind schon unterwegs zu mir. Jetzt da ich die Beziehung beendet habe hat sie zu mir gesagt sie hätte alleinige Sorgerecht und alles was mit dem kleinen ansteht ist vom Jugendamt abgesichert. Jetzt hab ich doch wenn ich die Papiere unterschreibe dann geteiltes Sorgerecht oder wie muss ich mir des vorstellen weil sie is sich definitv sicher das sie nur alleinige hat. Was ich aber jetzt nicht ganz glauben kann weil ja neues Gesetz für ledige väter rausgekommen ist. Wir waren auch nicht verheiratet oder so jetzt bräuchte ich doch mal ein paar tipps vielleicht.

gruss zaubermax

Beitrag von lucy1234 14.10.10 - 18:19 Uhr

Hallo Zaubermax,

wenn ihr nicht verheiratet wart, hat sie auf jeden Fall erstmal das alleinige Sorgerecht. Du könntest sie um geteiltes Sorgerecht bitten, aber wenn sie es nicht möchte bleibt dir nur der Weg über das Gericht.
Trotz allem hast du natürlich das Recht dein Kind zu sehen.

Ich selbst war auch jahrelang alleinerziehend und habe das alleinige Sorgerecht. Aber nicht um dem Vater eins auszuwischen. Es ist einfach vieles einfacher. Bei geteilten Sorgerecht müsste man zu oft um eine zweite Unterschrift bitten. Sei es für einen Krankenhausaufenthalt oder nur um ein Sparbuch einzurichten.
Also alles halb so wild.
Sprich mit ihr in Ruhe darüber.

Lieben Gruß Lucy

PS: Ich hoffe es ist nicht schlimm, dass eine Mutter geantwortet hat... ;-)

Beitrag von zaubermax 14.10.10 - 18:35 Uhr

Hi Lucy,

danke dir für die antwort. Verheiratet waren wir nicht. Also is des völliger quatsch mit dem geteilten Sorgerecht und dem neuen Gesetz? Mir hat man erzählt das ich jetzt wenn ich die Vaterschaftsanerkennung unterschrieben habe wir automatisch geteiltes Sorgerecht haben. Denke werd auch auf jeden Fall einen Vaterschaftstest machen bevor ich unterschreibe nur zu meiner Sicherheit. Ich weiss auch über des Thema haben wir schon geredet. Naja werd mal mit unserem Jugendamt quatschen und dann mal schaun.
Trotzdem danke dir.

gruss zaubermax

Beitrag von lucy1234 14.10.10 - 18:57 Uhr

Hallo nochmal,

es ist nicht so, dass du automatisch das geteilte Sorgerecht bekommst.

Schau mal hier, dieses Urteil meinte dein Bekannter bestimmt. Dieses ist aber noch kein Gesetz und wird nur nach Einzelfall entschieden. Also in jedem Fall wirst du wenn sie nicht zustimmt klagen müssen.

http://www.pressemitteilungen-online.de/index.php/sorgerecht-uneheliches-kind-mehr-rechte-fuer-vater/

Wenn du dir nicht sicher bist lass auf jeden Fall einen Test machen. Sicher ist sicher...

Beitrag von parzifal 15.10.10 - 15:31 Uhr

Wie oft müsste man denn im Jahr um eine zweite Unterschrift bitten, dass es "zu oft" ist?

Mir fallen so gar keine Beispiele ein, die dies so häufig erscheinen lassen.

Sparbuch ist ja einmalig. Und Krankenhaus kann bei einem normalen Kind auch nicht allzu oft sein.

Welche vielen Fälle (mit Anzahl) meinst Du denn also?

Beitrag von arienne41 16.10.10 - 12:14 Uhr

Hallo

Solltest du der Vater sein lege schon mal Geld zur Seite denn du bist deiner Ex und dem Kind unterhaltspflichtig und das spätestens nach dem positiven Vaterschaftstest.

Deiner Ex bist du nur 3 Jahre unterhaltspflichtig wenn sie nicht heiratet oder sie mit einem neuen Partner zusammen wohnt.

Dein Selbsterhalt liegt bei 980 € oder 1000€ mindestens.

Deinem Kind bist du bis Ausbildungsende Unterhaltspflichtig also bis spätestens nach dem Studium :-).

Wenn Du das geteilte Sorgerecht haben willst mußt du es einklagen wie schon geschrieben.

Viel wichtiger ist das du mit ihr eine Umgangsregelung vereinbarst.

Beitrag von hedda.gabler 16.10.10 - 17:02 Uhr

Hallo.

>>> Dein Selbsterhalt liegt bei 980 € oder 1000€ mindestens. <<<

Der Selbstbehalt liegt bei 900,- (plus eventuell 5 % berufliche Aufwendungen, sind diese höher oder ist die Miete höher als 360,-, die in den 900,- beinhaltet ist, und kann mangels anderem vorhandenem Wohnraum nicht gesenkt werden, muss das belegt werden) ... bei Erwerbslosen liegt der Selbstbehalt bei 770,-.

Unterhaltspflichtig wird der TE rückwirkend ab Geburt, es sei denn man kann der Kindsmutter irgendeinen Vorwurf machen, dass aufgrund ihres Verhaltens der Test nötig war.

Nur mal so zur Info.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von danysahne1975 25.10.10 - 21:14 Uhr

Hallo

Also der Selbstbehalt liegt bei 900 Euro. Ich selbst bin verheiratet und habe eine 3 jährige Tochter. Wir leben getrennt und ich muß nur für meine Tochter zahlen. Seid dem 01.01.2010 sind die Regelsätze neu bemessen worden. Es ist jetzt neu, das wenn Du den Mindestsatz nicht zahlen kannst, Du dann keine Schulden anhäufen tust, so wie es bisher der Fall war. Kredite werden angerechnet. Du solltest Dich auf jeden Fall mal schlau machen.
Ich kann meine Tochter jeden Tag sehen, daher bekommt meine Frau vom Sozialamt irgendeine Differenz nicht. Da wird Sie praktisch bestraft, wenn Sie mir erlaubt unser Mäuschen sooft es geht, zu sehen.

Beitrag von bob-andrews 29.10.10 - 02:09 Uhr

Hallo,

bisher gilt bei Fällen wie dem Deinen (Eltern nicht verheiratet), dass die Mutter ein alleiniges Sorgerecht hat. Du darfst, sofern klar ist, dass Du der Papa bist, Unterhalt zahlen (abzulesen anhand der Düsseldorfer Tabelle). Außerdem steht Dir ein Umgangsrecht mit Deinem Kind zu.

Möglich war bisher (vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts), mit der Mutter zum Jugendamt zu gehen und dort mit ihrem Einverständnis eine gemeinsame Sorgeerklärung abzugeben. War die Mutter nicht einverstanden, hatte man als Vater so gut wie keine Chance, ein Sorgerecht für sein Kind auszuüben.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass es kein geteiltes Sorgerecht gibt, sondern wenn ein gemeinsames Sorgerecht der Eltern. Möglich ist, dass das sog. Aufenthaltsbestimmungsrecht (Recht zu entscheiden, wo das Kind lebt) aus der gemeinsamen Sorge herausgelöst wird und einem Elternteil alleine übertragen wird.

Mittlerweile ist der Gesetzgeber aufgefordert worden, dass Gesetz zum Sorgerecht bei Nicht-Verheirateten zu überarbeiten, da es ledige Väter diskriminiert. Man(n) hat ab sofort die Möglichkeit, einen Antrag auf gemeinsame elterliche Sorge zu stellen. Sollte die Mutter nicht einverstanden sein, entscheidet am Ende das Gericht.

Wenn Du persönlich Deinen elterlichen Pflichten nachkommen möchtest und bei wichtigen Fragen im Leben Deines Kindes mitentscheiden möchtest, dann solltest Du zunächst das Gespräch mit der Mutter suchen, evtl. eine Beratung durch Dritte in Anspruch nehmen. Erhälst Du keine positive Reaktion der Mutter auf Dein Anliegen, wende Dich an einen Rechtsanwalt, der für Dich den Antrag bei Gericht stellt.

Grüsse,

der dritte Detektiv