Kleiner vs. großer KiGa

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von tragemama 14.10.10 - 15:44 Uhr

Hallo Ihr Urbianer,

ich wüsste gerne mal Eure Gedanken. Kathrin ist gerade drei Jahre alt geworden, sie geht zwei mal die Woche für 3 Stunden alleine in eine betreute Spielgruppe, da gibt es einen Waldtag und einen Kindergartentag, also Malen, Basteln, Rausgehen etc.

Nun können wir sie für nächstes Jahr im KiGa anmelden, zur engeren Auswahl stehen zwei Stück, etwa gleich weit entfernt.

Nr. 1 ist groß, über 200 Kinder, es gibt keine Ausflüge o.ä., nur den Kindergarten-Garten.

Nr. 2 ist der Betriebskindergarten einer Klinik, die nehmen aber auch fremde Kinder zum Gruppenauffüllen. Der gesamte KiGa besteht aus 25 Kindern, es gibt einen festen Waldtag und viele Ausflüge.

Was meint Ihr, gibt es grundsätzlich Vor- und Nachteile kleiner oder großer Kindergärten?

Danke vorab für Eure Denkhilfe,
Andrea

Beitrag von sonne_1975 14.10.10 - 15:59 Uhr

Also für mich eindeutig Nr. 2. Was hat Nr. 1 für Vorteile? Ich sehe keine.

Nr. 2 ist klein, überschaubar, hat einen Waldtag und viele Ausflüge.

Unser Dorf-KiGa hat auch ca. 26 Kinder, als mein Sohn vor über 2 Jahren hinkam, war er sogar Nr. 13. Ich finde es viel schöner, als so ein riesen Ding.

Das einzige ist, mit welchen Kindern wird sie denn in die Schule kommen? Bei so einem grossen ist die Wahrscheinlichkeit aber auch gering, dass es passt.

LG Alla

Beitrag von bille2000 14.10.10 - 16:17 Uhr

Hallo Andrea,

ich gleube, das Optimum liegt in der Mitte. Nur eine Gruppe finde ich etwas zu wenig, denn dann hat man nur die 25 Kinder in der Gruppe. Pro Jahrgang sind das dann um die 5 Kinder - Jungs und Mädchen. Meine Tochter spielt zur Zeit fast nur mit Mädchen. Wenn einem dann die wenigen Kinder nicht liegen, hat man halt Pech.

Wir habeninsgesamt 3 Gruppen. Es wird ab und zu auch was altersspezifisches gemacht, zum Beispiel Turnen für die 3-4 Jährigen. Die großen gehen dann zum Tanzen etc.

Noch ein Vorteil einer größeren Kindergartens: wenn man mit der Erziehering oder der Gruppe nicht klarkommt kann man die Gruppe wechseln.
Ein weiterer Vorteil: sie kennt dann schon einige Kinder mit denen sie zur Schule geht. Bei uns gibt es ein Gruppenübergreifendes Vorschulprogramm. Dann lernen sich die Kinder ncoh mal intensiver kennen.

200 Kinder finde ich aber schon ziemlich viel. Da haben die Kinder ja kaum eine Chance alle Kinder zu kennen. Wenn es dann auch ncoh kaum Ausflüge oder Angebote gibt, klingt das für mcih eher wie eine Aufbewahrungsanstalt.

Ich denke, für mich wäre letztendlcih das pädagogische Konzept und die Motivation der Erzieherinnen ausschlaggebend. Gute Erzieher machen scih viel Mühe mit den Kindern und biten ihnen auch ein entsprechendes Angebot.

Lg,

Bille

Beitrag von sonne_1975 14.10.10 - 16:21 Uhr

"Pro Jahrgang sind das dann um die 5 Kinder - Jungs und Mädchen. Meine Tochter spielt zur Zeit fast nur mit Mädchen. Wenn einem dann die wenigen Kinder nicht liegen, hat man halt Pech. "

Es sind aber ca. 10-15 Mädchen da, oder darf man nur mit Gleichaltrigen spielen?

Auch bei mehreren Gruppen sind sie meistens altersübergreifend, d.h. man auch 25 Kinder jedes Alters.

Gut, ich kenne es nicht anders, aber mir sind die 25 Kinder bei uns schon zu viel, das war bei 16-18 besser. Dafür haben wir sehr wenige Jungs und mein Sohn spielt leider nicht mit Mädchen. Kann aber überall passieren.

Beitrag von bille2000 14.10.10 - 16:54 Uhr

Klar darf man auch mit nicht Gelcihaltigrigen Kindern spielen, aber die haben halt schon andere Interessen. Mit den Vorschulkindern spiel meine Tochter zum Beispiel überahupt nicht.
Die "Kleinen" sind auch nur für kurze Zeit interessant genug. Es Bleiben schon noch so 4-5 Mädels übrig, aber es kann ja auch gut sein, daß man sich nicht mit allen versteht. Gerade wenn sie älter werden, sind sie da schon kritischer. Bei einer kleinen Gruppe ist halt auch die Auswahl kleiner...

Beitrag von golm1512 14.10.10 - 16:52 Uhr

Hallo!

Ich glaube, da gibt es keine ultimative Antwort und du musst aus dem Bauch heraus entscheiden.

Ich habe auch immer gedacht, dass kleinere Einrichtungen die besseren wären. Zuerst war unser älterer Sohn in einer Halbtagsgruppe von ca. 18 Kindern. Es gab keine anderen Gruppen. Es war gruselig, so heimelig es am Anfang auch aussah. Die Erzieherin war völlig genervt und streckenweise echt fies zu den Kindern. Es war ein Elterngeklüngel vom allerfeinsten. Gehörte man dazu, hatte man Glück und vielleicht auch den Joker, gehörte man nicht so richtig dazu...........leider verloren. Das Kind aber auch. Und die haben Ausflüge gemacht und sind zum Schwimmen gegangen usw.

Wir haben dann in einen etwas größeren Kiga gewechselt: 3 Gruppen á 15 Kinder, sechs Erzieherinnen plus Praktikanten und irgendwelche ABM's oder wie die heute heißen. Ganz andere Atmosphäre, ganz anderer Umgangston. Das war wirklich eine krasse Umstellung zum Positiven. Ausflüge und so machen die hier allerdings auch.

Mein großer Sohn ist nun im Hort. Den hat er sich selber ausgesucht, ich hätte eher zum Schülerladen tendiert. Dort sind 150 Kinder, die "frei" durch Haus und Garten laufen und sehr, sehr glücklich sind. Die Erzieher dort sind der Hammer. Hätte ich nicht gedacht. Und selbst hier werden in den Ferien Ausflüge und Projekte angeboten.

Das mit den Ausflügen finde ich schön, aber ich würde das nicht zur Bedingung machen. Gerade für die ganz Kleinen finde ich dieses Unterwegssein sogar manchmal zu stressig. Mir ist die Atmosphäre wichtig und der vor allem der Umgangston. Mir war wichtig, dass die Erzieher auch am Freitagnachmittag noch relativ gut gelaunt sind. Sie sehen müde aus, aber sie sind genauso freundlich wie am Montagmorgen. Besonders zu den Kindern. DAS ist wichtig!

Gruß
Susanne

Beitrag von sonne_1975 14.10.10 - 17:11 Uhr

Na ja, deine schlechte Erfahrung lag aber nicht an der kleinen Einrichtung, sondern an den Erziehern, das kann überall passieren.

Ausflüge sind für mich eher Wandern und so, unsere gehen 2 Mal die Woche für 3 Stunden wandern, das 2.Mal nur ab 4 Jahre.

Beitrag von golm1512 14.10.10 - 17:19 Uhr

Na, doch. Im kleinen Kiga gab es eine einzige Erzieherin und eine, die einmal in der Woche dazu kam. Den Rest haben Eltern abgedeckt. Ich fand schlecht, dass es kein richtiges Team war, dass es keine Selbstkontrolle gab. Das Wort dieser einen Erzieherin war Gesetz und Punkt.
In dem jetzigen Kiga gibt es Teambesprechungen. Wenn eine mal einen schlechten Tag hat, fangen die anderen das ab. Wenn eine mal ein Kind und/oder desssen Eltern vielleicht doch nicht so gut leiden kann, nimmt sie sich zurück und lässt die anderen ran. Oder wenn sie Frust schiebt, kann sie das bei den Kollegen ablassen und muss nicht den Kindern oder den Eltern vor die Füße ko.......
Und dieses Elterngeklüngel in dem kleinen Kiga hat sich echt verselbständigt. Das fand ich ziemlich unprofessionell.
Im Neuen kenne ich die anderen Eltern auch und mit einigen bin ich befreundet, mit anderen hat man eben über die Kinder hin und wieder Kontakt und wieder andere sind mir unsympatisch, aber mit denen muss ich nichts zu tun haben, wenn ich nicht will. Die werden gegrüßt und aus die Maus.

Hier in Berlin sind Ausflüge mal ein Gang zum nächsten Spielplatz (obwohl auch ein eigener Garten vorhanden ist, aber der ist auch mal öde), aber auch mal ein Museumsbesuch oder Schwimmen gehen oder Ausstellungen besuchen samt Bus- oder U-Bahn- oder S-Bahnfahrt. Ich finde das gut, sag ich ja, aber ich würde das nciht ausschließlich zur Bedingung machen.

Gruß
Susanne

Beitrag von sonne_1975 14.10.10 - 18:18 Uhr

Das ist aber nicht typisch für einen kleinen KiGa, dass nur 1 Erzieherin da ist. Der Schlüssel ist doch 2 Erzieherinnen pro Gruppe, oder?

Das war wohl mehr eine Elterninitiative, hat aber nichts mit einem kleinen KiGa zu tun.

Gut, wir sind hier wirklich verwöhnt, denn wir haben für unsere 25-26 Kinder 5 Personen, die fast immer da sind. Dank 3 Integrationskinder (eins mit vielen Allergien, eins mit Herfehler und eins etwas entwicklungsverzögert) plus einigen Kindern unter 3.

Von daher finde ich es perfekt bei uns.

Beitrag von berry26 14.10.10 - 17:15 Uhr

Hallo,

also grundsätzlich würde ich an der Größe allein nicht festmachen ob ein Kiga gut oder schlecht ist, aber in deinem Fall würde ich mich für den Kleinen entscheiden. Waldtag und Ausflüge hätten mich überzeugt. Kinder in einem Garten rumtoben zu lassen ist meiner Meinung nach sehr bequem für einen Kindergarten bzw. die Erzieher aber wirklich lehrreich ist es nicht. Leider ist das in sehr vielen Kindergärten Alltag! Sei froh wenn du einen findest der nicht nur "Standardprogramm" anbietet.

LG

Judith

Beitrag von yadvashem 14.10.10 - 17:16 Uhr

Hallo!!

Hannah geht seit August in einen Kiga mit insgesamt 26 Kindern - und wir und vprallem sie sind extrem zufrieden mit der Einrichtung.

Die beiden Erzieherinnen sind sehr engagiert und unternehmen viel mit den Kindern, es gibt Projekte...

Für Hannah war unsere Entscheidung für den kleinen Kiga genau richtig. Sie ist eher ein schüchternes Kind, und braucht viel Zeit um "warm" zu werden.
Vorallem morgens ist es wunderbar, dass da nicht so viele Kinder rumwuseln.
Ich arbeite selbst in einem großen Kiga, und da geht es manchmal echt wild zu ;-)

Ich würde es von deinem Bauchgefühl abhängig machen, und vorallem musst du sehen, was für dein Kind das beste wäre.

LG, Simone

Beitrag von zahnweh 14.10.10 - 19:26 Uhr

Hallo,

spontan würde ich Nummer 2 sagen. Nicht wegen der Ausflüge, sondern weil angenehm klein...

ABER schaut euch BEIDE in RUHE an!!!
Nimm dein Kind mit und lass dir die Räume/Gruppen zeigen. Frage wie viele Betreuerinnen usw.

Wir haben uns mehrere angeschaut. Bei einem löste sich mein Kind trotz akuter Fremdelphase von mir und war neugierig und begeistert.
Beim anderen klebte sie NACH der Fremdelphase komplett an mir, wollte heim usw.
Bei einem hab ich angerufen. Anmeldeliste schon mal drauf setzen ja, Kindergartenanschauen, nein. Würde ja irgendwann mal reichen. Auch sonst nicht überzeugt vom Telefonat.

Größe kommt auf die Unterteilung an. Wenn bei den 200 Kindern, die Gruppen eher klein wären... dass bei so vielen Kindern Ausflüge organisatorisch schwierig werden, ist einleuchtend. Aber was machen sie intern in den Gruppen?
oder wie reagieren die Erzieherinnen auf's Kind?
Betriebskindergarten nimmt auch andere Kinder? Wie werden diese behandelt? Bekommen sie ab und an ein "eigentlich gehörst du nicht dazu, wir müssen dich aber nehmen" zu spüren?

Schaut euch gemeinsam beide an. Achte drauf wie deine Tochter reagiert. Wie die Erzieherinnen auf sie reagieren (das hat mich bei unserem sehr schnell überzeugt). Worauf wird wert gelegt?

Beitrag von brausepulver 14.10.10 - 19:31 Uhr

Auf jedenfall der Kleine. Den finde ich im Vergleich zu unserem noch echt groß. Es hat nur Vorteile.

200 Kinder? #schock In so einer Massenanstalt würde ich mein Kind nicht geben. Ich glaub der Kinga neben dem ich wohne ist auch in der Größenordnung und wenn ich schon das Gekeife der Erzieherinnen höre und die Kinder, wie die über alles drüber brüllen müssen #schwitz

Nee... da fahre ich lieber durch halb Berlin zum Montessori-Kinderladen #verliebt

LG