so eine elende Phase hatten wir noch nie (Mann sein Job, Ehe...)

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von schlechtephase 14.10.10 - 18:54 Uhr

guten Abend,

ich schreibe heute in schwarz, weil es mir unangenehm ist meine Probleme "breitzutreten" aber ich brauche Hilfe und aufmunternde Worte :-(

Mein Mann hat einen neuen Job und ist sehr unzufrieden. Mit einem Kollegen hat er sich schon angelegt, die Arbeitsbedingungen sind schlecht (Werkzeug fehlt etc...). Natürlich bewerbe ich ihn weiter, weil die Stelle auch irgendwie schon von Anfang nix für ihn war (verschiedene Gründe), aber wir haben gedacht, hauptsache erstmal Arbeit #schmoll

Außerdem haben wir auch in der Ehe Probleme. Es ist einfach alles zuviel. Nach seiner Arbeitslosigkeit musste ich wieder Vollzeit in meinen Beruf einsteigen. Schnell wurde alles zuviel, Haushahlt, Kinder etc., was sich schnell auf die Beziehung niederschlug #schmoll

Also insgesamt haben ich und eigentlich noch mehr mein mann, weil er auch die unzufriedenheit im job hat, eine ziemlich blöde Phase. Ich hab einfach Angst, dass er in ein Loch fällt, in Depressionen versinkt etc.. Und auch wenn ich immer versuchen möchte uns auch aus dieser Krise zu holen, ich bin nun mal auch kein Roboter und kann nicht jeden Tag gut gelaunt seine Launen annehmen etc.. Es ist einfach der sprichwörtliche Teufelskreis.

Hat noch jemand einen Mann der unzufrieden im Job ist? Wie kann ich ihm helfen (neben ihm beim Bewerben zu untersützen)? Wie können wir es schaffen uns wieder neu ineinander zu verlieben?

Danke für eure Hilfe.

Beitrag von emestesi 14.10.10 - 19:04 Uhr

Darf ich erstmal fragen, warum DU weiter für ihn bewirbst? Das sollte doch wohl eher seine Aufgabe sein, oder?

Das was ihr habt, ist für euch eine blöde Phase - für manche ist es der Alltag. So doof es klingt: Das Leben ist nunmal kein Ponyhof und man muss sich manches Mal ganz einfach mal zusammenreißen und sein Bestes geben, auch wenn es einem vielleicht nicht immer schmeckt. DEN Traumjob gibt es heutzutage meist nur im seltensten Fall und wie häufig wünscht man sich, dass Manches nur mal weniger stressig wäre. Gut, damit ist dir jetzt nicht geholfen, soll aber mal einen kleine Vergleichsbasis schaffen und dir verdeutlichen, dass es sehr vielen Menschen und Paaren ähnlich geht.

Zu euren Problemen: Dein Mann soll sich jetzt erstmal trotz Unzufriedenheit daran machen, seinen Job so gut wie möglich zu erledigen und sich weiter bewerben; einfach die Arbeit und den Arbeitgeber suchen, wo es nach seiner Meinung besser passen würde.

Was eure Partnerschaft betrifft, so hast du recht wenig geschrieben. Du sprachst von "neu verlieben". Vielleicht ist das gar kein wirkliches Problem, sondern die jetzige Situation frisst euch einfach auf. Nehmt euch doch Abends wirklich mal eine Stunde nur für euch, die Glotze & Probleme sind auf Stand-by und ihr trinkt einfach mal ein Glas Wein zusammen. Schafft euch kleine Inseln im Alltag, wo ihr über ALLES sprecht, nur nicht ständig über eure täglichen Sorgen, zusammen kuschelt und einfach nur Paar seit. Das Sorgenwälzen macht ihr ja sowieso schon; das solltet ihr bei diesen Alltags-Inseln also völlig außen vor lassen.

Alles Gute für euch
LG Emestesi

Beitrag von mirhier 14.10.10 - 19:46 Uhr

Hallo,
ich kenne solche Phasen.

Mein Mann hat eine beruflich schwere Zeit hinter sich. Er war einerseits im Wechsel einige Wochen arbeitslos oder in schlecht bezahlter Zeitarbeit unter meist schlechten Arbeitsbedingungen.
Und zu der Zeit hatten wir hier zu Hause auch eine Krise.
Es war wirklich zum Haareraufen!
Ich war einfach irgendwann auch nicht mehr bester Laune, müde des seelischen Aufbauens, genervt, gestresst .... wenn er mit so einem Gesicht nach Hause kam und hier nur noch rumgemotzt hat oder Löcher in die Luft gestarrt hat.
Zum Schluss hat er dann (wohl dadurch) seine Probleme gar nicht mehr mit mir besprochen, aber an der Stimmung, die er unterschwellig verbreitete und bei Kleinigkeiten an die Decke ging, habe ich gemerkt, dass doch immer irgendetwas im Argen war.

Ja klar, Reden sollte das A und O sein, aber vielleicht ist das für manche Männer nicht so einfach. Vielleicht erwarten sie, dass wir denken, alles sollte gut laufen? Ja, vielleicht erwartet man (bzw. frau) das auch?!
Ich muss nämlich ehrlich zugeben, dass ich manchmal gedacht habe "Mensch, kneif doch bitte einfach mal Deine Pobacken zusammen!" Und ich weiss, wovon ich spreche, denn auch ich habe einige Jahre körperlich anstrengende Arbeit im Schichtsystem gemacht. Das 'durchzuhalten' hat mich aber beruflich weitergebracht.
Ich hätte mir manchmal von meinem Mann diese Einstellung gewünscht.
Als diese 'schlechte berufliche Zeit' schier gar nicht enden wollte, wich meinem anfänglichen Optimismus und Verständnis leider Gottes dieses Denken.

Bei uns ist der Konflikt erst verschwunden, seitdem mein Mann seine jetzige Arbeit gefunden hat. Ein Traumjob mit Traumarbeitszeiten, keine Zeitarbeit. Das war riesengroßes Glück! Er ist mittlerweile mit sich im Reinen, zufrieden und das merkt man einfach. Seine Nerven -und meine- lagen einfach blank durch die schlechten Zukunftsperspektiven, aus denen kein Weg heraus zu führen schien.

Und wahrscheinlich ist bei euch mit einem anderen/besseren Job das grösste Problem auch gelöst.
Vielleicht sollte er sich beruflich ganz umorientieren oder sich weiterbilden oder weiss der Geier was. Irgendetwas, was ihm vermittelt, dass er wieder etwas bzw. mehr wert ist.
Wahrscheinlich kratzt das mehr am Selbstbewusstsein, als man wahrhaben will.

Zumindest war das bei meinem Mann so und er hat leider uns -mehr unbewusst als bewusst- als Blitzableiter benutzt.

LG und viel Glück!



Beitrag von hermina 15.10.10 - 08:12 Uhr

Hallo.

Mach du dich nicht kaputt.

Jobsuche ist doch wohl seine Sache. Vielleicht, wenn er sich selber bewirbt, ist er zufriedener. Vielleicht gefallen ihm die Stellen nicht, worauf du ihn bewirbst. Er muss es selbst in die Hand nehmen. Frag ihm, was er erwartet, auch für eure Beziehung. Sag ihm, dass es dich sehr belastet. Alles eben, Job, Haushalt und noch die Kinder (inklusive Mann) und wo bleibst du?

Änder das ganz schnell, sonst habt ihr keine Chance.

Hatte auch so einen Mann. Mal Job, mal nicht. Warum arbeiten, wenn Arbeitslosengeld gut ist. Haushalt, päh warum, muss mich erstmal erholen von meiner Arbeit (arbeitete und arbeitet auf dem Bau). Kinder, können in die Einrichtung. Ich gehe auch schon immer arbeiten, außer natürlich Elternzeit. Habe mein geregeltes Einkommen. Musste auch nach Arbeit schnell Kinder holen, einkaufen und Haushalt. Und der liebe Herr lümmelt sich zuhause. Bewerben, naja, das ist ja zu wenig Geld, dafür gehe ich nicht arbeiten. Darunter hat auch unsere Ehe sehr gelitten, bis ich es nicht mehr aushielt. Musste eh alles alleine machen und bekam es auch ganz gut hin. Also, warum sollte ich mich noch um meinen Mann kümmern, er tut es ja auch nicht für uns. So habe ich mich getrennt. Jetzt fühle ich mich sehr gut. Kann alles nach meinem Plan machen und haben auch wieder einen ganz lieben Partner. Er zeigt mir, wie man sich die Arbeit teilt. Er ist das ganze Gegenteil. Und mein Ex-Mann jobt mal hier mal da. Kriegt jetzt so langsam sein Leben in Griff. Ich glaube, manche Männer brauchen so einen Tritt.

Also rede mit deinem Mann über deine Gefühle, wie du es zurzeit empfindest. Und dann kannst du immer noch entscheiden, was du machst. Aber mach dich nicht kaputt.

Lg hermina