Diagnose: angeborene Schilddrüsenunterfunktion - wer noch?

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von cla79 14.10.10 - 19:34 Uhr

Hallo zusammen!

Ich bin noch völlig durcheinander - wir haben heute einen Anruf aus der Klinik erhalten, dass unser Kleiner Sohnemann (1 Woche alt) lt. Neugeborenen-Screening eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion hat. Wir sollten dann gleich in die Klinik fahren um 1.) die Diagnose zu bestätigen und 2.) gleich die Therapie zu beginnen.

Am Montag gehts dann weiter mit Röntgen usw. und sofort.

Jetzt suche ich Erfahrungen. Wer hat auch die Diagnose und wie lebt ihr damit bzw. wie geht ihr damit um? Wie gehts Euren Kindern?

Ich sag schon mal Danke für Eure Antworten.
LG

cla79:-)

Beitrag von ninna68 14.10.10 - 21:40 Uhr

Hallo,

meine Tochter hat auch keine Schilddrüse und lebt prima damit.
Sie bekommt seit ihrem 7. Lebenstag Tropfen (L-Thyroxin von Sanofi) und hatte motorische Schwierigkeiten (hypotone Muskulatur), die aber laut Doc nichts mit der fehlenden Schilddrüse zu tun haben.

Mach dir keine Sorgen, der Arzt wird dich ausgiebig informieren und schau mal ins Forum:
http://www.sd-bv.de/kinder.php

Da gibt es viele Kinder ohne Schilddrüse.
Wo kommst du her?

Wenn du mehr Fragen hast, melde dich ruhig über PN.


Röntgen? Schilddrüsenultraschall reicht aus. Das ist schon unangenehm genug, weil die Kleinen am Hals überstreckt werden. Wenn das Blutabnehmen bei deinem Kind schwer ist, lass einen Zugang am Kopf legen- von einem Neonatologen!-, sieht zwar doof aus, ist aber weniger belastend.

LG Corinna

Beitrag von coronacora 15.10.10 - 20:19 Uhr

Hallo,

mein Sohn hat auch eine Hypothyreose. Bei ihm wurde festgestellt, dass sich ein bisschen Schilddrüsengewebe im Zungengrund befindet, was eine kleine Restfunktion hat, aber längst nicht ausreicht.

Mein Sohn wird im Februar 4 Jahre alt und nimmt seit seiner 2. Lebenswoche L-Thyroxin (in Tropfenform) ein. Als Baby hatte er auch eine Muskelschwäche. Er hatte insgesamt 5 Monate Physiotherapie, konnte erst mit 18 Monaten laufen. Die Ärzte sehen allerdings bei ihm auch keinen Zusammenhang mit der Schilddrüsenerkrankung. Auch heute finde ich, dass er in seiner motorischen Entwicklung Gleichaltrigen ein wenig hinterherhinkt (z.B. springen, klettern, Beinbewegungen beim schaukeln). Aber das ist nicht weiter schlimm. Kann ja nicht jeder ein Spitzensportler werden ;-).

An sich ist die Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern vergleichbar mit der von Erwachsenen. Und Erwachsene mit Hypothyreose sind in ihrer lebensweise auch nicht eingeschränkt. Unser behandelnder Arzt im SPZ hat zu uns gesagt: "Er kann auf die höchsten Berge der Welt klettern, er muss nur ein bisschen Gletscherwasser haben, um seine Tablette zu nehmen." :-)

Wir gehen mittlerweile alle sechs Monate zur Blutabnahme. Anhand des Ergebnisses wird die Dosis angepasst. Anfangs musste er viel engmaschiger kontrolliert werden (alle sechs Wochen, dann alle drei Monate). Wichtig ist, dass die Medikamente konsequent regelmäßg gegeben werden. L- Thyroxin hat keine Nebenwirkungen, macht also keine Langzeitschäden oder so.

Fazit: Wir leben sehr gut mit der Diagnose #sonne.

Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du mich selbstverständlich ebenfalls über PN kontaktieren.

Alles Gute für Euch #blume.

Liebe Grüße,

cora