Entwicklungsverzögerung - Integrationsgruppe oder HPK?

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von turbokristel 14.10.10 - 20:01 Uhr

Hallo,

mein Sohn (2, Frühchen 26+0) ist entwicklungsverzögert. Er hängt im Moment ca. ein halbes Jahr nach. Aktuell besucht er als Integrationskind die Krippe. Nun fange ich langsam an mir Gedanken um das nächste Jahr zu machen. Ich habe die mündliche Zusage sowohl für einen Integrationsplatz (14+4) oder einen Platz in einem Heilpädagogischen Kindergarten (6-8 Kinder). Ich bin eigentlich eher "Fan" von der Integrationsgruppe, da mein Sohn i.e.S. keine Behinderung hat. Allerdings ist er bereits jetzt seinen Altersgenossen sowohl körperlich (80cm, 9kg) als auch geistig unterlegen. Nimmt ihm ein Kind in der Krippe sein Spielzeug weg, wehrt er sich nicht, da er weiß, dass er keine Chance hat, fordert aber Hilfe von den Erzieherinnen ein (also so einfach lässt er es sich dann doch nicht gefallen ;-)). Sollte er in die Integrationsgruppe gehen sind dort dann ja nur 3-Jährige und älter. Er hat dann doch gar keinen Spielpartner "auf gleicher Ebene". Ich habe Angst, dass er dann irgendwann vereinsamt und deprimiert wird#gruebel. In der HPK-Gruppe würden Kinder mit seelischen "Behinderungen" sein wie z.B. ADHS, Asperger-Syndrom usw...

Hat jemand von euch Erfahrung? Oder noch ein paar Aspekte, die ich in meine Überlegungen mit einbeziehen sollte?

Vielen Dank schonmal!

LG Kristin

Beitrag von lepidoptera 14.10.10 - 20:50 Uhr

Hallo Kristin,

ich habe keine Erfahrungen mit dem HPK, bin aber wie Du ein Fan der Integrationskita.

Ich finde es für mich gerade wichtig, dass meine Tochter mit gesunden Kinder zusammen ist. Ich denke, dass sie dadurch vielleicht auch eher lernt sich durchzusetzen. Bei uns sind auch viele ältere Kinder und meine Tochter hängt mehr als 6 Monate in ihrer Entwicklung zurück, so dass ihr auch alle voraus sind. Ich habe aber noch nie erlebt, dass das zu irgendwelchen Problemen geführt hat.

Meine Tochter spielt nicht wirklich mit anderen Kindern, ist aber trotzdem sehr beliebt. Du solltest Dir daher über eine Vereinsamung Deines Sohnes nicht so viel Gedanken machen. Wenn er sprechen kann, sehe ich da sogar noch weniger Probleme.

Für mich ist ganz wichtig, dass die Kommunikation mit den Erziehern gut läuft. Davon hängt meistens ab, wie wohl DU Dich mit der Kita fühlst.

Viele liebe Grüße
Lepidoptera

Beitrag von krokolady 14.10.10 - 21:59 Uhr

meine Tochter besucht eine HP-Gruppe im Lebenshilfe Kiga....sind 7 Kids in der Gruppe.
Der Kiga selbst hat mehrere HP-Kleingruppen, und ansonsten normal große Gruppen mit Regel-Kindern und I-Kindern drin.

Meine Tochter hat also immer Kontakt zu gesunden Kindern sobald sie auf den spielplatz gehen.....oder wenn sie einfach mal eine andere Gruppe besucht zum spielen.

Ich hab vorher immer gedacht ich täte dort viele behinderte Kinder sehen - aber dem ist nicht so.
Meine Tochter ist eigentlich von allen Kindern das mit dem größten "Handicap"

Schau doch mal wie es drumrum ist um die HP-Gruppe.......wie stark sind die anderen Kinder betroffen? etc

Beitrag von skbochum 14.10.10 - 22:21 Uhr

Hallo Kristin,

mein Sohn wird im November vier Jahre alt und ist entwicklungsverzögert um 1,4 Jahre.
Er ist seit er 11 Monate alt ist im gleichen Kindergarten, er hat nur die Gruppe gewechselt als Integrationskind.
Uns war es bei der Auswahl des KiGas auch wichtig in der Nähe unseres Hauses zu bleiben, damit wir im sozialen Umfeld bleiben und ich ihn nicht durch die komplette Stadt fahren muss zu Freunden später oder so (wenn es nötig wäre, würde ich es tun, kein Ding)

Probleme gibt es manchmal, er merkt das er hinterher ist, aber das würde er auch in einem anderen Kindergarten merken. Wichtig ist ihm immer wieder die Kraft und das Selbstvertrauen zu geben, seine Schwächen und seine Stärken anzunehmen und damit umzugehen.

Und ganz ehrlich? Ein halbes Jahr zurück mit 2? Wenn da nicht großes dagegenspricht ist ja auch noch alles offen, dass er gut aufholen kann.

Grussgruss
Susanne

Beitrag von ananova 15.10.10 - 00:55 Uhr

Hi!
Mein Sohn ist 5 1/2 Jahre alt und in seiner gesamten Entwicklung 2 Jahre zurück! Vom 2. bis zum 3. Lebensjahr ging er in einen normalen Kiga und hat dann einen Platz im I-Kiga bekommen (15+3)!

Mein Sohn war anfangs auch so, das er alles mit sich hat machen lassen und hat sich zurück gezogen.....hatte keine Freunde.....ABER es dauerte 6 Monate an und dann kam er aus seinem Schneckenhaus und hat gelernt sich zu behaupten! Mittlerweile hat er seinen festen Platz unter den Kindern, ist fast zu selbstbewußt geworden;-) und hat seine Freunde! Auch die älteren Kinder (auch Schulkinder die zur Hausaufgabenbetreuung kommen) spielen mit ihm.....!

Das ist ja das Schöne......die "normalen" Kinder lernen dort, das es auch "andere" Kinder gibt.....und das aber ganz normal ist usw und diese Kinder auch ein bester Freund werden kann (weißt schon was ich meine!?)!

Außerdem ist mein Sohn mit Eifer dabei, auch wie die Großen zu werden und auch das Alles zu können, was die Großen oder Andren können! Er ist grade immer ganz stolz, wenn ich ihn abholen komme und er auf dem Baum sitzt.....dann ruft er immer:"Mama...schau....ich alleine gemacht....kann das!"#verliebt

Unser I-Kiga ist einfach klasse und das perfekte Konzept für meinen Sohn!
Ana

Beitrag von minkabilly 15.10.10 - 08:48 Uhr

Mein Sohn (ehemaliges Frühchen; 30+4 SSW) besucht seit seinem 3 Lebensjahr einen HPK und anfangs war er halt auch nur "entwicklungsverzögert" und hatte "Wahrnehmungsprobleme".
Das hat er gut aufgeholt, aber bei uns kam ja mit 5 Jahren raus, das da doch noch mehr hintersteckt (Autist).
Daher war unsere Wahl "HPK" richtig; nächstes Jahr soll er in eine Regelschule mit Integrationshelfer.
Meine Erfahrungen sind, daß viele Kinder in dem HPK oft nur entwicklungsverzögert sind, es muß nicht gleich bedeuten "die sind dort alle behindert".

Wenn ihr die Möglichkeit der Integrationsgruppe habt und du selbst dahinter stehst...dann versucht es doch erstmal dort.
Aber überlegt es euch gut, die Plätze für die HPK-Plätze sind sehr schnell weg, da sie sehr gefragt sind und eine Förderung dort natürlich noch "intensiver" ist als in der Integrationsgruppe.

Beitrag von turbokristel 15.10.10 - 19:21 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten.

Ich muss noch dazu sagen, dass die HPK-Gruppe in dem gleichen Gebäude ist wie seine Krippe - er würde also nur den Raum wechseln ;-). Die HPK`ler sind auch immer mit den Krippenkindern zusammen im Außenbereich und Lukas kennt natürlich auch die Erzieherinnen schon. Das wäre ein großer Vorteil gegenüber der Integrationsgruppe (die in einem anderen KIGA wäre).

Wir waren heute im SPZ und ich hab das Thema noch mit der Ärztin besprochen. Sie meinte, wie sie ihn heute erlebt hat, würde sie zur Integrationsgruppe tendieren. Aber wir sollen auch noch ein bißchen abwarten. Es ist ja noch mindestens ein halbes Jahr Zeit bis wir uns entscheiden müssen. Dann habe ich auch nochmal mit seiner Erzieherin gesprochen und sie meinte, es wäre auch kein Problem, wenn er vielleicht noch ein Jahr in den HPK geht und dann in die Integrationsgruppe wechselt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir diese Lösung im Moment am meisten zusagt.

Wie die HPK-Gruppe zusammengesetzt sein wird, kann man leider vorher nicht erfahren - die Kinder werden erst nach Anmeldung "aufgeteilt"#schmoll.

Hach man, ich will ja nur das Beste für ihn und hab einfach Angst, dass ich ihn über-/unterfordere#zitter.

LG Kristin

Beitrag von sunnymoon2 26.10.10 - 13:41 Uhr

halli hallo,mein kleiner ist 4 jahre und entwicklungsverzögert zuerst besuchte er einen normalen kiga aber das funktionierte garnicht.nun ist er seid einem jahr im heilpädagogischen kiga und er findet es super,ich ebenfalls es sind kleine gruppen so das sich intensiv um die kinder gekümmert wird und er macht wirklich fortschritte.sie haben dort auch reiten und schwimmen. lieben gruss von bianca