Psychologen hier ? Missbrauch im Jugendalter,kommt es jetzt wieder ...

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von braucheeurenrat 14.10.10 - 20:07 Uhr

Hallo

Ich bin im Jugendalter ( ich war ca. 12 - 13 ) von dem Freund meiner Mutter bis fast zur Volljährigkeit hin missbraucht worden .
Ich habe nie mit jemandem darüber gesprochen und ich habe es bis jetzt verdrängt .
Ich hatte auch nie in unserer Ehe irgendwelche Probleme , sexuell gesehen . Ich habe auch 3 Kinder mit meinem Mann .
Nun ist es so das ich merke das sich beim Sex etwas verändert . Ich ziehe mich dabei immer mehr zurück , lasse machen statt selbst etwas zutun .
Kann es sein das diese Sache sich den Weg nach draussen sucht ?
Ich kann das nicht zulassen . Ich kann das nicht offenlegen .

Danke

Beitrag von guterrat! 14.10.10 - 20:15 Uhr

hallo
ich finde es ist deinem mann gegenüber nur fair wenn du mit ihm darüber sprichst. woher soll er denn wissen was mit dir los ist? seine gedanken werden sein , das dun ihn nicht mehr liebst, oder du ihn betrügst. zumal diese geschichte immer mehr nach vorne drängt. und irgendwann wirst du es nicht mehr verbergen können. dann reagierst du wahrscheinlich gereizt und dein mann weiß nicht warum und wenn du ihn liebst, dann vertrau ihm.
alles gute

Beitrag von ichbraucheeurenrat 14.10.10 - 20:24 Uhr

Wie soll ich ihm das denn sagen ??? Er wird mir doch nicht glauben , nach so langer Zeit . Ich bin jetzt 27 und seit fast 10 Jahren mit ihm zusammen . Und was ist wenn er sich dann vor mir ekelt ?

Beitrag von happy_mama2009 14.10.10 - 20:43 Uhr

In dem Fall, wenn du diese Ängste hast würde ich euch einen gemeinsamen Besuch bei einer Therapeutin nahelegen. Denn für deinen Mann wirds ein schwerer Schlag sein, aber er wird sich bestimmt nich vor die ekeln, warum auch?
DU warst ein Kind und konntest nichts dafür.

Beitrag von prinzessin1976 15.10.10 - 12:13 Uhr

Kein Mann der seine Frau liebt wird sie nach so einer Beichte weniger lieben!!!!! Ganz sicher nicht!!! Wenn es so wäre dann liebt er seine Frau auch nicht!!!!!!



Du musst es rauslassen!!!! Mach ne Therapie!!! So oder so wird Dich das einholen!!!

Die Mutter meiner Freundin wurde von ihrem eigenem Vater jahrelang missbraucht. Sie hat erst mit ca, 60 alles rausgelassen weil sie in eine tiefe Depression gefallen ist!!!! Vorher alles geheim gehalten!

Nee....lass es raus!!!!

Beitrag von schlechter Rat 14.10.10 - 21:26 Uhr

Würde ich nicht machen, viele Männer kommen mit einem Missbrauch nicht klar und fangen an sich zurückzuziehen aus Angst etwas falsch zu machen.
An ihrer Stelle erst selbst einmal eine Therapie anfangen und dann halbwegs stabilisiert mit dem Partner sprechen.
Partner als Therapeut instrumentalisieren geht nie gut (ich hab sexuelle Probleme wegen Missbrauch in meiner Kindheit->daraus macht Mann sie könnte sich missbraucht fühlen, wenn ich mit ihr Sex haben will->Situation eskaliert)

Beitrag von klärchen 14.10.10 - 21:44 Uhr

Sie soll ihren MAnn auch nicht als Therapeuten missbrauchen, sondern ihn lediglich informieren.

Beitrag von schlechter Rat 14.10.10 - 21:46 Uhr

Was soll der Mann deiner Meinung nach denn mit einer Information anfangen die ihn selbst vermutlich völlig überfordern wird, weil er kein ausgebildeter Therapeut ist?!

Beitrag von klärchen 14.10.10 - 21:53 Uhr

Es geht doch nur darum, dass sie ihm mitteilt, dass sie sich verunsichert fühlt. Bevor er sich Gedanken macht, was er damit zu tun haben könnte, denn merken wird er es wohl früher oder später.
Klar kann er ihr nicht ursächlich helfen, aber auch moralische Unterstützung halte ich für sehr wichtig in solchen Situationen.
Man kann durch schwierige Situationen auch gemeinsam gehen.
Ob er das aushält oder damit überfordert ist - das können wir wohl nicht beurteilen.

Beitrag von schlechter Rat 14.10.10 - 21:57 Uhr

Eben und bevor ich einen Rat gebe der sogar im schlimmsten Fall beziehungsschädigend sein könnte würde ich erst dazu raten einen Therapeuten aufzusuchen und dann mit dem Mann zu sprechen und sich moralische Unterstützung abzuholen. Aber professionell begleitet um einer etwaigen Überforderung die die Situation verschlimmern könnte vorzubeugen.
Bei Überforderung kann es schnell zu typischer Eskalationsspirale kommen:
Er denkt er missbraucht und zieht sich zurück
Sie fragt sich, ob er sich jetzt ekelt und kriegt im schlimmsten Fall Flashbacks.
Der Sex wird für beide negativbesetzt.
Das Risiko eines solchen Rats wäre mir zu hoch

Beitrag von klärchen 14.10.10 - 22:21 Uhr

Ja, da hast Du in der Tat Recht.

Beitrag von seelenspiegel 15.10.10 - 11:03 Uhr

Auch das ist kein Patentrezept, und die Aussage dass sich viele Männer zurückziehen würden, oder damit nicht klar kommen, stimmt so auch nicht wirklich.

Zudem geht es hier nicht darum den Partner als Therapeut zu missbrauchen, sondern darum Klarheit zu schaffen, denn nichts ist zehrender und schlimmer als Ungewissheit, und meistens macht sich ja der Partner schon Gedanken darum ,was denn mit dem geliebten Menschen an seiner Seite los ist.

<<<An ihrer Stelle erst selbst einmal eine Therapie anfangen und dann halbwegs stabilisiert mit dem Partner sprechen. >>>

Eine "heimliche Therapie".....mhhhh.....dürfte sicher Probleme an anderer Stelle hervorrufen, denn dann kommt noch das Thema "Partner anlügen" mit ins Spiel, und das ist tödlich für das Vertrauen, und verschlimmert alles letztendlich.

Zudem...."halbwegs stabilisiert".....sowas kann dauern.....eine Therapie ist kein Allheilmittel, und ich haltes es für GÄNZLICH falsch, den Partner über einen langen Zeitraum einfach aussen vor zu lassen....aus verschiedenen Gründen.

Mit Ehrlichkeit und Offenheit mag man manchmal auf die Schnute fallen, aber ich bin damit bisher in ALLEN Belangen immer am besten gefahren, und gerade in so einer Situation, wenn man eh schon bereit ist Hilfe von Aussen anzunehmen, sollte in einer intakten und funktionierenden Beziehung der Partner unter den ersten sein, mit denen man darüber redet.

Beitrag von snoopygirl-2009 15.10.10 - 11:33 Uhr

#pro Danke.

Mir fiel hierzu kein adäquater Kommentar ein ohne das ich einen Wutanfall bekommen hätte.

Und man soll sich ja feinfühlig äussern.

Was mir noch einfällt: wenn sie sich nicht an ihren Mann wenden kann, an wen dann?! Das Gefühl Ekel beim anderen zu verursachen wird sowieso immer wieder da sein.

LG

Beitrag von klärchen 14.10.10 - 20:37 Uhr

Ja sicher kann das sein. Meist kommt sowas, wenn man ansonsten ein recht stabiles Leben hat und Körper und Geist zur Ruhe kommen.
Schau, dass Du mit Deinem Mann redest und Dir vielleicht einen Psychologen suchst, bevor es zu schlimm wird.
Lass Dich begleiten.

Beitrag von Psy. 14.10.10 - 21:33 Uhr

Es muss nicht damit in Zusammenhang stehen. Es kann.
Das es dich beschäftigt sieht man jedoch darin das du einen Zusammenhang vermutest. Es ist gut möglich das jetzt wo sich dein Leben stabilisiert hat die unangenehmen Dinge an die Oberfläche drängen.
Mach das nicht allein sondern such dir Hilfe dafür, jemand der dich begleitet.

Beitrag von bluehorizon6 14.10.10 - 21:49 Uhr

Du solltest einmal in dich hinein hören und versuchen zu ergründen ob es wirklich einen Zusammenhang geben kann. Für mich erscheint klar, da du wenn auch hypothetisch einen Zusammenhang versuchst herzustellen zeigt es das du innerlich den Kampf noch streitest.

Wahrscheinlich ist das du ihn ein Leben lang kämpfst. Und nun versuche einmal deine Geschichte dir vorzustellen. Da läuft jemand rum der dir seelischen und körperlichen Schaden zugefügt hat. Diese Schäden sind prägend. Wer hat dir geholfen zu der Zeit? Niemand vermute ich.

Und nun solltest du dir überlegen was das bewirkt. In dir existiert Wut, Hilflosigkeit, Hass und und und. Es wird früher oder später aus dir ausbrechen und du weißt nicht einmal wie es geschehen wird. Depression, Unberechenbarkeit, Isolation...

Weiß deine Mutter eigentlich davon? Es sei hier erwähnt das der Straftatbestand immer noch erhalten ist. Du kannst dich also jurisitsch noch wehren. Ich halte das persönlich für eine gute Wahl, aber du brauchst einen Anwalt dafür.

Dann zu deiner jetzigen Situation. Du hast sogar Schuldgefühle deinem Mann gegenüber der sicherlich in sich auch schon Fragen trägt, sie aber nicht formulieren kannst. Glaubst du das er deine Geschichte tragen kann und wird?
Ich behaupte er wird. Ich würde darauf vertrauen, du wirst vielleicht zusammenbrechen aber danach stehst du auf. Immer noch mir der schrecklichen Erinnerung aber voller Hoffnung und stolz dich und deine Geschichte besiegt zu haben.

Es wird Zeit benötigen damit umgehen zu können, aber du brauchst dich nicht mehr zu verstecken

Viel Glück und möge eure Liebe stark sein.

BlueH6

Beitrag von jojo0507 11.11.10 - 22:25 Uhr

meiner erfahrung nach sollte man es erst für sich selbst klar haben, bevor man die kraft hat, es seinem partner zu sagen.

ich habe das jahrelang mit mir selber ausgemacht, tränen, depression, innere isolation (ich war nie einsam, aber völlig allein mit meiner geschichte), und erst im letzten jahr habe ich mich - wieder in einer tiefphase - über einen zeitraum von einigen wochen einer freundin in langen detailreichen briefen anvertraut... das hat mich erlöst. raus aus der isolation!
vor ein paar wochen habe ich es dann auch kurz und knapp und sachlich meinen mann darüber in kenntnis gesetzt (im vertrauen darauf, dass unsere beziehung inzwischen über soetwas erhaben ist, also stark genug, das durchzustehen) und nur soviel gesagt, wie ich konnte/wollte und dann auf weitere fragen: ich möchte nicht mehr darüber reden. das hat er akzeptiert & zwischen uns ist alles beim alten. alles in ordnung.
sexuelle höhen und tiefen in unserer beziehung gab und gibt es immer. es läuft natürlich umso besser, je mehr ich gerade selbst mit mir im reinen bin.

also- lass dir helfen. von wem auch immer.

es wird ein anstrengender, schmerzhafter weg! (zumal du wirklich noch gar nicht daran gearbeitet zu haben scheinst)

alles liebe
n.

Beitrag von snoopygirl-2009 14.10.10 - 22:49 Uhr

Wenn du möchtest kannst du dich gerne bei mir melden, hier mag ich das nicht so breittreten.

LG

Beitrag von gunillina 15.10.10 - 08:52 Uhr

Kann sein, muss aber nicht.
Wenn dir hier alle raten, mit deinem Mann zu sprechen: Es ist nicht leicht. Es bedarf ungemein viel Vertrauens, um das seinem Mann zu erzählen. Oder sonst jemandem, Ausnahme ist das Netz, da geht so etwas leichter.
Dennoch denke ich, dass du einen Weg finden musst, es mit dir selbst auszumachen. Wenn dein Mann nichts wissen soll, aus welchem Grund auch immer, schau, dass du dir selbst klar wirst darüber, ob es hochkommt oder ob du ein anderes Problem hast.
Es kann ja auch einfach Stress sein, Hormonschwankungen etc.
Ich wünsch dir alles Liebe und du kannst mich bei Bedarf anschreiben. Via PN.
Vielleicht kann ich dir helfen.
Bin aber erst nächste Woche erreichbar, wundere dich nicht.
Alles Liebe,
G

Beitrag von bergfan1979 15.10.10 - 20:37 Uhr

hallo,
ich bin auch missbraucht worden und habe es jahrelang niemanden erzählt.
dann durch eine eigentlich völlig unverfängliche situation ist es aus mir herrausgebrochen. ich rate dir mit jemanden zu reden. du solltest deinem partner davon erzählen und dir proffesionelle hilfe suchen. das heißt ja nicht, das du den freund deiner mutter anzeigen mußt. ich habe nicht angezeigt. niemand kann dich zwingen ihn anzuzeigen. weder dein partner noch ein arzt. ohne professionelle hilfe wird es immer schlimmer werden und du wirst krankheiten entwikeln und vielleicht deine beziehung aufs spiel setzen.
hol dir hilfe
viel glück

Beitrag von muttiator 16.10.10 - 19:22 Uhr

Kann es denn sein das deine Kinder nun genauso alt sind wie du damals warst!? Zumindest eines? Evtl ein Mädchen?

Beitrag von soistbesser 17.10.10 - 20:53 Uhr

Ich bin mit knapp 14 Jahren auch vergewaltigt worden. Und ich muss sagen, es wirkt sich bei mir bis heute aus. Sexuell ist bei mir "der Wurm drinne". Die besagt "Lust" von der immer geredet wird, die kenn ich nicht....Ich habe nie professionelle Hilfe in Anspruch genommen, so manches mal wünschte ich, ich hätte es getan....Die Sache liegt bei mir nun 15 Jahre zurück, aber irgendwie ist sie immer da!

Kann schon sein, dass es bei Dir ein Grund ist.

Beitrag von haiku 22.10.10 - 09:09 Uhr

Hallo unbekannt,

meine Frau ist als Kind missbraucht worden, wir haben auch drei Kinder. Mir gegenüber konnte sie es erst nach über 10 Jahren sagen, als sie sich nach der Geburt unserem zweiten Kind mehr und mehr sexuell zurückgezogen hatte und ich Erklärungen eingefordert hatte. Danach wurde unser Liebesleben total schief und unausgeglichen, ein subtiler Machtkampf. Als Mann ist man da erst einmal prinzipiell überfordert: lässt man sie in Ruhe und sich zurückziehen, geht es den Bach hinunter, wird man initiativ (sexuell, Beratung andenken, Frust ansprechen, etc.), wird es auch nicht besser, gar nicht einfach!
Es gab eine Phase, in der ich alles verfügbare über sexuellen Missbrauch gelesen, in einschlägigen Foren gechattet hatte und mehr Psycho-basics wusste darüber als sie, dann gab es eine Phase, in der ich es als ultimative Ausrede von ihr mir gegenüber gehalten habe.
Dann gab es grandiose Wut auf sie, zuerst heimlich, dann viel Streit. Das Nichtreden empfand ich als Betrug. Aber von mir erzwungenes Reden hat es auch nicht besser gemacht. Ohne drei kleine Kinder hätte die Ehe die Langzeitfolgen von sex. Missbrauch wahrscheinlich nicht ausgehalten.

Wie sieht es nun heute aus nach 18 Jahren Ehe: Ab und zu lieben wir uns, ab und zu haben wir Sex, der - wie immer - gewisse Regeln hat. Sollte die Liebe endgültig weg sein, ist sie hat weg. Ob das nun am verschwiegenen Missbrauch liegt, wage ich zu bezweifeln.

Anders gesagt: es ist ein jahrelanges Emanzipieren vom Partner, d.h. sich nicht vorschreiben zu lassen vom Partner was zu tun ist: z.B. Sex oder kein Sex, Offenheit oder keine Offenheit.

Der sexuelle Missbrauch, besser die Bewältigung des sexuellen Missbrauchs ist auf diesem lebenslangen Weg der Emanzipation vom Partner, generell von anderen, nur ein vorübergehendes Vehikel, aber schlussendlich kein Bedeutendes.